Trials Of The Blood Dragon – Test / Review

    Trials Of The Blood Dragon ist ein nett gemeintes Crossover, dem es aber an letzter Konsequenz in der Umsetzung fehlt. Warum das so ist, das könnt ihr hier in unserem Test erfahren.

     

    Eigentlich ist die Idee ja gar nicht so schlecht: Man nimmt einen aktuellen Erfolgstitel, mischt diesem ein paar Elemente eines Retro-Klassikers bei und voilá, schon hat man einen guten Mix. Mit Trials Of The Blood Dragon sollte genau dies passieren, denn es handelt sich hierbei um ein Crossover aus der noch jungen Erfolgsserie Trials und Blood Dragon, das die älteren Zocker unter uns natürlich sofort wiedererkennen. Motorradstunts gepaart mit Prügel- und Schießeinlagen, klingt irgendwie witzig.

    Ubisoft ließ die Katze um Trials Of The Blood Dragon ja wie aus dem Nichts aus dem Sack. Auf der E3 wurde nicht nur das Spiel selbst enthüllt, sondern auch noch gleichzeitig verkündet, dass es wenige Tage später bereits zum Download verfügbar sein wird. Die ersten Bilder ließen uns direkt einen alten Bekannten wieder ins Gedächtnis rufen, nämlich Ubisoft hatte bereits einen optisch ganz ähnlich aussehenden Titel damals mit Far Cry 3: Blood Dragon auf den Plan gerufen. Grelle Farbspiele mit Neon-Effekten, die an die Geburtszeit der großen Videospielerfolge in den 80er Jahren erinnerten. Letztlich war das Spiel eine wunderbare Hommage an eben jene Zeit, die sich rückblickend nicht mehr so ganz ernst nehmen und sich heutzutage viel mehr für eine Prise Humor hergeben lässt.

    Für Trials Of The Blood Dragon stand natürlich wieder die Trials-Schmiede RedLynx Pate. Man merkt dem Titel aber sehr deutlich ab dem Start an, dass die Entwickler mit dem neuen Genre-Mix aber ziemlich überfordert waren. Das ist natürlich sehr schade, denn RedLynx hat mittlerweile oft genug bewiesen, dass man ein kurzweiliges, fesselndes und sehr präzises Spiel auf die Beine stellen kann. Von diesem Grundgerüst an Spielmechanismen ist in Trials Of The Blood Dragon aber zu wenig übrig geblieben.

    Schuld daran sind eben besagte Spielabschnitte, die lose an Blood Dragon erinnern. Über die plumpe und trashige Story, in der zwei Kids ihren Vater Rex aus einem virtuellen Vietnamkrieg retten wollen, kann man dabei noch getrost wegsehen. Sie ist letztlich nur Mittel zum Zweck und passt so gesehen sogar ganz gut in diese humoristische Variante. Viel schlimmer sind die Platformer-Passagen, in denen wir vom Bike steigen und uns zu Fuß durch das Level machen. Diese Level machen so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann.

    Dabei glänz die Trials-Serie doch durch ihre überaus präzise Steuerung und man sollte meinen, dass die Entwickler auch in der Lage wären, eine ähnlich korrekte auf die Jump ‚N‘ Run Stellen zu übertragen. Genau das Gegenteil ist aber leider der Fall. Die Steuerung zu Fuß ist extrem schwammig und teilweise schon absurd. Nicht selten kommt es aber auf Timing und knackige Sprünge an, was dann darin mündet, dass das Manöver nicht gelingt und man ab dem letzten Checkpoint nochmal ran muss. Weiterhin ist das Handling der Waffen bzw. das Zielen ein einziger Graus. Ob hier die Entwickler vergessen haben, das Spiel abschließend durch den Qualitätscheck zu schicken? Wundern würde es uns irgendwie nicht, was auch erklären würde, warum die Gegner Null Komma Null KI besitzen.

    Letztlich ist man die komplette Spielzeit über froh, wenn man diese Blood Dragon Abschnitte irgendwie gemeistert hat und man wieder auf dem Motorrad sitzt. Punktezahl und Zeit sind dabei völlig egal, da diese Passagen so nervtreibend sind, dass man keinerlei Ansporn hat, in einem erneuten Anlauf den Topscore zu knacken.

    Deutlich glänzender sind da schon die Level auf dem Bike. Man hat zwar nur eines zur Wahl, aber dafür gibt es noch andere Vehikel, mit denen wir durch die Level brausen dürfen. Auch hier steht der Humor im Vordergrund und man spielt es mit einem Zwinkern im Auge, wenn man zuerst noch auf einem BMX Fahrrad sitzt und nur kurz drauf mit einem schwer gepanzerten Transporter alles niedermäht. Abwechslung wird in Trials Of The Blood Dragon viel größer geschrieben, als es man von der Serie gewohnt ist. Dazu tragen dann auch Abschnitte bei, in denen man eine Bombe transportieren muss oder per RC-Auto seinen Weg durch Lüftungsschächte sucht.

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    Als Action-Platformer macht das Spiel eine ganz schlechte Figur

     

    Fazit

    Trials Of The Blood Dragon hinterlässt bei uns einen sehr zwiespältigen Eindruck. Wo das Trials-Prinzip sehr gut funktioniert und mit der Aufmachung auch harmoniert, sind die Blood Dragon Anteile ein ziemliches Ärgernis. Muss man anfangs noch etwas schmunzeln, sind die Platformer-Einlagen sehr nervig und man will sie einfach nur irgendwie beenden. Immerhin bietet das Spiel sehr viel Abwechslung und man kann nun wirklich nicht behaupten, dass es innerhalb der rund 3 bis 4 stündigen Kampagne langweilig wird. Wer auf ein Trials im Trash-Look gehofft hat, dem sei gesagt, dass man hier nur halbwegs glücklich wird.

    Unsere Wertung: 3 von 5 Sternen
    Unsere Wertung:
    3 von 5 Sternen
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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur