Eine Katana-Kämpferin, ein mächtiger Hund und ein überwuchertes Japan der Zukunft: Beast of Reincarnation könnte eine der spannendsten Action-RPG-Überraschungen des Jahres werden.
Es gibt Spiele, bei denen sich ein vorangehender Hype von alleine erklärt. Eine Kämpferin mit Katana, ein gewaltiger Hund und ein Japan, das von Pflanzen und monströsen Wesen zurückerobert wurde. Bei Beast of Reincarnation reichen bereits wenige Bilder, um meine Neugier zu wecken.
Natürlich trägt der Name Game Freak einen Teil zu dieser Aufmerksamkeit bei. Ein düsteres Action-RPG vom Studio hinter Pokémon klingt zunächst wie ein bewusst gesetzter Kontrast. Doch je mehr ich von Beast of Reincarnation sehe, desto weniger interessiert mich dieser Vergleich. Entscheidend ist nicht, was das Spiel anders als Pokémon macht. Entscheidend ist, ob Emma und Koo gemeinsam etwas Eigenes erschaffen.
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Beast of Reincarnation – Eine Welt, die zurückschlägt
Die Reise führt in das Japan des Jahres 4026. Die menschliche Zivilisation ist weitgehend verschwunden, während eine Verderbnis Lebewesen und Landschaften verändert hat. Riesige Pflanzen brechen aus dem Boden, Ruinen verschwinden unter dichter Vegetation und gefährliche Kreaturen durchstreifen eine Welt, die gleichermaßen schön und feindselig wirkt.
Im Mittelpunkt steht Emma, eine sogenannte Sealerin. Sie ist selbst von der Verderbnis betroffen und kann Pflanzen kontrollieren, hat jedoch ihre Erinnerungen und Emotionen verloren. Begleitet wird sie von Koo, einem hundeartigen Wesen, das eigentlich zu jenen Kreaturen gehört, die Emma bekämpfen müsste.
Schon diese Ausgangslage macht mich neugierig. Emma und Koo sind nicht einfach nur eine Heldin und ihr putziger Begleiter. Ihre Verbindung besitzt einen inneren Widerspruch: Beide brauchen einander, obwohl sie nach den Regeln dieser Welt Gegner sein müssten.
Das ist eine überzeugende Grundlage für eine Geschichte über Vertrauen, Ausgrenzung und Abhängigkeit. Ob das Spiel diese Themen tatsächlich überzeugend ausarbeitet, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch vorhanden.
Beast of Reincarnation – Der Hund ist Teil des Kampfsystems
Am meisten freue ich mich derzeit auf das Zusammenspiel im Kampf.
Dem Gameplay-Trailer entsprechend tritt Emma ihren Gegnern mit dem Katana entgegen. Sie weicht aus, pariert Angriffe und sammelt durch erfolgreiche Aktionen Ressourcen. Diese werden wiederum benötigt, um Koos Fähigkeiten einzusetzen.
Öffnet man das Befehlsmenü für Koo, wird das Geschehen verlangsamt. Für einen Moment wechselt Beast of Reincarnation damit von schneller Action zu taktischer Planung. Emma liefert die Präzision, Koo schafft Kontrolle und neue Handlungsmöglichkeiten.
Genau dieser Wechsel könnte dem Spiel seinen eigenen Rhythmus verleihen. Viele moderne Action-RPGs fordern vor allem schnellere Reaktionen und immer präzisere Paraden. Beast of Reincarnation scheint hingegen bewusst kurze Momente einzubauen, in denen wir den Kampf lesen und unsere nächsten Schritte planen können.
Koo ist damit offenbar nicht nur ein Begleiter, der automatisch Gegner anfällt oder gelegentlich eine Spezialattacke ausführt. Er bildet eine zweite Hälfte des Systems. Sollte sich dieses Zusammenspiel so flüssig spielen, wie es bislang aussieht, könnte darin die größte Stärke des gesamten Games liegen.

Beast of Reincarnation – Mehr als das düstere Spiel der Pokémon-Macher
Es wäre leicht, Beast of Reincarnation ausschließlich als das erwachsene und düstere Spiel von Game Freak zu vermarkten. Doch Dunkelheit ist noch keine kreative Reife, und ein Katana macht aus einem Action-RPG noch keinen Pflichtkauf.
Spannender ist die Frage, ob Game Freak seine Erfahrung mit Beziehungen zwischen Menschen und fantastischen Kreaturen in eine andere Form übertragen kann.
Bei Emma und Koo geht es nicht darum, möglichst viele Wesen zu sammeln oder auszutauschen. Das Abenteuer konzentriert sich vollständig auf ein einziges Paar. Dadurch erhält jede gemeinsame Aktion mehr Gewicht. Ihre Verbindung ist Teil der Handlung, aber zugleich auch direkt im Kampfsystem verankert.
Das gefällt mir an der bisherigen Präsentation besonders. Die Beziehung wird nicht nur in Zwischensequenzen behauptet. Sie entscheidet darüber, wie wir kämpfen.

Beast of Reincarnation – Meine Vorfreude wächst
Noch wissen wir nicht, ob die Welt über die gesamte Spielzeit abwechslungsreich bleibt. Auch das Kampfsystem muss erst beweisen, dass sich der Wechsel zwischen Katana-Action und Koos Fähigkeiten nicht irgendwann in einer festen Routine erschöpft.
Trotzdem freue ich mich inzwischen sehr auf Beast of Reincarnation. Die melancholische Welt, das ungewöhnliche Duo und die Verbindung aus Echtzeitkampf und taktischen Befehlen wirken eigenständig genug, um aus der Masse der Action-RPGs hervorzustechen.
Vielleicht erwartet uns am Ende kein neues Meisterwerk. Vielleicht bleiben einige der großen Ideen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Vor dem Release darf Vorfreude aber auch genau das sein: die Hoffnung, dass ein ungewöhnliches Konzept sein Potenzial tatsächlich ausschöpft.
Ich bin jedenfalls gespannt darauf, gemeinsam mit Emma und Koo durch dieses überwucherte Japan zu ziehen. Nun muss Beast of Reincarnation nur noch zeigen, ob hinter seinen starken Bildern auch ein Spiel steckt, das uns ebenso lange beschäftigt wie seine geheimnisvolle Welt.
Beast of Reincarnation erscheint am 4. August 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Auf Xbox und PC ist das Action-RPG zum Release im Game Pass verfügbar.

