Warum die nächste Konsolengeneration unter massivem Druck steht
Die Zeichen stehen schlecht für Gamer. Steigende Hardwarepreise, Engpässe bei Speicher und Grafikkarten sowie der ungebremste Boom künstlicher Intelligenz setzen die gesamte Gaming Industrie unter Druck. Was sich aktuell abzeichnet, könnte massive Folgen für PCs, Konsolen und insbesondere für die kommende Generation rund um die PlayStation 6 haben.
Während viele Spieler noch fest mit einer neuen Sony Konsole bis spätestens 2027 rechnen, mehren sich Hinweise, dass sich der Release deutlich nach hinten verschieben könnte. Gleichzeitig drohen Einstiegspreise, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen.
KI Boom treibt Hardwarepreise in die Höhe
Der Haupttreiber dieser Entwicklung ist, wenig überraschend, der explosionsartige Ausbau von KI-Infrastruktur. Weltweit entstehen neue Rechenzentren, die enorme Mengen an Arbeitsspeicher, Grafikkarten und Hochleistungs Chips benötigen. Unternehmen sind bereit, nahezu jeden Preis zu zahlen, um sich diese Hardware zu sichern.
Das Problem für Gamer: Industrie Kunden sind zahlungskräftiger, planbarer und damit für Hersteller attraktiver als der klassische Endkundenmarkt. Die Folge ist eine Priorisierung zugunsten von KI-Projekten und ein spürbarer Mangel an frei verfügbarer Hardware für PCs und Konsolen.
Besonders betroffen sind Standard DRAM und NAND Flash Komponenten, also genau jene Bauteile, die für Konsolen essenziell sind. Sinkende Verfügbarkeit trifft hier direkt auf steigende Nachfrage.
Extreme GPU Preis Szenarien werden plötzlich realistisch
Wie ernst die Lage ist, zeigen aktuelle Branchenberichte zu Grafikkartenpreisen. Sowohl NVIDIA als auch AMD haben bereits signalisiert, dass die Preise in den kommenden Jahren deutlich steigen werden.
Ein von den Herstellern nicht bestätigter Industrie-Leak zeichnet ein besonders düsteres Bild: Demnach könnte eine zukünftige High End GPU wie eine RTX 5090 ihren ursprünglichen Listenpreis von rund 2.099 Euro auf über 4.000 Euro steigern. Ein Plus von rund 150 Prozent. Selbst wenn solche Extreme nur das absolute High End betreffen, zeigen sie klar, wohin sich der Markt bewegt. Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen für Konsolenhersteller.
PlayStation 6 Release möglicherweise erst 2028 oder 2029
Historisch gesehen folgte Sony einem recht stabilen Siebenjahres Zyklus. Die PlayStation 5 erschien 2020, ein Nachfolger für 2026 oder 2027 galt lange als gesetzt. Doch genau dieses Zeitfenster steht nun offenbar zur Debatte.
Mehrere Analysten gehen davon aus, dass steigende Kosten und unsichere Lieferketten Sony und Microsoft dazu zwingen könnten, ihre Launch Pläne zu überdenken. Ein Release der PlayStation 6 im Jahr 2028 oder sogar 2029 gilt inzwischen als realistisch.
Ironischerweise wäre eine Verschiebung für viele Spieler gar nicht das größte Problem. Die aktuelle Generation hat bislang vergleichsweise wenige echte Generationensprünge geliefert. Kritischer ist eine andere Frage.
Wird die PS6 die teuerste Konsole aller Zeiten?
Arbeitsspeicher macht einen erheblichen Teil der Konsolenkosten aus. Wenn Hersteller nicht mehr bereit sind, hohe Verluste zum Launch zu akzeptieren, könnten die Einstiegspreise drastisch steigen.
Schätzungen sprechen von möglichen Preisen um oder sogar über 1.000 Euro. Damit würde die PlayStation 6 zur mit Abstand teuersten Konsole aller Zeiten werden.
Zusätzliche Risiken kommen aus geopolitischer Richtung. Ein Konflikt rund um Taiwan, einen der wichtigsten Standorte für Halbleiterfertigung weltweit, würde die Situation weiter verschärfen und Preise nochmals massiv nach oben treiben.
Warum Europa das Problem nicht kurzfristig lösen kann
Der Ruf nach eigener Hardwareproduktion in Europa wird lauter, doch kurzfristig ist das keine Lösung. Selbst wenn ein Land mit vergleichsweise günstigen Energie- und Personalkosten gefunden würde, sind die Hürden enorm.
Für echte Unabhängigkeit bräuchte es mindestens drei hochspezialisierte Werke: eine Wafer Fab, eine Memory Fab sowie ein Assembly und Packaging Werk. Jedes dieser Projekte benötigt vier bis sechs Jahre Vorlaufzeit und Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich. Für die nächste Konsolengeneration kommt das schlicht zu spät.
Ist Cloud Gaming die unvermeidliche Zukunft?
Angesichts dieser Entwicklungen erscheint ein Szenario immer wahrscheinlicher: Die PlayStation 6 könnte eine der letzten klassischen Hardwarekonsolen werden. Sowohl Sony als auch Microsoft könnten stärker auf Cloud Gaming setzen und leistungsstarke Hardware in Rechenzentren verlagern.
Für Spieler würde das bedeuten: monatliche Abos statt einmaliger Hardwarekäufe, Gaming überall, aber auch vollständige Abhängigkeit von Infrastruktur und Anbietern. Ein Gedanke, der viele eher abschreckt als begeistert.
Gleichzeitig explodieren bereits jetzt die Preise im Retro Bereich, da immer mehr Spieler auf ältere Konsolen ausweichen.
Gaming als Luxusgut?
Noch ist nichts davon in Stein gemeißelt. Doch die aktuellen Trends deuten klar in eine Richtung: Gaming wird teurer, exklusiver und komplexer. Ob sich diese Entwicklung abschwächen lässt oder unser Hobby tatsächlich zum Luxusgut wird, hängt von vielen Faktoren ab, die kaum jemand kontrollieren kann.
Fest steht: Die nächsten Jahre werden entscheidend dafür sein, wie die Zukunft von Konsolen, PCs und Gaming insgesamt aussieht.
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Quelle: ScreenFire Germany (YouTube)
Bildquelle: Alphacoders