Conan Exiles Test / Review

    Conan Exiles begrüßt uns mit einer kurzen Cutscene. Ob das wirklich Conan ist den wir da sehen, verrät uns das Spiel leider nicht.

    Nach über einem Jahr im Early Access war es endlich soweit, die Welt von Hyboria öffnet ihre Tore. Conan Exiles ist seit dem 8. Mai 2018 offiziell für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich. Kurz nach dem Release hatte man bereits die Marke von 1 Million Spielern überschritten. Wie sich das Survival Game rund um den Barbaren Conan so schlägt, erfahrt ihr in unserem Conan Exiles Test.

    Jetzt war es endlich soweit die Early Access Server gingen offline. Nach einer umfangreichen Wartungsarbeit, einem Day One Update inklusive Server Wipe startete Entwickler Funcom offizell Conan Exiles. Seit der im Januar 2017 erschienenen Early Access Fassung des Spiels, hat sich einiges getan. Die Landmasse wurde von Anfangs 15 Quadratkilometer auf über 40 ausgeweitet. Neben der ursprünglichen Wüste, gibt es nun eisige Berggebiete, Vulkanlandschaften und einen sumpfigen Morast zu erkunden. Außerdem wurde am Kampfsystem kräftig gefeilt sowie einige Dungeons samt Monster Bosse hinzugefügt.

    Nur das Überleben zählt

    Nachdem ihr euch für einen PvP beziehungsweise PvE Server entschieden habt, welche übrigens auch Privat gehostet werden können, findet ihr euren frisch erstellten Avatar an ein Kreuz genagelt wieder. Beschuldigt für zufällig ausgewählte Schandtaten, hat man euch zurückgelassen. Doch grade als ihr dachtet das die sengende Wüsten Hitze auch nieder rafft, taucht ein Fremder auf. Ein Barbar mit gestählten Muskeln und wildem Haar, befreit euch in letzter Sekunde von eurem sicheren Grab. War das etwa Conan? Das Spiel verrät es euch erstmal leider nicht.

    Conan Exiles Test Start am Kreuz
    So startet unser Abenteuer in Conan Exiles, alleine in der Wüste an ein Kreuz gefesselt.

    Die Server waren am Tag der Veröffentlicht fast alle voll. Nach mehrmaligem aktualisieren der Serverliste haben wir aber dann doch noch einen Platz auf einem PvP Server bekommen. Da stehen wir also nun, verlassen mitten in der Wüste, Splitterfasernackt. Schnell wird einem klar hier kann man nicht lange bleiben, der Hunger und Durst Balken im übersichtlich gestalteten User Interface sinken kontinuierlich. Also laufen wir los, der Straße entlang Richtung Wasserquelle, links und rechts sammeln wir Holz und Steine ein. Mit dem gesammelten Material können wir uns die erste Kleidung craften, auch simples Werkzeug und ein Steinschwert sind schnell unser eigen. Durch das Erschaffen von Items haben wir schnell die ersten Level erklommen, ein paar Attributs punkte verteilt und weitere Crafting Fähigkeiten erlernt.

    Damit haben wir auch schon einen Hauptbestandteil des Spiels kennen gelernt. Ressourcen sammeln, davon immer bessere Items herstellen und somit einfach in der Spielwelt überleben. Kann man Anfangs die meisten Sachen einfach direkt aus dem Menü heraus herstellen, benötigt man für die nächst höhere Stufe schon etwas mehr Werkzeug. Um das sicher zu verstauen, beziehungsweise erstmal sicher durch die stockdunkle Nacht zu kommen, sollte man sich schnell einen Schutz suchen.

    Conan Exiles Test Startgebiet Flussufer
    Das Flussufer dient als Startgebiet in Conan Exiles.

    Meine Hütte, mein Haus, mein Schloss unser Clan.

    Hier sind wir also beim nächsten Hauptbestandteil des Spiels angelangt. Das Häuser respektive Basen bauen. Conan Exiles ist nämlich vor allem eines, ein Sandkasten für Erwachsene Barbaren/rinnen. Schafft man sich Anfangs einfach nur schnell einen Unterschlupf um halbwegs sicher gegen Monster und gegnerische Spieler (auf PvP Servern) zu sein, will man doch nach dem man einige Level aufgestiegen ist, etwas mehr als nur eine Holzhütte.

    Damit man die ganze Arbeit nicht alleine machen muss und etwas mehr Schutz im Spiel findet, bietet es sich an einen Clan beizutreten. Wie viel Mitglieder so einen Clan maximal haben kann, hängt übrigens von den jeweiligen Server Einstellungen ab. Im relativ simpel gestallteten Clan Menü, schließt man sich also zu einer Gruppe zusammen. Von dort an kann jedes Mitglied des Haus den anderen betreten und dessen Items mit benutzen. Es sei also wohlüberlegt welchen Spieler mit in seinen Clan lässt. Um in der rauen Welt von Conan Exiles zu bestehen ist dies aber fast unabdingbar. Alleine werdet ihr respektive eure Basis schnell Opfer von Monstern oder feindlich gesinnten Spielern.

    Conan Exiles Test Nordheim Neu Asgard
    Im Norden treffen wir auf ein stark bewaldetes Gebiet, inklusive der NPC Stadt „Neu-Asgard“

    PvE, PvP und etwas dazwischen

    Anfangs wählt man einen Server aus, auf dem man sein Abenteuer in der Welt von Hyboria starten will. Neben dem klassischen PvE (Spieler gegen NPCs), PvP (Spieler gegen Spieler) gibt es bei Conan Exiles noch eine dritte Variante. Hier ist das Zerstören von Spieler Häusern nicht möglich (im Gegensatz zu normalen PvP Servern) und das Töten von Spielern nur zur Hauptzeit zwischen 17 und 23 Uhr möglich. Eine PvP Lite Server Variante, wenn man es so nennen will. Am stärksten Frequentiert sind aktuelle die normalen PvP Server, bietet die Möglichkeit jeder Zeit von einem anderen Spieler getötet und gelootet zu werden doch einfach noch einen extra Kick. Gerade auf einem PvP Server profitiert man natürlich von einem Clan. Welcher zusätzlichen Schutz bietet, indem man nicht alleine unterwegs ist.

    Conan Exiles Test PvE Kampf gegen einen Drachen
    Wir begeben uns auf Drachenjagd, als Belohnung winken seltene Rohstoffe.

    Endgame und Langzeitmotivation

    Wir haben es also geschafft. Unsere ersten Tage in der Welt von Conan Exiles haben wir überstanden. Zwar hat unser Alter Ego öfters mal ins virtuelle Gras gebissen und dabei alles verloren, was er bei sich trug. Aber wir befinden uns nicht mehr am Ende der Nahrungskette. Auf den offiziellen Servern befindet sich die Levelgrenze aktuell bei 60. Hat man diese mit seinem Charakter erreicht bedeutet das aber noch lange nicht das Ende. Zahlreiche Dungeons warten darauf gesäubert zu werden, die Gilden Kollegen brauchen sicherlich auch einen starken Helfer und dann gibt es ja noch das PvP. Gerade das macht unserer Meinung nach im Endgame am meisten Spaß, sicher eine große Burg sein eigen zu nennen ist toll, aber ist es nicht noch viel besser die seine Gegner in Grund und Boden zu stampfen? Stampfen ist dabei ein gutes Stichwort, so gibt es doch in Conan Exiles die Möglichkeit sich riesige Gottes Avatare zu beschwören, welche aus der feindlichen Basis Kleinholz machen. Jedenfalls bietet das Spiel auch jenseits des maximalen Levels noch einiges, vorausgesetzt man spielt in einem Clan. Dieser macht selbst auf einem reinen PvE Server Sinn. So rotteten sich oft fast alle Spieler des jeweiligen Servers zusammen, um auch die größten Monster zu erlegen.

    Der Konsolen Port

    Über 150 Stunden haben wir in Conan Exiles verbracht. Ein großer Teil davon als das Spiel noch im Early Acesse Stadium war, aber auch viele Stunden in der offiziellen Release-Version. Hauptsächlich waren wir dabei auf dem PC Unterwegs. Allerdings konnten wir auch ein paar Eindrücke von der Konsolenversion von Conan Exiles gewinnen (gespielt auf der Xbox One X). Hier muss man leider erwähnen, dass Funcom etwas unsaubere Arbeit abgeliefert hat. Zwar prangt auf dem Spiel das Xbox One X Enhanced Logo, viel davon gemerkt haben wir aber nicht. Wir fanden einen Konsolenport vor der Performance technisch noch einiges an Feintuning benötigt. So waren Slowdowns bei mehreren Gegnern auf dem Bildschirm die Tagesordnung. Die Grafikqualität erreicht hier auch nicht ansatzweise das was man von einer Xbox One X Version erwartet. Wirft man einen Blick ins Playstation Lager, konnten wir auf reddit viele ähnliche Beschwerden feststellen. Wir hoffen, dass Funcom hier in absehbarer Zeit versucht nachzubessern. Was übrigens sehr gut funktioniert hat, war die Steuerung via Controller. Gerade in hektischen Kämpfen kann man hier von einem kleinen Vorteil gegenüber der Tastatur und Maus eingaben sprechen.

    Conan Exiles Test PC PS4 und Xbox Version
    Conan Exiles ist neben der PC Version auch für Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

    Fazit:

    Conan Exiles kann einen wirklich in seinen Bann ziehen, ist man Fan der Welt von Hyboria klappt das umso besser. Von Anfang an hat man ein bedrückendes Gefühl. Überall kann der Tod lauern, welcher den Verlust sämtlicher Gegenstände, die man bei sich trug bedeutet. Das Erwachsene Setting und die vor allem für Anfänger riesige Spielwelt greifen gut ineinander. Man findet eigentlich immer etwas zu tun, entweder man steigert weiter seine Attribute oder arbeitet an seiner Basis, vor allem in einem Clan wird Conan Exiles so schnell nicht langweilig. Die raue Welt der Barbaren hat aber auch eine Kehrseite. So kann es durchaus frustrierend sein, immer und immer wieder zu sterben und erstmal all sein Hab und Gut zu verlieren. Auf PvP Servern besteht außerdem immer die Gefahr, dass die eigene Basis angegriffen und ausgeraubt wird, selbst wenn man offline ist. Das alles macht Conan Exiles nicht unbedingt einsteigerfreundlich, wir empfehlen hier wirklich sich schnell mit anderen Mitspielern zusammen zu schließen. Auch aus technischer Sicht macht das Spiel keinen sauberen Eindruck. Trotz der langen Early Access Phase begegnet man immer wieder Bugs und hat mit Performance Problemen zu kämpfen. Grade auf den Konsolen fällt dies besonders auf. Alles in allem motiviert uns Conan Exiles aber immer wieder zum erneuten einloggen. Auch wenn das Ressourcen sammeln gelegentlich in Grind ausartet, so belohnt es uns doch immer wieder mit einem neuen Gebäude in unserer Basis oder besseren Waffen und Rüstungen für den nächsten Schlachtzug gegen Monster oder menschliche Spieler.