Nicht einmal ein Jahr nach dem offiziellen Launch steht fest, wie es mit 2XKO weitergeht: Riot Games wird die aktive Entwicklung seines League-of-Legends-Fighting-Games Ende 2026 einstellen. Komplett vom Bildschirm verschwindet 2XKO allerdings nicht. Die Server sollen weiterlaufen und bis zum Jahresende stehen sogar noch zwei neue Champions, weitere Änderungen und Rückerstattungen für bisherige Käufe an.
Für 2XKO endet das Live-Service-Abenteuer früher als erhofft
Riot Games hat am 20. August überraschend die Zukunft von 2XKO offengelegt. Die aktive Entwicklung des Free-to-Play-Fighters wird im Dezember 2026 beendet. Ein vollständiges Aus bedeutet das allerdings vorerst nicht: Die Server bleiben auch danach online und das Spiel soll weiterhin auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S verfügbar und spielbar bleiben. Auch der Offline-Modus ist von der Entscheidung nicht betroffen. Sollte sich daran irgendwann etwas ändern, möchte Riot die Community frühzeitig informieren.
Damit endet eine ziemlich kurze Reise. Der Vorabzugang von 2XKO startete erst am 7. Oktober 2025 auf PC, bevor am 21. Januar 2026 mit Season 1 der offizielle Launch und gleichzeitig die Veröffentlichung auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S folgten. Das Fighting Game setzt auf 2v2-Kämpfe mit bekannten Charakteren aus League of Legends und Arcane. Dabei könnt ihr entweder beide Champions selbst kontrollieren oder euch mit einem Freund zusammentun und gemeinsam als Duo antreten.
Nur sieben Monate nach dem offiziellen Launch kündigt Riot nun also bereits das Ende der aktiven Weiterentwicklung an.
Viele haben 2XKO ausprobiert, aber zu wenige sind geblieben
Der Grund für die Entscheidung liegt laut Riot vor allem bei der langfristigen Spielerbindung. Zwar hätten viele Spieler 2XKO ausprobiert und es gebe weiterhin eine engagierte Community, die regelmäßig spielt. Gleichzeitig seien aber nicht genügend Spieler dauerhaft beim Spiel geblieben, um einen nachhaltigen Weiterbetrieb als Live-Service-Titel zu ermöglichen.
Dabei betrachtet Riot nach eigenen Angaben nicht einfach nur die Einnahmen. Über das Jahr hinweg wurden auch Spielerbindung, neue Spieler und allgemeines Engagement ausgewertet. Selbst größere Updates und neue Inhalte konnten die Entwicklung jedoch nicht nachhaltig verändern.
Riot nennt dabei unter anderem die Veröffentlichungen von Akali, Senna und Thresh, den PvE-Modus The Climb sowie die verschiedenen Competitive-Events im Laufe des Jahres. Die Reaktionen darauf seien durchaus positiv ausgefallen, die grundlegende Entwicklung bei Spielerbindung und Engagement habe sich dadurch aber nicht ausreichend verbessert.. Riot spricht davon, lediglich einen Bruchteil dessen erreicht zu haben, was für einen nachhaltigen Betrieb notwendig gewesen wäre.
Besonders deutlich wird Riot bei den finanziellen Rahmenbedingungen. Der Betrieb von 2XKO koste das Unternehmen derzeit erheblich mehr, als das Spiel einbringe. Gleichzeitig sei das Engagement der Spieler trotz größerer Updates relativ konstant geblieben.
Bevor die Entscheidung getroffen wurde, habe man verschiedene Alternativen geprüft. Dazu gehörten eine weitere Verkleinerung des Teams, ein angepasster Patch-Rhythmus oder sogar Änderungen am Geschäftsmodell. Letztlich sei man jedoch zu dem Schluss gekommen, bereits begonnene Inhalte fertigzustellen und die aktive Entwicklung anschließend zu beenden.
Erste Warnzeichen gab es schon im Februar
Ganz aus dem Nichts kommt die Entscheidung allerdings nicht. Bereits am 9. Februar 2026, nur wenige Wochen nach dem offiziellen Launch auf Konsolen, hatte Riot angekündigt, das Entwicklerteam hinter 2XKO zu verkleinern.
Schon damals erklärte Executive Producer Tom Cannon, dass das Spiel zwar eine leidenschaftliche Kern-Community gefunden habe, die allgemeine Dynamik jedoch nicht ausreiche, um ein Team dieser Größe langfristig zu rechtfertigen. Zu diesem Zeitpunkt betonte Riot noch, dass die Reise damit keineswegs vorbei sei. Ein kleineres Team sollte sich stärker auf zentrale Verbesserungen konzentrieren und die Competitive Series 2026 sollte wie geplant stattfinden.
In den folgenden Monaten erschienen tatsächlich weitere größere Updates. Unter anderem kamen neue Champions, Duo-Features, Voice Chat und mit The Climb sogar ein PvE-Modus hinzu. Die erhoffte Trendwende blieb laut Riot jedoch aus.
Im September verändert sich 2XKO deutlich
Bevor die Entwicklung endgültig ausläuft, stehen noch einige ziemlich große Änderungen bevor. Den Anfang macht Patch 1.3.1 am 8. September.
Mit dem Update erscheint zunächst Lux als neuer spielbarer Champion. Riot beschreibt sie als einen von klassischen Shoto-Fightern inspirierten Charakter mit einem vergleichsweise einfachen Kit und natürlich jeder Menge Lichtmagie.
Gleichzeitig beginnt aber auch der Umbau von 2XKO für die Zeit nach dem aktiven Live-Service-Betrieb. Alle Champions werden für sämtliche Spieler kostenlos freigeschaltet. Die sogenannten Fuses bleiben ebenfalls verfügbar, müssen allerdings weiterhin über die entsprechenden Tutorials freigeschaltet werden.
Auch mehrere bisher zentrale Live-Service-Systeme verschwinden. Battle Passes, KO Points, Champion Tokens, Seasons und Events werden entfernt. Besonders einschneidend ist außerdem das Ende des Ranked-Modus. Die Ranked-Lobbys werden deaktiviert, damit sich die verbleibenden Spieler nicht auf mehrere Matchmaking-Pools verteilen. Stattdessen soll das Matchmaking künftig über die Casual-Lobbys laufen, wobei Riot weiterhin versucht, Spieler anhand ihres Skill-Levels zusammenzubringen. Private Lobbys bleiben bestehen.
Für diese privaten Lobbys gibt es sogar noch ein kleines Upgrade: Riot möchte dort Voice Chat sowie eine größere Map hinzufügen. Bis zu 40 Spieler sollen sich anschließend gleichzeitig in einer Private Lobby aufhalten können.
Damit verändert sich 2XKO im September ziemlich grundlegend. Aus einem klassischen Free-to-Play-Live-Service-Fighter mit Seasons, Ranked, Events und Battle Pass wird Schritt für Schritt eine langfristig spielbare, aber deutlich vereinfachte Version des Spiels.
Riot erstattet bisherige Käufe
Für Spieler, die bereits Geld in 2XKO investiert haben, gibt es ebenfalls wichtige Änderungen.
Bereits am 20. August wurde der Kauf neuer KO Points deaktiviert. Noch vorhandene KO Points können bis zum Erscheinen von Patch 1.3.1 weiterhin im rotierenden Shop ausgegeben werden. Physische Prepaid-Karten lassen sich künftig ebenfalls nicht mehr für 2XKO verwenden, funktionieren aber weiterhin für Währungen in anderen Riot-Spielen.
Darüber hinaus möchte Riot bisher getätigte Ausgaben erstatten. Für PC-Spieler betrifft das konkret Käufe von KO Points und den verschiedenen 2XKO Starter Editions, die vor dem Stichtag am 20. August vorgenommen wurden. Das Geld soll über die ursprünglich verwendete Zahlungsmethode zurückgezahlt werden. Riot erwartet, einen Großteil davon innerhalb von zwei Wochen abzuwickeln und den Prozess spätestens bis November 2026 weitgehend abgeschlossen zu haben.
Auf PlayStation und Xbox läuft die Erstattung über die jeweiligen Plattformen und Zahlungsanbieter. In Japan und Korea wird das Verfahren entsprechend der lokalen gesetzlichen Vorgaben angepasst.
Sollte die Rückzahlung nicht automatisch funktionieren oder eine Anfrage notwendig sein, sollten Spieler außerdem den 7. Dezember 2026 im Blick behalten. Bis zu diesem Datum müssen entsprechende Anfragen laut Riot eingereicht werden. Danach werden grundsätzlich keine weiteren Erstattungen für 2XKO bearbeitet, wobei regionale Ausnahmen möglich sind.
Wichtig dabei: Bereits freigeschaltete Inhalte dürft ihr behalten. Ihr bekommt euer Geld also zurück, ohne dass bereits erworbene Inhalte anschließend wieder aus eurem Account verschwinden.
Fast alle Cosmetics wandern in ein großes Bundle
Mit Patch 1.3.1 erscheint außerdem das neue 2XKO Ultimate Bundle für 39,99 Euro.
Darin enthalten sind nahezu sämtliche bis dahin veröffentlichten Skins, Skin-Chromas und Taunts für alle Champions bis einschließlich Lux sowie alle bislang erschienenen Finisher. Wer also möglichst viel vom bisherigen Cosmetic-Katalog besitzen möchte, bekommt einen Großteil davon künftig in einem einzigen Paket.
Andere Inhalte werden wiederum über die kostenlos erspielbaren Credits verfügbar. Dazu gehören Avatar-Gegenstände, ausgewählte Basis-Chromas, Stages und Profilgegenstände. Gleichzeitig hebt Riot das bisherige Credits-Limit von 12.000 vollständig auf.
Samira wird der letzte neue Champion
Ganz vorbei ist die Entwicklung im September noch nicht. Im Oktober folgt Patch 1.3.3 und damit der letzte große Content-Patch für 2XKO.
Im Mittelpunkt steht Samira, die Desert Rose, die offiziell der letzte neue Champion des Spiels sein wird. Wie aus League of Legends bekannt, kombiniert sie Schwert und zwei Pistolen und soll auch in 2XKO möglichst stilvoll zwischen beiden Kampfstilen wechseln.
Mit ihrem Release wird außerdem das Ultimate Bundle aktualisiert und um die restlichen Skins und Cosmetics ergänzt. Wer das Paket bereits besitzt, soll diese Inhalte automatisch erhalten.
Danach ist Schluss mit größeren Erweiterungen. Für Dezember ist lediglich noch Patch 1.3.5 vorgesehen, und selbst dieser Patch ist optional. Sollte er notwendig sein, konzentriert er sich hauptsächlich auf Fehlerbehebungen und bringt keine größeren neuen Inhalte mehr ins Spiel.
Auch die Competitive Series bekommt ein Ende
Für die Wettkampfszene ändert sich zunächst weniger. Die 2XKO Competitive Series 2026 soll wie geplant weiterlaufen. Riot unterstützt bis Jahresende weiterhin Spieler und Turnierveranstalter und stellt auch die angekündigten Preisgelder für Major- und Challenger-Events bereit.
Das letzte offizielle Event der Competitive Series ist für November 2026 vorgesehen.
Danach muss 2XKO aber nicht komplett von Turnieren verschwinden. Community-Veranstalter dürfen das Spiel auch ab 2027 weiterhin für eigene Online- oder Offline-Turniere verwenden, solange sie sich an Riots Community Competition Guidelines halten.
Gerade für die Fighting Game Community dürfte das zumindest eine kleine gute Nachricht sein. Fighting Games leben schließlich traditionell stark von lokalen Turnieren und Community-Events. Ob sich rund um 2XKO auch ohne neue Inhalte langfristig eine aktive Szene halten kann, wird sich allerdings erst zeigen.
Riots Fighting-Game-Experiment endet deutlich früher als geplant
Besonders bitter wirkt die Entscheidung mit Blick auf die ursprünglichen Ziele des Projekts. Riot wollte mit 2XKO nicht einfach nur einen weiteren Fighter veröffentlichen, sondern einige Probleme angehen, die das Studio innerhalb der Fighting Game Community gesehen hatte. Dazu gehörten zuverlässiger Netcode, ein weniger einsames Ranked-Erlebnis, regelmäßige Updates und vor allem die Möglichkeit, gemeinsam mit Freunden zu spielen. Durch das Free-to-Play-Modell sollte die Einstiegshürde zusätzlich sinken und eine größere Zielgruppe überhaupt erst mit Fighting Games in Berührung kommen.
Zumindest innerhalb bestimmter Teile der Community funktionierte dieser Ansatz offenbar auch. Laut Riot wurde 2XKO von besonders engagierten Tag-Fighter-Fans angenommen, Spieler brachten Freunde mit, Turnierveranstalter nahmen das Spiel in ihre regelmäßigen Events auf und die Community verlangte nach mehr Champions und Features.
Das Problem: Außerhalb dieser Kernzielgruppe fanden offenbar zu wenige Fighting-Game-Spieler langfristig einen Grund, bei 2XKO zu bleiben.
Damit endet eines von Riots bisher größten Experimenten außerhalb der Genres, mit denen das Unternehmen bereits fest etabliert ist. Ganz verabschieden möchte sich Riot von solchen Experimenten allerdings nicht. Das Unternehmen betont, auch künftig neue Genres und Möglichkeiten erkunden zu wollen, Spieler zusammenzubringen. Nach Abschluss der Arbeiten an 2XKO soll es für die Entwickler zunächst zurück in die Forschungs- und Entwicklungsphase gehen, um aus dem Projekt zu lernen.
Für 2XKO selbst ist die Richtung dagegen klar: Das Spiel verschwindet nicht, aber seine Entwicklung wird eingefroren. Wer den Fighter gerne spielt, kann also auch über Dezember 2026 hinaus weitermachen. Neue Champions, Seasons oder größere Erweiterungen sollte man danach allerdings nicht mehr erwarten.
Aus einem Fighting Game, das eigentlich langfristig als Live Service wachsen sollte, wird damit innerhalb erstaunlich kurzer Zeit ein dauerhaft spielbarer Abschlusszustand. Für die engagierte Community bleibt zumindest die Hoffnung, dass genau diese Spieler 2XKO auch ohne regelmäßigen Nachschub noch eine ganze Weile am Leben halten.
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