Die Gamescom ist vorbei und neben den üblichen Publishern und groĆen Namen, waren dieses Jahr auch besonders interessante Indiegames am Start.
Wer mittlerweile den 20. Wu-Kong-, Diablo- oder InZoi-Trailer auf den üblichen Social-Media-KanƤlen über sich hat ergehen lassen, der wünscht sich womƶglich die Zeiten zurück, in denen Spiele kleine kreative Kunstwerke waren, in denen primƤr Liebe und eine Menge Nerdhumor steckten. Die gute Nachricht ist, dass diese Zeiten mitnichten vorbei sind. Kleine Publisher und Spieleentwickler haben lediglich das Problem, dass sie neben den übergroĆen Marken am Markt kaum Sichtbarkeit in der Spielercommunity erlangen.
Daher möchten wir uns bei Game2Gether einmal anschauen, welche spannenden Indie-Perlen in den Startlöchern stehen und welche Konzepte uns besonders überrascht haben.
Planetenverteidigungskanonenkommandant (PVKK)
Hinter dem etwas sperrigen Namen PVKK versteckt sich eine überraschend detailreiche und gut aussehende Simulation, in welcher man ein riesiges Geschütz bedienen und abfeuern muss. Der Twist ist, dass man nicht einfach auf irgendeine Karte klickt, wo das Geschütz dann hin feuert, sondern die Regler, Rädchen, Schieber und Schalter manuell bedienen muss, um den Realismusgrad so hoch wie möglich anzusetzen.
Neben dem Simulationsteil ist das Spiel noch eine grobe Story eingebettet, indem unser Avatar die Wirren der Schlacht und der eigenen Psyche durchlebt. Dank der eingesetzten Godot-Engine sieht das ganze auch noch ziemlich gut aus.
Ein kurzes GesprƤch mit dem Entwickler offenbarte auch, dass man derzeit darüber nachdenkt, eine VR-Version des Spieles anzubieten. Wir denken, dass das eine hervorragende Idee ist und sind ƤuĆerst gespannt auf den Release von PVKK.
The Knightling
The Knightling ist im Prinzip ein Action-Adventure mit knuddeliger Grafik, dass sich um die Geschichte eines heranwachsenden Knightlings dreht. Die grundlegende Idee ist dabei, dass Ihr anderen in der offenen Spielwelt helft und böse Gegner besiegt. Dabei werden allerdings keine Waffen verwendet, sondern lediglich ein Schild, für das es verschiedene Einsatzzwecke gibt. So könnt ihr mit dem Schild natürlich Attacken blocken, Gegner schlagen, oder auch nach vorn dashen. Besonders viel Spaà macht es, sich auf besagtes Schild zu setzen, um damit Hügel und Abhänge herunter zu rodeln.
Screwdrivers
Screwdrivers mƶchte verschiedene Aspekte aus unterschiedlichen Genres zu einem spaĆigen Rennspiel verweben. So soll es im Kern darum gehen, Rennen gegen andere Spieler zu fahren, allerdings kƶnnt Ihr Eure Fahrzeuge dabei komplett selbst zusammenbauen.
So gibt es einen mƤchtigen Editor, in dem Ihr, Lego-Ƥhnlich, verschiedene Bauteile miteinander verbindet, sowie Motoren, Getriebe, ZahnrƤder etc. einsetzt, um mƶglichst effektive Fortbewegungsmƶglichkeiten zu schaffen. Dabei sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. GroĆe Konstruktionen mit Spinnenbeinen sind ebenso mƶglich, wie klassische Formel-1 Renner, oder Acht-Achsige Panzer.
Langzeitmotivation soll das Spiel dadurch bieten, dass nach gewonnenen Rennen neue Teile für den Fahrzeugeditor freigeschaltet werden.
Screwdrivers dürfte grad Bastlern groĆe Freude bereiten und ist aktuell bereits im Steam Early Access zu erhalten.
Magic Inn
Ebenfalls ein interessantes Konzept bringt uns Magic Inn. Es handelt sich hierbei um eine Art Tavernen-Simulator, bei der man allerdings seine Rezepte und vor allem die Taverne selbst mit jeder Menge Magie verfeinert. Dabei spielt sich Magic Inn nicht wie ein klassisches Tycoon-Spiel, sondern viel mehr wie eine Third-Person Aufbau-Geschichte.
Die Protagonistin muss dabei die Taverne auf Vordermann bringen, sich mit den Gästen anfreunden, neue Fähigkeiten lernen und irgendwann auch Mitarbeiter einstellen, die uns Aufgaben abnehmen. Wirft die Taverne dann genug Geld ab, können wir neue Möbel, Upgrades für die Kochutensilien, oder schicke Deko einkaufen und aufstellen.
Magic Inn kƶnnte den Nerv von Freunden von Spielen wie Animal Crossing oder Ƥhnlichen Cozy-Aufbauspielen treffen. Das Spiel soll im 4. Quartal des Jahres erscheinen.
Aqua Park Tycoon
Das vom sympathischen Erlanger Entwicklerstudio Boxelware derzeit in Entwicklung befindliche Aquapark Tycoon dürfte trotz interessanter Grundidee einen durchaus schweren Start vor sich haben.
Denn nur kurz nach der öffentlichen Ankündigung von Aquapark Tycoon für einen Release Anfang 2025, veröffentlichte Frontier Developments seinerseits Planet Coaster 2 mit einem Fokus auf Wasserinhalte.
Wie der Name schon vermuten lässt, baut Ihr in Aquapark Tycoon einen Aquatischen Vergnügungspark auf, in dem Ihr Wasserbecken, Liegen, Rutschen, Saunen, Dekos usw. platziert.
Wir wünschen Aquapark Tycoon, dass es neben der starken Konkurrenz eine Liebhabergemeinde finden kann, ähnlich wie es zum Beispiel Parkitect gelungen ist.
Copa City
Vom frischen Entwicklerstudio Triple Espresso ist für das Jahr 2025 der Release von Copa City geplant. Was auf den ersten Blick aussieht, wie ein klassischer FuĆball-Manager, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als etwas vƶllig anderes.
Bei Copy City müsst ihr keinen Verein managen, sondern viel mehr das Stadion und die Stadt drumherum. So gilt es, das Umfeld des Spieles für die Besuchermassen vorzubereiten, in dem man sich um den Verkehr kümmert, Public-Viewing Bereiche anlegt, für gute Stimmung sorgt und die Sicherheit gewährleistet.
Das Konzept erscheint frisch und ein Vergleich zu anderen Spielen fƤllt daher schwer. Wir sind ƤuĆerst gespannt, wie Copa City bei FuĆballfans ankommt und ob die Organisation der FuĆball-Events für anhaltenden SpielspaĆ sorgen kann.
Ecognomix
Das am 30.09. erscheinende Ecognomix von Irox Games möchte ebenfalls bisher eher selten kombinierte Genres zu etwas Neuem verknüpfen.
So werdet Ihr eine Gruppe von Gnomen in die Unterwelt führen, damit diese dort in auf kleinen taktischen Hexkarten Ressourcen sammeln und sich Monstern erwehren.
Wart Ihr damit erfolgreich, geht es mit den gesammelten Ressourcen zurück zur Oberwelt in die Gnomenstadt, in der Ihr GebƤude aus- und umbauen kƶnnt, um die Stadt zu vergrƶĆern und dabei natürlich auch neue Vorteile freizuschalten.
Ecognomix sieht dabei mit seinem Diorama-Stil knuffig aus, verspricht aber gleichzeitig knackige Taktik in einem Roguelite Aufbauspiel.
Becoming Pablo
Wem Cartel Tycoon zu einfach war, der sollte sich bei Becoming Pablo ab 2025 zu Hause fühlen. Das Drogenbaron-Aufbauspiel von Entwickler Tentworks Interactive möchte in so ziemlich jedem Aspekt eine Schippe Spieltiefe drauflegen.
So kƶnnt Ihr selbst die Felder, StraĆen und Verarbeitungsanlagen Eurer Drogenplantagen anlegen, um im Anschluss um Vertriebswege mit anderen Drogenbaronen zu konkurrieren.
Dabei gilt es nicht einfach nur, den besten Stoff herzustellen, sondern auch Gebiete der Konkurrenz in Gefechten zu erobern und sich natürlich die Justiz vom Hals zu halten.
Daneben will auch Forschung betrieben werden, um die eigene Fertigung zu verbessern und Narcos angeheuert und befehligt werden. Bringen wir die Bevƶlkerung dann auch noch auf unsere Seite, steht der Weltherrschaft nichts mehr im Wege.
Another Pint
Bei Another Pint handelt es sich erneut um eine Tavernen-Simulation, in der wir unser Mittelalter-Gasthaus von der Pike auf aufbauen sollen.
Von dieser Art Spiel gibt es inzwischen zwar schon eine ganze Menge, aber der Entwickler versicherte uns, dass er sich die besten Features der Konkurrenz angeschaut hat, um überall noch eine Prise Feenstaub dazuzugeben und alles vollends rund miteinander zu verknüpfen.
So soll der Baumodus viel kreativer und vielfƤltiger als bei anderen Spielen ausfallen. Der Management-Anteil soll deutlich mehr Tiefe als die Konkurrenz bieten und die GƤste sollen kleine Geschichten mitbringen, um Ihnen Persƶnlichkeit und einen Rollenspielanteil mitzugeben.
AuĆerdem soll ein Rezept-Editor ermƶglichen, den GƤsten eigene Kreationen vor die Nase zu setzen, die deren jeweiligen Vorlieben womƶglich noch besser entsprechen, als vorgefertigte Rezepte.
Another Pint klingt nach einem tollen Konzept und dürfte ein gefährlicher Zeitfresser werden, wenn dem Entwickler gelingt, was er sich vorgenommen hat.
Weitere Indie-Titel
Da die Flut an Indie-Titeln von motivierten Entwicklern grade auf der Gamescom schier unzubewältigend groà ist, hatten wir natürlich nicht die Chance, jedes einzelne Spiel unter die Lupe zu nehmen. Sollten uns potenzielle Perlen durchgegangen sein, so bitten wir um Nachsicht. Wir hoffen jedoch, dass wir ein paar spannende und vielversprechende Kandidaten für Eure zukünftige Spieleliste finden konnten.