StartNewsDead by Daylight macht ernst: 58 Perks sollen die Meta verändern

Dead by Daylight macht ernst: 58 Perks sollen die Meta verändern

Windows of Opportunity verliert seine Paletten, Shoulder the Burden wird deutlich eingeschränkt und selbst längst vergessene Perks wie Spine Chill oder Monstrous Shrine bekommen plötzlich wieder einen Grund, gespielt zu werden. Der neue PTB für Dead by Daylight ist alles andere als klein.

Behaviour Interactive hat am 15. September den Public Test Build für Update 10.2.0 gestartet und dabei gleich einen der größten Perk-Balance-Pässe der vergangenen Jahre veröffentlicht. Insgesamt werden 58 Perks angepasst, gebufft oder teilweise komplett überarbeitet.

26 davon hängen direkt mit dem zuvor eingeführten Diminishing-Returns-System zusammen. Zusätzlich nimmt sich Behaviour 23 General Perks vor, während weitere neun Perks angepasst werden, die laut Entwickler entweder problematische Spielweisen fördern oder sich bisher zu stark den Auswirkungen des neuen Systems entziehen.

Und zwischen all den Zahlen verstecken sich einige Änderungen, die das aktuelle Meta ziemlich ordentlich durchschütteln könnten.

Windows of Opportunity ist praktisch ein neues Perk

Fangen wir direkt mit dem Elefanten im Nebel an: Windows of Opportunity wird grundlegend überarbeitet.

Bisher gehörte das Perk gerade im SoloQ zu den bequemsten und gleichzeitig stärksten Informationswerkzeugen im Spiel. Fenster und Paletten in der Umgebung wurden permanent sichtbar und machten es deutlich einfacher einzuschätzen, welche Ressourcen noch verfügbar sind.

Genau damit ist im PTB Schluss.

Windows of Opportunity zeigt künftig nur noch die Auren von Fenstern innerhalb von 24 Metern. Dafür erhalten Survivor eine neue Chase-Komponente: Fenster werden 10 Prozent schneller übersprungen. Nach einem Vault geht das Perk anschließend für 40/35/30 Sekunden in den Cooldown.

Vor allem der Verlust der Paletten-Auren ist riesig. Behaviour selbst bezeichnet Windows als eines der seit Langem meistgenutzten Perks und möchte aus dem bisherigen Allrounder bewusst ein auf Fenster spezialisiertes Perk machen.

Die ursprüngliche Funktion verschwindet allerdings nicht vollständig. Sie wird vielmehr auf mehrere Perks verteilt.

Five Moves Ahead konzentriert sich künftig ausschließlich auf Paletten. Befindet ihr euch im Terror Radius oder werdet verfolgt, seht ihr die fünf nächstgelegenen Paletten. Nach dem Droppen einer Palette könnt ihr außerdem 50 Prozent früher wieder loslaufen. Auch hier gibt es anschließend einen Cooldown von 40/35/30 Sekunden.

Noch interessanter wird Dark Sense. Sobald ein Generator fertiggestellt wurde und der Killer euch auf 24 Meter nahekommt, seht ihr für 8/9/10 Sekunden nicht nur seine Aura, sondern auch die Auren anderer Survivor sowie Fenster und Paletten innerhalb von 24 Metern.

Wer also weiterhin möglichst viele Informationen über die Map erhalten möchte, muss dafür künftig deutlich mehr investieren. Der bisherige Komfort von Windows of Opportunity passt nicht mehr einfach in einen einzigen Perk Slot.

Auch die Chase Meta bekommt Bewegung

Windows of Opportunity ist allerdings längst nicht der einzige Kandidat, der Chases verändern könnte. Denn ausgerechnet ein alter Bekannter bekommt mit dem neuen PTB einen ziemlich interessanten Effekt zurück.

Spine Chill wird komplett überarbeitet. Schaut der Killer innerhalb von 40 Metern in eure Richtung, werdet ihr darüber informiert. Anschließend könnt ihr zwölf Sekunden lang nicht schreien und überspringt Fenster 10 Prozent schneller. Danach greift ein Cooldown von 40/35/30 Sekunden.

Ja, richtig gelesen: Vault Speed Spine Chill ist zurück.

Behaviour weist selbst darauf hin, dass man diesen Effekt genau beobachten möchte. Durch das inzwischen vorhandene Diminishing-Returns-System sieht das Studio offenbar wieder mehr Spielraum für zusätzliche Vault-Geschwindigkeit, ohne dass entsprechende Boni unkontrolliert miteinander kombiniert werden können.

Gerade gemeinsam mit dem neuen Windows of Opportunity könnte sich rund um Fenster damit eine interessante neue Chase-Nische entwickeln. Windows liefert Informationen und zusätzliche Vault-Geschwindigkeit, während Spine Chill situativ einen weiteren Bonus bereitstellt.

Shoulder the Burden bekommt eine gewaltige Einschränkung

Auch eines der stärksten Anti-Tunnel-Werkzeuge bleibt nicht verschont.

Shoulder the Burden erlaubt weiterhin, einem Survivor beim Rettungsversuch einen Hook State abzunehmen und diesen selbst zu übernehmen. Die Konsequenzen werden allerdings deutlich härter.

Nach der Verwendung werdet ihr nun verletzt und erhaltet zusätzlich für 160/140/120 Sekunden Broken. Der bisherige Exposed Effekt verschwindet.

Noch wichtiger ist jedoch eine zweite Änderung: Sobald Shoulder the Burden einmal innerhalb eines Trials eingesetzt wurde, wird das Perk für alle Survivor deaktiviert.

Vier Survivor mit Shoulder the Burden können ihre Hook States damit nicht mehr mehrfach untereinander verschieben. Behaviour begründet die Änderung damit, dass die enorme Stärke des Perks bislang nicht mit einem ausreichend großen Nachteil verbunden gewesen sei und die flexible Nutzung zu wenig Gegenplay erlaubt habe.

Das Perk dürfte damit weiterhin extrem wertvoll sein, verlangt aber deutlich mehr Planung. Wer den einen Einsatz verbraucht, nimmt ihn dem restlichen Team ebenfalls weg.

Dead Man’s Switch soll weniger automatisch funktionieren

Auf Killerseite geht Behaviour ebenfalls gegen einige etablierte Kombinationen vor.

Dead Man’s Switch blockiert nach einem Hook weiterhin Generatoren, sobald ein Survivor die Reparatur unterbricht. Neu ist allerdings, dass der Survivor den Generator nun länger als zwei Sekunden verlassen muss, bevor der Effekt ausgelöst wird.

Damit sollen insbesondere Kombinationen entschärft werden, bei denen Survivor nur für einen kurzen Moment zwangsweise vom Generator gerissen werden und Dead Man’s Switch dadurch praktisch automatisch aktiviert wird.

Als Ausgleich steigt die Blockdauer auf 30/35/40 Sekunden und auch der Cooldown liegt künftig bei 30/35/40 Sekunden. Behaviour möchte das Perk damit stärker dafür belohnen, Survivor tatsächlich aktiv von Generatoren zu vertreiben.

Hex Builds funktionieren künftig anders

Auch bei den Hex Perks wird ordentlich geschraubt.

Hex: Thrill of the Hunt erhält ein komplettes Rework. Beim ersten Hook wird ein Dull Totem entzündet. Anschließend werden bei jedem Hook alle aktiven Hex Totems für 6/7/8 Sekunden pro entzündetem Hex Totem blockiert.

Der bisherige passive Schutz der Totems wird damit durch ein System ersetzt, das Killern tatsächlich Hooks abverlangt. Behaviour möchte dadurch verhindern, dass das Perk ohne viel Zutun große Mengen an Cleanse Fortschritt zunichtemacht.

Gleichzeitig könnte Shattered Hope für Hex Builds plötzlich ziemlich interessant werden.

Wird irgendein Totem gesegnet, gereinigt oder zerstört, werden sämtliche Dull und Hex Totems für 16/18/20 Sekunden blockiert. Zusätzlich werden während dieser Zeit die Auren von Boon Totems angezeigt. Das bisherige Zerstören eines Boon Totems beim Snuffen bleibt ebenfalls erhalten.

Kurz gesagt: Totem Builds bekommen mehr aktive Werkzeuge, gleichzeitig sollen einige der besonders passiven Strategien verschwinden.

Monstrous Shrine könnte plötzlich tatsächlich monstrous sein

Dann wäre da noch ein Perk, das vermutlich einige Spieler erst einmal wieder im Menü suchen müssen.

Scourge Hook: Monstrous Shrine bekommt einen komplett neuen Effekt.

Zu Beginn des Matches werden vier zufällige Hooks sowie sämtliche Basement Hooks zu Scourge Hooks. Hängt ein Survivor an einem dieser Hooks und befindet sich der Killer mindestens 24 Meter entfernt, regressieren aktuell nicht reparierte Generatoren mit 150/175/200 Prozent Geschwindigkeit.

Behaviour möchte damit ausdrücklich belohnen, wenn Killer nach einem Hook nicht campen, sondern sich wieder auf die Suche nach anderen Survivorn machen und sie von Generatoren vertreiben.

Gerade in Kombination mit anderen Regressionseffekten ist das zumindest ein Perk, den man nach dem Update vermutlich nicht mehr direkt ignorieren sollte.

Selbst alte General Perks werden angefasst

Ein großer Teil des Updates besteht allerdings nicht aus Nerfs. Behaviour versucht gleichzeitig, viele ältere oder kaum gespielte Perks wieder interessanter zu machen.

Ein paar Beispiele:

  • Agitation gewährt nun bereits auf Tier I 14 Prozent Haste beim Tragen eines Survivors. Tier III bleibt bei 18 Prozent.
  • Iron Grasp reduziert die Wiggle Bewegung weiterhin um 75 Prozent, verlängert den Wiggle Vorgang aber nun bereits um 10/11/12 Prozent.
  • Distressing vergrößert nicht nur den Terror Radius, sondern reduziert zusätzlich die Generator Geschwindigkeit von Survivorn innerhalb des Terror Radius um 6/7/8 Prozent.
  • Insidious erhält nach einer Aktion einen Undetectable Linger von 6/7/8 Sekunden.
  • Unrelenting reduziert erstmals wieder zusätzlich den Cooldown erfolgreicher Basic Attacks um 10 Prozent.
  • Small Game zeigt Totems künftig einfach innerhalb von 10/11/12 Metern als Aura.
  • Road Life ermöglicht nach genügend erfolgreichen Great Skill Checks sogar eine eigene Selbstheilung mit 100 Prozent zusätzlicher Heilgeschwindigkeit.

Nicht jeder dieser Buffs wird plötzlich das Meta übernehmen. Genau das scheint aber auch nicht das Ziel zu sein. Viele ältere Perks sollen wieder eine klar erkennbare Aufgabe bekommen, statt lediglich schlechtere Versionen moderner Alternativen zu bleiben.

SoloQ bekommt dafür endlich mehr Kommunikation

 Neben den 58 Perk Änderungen testet Behaviour außerdem das neue Survivor Intent System.

Survivor können damit während einer laufenden Partie über ein Nachrichtenrad kurze, vorgefertigte Nachrichten miteinander austauschen. Acht Nachrichten stehen gleichzeitig zur Verfügung und können in den Einstellungen angepasst werden. Gesendete Nachrichten werden anschließend direkt neben den Survivor Informationen im HUD angezeigt.

Das System kann vollständig deaktiviert werden. Einzelne Spieler lassen sich außerdem stummschalten und Behaviour hat Schutzmechanismen gegen Spam eingebaut.

Gerade für SoloQ könnte das fast genauso relevant werden wie einige der eigentlichen Perk Änderungen. Informationen wie ein geplanter Unhook oder die Aufforderung, sich aufzuteilen, waren bisher ohne externe Kommunikation nur schwer eindeutig weiterzugeben.

Und ausgerechnet im selben Update verliert Windows of Opportunity einen großen Teil seiner universellen Informationsfunktion. Zufall oder nicht, SoloQ dürfte sich mit 10.2.0 jedenfalls spürbar anders spielen.

Noch ist nichts davon final

Bei all den Änderungen gibt es allerdings einen wichtigen Punkt: Aktuell befinden wir uns im PTB.

Die neuen Werte und Reworks werden zunächst getestet und können sich vor der Veröffentlichung auf den Live Servern noch einmal verändern. Gerade bei Auswirkungen wie zusätzlicher Vault Geschwindigkeit, starken Generator Regressionseffekten oder einem Perk wie Windows of Opportunity dürfte Behaviour das Feedback ziemlich genau beobachten.

Sollte ein Großteil der Änderungen jedoch in dieser Form erscheinen, steht Dead by Daylight eine deutlich größere Meta Verschiebung bevor als bei einem gewöhnlichen Balance Patch.

Windows verliert einen großen Teil seiner bisherigen Stärke, Shoulder the Burden wird deutlich eingeschränkt und Killer bekommen gleich mehrere neue Werkzeuge für Regression, Hex-Schutz und alternative Builds.

Die komplette Übersicht findet ihr hier.

Jessi
Jessi
Hi, ich bin Jessi! Schon seit meiner Kindheit begleitet mich Gaming und für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als in die verschiedensten Welten einzutauchen und die verrücktesten Geschichten zu erleben. Ob Shooter, RPG, Roguelike oder Visual Novel: Vor mir ist kein Genre sicher.
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