Xiaomi ist auf der IFA 2026 in Berlin erstmals mit einem eigenen großen Messestand vertreten. Auf mehr als 3.300 Quadratmetern präsentiert das Unternehmen über 380 Produkte, Technologien und Live-Demonstrationen. Im Mittelpunkt steht das Ökosystem „Human x Car x Home“, mit dem Xiaomi persönliche Geräte, Smart-Home-Produkte und Fahrzeuge über Künstliche Intelligenz und Xiaomi HyperOS miteinander verbinden möchte.
KI soll Geräte übergreifend koordinieren
Xiaomi unterteilt seine IFA-Präsentation in die drei Bereiche „AI Tomorrow“, „AI Today“ und das „Human x Car x Home“-Produktportfolio.
„AI Tomorrow“ richtet den Blick auf zukünftige Technologien. Als Highlight präsentiert Xiaomi das Vision Gran Turismo, ein virtuelles Elektro-Hypercar-Konzept für das Gran-Turismo-Franchise. Xiaomi ist damit erstmals als Technologieunternehmen Teil des „Vision Gran Turismo“-Programms. Das Konzept soll zeigen, wie Automobildesign, Aerodynamik, Performance-Technologie und intelligente Interaktion künftig zusammenspielen könnten.
Bei „AI Today“ geht es dagegen um konkrete Alltagsszenarien. Unter anderem demonstriert Xiaomi anhand des SU7 Max und verschiedener Wohnbereiche, wie persönliche Geräte, Fahrzeuge und Smart-Home-Produkte zusammenarbeiten können.
So soll das System beispielsweise anhand von Informationen wie Standort, Uhrzeit und Wetter erkennen, dass der Nutzer auf dem Heimweg ist, und bereits vor der Ankunft Beleuchtung und Klimaanlage entsprechend anpassen. In einem weiteren Szenario reicht die Anfrage „Drucke das Foto, das ich gerade aufgenommen habe“, damit mehrere Geräte gemeinsam die Aufgabe erledigen.
Auch alltägliche Aktivitäten wie das Lesen sollen berücksichtigt werden können. Beleuchtung, Jalousien und Raumtemperatur lassen sich laut Xiaomi gezielt auf die jeweilige Situation abstimmen.

Xiaomi Auto soll 2027 nach Europa kommen
Eine wichtige Rolle auf dem Messestand spielt Xiaomi Auto. Neben dem Vision Gran Turismo zeigt das Unternehmen die neue Generation der Xiaomi-SU7-Serie sowie den SU7 Ultra.
Xiaomi verbindet seine Fahrzeuge dabei eng mit HyperOS und dem restlichen Ökosystem. Smartphone, Auto und Smart Home sollen dadurch nahtlos miteinander kommunizieren.
Seit dem Marktstart im März 2024 wurden laut Xiaomi auf dem chinesischen Festland bereits mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Der europäische Marktstart von Xiaomi Auto einschließlich Deutschland ist für 2027 vorgesehen.
Mijia soll in Europa deutlich wachsen
Auch das Smart-Home-Geschäft soll in Europa ausgebaut werden. Xiaomi kündigt auf der IFA eine umfassende Expansion seiner Marke Mijia an, die unter dem Motto „The Art of Smart Living“ steht.
Das Mijia-Portfolio umfasst laut Xiaomi inzwischen mehr als 2.000 Produkte aus über 130 Produktkategorien. Über die Xiaomi Home App sollen kompatible Geräte zentral gesteuert und in unterschiedlichen Szenarien miteinander koordiniert werden können.
Dabei soll es nicht mehr nur darum gehen, einzelne Geräte miteinander zu verbinden. Xiaomi versteht das Smart Home vielmehr als Gesamtsystem, das auf Nutzer, Umgebung und konkrete Alltagssituationen reagieren kann.
Über eine Milliarde Geräte im Xiaomi-Ökosystem
Die Dimension des Ökosystems verdeutlichen auch die von Xiaomi genannten Zahlen. Mehr als 1,1 Milliarden Geräte sollen inzwischen mit der Consumer-AIoT-Plattform verbunden sein. Smartphones, Tablets und Laptops sind dabei nicht eingerechnet. Die Plattform erreicht laut Xiaomi mehr als 175 Millionen Nutzer und Haushalte weltweit.
Auch bei Smartphones, Tablets und Wearables sieht sich Xiaomi weiterhin in der Weltspitze. Nach Omdia-Daten für das zweite Quartal 2026 gehört Xiaomi bei Smartphones seit 24 Quartalen in Folge zu den drei weltweit führenden Anbietern. Bei Tablets liegt Xiaomi auf Platz vier, bei Wearables auf Platz zwei.

KI, Chips und Robotik als technologische Basis
Hinter „Human x Car x Home“ stehen laut Xiaomi langfristige Investitionen in Künstliche Intelligenz, Betriebssysteme, eigene Chips und intelligente Fertigung. Das Unternehmen entwickelt unter anderem eigene Large Language Models und nennt aktuelle Entwicklungen wie MiMo-V2.5-Pro, Xiaomi Miloco und Xiaomi Miclaw.
Auf der IFA präsentiert Xiaomi außerdem seine neue AI-Computing-Grundlage für das Ökosystem sowie das Xiaomi 18 Fold, das als erstes Flaggschiff-Smartphone mit dem neuen Xiaomi XRING O3-Chip vorgestellt wird.
Darüber hinaus ist der humanoide Roboter Xiaomi CyberOne auf dem Messestand zu sehen. Xiaomi testet ihn nach eigenen Angaben unter realen Bedingungen in der eigenen Automobilproduktion. Durch den Einsatz humanoider Roboter konnte dort beispielsweise die Erfolgsquote bei der Schraubensicherung innerhalb von vier Monaten von rund 90 auf 98 Prozent gesteigert werden.
Für die kommenden Jahre plant Xiaomi zudem massive Investitionen: Von 2026 bis 2030 sollen weltweit mehr als 24 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung fließen. Im Fokus stehen dabei unter anderem KI, Betriebssysteme, Halbleiter, intelligente Fahrzeuge, Robotik und Smart Manufacturing.
Auf der IFA 2026 zeigt Xiaomi damit nicht nur einzelne Produkte, sondern vor allem die geplante Verzahnung seines gesamten Portfolios. Persönliche Geräte, Smart Home und künftig auch Autos sollen über KI und HyperOS zu einem gemeinsamen Ökosystem zusammenwachsen.
