Mit dem LattePanda Sigma 2 stellt LattePanda einen kompakten x86-Einplatinenserver vor, der leistungsfähige KI-Berechnungen direkt in intelligente Geräte und Systeme bringen soll. Angetrieben vom Intel Core Ultra X7 358H und ausgestattet mit einer Intel Arc B390-Grafik erreicht das System laut Hersteller eine kombinierte KI-Leistung von bis zu 180 TOPS. Bis zu 64 GB Arbeitsspeicher, schnelle Netzwerkschnittstellen und umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten sollen den Einsatz als lokaler KI-Server und als integrierte Rechenplattform ermöglichen.
Bis zu 180 TOPS für lokale KI-Anwendungen
Der LattePanda Sigma 2 kombiniert eine 16-Kern-CPU mit einer Intel Arc B390-GPU und einer integrierten Neural Processing Unit (NPU). Der Intel Core Ultra X7 358H erreicht Taktraten von bis zu 4,8 GHz und verfügt über 18 MB Cache. Die Grafikeinheit bietet zwölf Xe-Kerne und soll bis zu 122 TOPS KI-Leistung bei INT8 erreichen. Die NPU steuert weitere bis zu 50 TOPS bei. Zusammen ergibt sich laut LattePanda eine Gesamtleistung von bis zu 180 TOPS.
Für anspruchsvolle lokale KI-Anwendungen stehen bis zu 64 GB LPDDR5X-8533-Arbeitsspeicher mit einer Bandbreite von 136,5 GB/s zur Verfügung. Davon können bis zu 59 GB als VRAM für KI-Workloads zugewiesen werden. Damit soll sich das System auch für quantisierte Mixture-of-Experts-Modelle der 35B-Klasse eignen.
Als konkretes Leistungsbeispiel nennt der Hersteller das Modell Qwen3.6-35B-A3B, das mit INT4-Quantisierung und OpenVINO lokal mit ungefähr 30 Tokens pro Sekunde ausgeführt werden kann.
Entwickelt für lokale KI-Systeme
Der LattePanda Sigma 2 ist nicht nur als Entwicklungsplattform gedacht, sondern soll sich direkt in fertige Produkte integrieren lassen. Die Kombination aus CPU, GPU, NPU und einem zusätzlichen RP2350-Mikrocontroller ermöglicht die Verarbeitung von KI-Aufgaben sowie die Echtzeitsteuerung angeschlossener Hardware.
Der Mikrocontroller stellt GPIO-Anschlüsse bereit, über die sich Sensoren und Aktoren ansteuern lassen. Eine vorinstallierte MicroPython-Firmware bietet dafür eine programmierbare Schnittstelle. So können beispielsweise autonome Roboter ihre Umgebung erfassen, Navigationsentscheidungen treffen und angeschlossene Komponenten steuern.
Weitere Einsatzgebiete sieht LattePanda bei lokalen KI-Geräten, privaten RAG-Systemen und KI-Agenten, professionellen Messgeräten sowie Heimservern, die NAS-Funktionen, Virtualisierung, Mediendienste und lokale KI kombinieren.
Umfangreiche Anschluss- und Erweiterungsmöglichkeiten
Trotz seiner kompakten Abmessungen von 146 × 102 mm bietet der LattePanda Sigma 2 zahlreiche Schnittstellen. Drei M.2-M-Key-Steckplätze und ein M.2-E-Key-Steckplatz ermöglichen die Integration verschiedener Erweiterungen. Über OCuLink mit PCIe 4.0 x2 sowie zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse lässt sich zusätzliche Hardware anbinden, darunter externe KI-Beschleuniger.
Für Netzwerkanwendungen stehen zwei 10-Gigabit-Ethernet-Anschlüsse zur Verfügung. Hinzu kommen USB 3.2 Gen 2, USB 2.0, HDMI 2.1, DisplayPort 2.1 über USB-C sowie eDP 1.5. Damit lässt sich die Platine sowohl als eigenständiger kompakter Server als auch als Bestandteil größerer Systeme einsetzen.
Software und vorinstallierte KI-Umgebung
Der LattePanda Sigma 2 unterstützt Windows 11 sowie Ubuntu 24.04 LTS oder neuere Versionen. Zu den unterstützten Softwarelösungen gehören OpenVINO, llama.cpp und Ollama.
Laut Hersteller wird das System mit Ubuntu, den benötigten GPU- und NPU-Treibern, dem OpenVINO Model Server (OVMS), OpenClaw und vorinstallierten lokalen KI-Modellen ausgeliefert. Diese Ausstattung soll den Einrichtungsaufwand bei der lokalen KI-Bereitstellung reduzieren.
Für Unternehmen und Entwickler, die den Sigma 2 in eigene Produkte integrieren möchten, verspricht LattePanda einen garantierten Produktlebenszyklus von mindestens drei Jahren. Hinzu kommen Optionen zur Anpassung des Startlogos und des BIOS sowie direkter technischer Support für Integrationsprojekte.
Technische Daten des LattePanda Sigma 2
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Prozessor | Intel Core Ultra X7 358H |
| CPU | 16 Kerne (4P + 8E + 4LPE), bis zu 4,8 GHz, 18 MB Cache |
| GPU | Intel Arc B390 mit 12 Xe-Kernen |
| KI-Leistung | Bis zu 180 TOPS bei INT8 |
| GPU-KI-Leistung | Bis zu 122 TOPS bei INT8 |
| NPU | Bis zu 50 TOPS |
| Arbeitsspeicher | Bis zu 64 GB LPDDR5X-8533 |
| Speicherbandbreite | 136,5 GB/s |
| VRAM-Zuweisung | Bis zu 59 GB |
| Speichererweiterung | 3× M.2 M-Key, 1× M.2 E-Key |
| Erweiterungsschnittstelle | OCuLink PCIe 4.0 x2 |
| Netzwerk | 2× 10-GbE-RJ45 |
| Thunderbolt | 2× Thunderbolt 4 Typ-C |
| USB Typ-A | 2× USB 3.2 Gen 2, 2× USB 2.0 |
| Bildausgänge | HDMI 2.1, DisplayPort 2.1 über USB-C, eDP 1.5 |
| Co-Prozessor | RP2350 |
| Betriebssysteme | Windows 11, Ubuntu 24.04 LTS oder höher |
| Abmessungen | 146 × 102 mm |
Preis und Verfügbarkeit
Der LattePanda Sigma 2 ist ab sofort vorbestellbar. Während der Vorverkaufsphase bis Mitte November 2026 beträgt der Aktionspreis 2.599 US-Dollar. Danach soll wieder der reguläre Preis von 2.799 US-Dollar gelten. Angaben zu einem Europreis liegen noch nicht vor.
Weitere Informationen zum Einplatinenserver und zur Vorbestellung gibt es auf der offiziellen LattePanda-Website.
