Crossout – Test / Review

    Nach dem großen Erfolg von War Thunder schickt das Entwicklerteam von Gaijin Entertainment ein neues Multiplayerspiel ins Rennen – und zwar buchstäblich. Denn Crossout bietet schnelle Fahrzeugschlachten bei hohem Tempo. Unsere Eindrücke erfahrt ihr hier im Kurztest.

     

    Crossout ist bereits erschienen und kostenlos für PC, Playstation 4 und Xbox One im jeweiligen Store verfügbar.

     

    Im Vorfeld fiel oft der Vergleich zur postapokalypischen Welt im Stile von Mad Max. Und ganz ehrlich, so abwegig ist dieser Vergleich gar nicht mal, zumindest fühlt man sich mit diesem Wissen im Hinterkopf in der Welt von Crossout direkt heimisch. Nach einem kleinen Tutorial starten wir mit dem ersten Gefährt, das zugegebenermaßen noch ziemlich plump und wenig schlagkräftig agiert. Im Spiel angekommen ist das jedoch kein Thema mehr, denn das intelligente Matchmaking lost Spieler im gleichen oder zumindest ähnlichen Level zu. Und so hat eben jeder erst mal nur seinen wackligen Jeep und zwei Maschinengewehre am Start.

    Kern des Spiels ist es natürlich alle Gegner im anderen Team zu eliminieren. Für gewonnene Spielrunden gibt es dann Erfahrungspunkte und Loot zu gewinnen. Letzteres ebenfalls für das Erreichen von Zwischenzielen innerhalb der Missionsvorgabe. Mitunter lohnt es sich, nach dem Tutorial noch ein paar Runden lang mit KI-Kollegen in offline-Matches zu tummeln. Uns hat nämlich die Steuerung anfangs ziemlich zugesetzt, die fast schon schwammig wirkt. Die Koordination mittels beider Analogsticks, mit denen man Fahrtrichtung, Geschwindigkeit und das Zielen der Waffen macht, ist zunächst etwas tricky. Nach einigen Runden aber hat man den Dreh raus und ab dann sollte man auch direkt in den Multiplayer springen, denn der macht deutlich mehr Laune als gegen Bots zu fahren.

    Neuer Loot führt dazu, dass man sein Fahrzeug ordentlich aufmotzen kann. Ohnehin ist das Pimp-Feature ein Kernelement in Crossout. Neben neuen Waffen stehen auch Motoren, Rüstungsteile und noch viele weitere Aufwertungen in den Startlöchern, bis hin zu komplett neuen Fahrzeugen. Der Editor ist wenig benutzerfreundlich und erfordert viel Feingefühl, um sein Wunschobjekt auch an der richtigen Stelle am Boliden einfügen zu können. Wir hatten mit Kameraschwenks und Buttonbelegung so unsere liebe Mühe.

    Aber auch hier gilt: Hat man den Dreh raus, fluppt das wie geschmiert. Richtig toll ist, dass man sein Fahrzeug wirklich komplett nach den eigenen Vorlieben zusammenschustern darf. Mitunter macht sich der individuelle Spielstil hier auch am besten bemerkbar. Wer eher der grobe Rammklotz sein will, der pflastert ordentlich Panzerung oben drauf. Wer dagegen eher im Hintergrund bleibt und aus der Distanz Schaden spucken möchte, der verzichtet auf dicke Rüstungsteile und packt statt dessen weitreichende Geschütztürme auf die Motorhaube.

    Crossout ist kostenlos, dennoch darf man natürlich ingame auch Echtgeld lassen. Mit harten Euro lassen sich bessere Bauteile kaufen, die aber auch alle erspielbar sind. Man benötigt dafür dann nur eben eine Weile. Obendrein gibt es ein Auktionshaus. Solltet ihr also ein wertvolles Teilchen finden, es aber nicht benötigen, dann könnt ihr es im Auktionshaus gewinnbringend versteigern. Alternativ ist auch das Behalten nicht die schlechteste Option, jedenfalls kann man hier und da richtig cool designte Vehikel entdecken.

     

    Fazit

    Dank des schnellen Matchmakings ist man ratz-fatz in Crossout auf der Piste gelandet. Es eignet sich sowohl für den schnellen Multi-Quickie zwischendurch, ist aber auch für langanhaltenden Spaß ein Kandidat. Gerade Sammelfreunde kommen ob des umfangreichen Editors mit Craft-Elementen voll auf ihre Kosten. Technisch ist das Spiel derzeit einwandfrei. Grafisch sicherlich keine herausstechende Augenweide, aber dafür läuft die Nummer absolut sauber. Plant etwas Eingewöhnungszeit ein und ihr könnt mit Crossout eine Menge Spaß haben.

    Unsere Wertung:
    3 von 5 Sternen
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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur