StartNewsDrova II in der Festung Mark: Fantasy-Reveal in historischer Kulisse

Drova II in der Festung Mark: Fantasy-Reveal in historischer Kulisse

Mitte Dezember war es so weit, das Magdeburger Studio Just2D hat seinen zweiten Titel überhaupt vorgestellt: Drova II – Torn Lands. Wir waren beim Reveal-Event in der Festung Mark und haben in mittelalterlicher Fantasy-Atmosphäre die ersten Stunden des neuen 2D-Adventures angespielt.

Donnerstag mittags kurz vor 12 Uhr ist der Parkplatz der Festung Mark prall gefüllt mit etwa 40 Autos. Die ehemalige Kaserne wird seit 2002 regelmäßig als Event-Location genutzt. Nicht nur Saltatio Mortis ist hier bereits aufgetreten. Heute ist der Weg zum Eingang des Gebäudes gepflastert mit vier Bannern der Anderswelt Drova, links und rechts der Eingangspforte hängen zwei große Wappen. Und dann, links
um die Ecke, haben wir endlich die Gewissheit: Auf großer Leinwand, DROVA II!

Eines der Banner der Anderswelt Drova

Mittelalterliches Ambiente

Der große Veranstaltungssaal der Festung ist mittelalterlich gedeckt. Auf zwölf langen Holztischen finden sich Kerzen und Pflanzenranken auf grünen Tüchern, die Fenster sind mit schwarzen Vorhängen abgedunkelt, die Ecken der Backsteinwände gefüllt mit Rot leuchtendem Holz oder Brunnen mit Leinentüchern darauf. Und in der Mitte eine große Bühne, auf der Michael Hoss gerade seine erste Rede hält.

Er folgt auf Lars Jannsen, den CEO von Deck13 Interactive, dem Entwickler von Drova und nun auch Drova II, der bereits davon gesprochen hat, dass großartige Videospiele nicht immer von den üblichen Plätzen kommen und dass das
Studio mit Drova alles auf eine Karte gesetzt hat – auf den Tag genau vor zwei Jahren, als das erste Spiel von Just2D herausgekommen ist.

Michael Hoss ist als Head of Product zuständig für das Publishing bei Deck13 Interactive und moderiert heute sein erstes Reveal-Event – auf Englisch, denn es sind auch internationale Besucher anwesend. Sogar von einem Gast aus Japan erzählt Hoss.

Drova II und noch viel mehr

Michael Hoss auf der Bühne

Doch nach der Rede geht es nun direkt zum Kern der Sache: Die Trailer – und ja, DIE Trailer! Denn mit Drova II ist es noch nicht getan. Neben dem Nachfolger vom „Forsaken Kin“ lässt es sich Deck13 Interactive nicht nehmen, auch „Forge of the Fae“ für März 2027, „Elements of Destiny“ für 2026 und „Liar of the Leviathan“ anzukündigen. Also vier Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Der Trailer zu Drova II selbst erzählt in liebevoller Illustration, wie der Nebel das Land geteilt hat, wie die Welt und ihre Göttlichen nun getrennt sind, im Geist und im Ehrgeiz. Das Gameplay im Anschluss zeigt den Spieler in der neuen, alten Welt von Drova. Mehr Tiefe soll das Spiel haben, mit einem verbesserten Kampfsystem, noch verzweigterem Inhalt und einer Menge Nebenquests. Ganz
nach der Devise: Gleich, aber besser! Immerhin ist Drova II „alles, was Drova war, aber so viel mehr!“ – zumindest, wenn man Michael Hoss glaubt.

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Mehr Informationen

Bogenschießen und Messerwerfen

Um diese Behauptung zu untermauern, stehen in einem abgetrennten Areal des Veranstaltungssaals bereits 40 Rechner bereit – 35 für Drova II, fünf für die restlichen Spiele. Für jeweils drei Stunden haben alle Gäste nun die Möglichkeit, den Titel ihrer Wahl anzuspielen – mit Platznummer, denn es gibt weniger PCs als Personen. Natürlich sind auch direkt alle Geräte belegt. Aber nicht schlimm!

So ist noch genug Zeit, bei Häppchen und Getränken die mit Illustrationen versehenen Leinwände an den Innenseiten der Saalwände zu begutachten, die die Hintergründe der Spielentwicklung und die verschiedenen Stufen des Designprozesses dokumentieren. Oder, um sich draußen bei einer Runde
Bogenschießen und Messerwerfen zu versuchen – wie in Drova II selbst.

Altbewährtes, …

Die Gäste zocken Drova II

Um 16 Uhr ist es dann so weit, und ein Platz zum Zocken ist frei. Für drei Stunden haben wir nun die Möglichkeit, in die Welt von Drova einzutauchen. Und dabei fällt direkt so einiges auf, das an den ersten Teil der Reihe erinnert: Nicht nur das Start-Menü ähnelt dem Original, auch die Charakter-Erstellung mit ihren Andenken und den vertrauten Spielmodi. Nach der Auswahl eines von sechs Kampfstilen, die man nachträglich jederzeit ändern kann, und einem kurzen Tutorial begeben wir uns direkt in die Story, die uns ins Land des Bären schickt.

Die Mitglieder des Bärenlagers befinden sich in dauerhaftem Konflikt mit den Anhängern des Widders – zwei unterschiedliche Fraktionen, die durch einen magischen Riss im Land voneinander getrennt sind. Im Laufe des Spiels muss man sich für eine der beiden Gilden entscheiden – wie es beim Vorgänger Drova auch war.

Das ist aber noch nicht alles: Direkt zum Start fällt auch die vertraute Unterteilung in Inventar, Tagebuch, Handwerk, Talente, Fähigkeiten und Karten auf, genau wie die klassische Charakter-Draufsicht, die fehlenden Questmarker und der Untersuchungsmodus. Also alles beim Alten!

… aber besser!

Darüber hinaus hat sich Drova II im Vergleich zu seinem Vorgänger in einigen Punkten aber auch massiv verbessert: Zum einen hat sich die Grafik erheblich weiterentwickelt, und das gilt nicht nur für das Menü. Auch die Charaktere, Porträts und die Spielwelt allgemein sind grafisch aufgehübscht. Auch wirkt die Welt mittlerweile viel detailreicher, bunter und interaktiver.

Das Startcamp in Drova II

Egal, ob man sich auf einen Hocker setzt, sich Essen über der Feuerstelle macht oder im Ofen Eisen herstellt. Währenddessen huschen Katzen und Hunde über den Hof, und nachts nistet sich schon einmal die ein oder andere Gruppe Krähen auf dem Feld ein.

Gothic trifft Morrowind

Das Startgebiet von Drova II erinnert stark an Gothic 2

Grundsätzlich wirkt Drova II, genau wie der erste Teil, wie ein Mix aus Morrowind und Gothic. Die weiterhin fehlende Sprachausgabe und die Grafik erinnern stark an den Skyrim-Vorgänger, die Atmosphäre der Spielwelt und die zum Teil ruppigen Dialoge fühlen sich sofort wie ein Teleport nach Khorinis und Myrtana an. Ob man nun Sumpkraut oder Rostmoos raucht, das spielt keine Rolle. Gerade
auch die absichtlich weggelassenen Questmarker und die damit einhergehende Absage an übertriebenes An-Die-Hand-Nehmen des Spielers wurde bereits beim Gothic Remake vielfach gelobt.

Die Entwickler rund um Just2D haben hier also genau die richtigen Kniffe angewandt – schreiben sie auf ihrer Website doch davon, dass sie sich von genau diesen beiden Spielen haben inspirieren lassen. „Wir denken, es gibt zu wenige Spiele, die Spielende ernst nehmen und zu viele Spiele, die einem zu jedem Zeitpunkt sagen, was man zu tun hat“, heißt es dort.

Keine größere Spielwelt, dafür mehr Tiefe

Drova II bleibt also seinem Vorläufer-Modell treu und geht keine unnötigen Risiken durch zu viel Veränderung ein. So etwa soll auch die Spielwelt gleich groß bleiben. Das Team um Jannsen und Hoss setzt eher auf mehr Tiefe in der Story, die es unter anderem durch mehr Nebenquests garantieren will – die auch verpassbar sein sollen. Michael Hoss spricht in diesem Zusammenhang
von „branched content“, der das Spiel dynamischer und lebendiger machen soll.

Einer der Bosse in Drova II

Nach der dreistündigen Anspiel-Session schleicht sich damit die Feststellung ein, dass man genau das bekommt, was man erwartet: ein neues Drova. Mit all dem, was den ersten Teil erfolgreich gemacht hat – aber auch nicht viel mehr als das. Viele der neu implizierten Änderungen verbessern eher das Spielerlebnis als massiv Neues zu bringen. Für die ersten Stunden im Spiel überwiegt sicher die Nostalgie, aber danach mag sich die Frage stellen: Ist das genug, um einen vollwertigen zweiten Teil auszufüllen?

Ein gelungener Tag

Immerhin hat dieser erste Ausflug in die Welt von Drova II überzeugt – und er ist  vergangen wie im Flug! Somit nähert sich nun auch das Ende dieses Reveal-Tages, das eingeläutet wird durch ein mittelalterliches Buffet und Live-Musik der Band Unvermeydbar. Alles in allem ein gelungener Tag, der erfolgreich die Nostalgie-Keule geschwungen hat und Lust auf mehr 2D-Adventure macht! Ob das angekündigte Spiel am Ende auch die hohen Erwartungen und die guten Reviews seines Vorgängers erfüllen kann, wird sich zeigen. Einen Release-Termin für den neuen Titel gibt es jedenfalls noch nicht.

 

 

 

Tobias Wagner
Tobias Wagner
Ich zocke und liebe Videospiele, seit ich denken kann. Aufgewachsen mit Gothic 2 bin ich ein großer Fan aller möglichen Singleplayer-RPGs, schaue aber auch gerne in das eine oder andere MMO (SWTOR lässt grüßen). Grundsätzlich bin ich ein sehr Story-fokussierter Gamer, der mittlerweile auch zum ausgeprägten Achievement-Hunter geworden ist.
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