Mit Honkai: Nexus Anima erweitert HoYoverse die Honkai-Reihe um ein neues Abenteuerstrategie- und Kreaturensammelspiel. Im Mittelpunkt stehen die sogenannten Animas, mysteriöse Kreaturen, die aus der Energie des zerbrochenen Nexus entstanden sind. Während der gamescom 2026 konnte der Titel rund eine Stunde lang angespielt werden und zeigte dabei einige interessante Ideen, mit denen sich das Spiel von anderen Genrevertretern abheben möchte.
Optisch setzt HoYoverse auf einen Stil, der Kennern der bisherigen Spiele des Studios sofort vertraut vorkommen dürfte. Eine ansprechende Anime-inspirierte Gestaltung trifft auf eine farbenfrohe und detaillierte Spielwelt. Spielerisch kombiniert Honkai: Nexus Anima Erkundung, Kreaturensammlung und strategische Kämpfe, wobei insbesondere das System rund um die Animas einen interessanten eigenen Ansatz verfolgt.
Eine Welt voller Animas
Die Geschichte von Honkai: Nexus Anima dreht sich um den Nexus, der einst verschiedene gegensätzliche Aspekte miteinander verband. Dazu gehören beispielsweise Liebe und Hass, Licht und Dunkelheit oder Realität und Illusion. Nach dem Zusammenbruch des Nexus wurden diese Verbindungen zerstört und seine Energie über die Welt verteilt. Daraus entstanden die einzigartigen Nexus-Animas.

Die Reise beginnt im Städtchen Iya in der Ebene der Realität. Von hier aus erkundet man die Welt, trifft auf verschiedene Charaktere und Fraktionen und begegnet immer wieder neuen Animas. Die Kreaturen sind dabei nicht nur Sammelobjekte, sondern ein zentraler Bestandteil des gesamten Spielerlebnisses.
Ein etwas anderes Konzept für das Kreaturensammeln
Beim Sammeln der Animas geht Honkai: Nexus Anima einen interessanten Weg. Zwar können zahlreiche unterschiedliche Kreaturen entdeckt und gefangen werden, das System beschränkt sich jedoch nicht darauf, möglichst viele einzelne Wesen zu sammeln und anschließend einfach auszutauschen.
Gefangene Animas können vielmehr dazu beitragen, die Fähigkeiten der eigenen Kreaturen zu erweitern. Dadurch bekommt das Sammeln eine zusätzliche strategische Komponente. Neue Animas sind somit nicht ausschließlich deshalb interessant, weil sie eine weitere Kreatur für die Sammlung darstellen, sondern können auch Einfluss auf die Entwicklung und die verfügbaren Fähigkeiten nehmen.
Die verschiedenen Klassen der Animas bleiben dabei übersichtlich. Dadurch fällt der grundlegende Einstieg relativ leicht, während die Kombination verschiedener Fähigkeiten im weiteren Verlauf für zusätzliche taktische Möglichkeiten sorgt.
Strategische Kämpfe mit Brettspiel-Charakter
Eine der ungewöhnlichsten Komponenten ist das Kampfsystem. Die Gefechte erinnern in ihrem Aufbau teilweise an ein Brettspiel. Positionierung und die Wahl der richtigen Aktionen spielen eine wichtige Rolle, wodurch sich die Kämpfe deutlich von den actionorientierten Kampfsystemen anderer HoYoverse-Titel unterscheiden.

Allerdings benötigt das System etwas Zeit, bis sich seine Funktionsweise vollständig erschließt. Während die grundsätzliche Steuerung intuitiv ausfällt, müssen die verschiedenen Möglichkeiten und taktischen Zusammenhänge zunächst verstanden werden. Nach einer gewissen Eingewöhnung wird jedoch deutlich, dass das Kampfsystem deutlich mehr Tiefe bietet, als der erste Eindruck vermuten lässt.
Angenehme Erkundung ohne permanente Angriffe
Positiv fiel während der Anspielsession außerdem die Erkundung der Spielwelt auf. Zumindest in der auf der gamescom verfügbaren Zone griffen weder die Kreaturen noch die Gegner automatisch an. Dadurch konnte die Umgebung erkundet werden, ohne ständig von zufälligen Angriffen unterbrochen zu werden.
Das sorgt für einen angenehmen Spielfluss. Statt permanent auf mögliche Gegner achten zu müssen, kann die Umgebung in Ruhe erkundet werden. Gleichzeitig bleiben Kämpfe eine bewusste Aktivität und fühlen sich dadurch weniger wie eine zwangsläufige Unterbrechung der Erkundung an.

Typischer HoYoverse-Stil
Auch bei der Präsentation bleibt HoYoverse seinen bisherigen Spielen treu. Die Charaktere und Animas sind detailliert und ansprechend gestaltet, während die Spielwelt mit dem typischen Anime-inspirierten Stil des Studios umgesetzt wurde.
Auch die Steuerung dürfte Fans der bisherigen HoYoverse-Titel schnell vertraut vorkommen. Die grundlegenden Aktionen gehen intuitiv von der Hand und ermöglichen einen unkomplizierten Einstieg. Gerade im Vergleich zum etwas komplexeren Kampfsystem wirkt die allgemeine Bedienung angenehm zugänglich.
Mit einem hochleveligen Account durch die gamescom-Demo
Für die rund einstündige Anspielsession stand ein bereits weit fortgeschrittener Account zur Verfügung, der über zahlreiche hochlevelige Animas verfügte. Dadurch konnten direkt verschiedene Fähigkeiten und fortgeschrittenere Möglichkeiten ausprobiert werden, ohne zunächst lange auf den entsprechenden Spielfortschritt hinarbeiten zu müssen.
Gleichzeitig bedeutet dieser Umstand, dass der normale Aufbau des eigenen Teams und die Entwicklung der Animas während der Anspielsession nur eingeschränkt beurteilt werden konnten. Der vorhandene Fortschritt ermöglichte dafür einen guten Einblick in die strategischen Möglichkeiten, die hinter dem System stecken.

Ein interessanter Ansatz für Kreaturensammler
Honkai: Nexus Anima hinterlässt nach der einstündigen Anspielsession einen interessanten Eindruck. Die ansprechende Grafik und der typische HoYoverse-Stil treffen auf eine intuitive Steuerung und eine angenehm zugängliche Erkundung.
Besonders das Konzept rund um die Animas könnte dabei zu einer der interessantesten Komponenten des Spiels werden. Das Sammeln neuer Kreaturen ist nicht ausschließlich auf das Erweitern der eigenen Sammlung ausgelegt, sondern kann gleichzeitig dazu dienen, die Fähigkeiten der vorhandenen Animas weiterzuentwickeln. Zusammen mit den übersichtlichen Klassen entsteht dadurch ein System, das sich von klassischen Creature-Collector-Konzepten unterscheidet.
Das brettspielähnliche Kampfsystem braucht zwar etwas Eingewöhnungszeit, bietet dafür einen interessanten strategischen Ansatz. Zusammen mit der weitgehend ungestörten Erkundung entsteht so ein HoYoverse-Titel, der bekannte Elemente des Studios mit einem ungewöhnlichen Kreaturensammel- und Kampfsystem verbindet.
Wer Kreaturensammelspiele mag und gleichzeitig mit strategischen Kämpfen etwas anfangen kann, sollte Honkai: Nexus Anima daher definitiv im Auge behalten.
