StartHardwareGenki Manta auf der Gamescom 2026: Controller mit eigenem Display und MantaOS

Genki Manta auf der Gamescom 2026: Controller mit eigenem Display und MantaOS

Mit dem Manta wagt sich der Gaming-Hardware-Hersteller Genki erstmals in den Bereich der Controller vor. Das Unternehmen, das bislang vor allem für Zubehör wie Covert Dock, ShadowCast und SavePoint bekannt ist, kombiniert beim Manta leistungsfähige Hardware mit einer eigenen Software-Plattform. Herzstück ist ein 2,79 Zoll großes Farbdisplay, auf dem MantaOS läuft.

Wir konnten uns auf der Gamescom 2026 bereits ein Vorabmuster des Controllers ansehen und einen ersten Eindruck von Hardware, Ergonomie und den umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten gewinnen.

Gamescom-Eindruck: Display ohne Kompromisse bei der Ergonomie

Auf den ersten Blick fällt natürlich das integrierte Display auf. Trotz des zusätzlichen Bildschirms bleibt die Griffform des Manta jedoch angenehm und wirkt nicht wie ein Kompromiss zugunsten der Technik. Genki hat das Display in einem Bereich platziert, der für die eigentliche Griffhaltung weniger relevant ist.

Dadurch liegt der Controller weiterhin sehr angenehm in der Hand, während das Display gut erreichbar bleibt. Unser erster Eindruck von der Ergonomie fällt entsprechend positiv aus: Das Display ist präsent, ohne beim Spielen störend in Erscheinung zu treten.

MantaOS: Einstellungen direkt auf dem Controller

Eine der größten Besonderheiten des Manta ist MantaOS. Statt für Änderungen zwingend eine Smartphone- oder Desktop-App verwenden zu müssen, werden die Einstellungen direkt über das integrierte Display vorgenommen.

Dabei gehen die Möglichkeiten deutlich über eine einfache Neubelegung von Tasten hinaus. Profile lassen sich wechseln und sämtliche Belegungen, Reaktionen und zahlreiche Parameter individuell anpassen. Dazu gehören unter anderem Dead Zones, Empfindlichkeitskurven, Trigger-Verhalten, Vibrationsintensität und Polling-Rate.

Auch eigene Profile für unterschiedliche Spiele, Konsolen und Nutzer lassen sich speichern. Wer nicht alles selbst konfigurieren möchte, kann mit einem Preset beginnen und dieses anschließend nach den eigenen Vorstellungen anpassen.

Besonders angenehm fanden wir beim Ausprobieren die Erstellung von Makros. Über die sogenannte Macro Action Timeline lassen sich Eingabesequenzen aufzeichnen, bearbeiten, kombinieren und anschließend auf programmierbare Bedienelemente legen.

Pulse Buttons, TMR-Sticks und TriStage Trigger

Bei der eigentlichen Controller-Hardware setzt Genki ebenfalls auf zahlreiche Besonderheiten. Die vier Pulse Buttons sind als analoge Face-Buttons ausgeführt und sollen eine besonders niedrige Eingabelatenz bieten.

Die beiden Sticks arbeiten mit TMR-Sensoren und sind in ihrer Spannung einstellbar. Der Widerstand kann dabei ohne Austausch der Sticks verändert werden. Zusätzlich lassen sich unter anderem Dead Zones, Empfindlichkeitskurven, Circularity und die Center-Sensitivität konfigurieren.

Bei den TriStage Triggern kommt Hall-Effect-Technik zum Einsatz. Drei unterschiedliche Modi stehen zur Verfügung:

  • Digital: für eine möglichst direkte Auslösung
  • Rapid: für schnelle wiederholte Eingaben
  • Analog: für den vollständigen analogen Regelweg

Damit lässt sich das Verhalten der Trigger an unterschiedliche Spiele und Genres anpassen.

© 2026 Game2Gether

Sechs zusätzliche Bedienelemente

Für zusätzliche Eingaben bringt der Manta sechs programmierbare Bedienelemente mit. Davon befinden sich zwei an den Schultern und zwei auf der Rückseite. Hinzu kommen zwei abnehmbare Paddles, deren Positionierung beziehungsweise Verwendung an unterschiedliche Griffstile angepasst werden kann.

Auch das D-Pad ist austauschbar. Zusammen mit den zahlreichen Software-Einstellungen entsteht damit ein Controller, der nicht nur über zusätzliche Tasten verfügt, sondern sich sehr umfangreich an die eigenen Vorlieben anpassen lässt.

On-the-Fly KBM macht den Manta zum Allrounder

Eine weitere interessante Funktion ist On-the-Fly KBM. Über eine eigene Taste kann der Manta unmittelbar in einen Modus wechseln, in dem er Befehle einer Tastatur sowie Mausnavigation übernimmt.

Damit soll der Controller nicht nur beim eigentlichen Spielen zum Einsatz kommen. Auch beim Starten von Spielen, Navigieren durch Menüs oder bei der Mediensteuerung kann der Manta als Eingabegerät dienen. Gerade auf der Couch kann dadurch der Wechsel zwischen Controller, Tastatur und Maus entfallen.

Maglev HD Rumble und 9-Achsen-IMU

Auch bei Haptik und Bewegungserkennung bietet der Manta moderne Technik. Das Maglev HD Rumble setzt auf einen magnetisch aufgehängten Solid-State-LMR-Motor und soll für eine besonders kräftige und präzise Rückmeldung sorgen. Die Vibrationscharakteristik kann über MantaOS zusätzlich angepasst werden.

Für Bewegungssteuerung ist eine 9-Achsen-IMU integriert, die Gyroskop, Beschleunigungssensor und Kompass miteinander kombiniert.

Genki Forge: Der Controller soll weiter wachsen

Genki beschränkt sich beim Manta nicht auf die Entwicklung eines einzelnen Controllers. Mit Genki Forge entsteht gleichzeitig ein offenes Entwickler-Ökosystem. Entwickler und Creator erhalten Zugriff auf Hardware-Dokumentation, Referenz-Apps inklusive Quellcode sowie Werkzeuge, mit denen eigene Anwendungen auf dem Controller ausgeführt werden können.

Bereits zum Start sollen sich USB-basierte MantaOS-Apps installieren lassen. Der interne Speicher für Apps beträgt 16 MB; Genki stellt zudem weiteren Speicher als mögliche zukünftige Erweiterung in Aussicht.

Auch MantaOS selbst soll nach dem Start weiterentwickelt werden. Software-Updates können neue Werkzeuge, Apps, Oberflächen und Konfigurationsmöglichkeiten hinzufügen. Der Manta ist damit ausdrücklich als Plattform konzipiert, die sich mit der Zeit weiterentwickeln soll.

(Bildquelle: Genki)

Technische Daten des Genki Manta

Merkmal Genki Manta
Display 2,79 Zoll Farb-IPS-TFT-LCD, 428 × 142 Pixel
Betriebssystem MantaOS
Prozessor Raspberry Pi RP2350
Face Buttons 4 analoge Pulse Buttons
Joysticks TMR-Sensoren, einstellbare Spannung
Stick-Spannung 30–80 gf Zielbereich, 320°
Trigger Hall Effect, TriStage
Trigger-Modi Digital, Rapid, Analog
Zusätzliche Controls 6 programmierbare Bedienelemente
Back Controls 2 Rücktasten + 2 abnehmbare Paddles
D-Pad Austauschbar
Haptik Maglev HD Rumble
Bewegungssensoren 9-Achsen-IMU
Wired Polling Bis zu 8.000 Hz
2,4-GHz-Polling Bis zu 1.000 Hz
Bluetooth-Polling 150 Hz, Bluetooth LE 6
Wireless-Reichweite Über 10 Meter, 2,4 GHz und Bluetooth
Anschluss USB-C mit Kabelhalterung
Wireless 2,4-GHz-Empfänger im Lieferumfang
Akku 2.600 mAh, zwei austauschbare 1.300-mAh-Zellen
Laden USB-C und 3-Pin-Kontakte
Gewicht 280–290 g (Zielgewicht)
Profile Konfigurierbare Nutzer-, Konsolen- und Spieleprofile
Makros Macro Action Timeline
App-Unterstützung MantaOS-Apps per USB
App-Speicher 16 MB, Erweiterung möglich
Entwicklerplattform Genki Forge

Kickstarter-Kampagne gestartet

Der Genki Manta wird über Kickstarter finanziert. Die Kampagne ist am 20. August 2026 gestartet und markiert für Genki einen wichtigen Schritt: Nach acht erfolgreichen Kickstarter-Projekten rund um Gaming-Zubehör handelt es sich beim Manta um die neunte Kampagne des Unternehmens und gleichzeitig um den ersten eigenen Controller.

Nach Angaben von Genki haben bislang mehr als 156.000 Unterstützer die Crowdfunding-Projekte des Unternehmens unterstützt. Insgesamt wurden dabei weltweit mehr als 12 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Der Manta wird inklusive 2,4-GHz-Wireless-Empfänger und verlängertem USB-C-Kabel angeboten. Die genauen Unterstützer-Pakete, Preise, Liefertermine und regionalen Verfügbarkeiten sind der laufenden Kickstarter-Kampagne zu entnehmen.

→ Zur Kickstarter-Kampagne des Genki Manta

Unser erster Eindruck

Der Genki Manta verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz. Während viele Pro-Controller vor allem mit zusätzlichen Tasten, besseren Sticks oder niedriger Latenz werben, versucht Genki, Hardware und Software als ein zusammenhängendes System zu konzipieren.

Auf der Gamescom konnte insbesondere die Ergonomie trotz des integrierten Displays überzeugen. Auch die umfangreichen Einstellmöglichkeiten machen einen durchdachten Eindruck. Belegungen, Reaktionen und Parameter lassen sich sehr detailliert konfigurieren, während die Makro-Erstellung angenehm umgesetzt ist. Die integrierten Minispiele sind zwar eher eine nette Ergänzung, sorgen aber für einen kleinen zusätzlichen Unterhaltungsfaktor.

Ob sich Genkis Konzept langfristig gegen etablierte Pro-Controller durchsetzen kann, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie konsequent MantaOS und Genki Forge nach dem Start weiterentwickelt werden. Die technische Grundlage und der Ansatz, den Controller selbst zur Konfigurations- und Erweiterungsplattform zu machen, sind jedenfalls interessant.

SourceGenki
Alex
Alex
Meine Leidenschaft für PC-Hardware begleitet mich seit meiner Jugend. Über viele Hardware-Generationen hinweg habe ich eigene Systeme aufgebaut, getestet und weiterentwickelt – später kamen auch Konsolen und Gaming-Equipment hinzu. Bei Game2Gether bin ich vielseitig unterwegs: von Hardware und Technik über Gaming und Reviews bis hin zu aktuellen News. Mein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Hardware, wobei mich vor allem die Technik hinter den Produkten und deren praktischer Nutzen interessieren.
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