Deliver Us The Moon Next-Gen – Test/Review

    Fast vier Jahre ist es her, dass Deliver Us The Moon für den PC veröffentlich wurde. Zwei Jahre später erfolgte dann der Launch auf der PlayStation 4 und Xbox One. Nun, noch einmal zwei Jahre später, folgt schließlich die Veröffentlichung der Next-Gen-Versionen von Deliver Us The Moon für die PlayStation 5 und die Xbox Series X|S.

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    Eine erschreckend realistische Story:

    Das Genre von Deliver Us The Moon lässt sich am ehesten als Adventure-Puzzle mit First-Person-Optik beschreiben. Dabei liegt der Fokus wirklich rein auf den Rätseln, denn es gibt keine Kampfsequenzen. Die Geschichte des Spiels zieht sich sogar noch länger in die Vergangenheit als eingangs erwähnt. Denn die erste Demo-Version wurde bereits bei der GDC 2016 verfügbar gemacht. Ursprünglich wurde es sogar mit einer Kickstarter-Kampagne unterstützt. Nach der etwas holprigen Veröffentlich im September 2018 erschien im Oktober 2019 eine überarbeitete Version und ein paar Monate darauf wurde auch ein Raytracing-Support ergänzt. Beim Konsolen-Release im April 2020 fungierte erstmals Wired Productions als Publisher, die schließlich auch auf ein besseres Medienecho stießen.

    Bedenkt man die Prophezeiung zu den Folgen der globalen Erwärmung, erscheint die Geschichte des Spiels als durchaus realistisch. Zur Mitte des 21. Jahrhunderts ist die Erde ein trostloser Ort. Die Wüsten haben sich ausgebreitet und auch die Temperaturen sind deutlich angestiegen. Hinzu kommt eine große Energieknappheit auf der Erde. Als Lösung des Problems wurden Fusionskraftwerke auf dem Mond errichtet, die über eine Hochenergieverbindung die Erde mit der nötigen Energie versorgen. Doch diese Versorung ist plötzlich zusammengebrochen und hat die Erde in ein noch größeres Chaos gestürzt.

    Einmal Mond zum Mitnehmen bitte?!

    Unsere Aufgabe besteht kurz gesagt darin dafür zu sorgen, dass wieder Energie vom Mond zur Erde geliefert werden kann. Da passt der Titel tatsächlich sehr gut. Doch niemand weiß, warum die Energieversorgung durch den Mond ausgefallen ist und warum der Kontakt abgebrochen ist. Wir starten im Spiel, nachdem bereits über mehrere Jahre eine Mission zum Mond vorbereitet wurde. Doch hierzu müssen wir zunächst einmal unsere Rakete startklar machen und dabei das Kontrollzentrum erforschen. Hier zeigt sich schon der Aufbau der Spielmechanik.

    Die Gebiete bzw. Räume, in denen wir uns bewegen, sollten wir immer ausführlich erkunden, denn dort finden wir immer verschiedene Gegenstände. Manche können wir einfach nur betrachten, andere ergänzen nach einem Scan unser Wissen über die bisherigen Ereignisse, die zur aktuellen Situation geführt haben. Teilweise finden wir auch Audioaufzeichnungen, die wir uns anhören können. Besonders aufpassen sollte man, um gewisse Hindernisse nicht zu übersehen. Denn manche Zugänge werden zum Beispiel über Zahlenschlösser versperrt. Die dafür notwendigen Codes findet man bei genauem Hinschauen in der Umgebung.

    Was man auch in der Umgebung findet, sind beispielsweise Lagepläne, die uns helfen unseren Weg zu den jeweiligen Zielorten zu finden. Denn es gibt keine Pfeile oder ähnliche Anzeigen, die uns den Weg weisen. Manchmal sehen wir in unserer Umgebung auch Bedienungsanleitungen für verschiedene Geräte oder Maschinen im Spiel. Auch diese können uns später weiterhelfen.

    Mit der Zeit finden wir auch Werkzeug, dass uns bei unseren Arbeiten helfen kann. So erhalten wir auf der Raumstation in der Mondumlaufbahn einen Plasmaschneider, mit dem wir verschiedene Objekte durchtrennen können. Kämpfe gibt es in Deliver Us The Moon keine, auch wenn wir das Spiel aus der First-Person-Perspektive erleben. Jedoch besteht durchaus die Gefahr zu sterben. So kann uns bei Weltraumspaziergängen die Luft ausgehen oder wir müssen vor einem Sandsturm fliegen, aber auch andere Dinge können unser Verderben sein.

    Der Einstieg ins Spiel:

    Insgesamt findet man sehr leicht in das Spiel rein. Die Steuerung entspricht der eines üblichen First-Person-Titels und durch das Fehlen der Kämpfe spielt es sich auch recht entspannt. So haben wir erstmal genug Zeit, die Tastenbelegung zu verinnerlichen. Allerdings muss man natürlich von Anfang an aufmerksam sein. Zwar müssen wir nicht auf Gegner achten, die uns auflauern und erledigen wollen, aber es gibt überall versteckte Hinweise, die wir sammeln müssen, um ein möglichst vollständiges Bild der Geschichte zu bekommen. Aber das Spiel ist hier am Anfang auch noch sehr gnädig mit uns, denn die ersten Hinweise sind alle recht offensichtlich versteckt und die Wege noch einfach zu finden. Doch dieser Schwierigkeitsgrad steigt nach und nach langsam an. So muss man immer mehr suchen und grübeln, um den richtigen Weg oder notwendige Objekte zu finden.

    Grafik und Steuerung:

    Grafisch profitiert die Next-Gen-Version von Deliver Us The Moon stark von wunderschönen Licht- und Schatteneffekten. Besonders im Weltall befinden wir uns in einer sehr ruhigen Umgebung, die aber besonders von den Licht-/Schattenunterschieden geprägt wird. Auch die Auflösung der Texturen wird dabei einer Next-Gen-Version gerecht. Die Animation der Reise unseres Raumschiffs zum Mond wirkt hingegen bei weitem nicht so gut animiert, dies kann aber durchaus Absicht sein und soll vielleicht eine Art Ingame-Visualisierung darstellen.

    Die Steuerung ist, wie bereits erwähnt, recht intuitiv möglich und die speziellen Tastenbelegungen leicht einprägsam. Ansonsten kann man diese aber auch schnell im Menü nachschauen.

    Das Spiel ist vollständig in Deutsch synchronisiert, wir können in den Optionen die Sprachausgabe und auch die Sprache der Texte allerdings auch anpassen.

    Fazit:

    Auch wenn Deliver Us The Moon schon ein paar Jahre hinter sich hat, passt es optisch doch sehr gut in die Next-Gen hinein. So wird es besonders für alle diejenigen, die das Spiel noch nicht gespielt haben, eine interessante Option. Es erzählt eine erschreckend realistische Geschichte, die wir durch die diversen Rätsel nach und nach aufdecken und erleben können. Das Gameplay ist insgesamt recht entspannt, da man in den meisten Fällen keine Zeit-Begrenzung hat und in alle Ruhe auf Entdeckungstour gehen kann. Wird die Zeit jedoch mal knapp, weil man zum Beispiel grade im Weltraum unterwegs ist und der Sauerstoff zur Neige geht, kann es aber auch ganz schön fordernd werden.

    Die First-Person-Perspektive macht das Gameplay deutlich immersiver, man hat das Gefühl wirklich die Umgebung zu erkunden. Auch Wenn man an manchen Stellen es nicht so leicht hat herauszufinden, ob man jetzt durch eine Öffnung passt oder nicht. Wir können der Next-Gen-Version von Deliver Us The Moon auf jeden Fall eine Empfehlung für alle Fans von Puzzle-Adventure-Titeln und der Raumfahrt-Thematik im Allgemeinen aussprechen. Mit Blick auf den Preis von unter 30 € ergibt sich auch noch ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Die PS5-Version von Deliver Us The Moon wurde Game2Gether für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich schreibe hier vor allem zu den Themen PC-Hardware und Marvel-Comics.