Nintendo zeigte auf der Gamescom 2026 einmal mehr, worin eine der größten Stärken der eigenen Plattform liegt: Menschen gemeinsam vor einen Bildschirm zu bringen. Mit Nintendo Switch Sports Resort und Orbitals standen zwei Spiele für die Nintendo Switch 2 bereit, die optisch kaum unterschiedlicher sein könnten und dennoch auf derselben Idee aufbauen.
Das eine lässt das Bewegungsgefühl der Wii-Ära weiter bestehen, das andere verbindet modernes Koop-Design mit dem Look klassischer Anime-Serien der 80er und 90er. Nach dem Hands-on bleibt bei beiden vor allem ein Eindruck: Gemeinsam macht Gaming richtig Spaß.
Nintendo Switch Sports Resort im Hands-on: Zurück auf Wuhu Island
Nintendo Switch Sports Resort ist ein Spiel, dessen Handling vielen von uns schon in die DNA eingebrannt ist. Spätestens seit der Wii sind uns die Nintendo-typischen Bewegungen mit den Controllern vertraut.
Wir kehren also am 22. Oktober 2026 exklusiv auf der Nintendo Switch 2 nach Wuhu Island zurück und messen unsere Skills in insgesamt zwölf Sportarten. Neben Klassikern wie Bowling, Golf, Tennis, Tischtennis und Bogenschießen gehören unter anderem Boxen, Basketball, Volleyball, Skateboarden, Wasserscooter, Propellerflugzeug und Daumenringen zum Programm.
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Bowling bleibt ein Nintendo-Klassiker
Beim Bowling braucht es kaum eine Erklärung: Joy-Con in die Hand, ausholen, werfen – und bereits nach wenigen Sekunden stellt sich dieses typische Wii Sports-Gefühl wieder ein. Natürlich erfindet Nintendo das virtuelle Bowling damit nicht neu. Aber das möchte ja eigentlich auch keiner. Wii Sports wurde schließlich nicht deshalb zum Phänomen, weil es Bowling besonders realistisch simulierte. Es funktionierte, weil praktisch jeder innerhalb weniger Sekunden verstand, was zu tun war. Kinder, Eltern, Freunde oder Menschen, die sonst kaum Videospiele spielen – alle konnten sofort mitmachen.
Diese unmittelbare Zugänglichkeit besitzt Nintendo Switch Sports Resort noch immer.

Bogenschießen profitiert von den Joy-Con 2
Etwas spannender fällt das Bogenschießen aus. Das Anlegen des Bogens, Spannen und Loslassen funktioniert intuitiv und vermittelt deutlich stärker das Gefühl einer tatsächlichen Bewegung. Zusätzlich müssen Windrichtung und Windstärke berücksichtigt werden. Auch andere Gamescom-Hand-ons loben hier die präzise Bewegungssteuerung. Die kabellosen Joy-Con 2 besitzen zudem einen kleinen, aber durchaus relevanten Vorteil gegenüber dem Wii-Original: Wii Remote und Nunchuk waren damals noch durch ein Kabel miteinander verbunden.
Gerade bei weit ausladenden Bewegungen wie beim Bogenschießen fühlt sich die moderne Variante entsprechend freier an.

Daumenringen ist herrlich albern
Und dann wäre da noch Daumenringen. Eine Disziplin, die vermutlich niemand zwingend gebraucht hat und die gerade deshalb wunderbar zu Nintendo passt. Mit dem Joy-Con wird ausgewichen, zugedrückt und im entscheidenden Moment hektisch geschüttelt, um sich aus dem Griff des Gegners zu befreien.
Spielerisch ist das natürlich nicht deep. Aber als kurze Party-Disziplin funktioniert es erstaunlich gut.
Genau darin steckt ohnehin die zentrale Stärke von Nintendo Switch Sports Resort: Das Spiel funktioniert perfekt für einen digitalen Spieleabend. Seit Wii Sports hat Nintendo diese Formel nur minimal verändert. Vermutlich auch deshalb, weil sie noch immer funktioniert.

Orbitals im Hands-on: Wie ein spielbarer Anime aus den 90ern
Wenn Nintendo Switch Sports Resort nostalgische Erinnerungen an die Wii hervorruft, geht Orbitals noch einige Jahre weiter zurück.
Die ersten Minuten könnten beinahe direkt aus dem Nachmittagsprogramm der späten 80er oder 90er stammen. Dragon Ball, Die Kickers, Mila Superstar oder Sailor Moon kommen einem unweigerlich in den Sinn. Große Augen, expressive Animationen, kräftige Farben und dieses wunderbar optimistische Science-Fiction-Abenteuergefühl einer Zeit, in der das Universum noch voller verrückter Maschinen, merkwürdiger Kreaturen und grenzenloser Möglichkeiten zu sein schien.
Entwickler Shapefarm orientiert sich ganz bewusst an der Ästhetik klassischer japanischer Anime. Besonders gelungen ist dabei, wie fließend der Übergang zwischen Zwischensequenzen und eigentlichem Spiel ausfällt.
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Orbitals erinnert an Split Fiction und It Takes Two
Spielerisch lassen sich Vergleiche mit Split Fiction und It Takes Two kaum vermeiden. Und das ist keineswegs zufällig. Game Director Jakob Lundgren arbeitete zuvor bei Hazelight unter anderem an A Way Out, It Takes Two und Split Fiction. Diese Erfahrung ist dem Koop-Design deutlich anzumerken.
Auch Orbitals wurde konsequent für zwei Spieler entwickelt. Als die beiden Weltraum-Abenteurer Maki und Omura gilt es, eine Heimatstation zu retten, die von einem mysteriösen kosmischen Sturm eingeschlossen wurde. Dabei werden Umgebungsrätsel gelöst, Plattformpassagen bewältigt, Maschinen bedient und immer wieder kleine spielerische Herausforderungen eingestreut.
Entscheidend ist weniger die Komplexität einzelner Rätsel als das Zusammenspiel. Ein Spieler hält beispielsweise mit einem Werkzeug einen Zugang offen, während der andere eine Gefahr beseitigt oder einen Mechanismus aktiviert. Kurz darauf wechseln die Rollen bereits wieder. Genau dieser Rhythmus wird auch in anderen Hands-on-Berichten positiv hervorgehoben: Beide Spieler werden konstant beschäftigt und müssen tatsächlich zusammenarbeiten.

Koop mit ständig neuen Ideen
Besonders angenehm fällt auf, wie häufig Orbitals seine Mechaniken wechselt. Mal wird gemeinsam gerätselt, dann müssen Bewegungen koordiniert werden, kurz darauf werden unterschiedliche Apparaturen bedient oder kleine Aufgaben eingeschoben, die fast wie eigenständige Minispiele funktionieren.
Diese permanente Abwechslung erinnert stark an Hazelights Koop-Abenteuer. Trotzdem fühlt sich Orbitals keineswegs wie eine Kopie an. Denn seine eigentliche Identität zieht das Spiel aus seinem besonderen Anime-Universum. Der Retro-Look ist zunächst der Blickfang. Nach dem Anspielen bleibt aber vor allem das Zusammenspiel hängen.

Orbitals könnte ein starkes Koop-Spiel für Familien werden
Dabei wirkt Orbitals äußerst zugänglich. Natürlich muss miteinander gesprochen werden. Wer welchen Schalter bedient, wohin ein Gegenstand gebracht werden muss oder welcher Spieler gerade welchen Mechanismus übernimmt, lässt sich alleine nicht lösen. Die Kommunikation bleibt bislang aber angenehm unkompliziert.
Orbitals inszeniert das Kooperation-Gameplay äußerst gelungen als gemeinsame Unterhaltung. Wo manche Koop-Spiele aus schwierigen Abstimmungen schnell einen kleinen Beziehungstest machen, besitzt Orbitals einen angenehm leichten Ton. Fehler führen eher zum gemeinsamen Lachen als zum genervten Blick auf die andere Hälfte des Sofas. Deswegen wird das Game auch für Familien besonders interessant, sofern spätere Abschnitte diesen zugänglichen Schwierigkeitsgrad beibehalten.
Zusätzlich praktisch: Dank eines Freunde-Passes benötigt nur einer der beiden Spieler die Vollversion. Auch lokaler Koop im Splitscreen wird unterstützt.

Zwei Nintendo-Switch-2-Spiele mit derselben großen Stärke
Auf den ersten Blick haben ein Sportspiel auf einer tropischen Insel und ein intergalaktisches Anime-Abenteuer wenig miteinander zu tun.
Nintendo Switch Sports Resort setzt auf jene unmittelbare Form des gemeinsamen Spielens, die bereits vor rund zwanzig Jahren Menschen vor der Wii versammelt hat. Bowling und Bogenschießen benötigen weder lange Tutorials noch komplizierte Tastenkombinationen. Controller nehmen, ausprobieren, lachen, nächste Runde.
Orbitals übersetzt denselben sozialen Gedanken in ein modernes Koop-Abenteuer. Anspruchsvoller, narrativer und deutlich stärker inszeniert – aber ebenfalls darauf ausgelegt, dass neben einem noch jemand sitzt.
Während Nintendo Switch Sports Resort vor allem auf die Zuverlässigkeit einer inzwischen klassischen Nintendo-Formel baut, könnte Orbitals zu einer der sympathischsten Überraschungen für die Nintendo Switch 2 werden. Der Retro-Anime-Look ist der perfekte Türöffner. Das eigentliche Argument ist jedoch das abwechslungsreiche Koop-Design.
Nintendo Switch Sports Resort wirkt wie der nächste sichere Kandidat für Familienabende und spontane Partyrunden. Orbitals dagegen könnte genau das Koop-Abenteuer werden, das man gemeinsam beginnt – und eigentlich gar nicht mehr aufhören möchte.
Nintendo Switch Sports Resort und Orbitals – die wichtigsten Infos
| Orbitals | Nintendo Switch Sports Resort | |
|---|---|---|
| Entwickler | Shapefarm | Nintendo |
| Publisher | Kepler Interactive | Nintendo |
| Plattform | Nintendo Switch 2 | Nintendo Switch 2 |
| Release | 3. September 2026 | 22. Oktober 2026 |
| Genre | Koop-Action-/Rätselabenteuer | Sport / Party |
| Spieler | 2 Spieler | Einzel- und Mehrspieler |
| Besonderheiten | Retro-Anime-Look, Freunde-Pass, lokaler und Online-Koop | 12 Sportarten, Joy-Con-2-Bewegungssteuerung, Wuhu Island |
