Es ist wieder diese Zeit im Jahr – Pumpkin Spice in jedem Gericht, Geschäfte voll mit Geisterdekoration und die Sonne schafft Tag für Tag mehr Platz für die Nacht. Passend dazu steigt die Suche dem richtigen Content bei dem sich die Nackenhaare aufstellen. Für diesen Nervenkitzel gab es bereits im Sommer die überraschende Ankündigung von 1666: Amsterdam, welches am 25. August in den Early Access ging.
In dem eigentlich verloren geglaubten Action-Adventure nimmt man verschiedene Rollen ein, die sich wie Fäden zu einer gemeinsam Storyline verstricken. Von Noa der Eintreiberin über ihre Bateratze – den treuen fellnasigen Begleiter – Aaron, bis hin zu Clio, die dem Familiengeheimnis auf der Spur ist. Jede Person zeigt dem Spieler eine andere Perspektive auf, über die Zeit hinweg. Doch nicht nur das Game selbst, sondern auch die Hintergründe sind einen genaueren Blick wert.
Über Zehn Jahre Stille
1666: Amsterdam war einer der Überraschungen des Summer Games Fest 2026. Doch dies war nicht das erste Mal, das man von dem Projekt hörte. Die Idee und die Rechte lagen nicht immer bei Indie-Entwickler und -Publisher Panache Digital Games. Zunächst startete die Entwicklung unter der Leitung von Patrice Dèsilets bei THQ Studio Montreal vor über einem Jahrzehnt. Aufgrund der Insolvenz des Studios erfolgte eine zeitnahe Übernahme von Ubisoft im Jahr 2013, woraufhin das Projekt eingestellt wurde. Nach einigen Jahren rechtlicher Streitigkeiten, ging das geistige Eigentum wieder zurück nach Haus zu Dèsilets, diesmal unter dem eigen gegründeten Studio.
Möglicherweise ist dem ein oder anderen der Name des Chef-Entwicklers ein Begriff. Patrice Dèsilets war in seiner Vergangenheit bereits federführend an der Entwicklung von Prince of Persia: The Sands of Time sowie der ersten Assassins Creed Teile beteiligt. Gerade mit letzterem wird zu 1666: Amsterdam immer wieder Vergleich gezogen, was die Messlatte für ein Indie-Game deutlich höher setzt als es generell der Fall wäre.
Hat sich das Warten gelohnt?
Bisher sind die Rückmeldungen noch recht gemischt. Auf Steam stehen die Nutzerrezensionen auf ausgeglichen mit gerade mal knapp über 60% Empfehlungen. Besonders der Entwicklungsstand in Bezug auf verfügbaren Content und Kampfsystem sowie der Preis des Early Access steht dabei in der Kritik. Gerade bei der Übersetzung der Texte gibt es noch Nachholbedarf. Die Dialoge sind in englisch vertont, die Untertitel lassen sich jedoch in zehn weiteren Sprachen auswählen. Die Umsetzung lässt dabei noch zu wünschen übrig. Wiederholt sind Lücken oder gar fehlende Übersetzungen zu finden.

Das negative Käuferfeedback in Bezug auf das Kampfsystem bezieht sich häufig auf dessen Eintönigkeit. Auch wir können bestätigen, dass es sich im Grunde um ein recht stumpfes Einschlagen und Ausweichen von sich wiederholenden Gegnern handelt. Auch Bosskämpfe sind nicht unbedingt herausfordernder, durchblickt man einmal deren Angriffsrhythmus. Hinzu kommt die steife Steuerungsmechanik; läuft man mit den menschlichen Charakteren durch die Map ist dies weniger ausschlaggebend. Jedoch gibt es die Option, manche Orte im Körper der Katze zu erforschen. Durch die steife Steuerung erweist sich das aber als nervenaufreibend.
Die negativen Rezensionen häufen sich zudem nicht erst seit dem Early Access Release. Bereits zuvor hagelte es an Vorwürfen aufgrund der Verwendung generativer KI im spielbaren Demo-Prolog. Besonders negativ viel dabei ins Gewicht, dass sich die Aussagen Désilets widersprachen und eine nachträgliche Relativierung bezüglich der Kritik zur Erzeugung kreativer Inhalte seinerseits stattfand.

Demgegenüber wird das Stimmungsbild und die Geschichte häufig positiv hervorgehoben. Das Setting und Charakterdesign verleiht den richtigen Witch-Vibe. Gerade der Einstieg ist in puncto Design und Sound gut gelungen, mit richtigem Gänsehautgefühl. Auch in der weiteren Storyline bleib es spannend, wenn auch ein wenig abgedreht weiter. Wenn man auch aus dem Wechsel der vielen Blickwinkel und Zeitschienen den Eindruck haben könnte, es handle sich um ein merkwürdiges Puzzle, so passt die Gesamtgeschichte doch gut zusammen und trägt das Game hauptsächlich. Grundsätzlich lässt sich also abwarten, wie viel am Gameplay nach gefeilt wird, um ein rundes Gesamtbild abzuliefern.
Verschleierte Roadmap
Die Welt in 1666: Amsterdam ist überschaubar, Kämpfe repetitiv und Mechaniken zum Teil noch unausgereift. Umso interessanter wird dadurch der Blick auf die Roadmap und was Panache Digital Games noch einbringen möchte. Mit Blick auf die Planung wird sichtbar, dass sich Inhalte in 4 Phasen bis zum Full-Release erstrecken sollen, mit neuen Missionen, Maps und Fähigkeiten. Zusätzlich dazu sind weitere Patches und Bugfixes eingeplant. Spannend ist jedoch, dass keine konkrete Zeitleiste sowie eine Konkretisierung des Contents aus der Kommunikation hervorgeht. Es bleibt also abzuwarten, wie aufwändig der Ausbau des Action-Adventure ausfällt.

Ihr wollt mehr zum Game sehen? Anbei haben wir auch den aktuellen Trailer für euch:
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Wir bedanken uns bei Panache Digital Games für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.
