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PES 2017 – Test / Review

 

 
Zusammenfassung
 

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Posted 3. Oktober 2016 by

Ein ums andere Jahr ringen die beiden Giganten des virtuellen Kicks um den Bestplatz auf dem Treppchen. Heute haben wir uns Pro Evolution Soccer 2017, oder kurz PES 2017, etwas näher angesehen und sind eigentlich sehr angetan von dem, was Konami uns auf die Mattscheibe gezaubert hat.

 

Fifa oder PES? Die Frage stellt sich Fußballbegeisterten Zockern rund um den Globus jedes Jahr. Mittlerweile hat der altbackene Glaubenskrieg allerdings (glücklicherweise) stark an Akzeptanz verloren. Denn letztlich bedienen sich beide Spiele einem etwas anderen Ansatzes und jede Marke hat ihre eigenen Stärken und Schwächen.

Den wohl größten Malus hat PES seit jeher mit der Lizenzproblematik. Kann sich der Verwandte von EA mit zahlreichen Lizenzen, originalen Spielernamen und Stadien schmücken, so ging PES was dies betrifft oft etwas leer aus. Und hier gibt es in diesem Jahr immerhin etwas Hoffnung, denn Konami hat bei PES 2017 etwas an Boden gutgemacht. Aber der Reihe nach.

Nach dem Einlegen der Disk erwartet und zuerst der obligatorische Day-One Patch. Und das ist auch gut so, denn gerade was Fußballspiele angeht, rotiert das Transfer-Karusell ja noch eine ganze Zeit nach der Entwicklungsphase. Und so bringt besagter Patch eben genau diese letzten Transfers mit in die Kader der einzelnen Mannschaften. Spielernamen und Aussehen passen, lediglich bei den Mannschaften muss man sich weiterhin auf zahlreiche Fake-Namen einstellen. Prominentestes Beispiel ist wohl Real Madrid, das in PES auf den gloreichen Namen MD White hört. Gewöhnungsbedürftig. Immerhin gibt es aber erste Fortschritte zu verzeichnen. Für die Bundesliga stehen Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen Pate. Dennoch: Für die kommenden Jahre wird weiterhin Fifa in puncto Lizenz weiter die Nase vorne haben, da die Verträge noch einige Monate laufen.

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Ist der Patch installiert und alles den aktuellen Geschehnissen im echten Leben angepasst, gelangt man ins Spielmenü. Hier hätte man durchaus etwas mehr Spektakel erwarten dürfen, auch in diesem Jahr dominieren langweilige Menüs und gähnende Kackelmuster. Es muss gar nicht viel sein, etwas mehr Bewegung oder ein paar mehr Akzente wären schon völlig ausreichend. So aber wirkt das komplette Spielmenü sehr angestaubt und irgendwie so gar nicht mehr zeitgemäß. Damit hat es dann aber auch schon ausgemeckert mit PES 2017, denn alles, was jetzt folgt, ist eine spürbare Steigerung zum Vorgänger aus 2016.

Der hauseigenen FOX-Engine sei dank bekommen wir mal wieder ein optisches Prachstück präsentiert. Und auch die Animationen sind noch eine Ecke besser als im vergangenen Jahr. Sprints, Tacklings und Schüsse sind Nahe an dem dran, was man landläufig als Augenweide bezeichnet. Die Bewegungsabläufe der Spieler sind wie aus einem Guss und besonders in den Zweikämpfen bekommt man ein Gespür von Realismus geschenkt. Gleiches gilt übrigens für die Ballbehandlung und die Physik. In keinem einzigen Spiel hatten wir den Eindruck, dass die Ballphysik einen merklichen Aussetzer hatte. Im Gegenteil, es sieht sehr schick aus, wenn ein harter Volleyschuss knallhart an den Pfosten prallt und dann im hohen Bogen zurück aufs Spielfeld fliegt. Spannend ist es auch, dass sich vor jeder Partie 4 grundlegende Taktiken festlegen lassen und im Spiel dann per Shortcut abgerufen werden können. So kann man blitzschnell etwa von frühem Gegenpressing auf tiefstehende Abwehrkette umschalten und sich so jederzeit dem aktuellen Spielgeschehen anpassen.

Mit einem tieferen Blick hinein in den Kader stellt man fest, dass jeder Spieler seine individuellen Stärken und Schwächen hat. Einige Spieler haben besondere Skills, die man gezielt trainieren und ausbauen kann. Im Hinblick auf eine gut ausgebaute Jugend- und Nachwwuchsarbeit kann man also so schon sehr früh einen Knipser oder den knallharten Abwehrchef ausbilden. Diese Skills sind im Spiel eine absolute Stütze, können jedoch nur so gut genutzt werden, wie man selbst als Spieler am Gamepad agiert. Gut getimte Schüsse und scharfe Pässe sind das A und O in PES, denn auf dem Rasen kann das Spiel absolut überzeugen. Besonders das Pass- und Flankenspiel hat schon fast einen kleinen Suchtfaktor. Mit etwas Übung am Controller gelingen spektakuläre Pässe, mit denen man die Flügelflitzer in einem Affenzahn an der Seitenlinie entlang treibt, bevor diese dann eine schicke Flanke mit Effet direkt vors Tor schlagen. Wer jetzt noch einen guten Kopfball ausführt, der hat den Ball fast sicher im Netz zappeln. Mitunter kommt das auch auf den gegnerischen Torwart und die Abwehrkette an, denn ein ganz so großes Torspektakel wie 2016 ist PES 2017 nicht – zum Glück. Die KI der Torwärter hat zugelegt und auch die Abwehrspieler stellen sich bei Leibe nicht mehr so stümperhaft an, wenn der Ball aus dem eigenen Strafraum soll.

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Auch grafisch setzt man eine weitere Schippe drauf, wobei der große Kritikpunkt die hölzerne Mimik und Gesichtsausdrücke war. Vor einem Lionel Messi hatten wir im letzten Jahr noch fast etwas Angst gehabt, so gruselig war der Gesichtsausdruck. Kein Vergleich mehr zu diesem Jahr, es passt an allen Ecken und Kanten und die virtuellen Kicker sehen tatsächlich ihrem wirklichen Ego in nur wenig nach. Schick auch, dass auf Details am Outfit und an so Kleinigkeiten wie sichtbarer Atem in Kälte gedacht wurde. Aber wem sagen wir das, Fox-Engine, Metal Gear Solid V und so. Aber toll, dass solche Features auch den Einzug in PES 2017 gefunden haben.

Jetzt haben wir ganz viele Punkte genannt, die Konami in diesem Jahr verbessert hat. Eine Sache fehlt noch, der Kommentar. Und der ist leider immer noch nicht wirklich gut, leider leider. Marco Hagemann und Hansi Küpper geben sich zwar sichtlich Mühe, das Spiel einigermaßen emotional zu kommentieren, aber man hat ihnen dafür schlicht zu wenige Textzeilen spendiert. Und so wiederholen sich die gleichen verbalen Einwürfe in nur einem Spiel gleich mehrere Male. Das würde einem Wolff Fuss so nicht passieren.

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Fazit

Konami hat an vielen Ecken geschraubt und hat es tatsächlich geschafft, dem schon im letzten Jahr wirklich guten PES noch mehr Power einzuhauchen. Grafisch deutlich verbessert, gesteigerte KI, sinnvolle Spielmodi und ein tiefgehendes Charakterbild sind die auffallenden Neuerungen. Dem gegenüber hat das Spiel dann aber auch noch altbekannte Probleme mit der Lizenz, obwohl man hier langsam zur Konkurenz aufholt. Ärgerlich ist der Kommentar, der uns dazu veranlasst hat, die Spielsprache schnell auf Englisch zu switchen.

Das Hauptargument für PES 2017 liegt aber eindeutig auf dem Platz, denn hier macht das Spiel so ziemlich alles richtig. Die Geschwindigkeit stimmt, taktische Maßnahmen greifen sofort und die Mitspieler denken scheinbar permanent mit. Mit dem, was man an den Wochenenden im TV an Live-Fußball geboten bekommt, kommt PES in diesem Jahr schon ziemlich nahe. We like!

Unsere Wertung: "4 von 5 Sternen"

Unsere Wertung: „4 von 5 Sternen“


Christoph

 
Christoph
Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur


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