Shaq Fu: A Legend Reborn – Test

    Schon der Spielname Shaq Fu: A Legend Reborn lässt erahnen, dass es sich bei diesem Remake um eine echte Legende handelt. Das tut es tatsächlich, wenn auch nicht im positiven Sinne. Ob sich die Neuauflage Shaq Fu: A Legend Reborn in der Anschaffung lohnt, verraten wir Euch in unserem Test.

     

    Damals ein Reinfall

    Werfen wir kurz einen Blick zurück ins goldene Zeitalter der Videospiele. Damals erschien für das SNES das Spiel Shaq Fu, zu dem der weltbekannte NBA-Star Shaquille O’Neal Pate stand. Der Inhalt: Ein Basketballer mutiert zum Superhelden und rettet die Welt. Ähm, ja. So sehr man auch den Hang zur Selbstironie von Shaquille schätzen darf, so sehr muss man aber auch betonen, dass Shaq Fu ein absoluter Reinfall war. Bereits damals gab es Wertungen für Videospiele und der Titel landete ganz weit unten und befindet sich noch heute in der untersten Schublade der schlechtesten SNES-Games.

    Und zu diesem Spiel also steht jetzt mit Shaq Fu: A Legend Reborn ein Remake an. Das kann zwei Dinge bedeuten: Entweder, man war bzw. ist vom Spiel so überzeugt, dass man denkt, dass es heutzutage einschlägt wie eine Bombe, oder aber man möchte jungen Gamern zeigen, was es damals doch für einen Sch**ß als Videospiel gab. Mittlerweile tendieren wir sehr deutlich zum zweiten Punkt.

    Immerhin hat Shaq Fu: A Legend Reborn den großen Vorteil, dass man nicht mehr so tief in die Tasche greifen muss. SNES Cartridges haben damals gut und gerne 100 D-Mark und mehr gekostet, für das Remake werden in digitaler Form knapp 20€ verlangt. Finanziert wurde das Ganze via Crowdfunding, ehe sich das Spiel um etliche Monate – dank Lizenzproblemen – verschob. Wobei das schon fast untertrieben ist, denn ursprünglich war das Spiel als Release zur letzten Konsolengeneration geplant. Damals wie heute stand der Titel eben unter keinem guten Stern.

     

    Heute ein Reinfall

    Ganz grundsätzlich spielt sich Shaq Fu: A Legend Reborn wie ein Mix ein Prügler ala Streets Of Rage. Was für dieses Genre essentiell wichtig ist, damit es fluppt, ist eine punktgenaue Steuerung und ein feines Trefferfeedback. Beides gelingt dem Spiel nicht, die Steuerung ist zwar nicht schwammig, aber dezent unpräzise und ein Feedback, wie wuchtig ihr welchen Treffer beim Gegner landet, fehlt nahezu komplett. Letzterem kann man dadurch entgehen, in dem man sich nicht aktiv horizontal oder vertikal im 2.5 3D auf den Gegner zu bewegt, sondern einfach abwartet, bis er zu euch kommt. So funktioniert Shaq Fu: A Legend Reborn noch am besten, es macht nur eben kaum Spaß, dauernd auf heranschleichende Feinde zu warten. Was für das fehlende Feedback eurer Nah-Attacken gilt, gilt auch für sämtliche Waffen im Spiel.

    Damit ein Spiel nicht langweilig wird auf Dauer, muss Abwechslung geboten werden. Die bekommt man hier nur recht wenig. Ja, die Stages ändern sich, Shaq bekommt hier und da mal einen besonderen Modus spendiert und auch gelegentliche Bosskämpfe sind eingepflegt. In der Summe aber unterscheiden sich die Stages nicht wirklich großartig und jeder Gegner lässt sich auf die gleiche Weise ins virtuelle Nirvana boxen.

    Komplett ausgelassen oder einfach nur vergessen wurde der Multiplayer. Um Himmels Willen, was ist denn ein Prügelspiel ohne zünftigen Multiplayer? Zumal man heute doch ganz easy hätte einen Online-Modus einbringen können, um sich mit Spielern weltweit battlen zu können. Aber vielleicht dachte man, dass das Spiel ohnehin keinen großen Anklang finden würde, so dass sich ein Multiplayer schlicht nicht gelohnt hätte. Immerhin fallen in der Technik keine groben Schnitzer auf, so dass wir immerhin keine Abstürze oder sonstige Fehlermeldungen während des Spielens bekamen. Der Soundtrack ist flach und daran können auch die von Shaq selbst ein“gesungenen“ Rap-Zeilen nicht viel ins Positive drehen.

     

    Fazit

    Uns tun die vielen Menschen leid, die Shaq Fu: A Legend Reborn via Crowdfunding teils teuer mitfinanziert haben. Das Spiel bietet nämlich kaum Unterhaltungswert und steht seinem Vorgänger in wenig nach. Kurze Spielzeit, unpräzise Steuerung, Gegnerrecycling und ein Soundtrack zum Gähnen lassen einfach keine gute Wertung zu. Immerhin passt der Humor des Spiels noch einigermaßen und wirkt nicht aufgesetzt. Investiert die 20€ irgendwie anders, es sei denn, ihr mögt richtig miesen Trash.

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur