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Grid 2

 

 
Zusammenfassung
 

Spielname:
 
Publisher:
 
Developer:
 
Plattform: , ,
 
Genre: ,
 
Altersfreigabe:
 
Release:
 
Gameplay
84%


 
Story
80%


 
Sound
80%


 
Grafik
85%


 
Spielzeit
90%


 
Multiplayer
85%


 
Total
83%


 
Total Score
84%


User Rating
15 total ratings

 

Positives


funktionierendes "Live Routes" Feature, viel Abwechslung, spaßige Drift-Action, spannendes Rennfeeling, biestische KI, stimmige Grafik, fetter Sound

Negatives


anfängliche Streckenarmut, fehlende Cockpitansicht, kein Rückspiegel


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Posted 21. Juni 2013 by

Kurz vor der nächsten Konsolengeneration schickt Codemasters ein heißes Eisen buchstäblich ins Rennen: Grid 2. Nach dem großen Erfolg von Racedriver Grid steht nun also endlich der lang ersehnte Nachfolger in den Regalen. Wird Grid 2 den Erwartungen gerecht? Hier unser Test!

Sind tatsächlich schon 5 Jahre seit der Veröffentlichung von Racedriver Grid ins Land gezogen? Manchmal vergeht Zeit wie im Flug, aber trotz des Alters und der leistungsstarken Konkurenz erfreut sich das Spiel auch heute noch recht großer Beliebtheit. Nach einem halben Jahrzehnt wurde es jetzt dann aber doch auch langsam mal Zeit für Grid 2, frischer Wind tut immer gut.

Grid 2 Gameplay Trailer

 

Ich geb Gas, ich will Spaß

Herzstück für den Einzelspieler ist natürlich der Karrieremodus. Dieser wurde in eine kleine und nicht künstlich aufgesetzt wirkende Geschichte verpackt. Ein Frauenmagnet namens Mr. Callahan, seines Zeichens sonnengebräunter Milliardär, möchte seine zahlreichen Taler in eine eigene Rennliga stecken. Dafür fehlt ihm eigentlich nur noch eins: Ein guter Fahrer. Richtig, diesen mimen wir natürlich fortan. Wir sollen also Werbung für die neu zu etablierende World Series Racing rund um den Globus machen. Und die beste Werbung ist einfach die, wenn man Rennen als Erstplatzierter beendet. Genau das ist dann auch unsere Aufgabe, wir sollen hochqualifizierte Gegner auf dem Asphalt schlagen und dank stinkreichem Chef soll es uns unterwegs an nichts mangeln.

Da bekanntlich aller Anfang schwer ist, müssen wir uns auch bei Grid 2 langsam hocharbeiten. Unbekannte Gegner, keine Fans und vergleichsweise wenig PS unter dem Hintern, so sieht es am Start aus. In den folgenden 5 Saisons erarbeiten wir uns dann Schritt für Schritt Ruhm und Ehre. Unser eigener Erfolg spiegelt sich primär in der Anzahl der Fans wieder, die sich um uns scharen. Ganz witzig ist in diesem Zusammenhang ein seichtes Social Media Feature: Innerhalb der Zwischensequenzen sehen wir Twitter Kommentare oder Einbledungen bei Youtube unserer Erfolge. Mehr Fans und schillernde Pokale durch gewonnene Rennen = neue, PS-hungrige Boliden für uns. Diese Rechnung zieht sich durch Grid 2 wie ein roter Faden. Daneben winken weitere Boni durch Sponsorenverträge.

Wo im Einzelspielermodus Geld keinerlei Rolle spielt, kämpft man Online um jeden Silberling. Beide Karrieren laufen völlig getrennt voneinander, Errungenschaften können also nicht mit  rübergeholt werden. Das frisch gewonnene Geld wird in neue Fahrzeuge investiert oder in Tuningteile für den bisherigen Schlitten. Durch entsprechendes Tuning in den üblichen Bereichen, wie z.B. Motorleistung, können die Autos auch zwischen den Klassen wechseln bzw. in eine hochwertigere aufsteigen.

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Driften für alle Lebenslagen

Grid 2 spielt in der Liga der Arcade Racer. Elemente einer Simulation geht man suchen, Dauergas und qualmende Reifen stehen glasklar im Vordergrund. Also denn, hinfort mit Fahr-, Brems und Lenkhilfe, in Grid 2 ist alles Handarbeit. Der Erfolg steht und fällt mit einem Kernelement des Spiels: Das Driften. Wie schon im Vorgänger gibt es natürlich die klassischen Drift Events, in der wir geschickt den Wagen um die Hindernisse auf der Strecke zirkeln müssen. Aber auch in allen anderen Events, die sich überraschend abwechslungsreich präsentieren, spielt die Kunst des perfekten Drifts eine große Rolle. Überlicherweise wird vor der Kurve scharf abgebremst, die Ideallinie gesucht und dann am Scheitelpunkt wieder beschleunigt. Pustekuchen, bei Grid 2 darf, ja muss man sogar mit Vollgas rein in die Kurve. Kurz das Gas weg, die Handbremse angetippt und mit Fullspeed durch die Kurve gedriftet. Nur so läuft man nicht Gefahr, dass die driftwütige Konkurenz an uns vorbeisaust. In der Summe ist das Driften allerdings zu leichtfüßig ausgefallen und schon nach wenigen Kurven sitzt das gezielte Schliddern nahezu problemlos. Selbst in höheren Schweregraden wird das Driften kaum anspruchsvoller, lediglich das Fahrverhalten der Gegner zieht spürbar an. Wo sich die Rutschpartie in den normalen Rennen fast schon zu leicht meistern lässt, wird in den speziellen Driftrennen das Können des Fahrers par excellence abgefragt, die Schwierigkeit liegt hier um ein vielfaches höher. So nah können Lust und Frust beieinander liegen.

Das unterschiedliche Fahrverhalten zwischen Front- und Heckantrieb hat uns gut gefallen, hier merkt man signifikante Differenzen in der Fahrphysik. Zwischen den Wagen spielt sich der größte Unterschied in der Leistung ab. Die Tuningmöglichkeiten sind fast nur optischer Natur, Farben dürfen angepasst und schier unendlich viele Sticker angebracht werden.

Das aus Racedriver Grid bekannte Feature des Rückspulens darf natürlich nicht fehlen. Macht ihr einen Fahrfehler oder baut einen Crash, kann das Spiel pausiert und um einige Sekunden zurückgespult werden. Bei der Wiederaufnahme geht der Fahrspaß dann adhoc an der gleichen Stelle weiter, an die ihr gespult habt. Beim Schadensmodell darf diesmal gewählt werden, ob alle Schäden nur rein visuell sichtbar sein sollen oder ob sie auch (negative) Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben sollen.

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Sind wir schon da?

Codemasters verspricht mit Grid 2 einen großen Reichtum an Streckenvielfalt. Und sie haben Recht behalten, in der Summe gibt es mehr als 80 Pisten zu meistern, wobei darin natürlich auch jegliche Streckenvariationen dazugezählt sind. Die volle Dröhnung Abwechslung stellt sich erst mit fortlaufender Karriere dar, anfangs beschlich uns – verglichen mit der vollständigen Spielzeit – ein Gefühl leichter Monotonie. Richtig klasse finden wir dagegen das sogenannte „Live Routes“ Feature. Das Spiel errechnet live im Rennen zufällig generierte weitere Streckenabschnitte. In der Praxis funktioniert das erfreulich gut, die Live Routes sorgen für prächtige Vielfalt und spannende Rennen. Apropos Spannung: Diese herrscht eigentlich die ganze Zeit, denn die KI fährt ebenso wie wir stets am Limit und die Mehrzahl der Rennen sind knackig kurz.

In zwei Punkten verstehen wir die Entwickler nicht, denn unserer Meinung nach fehlt 1. eine Cockpitansicht und 2. ein Rückspiegel. Gerade bei adrenalingeladenen Racern wie Grid 2 wird das pure Geschwindigkeitsgefühl so richtig in der Cockpitansicht hinter dem Steuer entfacht. Hier müssen wir uns mit der Stoßstangenansicht zufrieden geben oder greifen zur Heckkamera, nur eben direkt ins Auto dürfen wir nicht. Wer wissen will, wie eng die anderen Fahrer an unseren Rücklichtern knabbern, der muss unnötig kompliziert die Rückkamera bemühen. Ein kleiner Rückspiegel am oberen HUD hätte in keinster Weise gestört, schade.

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Brumm und weg

Grid 2 setzt voll auf die Ego Engine und sie macht einen guten Eindruck. 30 Frames, kein Tearing, keine Frameeinbrüche … das sieht doch alles recht fein auf der Mattscheibe aus. Die Autos erstrahlen als schicke Prunkstücke und auch das Streckendesign ist rundum gelungen. Langeweile kommt nicht auf, dafür sorgen das bereits erwähnte Live Routes System, aber auch diverse gescriptete Ereignisse abseits der Straße. Im normalen Fahrbetrieb wirkt alles sehr stimmig, nur beim zweiten Hinsehen bemerkt man etwas unschönere Texturen, beispielsweise die Blätter an Bäumen, die man nach einem Unfall nur all zu nahe zu Gesicht bekommt.

Auch beim Sound gibt es keinen Grund zu meckern. OK, die Hintergrundmusik ist an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten, aber bei Grid 2 drücken sich ohnehin fette Motorsounds in den Vordergrund. Kurzum: Prädikat gut.

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Fazit

G2G_Silber_AwardGrid 2 macht als Arcade Racer eine richtig gute Figur und wir freuen uns, dass der langersehnte Nachfolger von Racedriver Grid rundum gelungen ist. Nach der anfänglichen leichten Monotonie setzt das Spiel im weiteren Verlauf zum abwechslungsreichen Höhenflug an und entfaltet die volle Pracht. Die KI ist die meiste Zeit hartnäckig in unserer Nähe und kämpft verbissen um jeden Zentimeter. Und das, obwohl der negativ behaftete Gummibandeffekt zu keiner Zeit greift, klasse. Die stimmige Grafik und der satte Sound runden das gute Gesamtpaket ab. Wer also fernab realistischer Rennsimulationen mal wieder Lust auf Bleifuß-Arcade hat: Bitte sehr, hier ist Grid 2!

 


Christoph

 
Christoph
Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur


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