Wasteland 2: Director’s Cut – Test / Review

    Gelingt Wasteland 2: Director’s Cut der Sprung vom PC auf die Konsole? Um es kurz zu machen: Ja, das hat geklappt. Warum das so ist, das könnt ihr in den folgenden Zeilen in unserem Test zu Wasteland 2: Director’s Cut erfahren!

     

    Hinweis: Für die ausführliche Review zum Spiel Wasteland 2 werft ihr bitte einen Blick in unseren Test für PC.  Hier in diesem Artikel gehen wir auf die Besonderheiten der Konsolenversion für Playstation 4 und Xbox One ein. Wer Wasteland 2 bereits am PC besitzt, der bekommt den Patch zum Directo’s Cut mittlerweile kostenlos.

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    Wasteland 2 war ein nostalgischer Zauber einer vergangenen RPG-Zeit, der für PC richtig gut funktionierte. Wir waren anfangs etwas skeptisch, wie sich der Titel im überarbeiteten Director’s Cut auf aktuellen Konsolen schlägt. Denn weder Maus noch Tastatur stehen bekanntlich Konsoleros zur Verfügung und gerade etwas sperrige Rollenspiele geizen nicht selten mit den unterschiedlichsten Kommandos per Tastatureingabe.

    Wasteland 2: Director’s Cut schlägt sich bezüglich der Steuerung via Gamepad eigentlich ganz passabel. Ohnehin kennen sich Konsolenspieler ja bestens darin aus, diverse Unter- oder Kreismenüs zu benutzen. Im Gegensatz zur PC-Version sind also ein paar Buttoneingaben mehr nötig, um sich durch das Inventar und den Rest zu bemühen. Das liegt aber wie gesagt in der Natur der Dinge, denn schließlich muss alles mit ein paar wenigen Tasten voll zugänglich sein. Die Entwickler haben die Bedienung sinnvoll umgesetzt, sofern das eben für ein komplexes oldschool-RPG machbar ist. Das ist vielleicht nicht immer besonders intuitiv und kostet gerade in den ersten Spielsequenzen etwas mehr Zeit zur Eingewöhnung, danach aber fluppt alles und wirkt nicht mehr sperrig.

    Beim Thema Sperrigkeit kommt uns sofort die Kameraführung in den Sinn. Diese war nämlich am PC in der Grundversion mal so richtig frustrierend stellenweise und alles andere als überzeugend. Mit Blick auf den jetzt vorliegenden Director’s Cut geschieht die Kamerafahrt genau so, wie sie von Anfang an hätte sein sollen. Mittels der Sticks wird frei geschwenkt und man hat zu jeder Zeit den gewünschten Blickwinkel auf seine Spielergruppe. Einzig das Zoomen sollte in höheren Stufen mit Bedacht eingesetzt werden. Sonst nämlich wird man mit ziemlichen Bauklotz-Pixeln konfrontiert.

    OK, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber Wasteland 2: Director’s Cut ist noch immer weit davon entfernt, ein grafisches Meisterwerk zu sein. Das will es aber auch gar nicht und muss es auch nicht. Das Spiel hat seine Stärken in der Storydichte, in der Zusammensetzung der Party und den tiefgehenden Taktiken. Grafik spielt nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch sei zu erwähnen, dass für den Director’s Cut nochmal ein klein wenig an der Optik-Schraube gedreht wurde. Hier ein paar neue Partikel, da ein paar mehr Schatten und diverse Bugfixes. Nichts weltbewegendes eben, dennoch positiv auffallend.

    Wozu wir dringend raten, ist, direkt beim Spielstart einen Weg in das Optionsmenü zu gehen. Konsolenspieler sitzen für gewöhnlich in  geschätzt 3 Metern Entfernung zum Bildschirm, was im Auslieferungszustand des Spiels zu einer Unlesbarkeit der Texte führt. Daher: Dreht die Schriftgröße direkt auf Maximum und ihr müsst deutlich weniger oft die Augen zusammenkneifen.

    Damit hätten wir einen Pluspunkt auf die Lesbarkeit, die dann aber wiederum dazu führt, dass man viel deutlicher über die sprachlichen Mängel stolpert. Pedanten Deutscher Sprache werden sich mitunter häufig die Haare raufen, wenn sie das doch erstaunlich hohe Maß an Fehlern entdecken. Es fehlen Satzzeichen und Buchstaben und gelegentlich sogar ganze Wörter. Den Inhalt kann man immer aus dem Kontext ziehen, dennoch fällt die Lokalisation negativ auf und zeigt, dass man hier ziemlich schlampig gearbeitet hat. Zumal man in der Sprachausgabe rein auf das Englische beschränkt ist und man für gewöhnlich storylastigen RPGs gerne den Untertitel zur Stütze hinzuzieht.

    Ein im Kampf neues Feature ist der Präzisionsschlag. Hier ist der Name Programm, denn mit eben jenem kann man das Feuer auf einzelne Gliedmaßen des Feindes eröffnen. Klingt cool und ist es auch, nur mit niedrigem Level sollte man bevorzugt zu größeren Trefferzonen schwenken. Ansonsten nämlich landet der Schuss im Nichts und das Spiel verzeiht nicht all zu viele Fehlschläge, bevor die KI unsere Truppe zerlegt.

     

    Fazit

    Wasteland 2: Director’s Cut ist das Beste, was man als Freund klassischer Rollenspiele für Konsole bekommen kann. Neumodischere Spielweisen wie Dragon Age: Inquisition oder Skyrim spielen in einer anderen Liga und wer mit diesen RPG-Systemen groß geworden ist, der sollte fast schon einen Bogen um Wasteland 2 machen. Denn Action im Sekundentakt und wuchtige Effekthascherei gibt es hier einfach nicht. Statt dessen trumpft Wasteland 2 im Director’s Cut mit einer vielschichtigen Story, interessanten Charakteren und vielen Spielereien in puncto Party-Zusammensetzung und Inventar-Management auf. Die Portierung des alter RPG-Mechanismen auf moderne Konsolensysteme ist geglückt, das ist die wichtige Quintessenz. Kauft euch dieses kleine Gem, denn viele davon werden wir nicht mehr zu Gesicht bekommen.

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur