Alcatel Shine Lite LTE – Test / Review

    Alcatel hat kürzlich mit dem Shine Lite LTE ein schickes Smartphone für die Mittelklasse präsentiert. Wir fragten uns, wie sich das Shine Lite wohl so im Alltag schlägt. Also haben wir es kurzerhand selbst ausprobiert. Hier in unserem Test könnt ihr unsere Erfahrungen nachlesen.

     

    Zugegeben: Der Name Alcatel ist uns zwar allen ein Begriff, jedoch rührt dieser meist aus der Erinnerung heraus. Es ist schon eine ganze Weile her, dass der renommierte Hersteller mit Schlagzeilen aufwarten konnte. Nichts desto Trotz stand Alcatel immer für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Preis, Leistung und Design. Und in genau diese Kerbe möchte man mit dem Shine Lite LTE wieder einschlagen. Und, soviel können wir schon vorweg sagen, mit diesem Smartphone ist der oft schwierige Spagat ziemlich gut gelungen.

     

    Ausgepackt

    Die Verpackung kommt recht schlicht daher und verzichtet auf unnötigen Schnickschnack. Gefällt uns so in dieser Art auch ganz gut, denn nicht selten prangern schon auf den Pappschachteln unendlich viele Produktdetails und Schriftzüge, dass einem schwindelig wird. Frontseitig ist das Smartphone abgebildet und auf der Rückseite findet man die wichtigsten Specs – das war es.

    Im Inneren der Verpackung finden wir das Shine Lite so verpackt, dass sowohl Display, als auch Gehäuse keinerlei Transportschäden nehmen können. Darunter befinden sich die üblichen Verdächtigen: Netzteil, USB-Ladekabel, Bedienungsanleitung und Kopfhörer. Und dann, oha, fällt uns auch noch eine durchsichtige Schutzhülle entgegen. Dies war tatsächlich das erste Mal, dass wir ein Handy auspackten und der Hersteller gleich einen nützlichen Bumper mit in die Packung gesteckt hat. Warum das nicht alle so machen? Wissen wir nicht, fällt uns in diesem Falle aber positiv auf und zeigt, dass Alcatel mitgedacht hat.

     

    Innere Werte

    Bevor wir uns ans Ausprobieren machen, verschaffen wir uns einen Überblick über die inneren Werte des Shine Lite.

    • Betriebssystem: Android OS 6 Marshmallow
    • Format: Barren 5″
    • Prozessor: MediaTek MT6737 (4 x 1,3 GHz)
    • Arbeitsspeicher: 2 GB
    • Speicherkapazität: 16 GB (erweiterbar per Micro SD)
    • Display: 720p (1280*720)
    • Akku: 2460 mAh
    • Kamera: 13 Megapixel (Rückseite) / 5 Megapixel (Frontseite)
    • Besonderheiten: Gehäuse aus Aluminium, Fingerabdrucksensor, LTE-fähig (Band 20), LED-Benachrichtung
    • UVP: 199€

    Anhand dieser Eckdaten bemerkt man sehr schön, dass es sich beim Shine Lite um ein Gerät der Mittelklasse handelt.

    Nach dem Auspacken, also dann, wenn man das Gerät zum ersten Mal in der Hand hält, bekommt man einen ziemlich hochwertigen Eindruck vom Gerät. Das liegt in erster Linie am vollständigen Aluminium-Gehäuse, das sich sehr wertig anfühlt. Die Übergänge vom Gehäuse zur Glasfront sind sauber und nicht scharfkantig. Haben wir eingangs noch die Mitgabe des Bumpers gelobt, so merkt man bei seiner Anbringung aber dann auch, dass diese „Premium-Haptik“ durch die Schutzhülle verloren geht.

    Das Alcatel Shine Lite besitzt an der rechten Außenseite die einzige physischen Knöpfe. Ein-Aus-Schalter und direkt daneben die Lauter-Leiser-Wipptaste. Einen separaten Kameraknopf gibt es nicht. Rückseitig sitzt etwas oberhalb mittig der Fingerabdrucksensor. Idealerweise programmiert man den Abdruck des Zeigefingers ein, da so die normale Handhabe bestehen bleibt und man das Gerät quasi mit einem Handgriff entsperren kann. Auf der linken Seite befindet sich ganz alleine der Slot für nano-Sim und micro-SD. An der Unterseite findet man dann noch den Lautsprecher.

     

    Kamera

     

    Diese drei Fotos wurden alle mit der Rückkamera des Alcatel Shine Lite angefertigt. Bild 1 ist ohne Blitz, Bild 2 mit Blitz und Bild 3 in HDR.

     

    Die beiden Fotos wurden bei Tageslicht gemacht, beide in den Standardeinstellungen der Kamera.

    Die Kamera funktioniert grundsätzlich tadellos. Sie startet zügig und der Fokus stellt schnell scharf. Bei Dunkelheit neigt sie zum deutlichen Rauschen und Bilder können nur schwer scharf gestellt werden. Eine Krankheit, die viele Smartphones besitzen, auch in der Oberklasse. Sofern man Spaß an der Fotographie hat, raten wir zum Download einer alternativen Kameraapp (z.B. open camera). Die Standard-App von Alcatel bietet nur wenige Optionen und ist vornehmlich für den schnellen Schnappschuss geeignet. Mit der Frontkamera gelingen ordentliche Selfies und auch bei Videotelefonaten, wie beispielsweise via Skype, ist sie völlig ausreichend.

     

    Arbeitsgeschwindigkeit

    Im normalen Gebrauch läuft das Shine Lite sehr flüssig. Apps werden schnell gestartet und die Bedienung über Wisch- und Tippgesten klappt absolut problemlos. Dennoch kann man die 4 Kerne natürlich an seine Grenze bringen und das geschieht bei Powernutzern mitunter recht schnell. Wir bemerkten die ersten Ruckler, als wir 3 ressourcenhungrige Apps laufen ließen: Lords Mobile (Spiel), Amazon Prime Video (Streamingdienst) und Mobile Word (Office). Die 2 GB Arbeitsspeicher sind zwar völlig ausreichend, nur stößt der Prozessor früher oder später an seine Grenzen, sofern man zu viele Apps zeitgleich geöffnet hat. Dies ist in diesem Preissegment und mit dieser Ausstattung aber völlig in Ordnung. Bei anspruchsvollen 3D Spielen, wie etwa Asphalt 8 Airborne, muss man damit leben, die Performance manuell runter regulieren zu müssen. Ansonsten sind Ruckler unvermeidbar. Ein klarer Pluspunkt: Alcatel verzichtet auf unnötig vorinstallierte Apps, die gerne im Hintergrund werkelt und so das Handy unbemerkt ausbremsen.

     

     

    Das Shine Lite ist aufgeräumt und kommt ohne vorinstallierten Schnick-Schnack daher.

     

    Akku

    Mit 2460 mAh ist der Akku als moderat zu bezeichnen. Viel mehr ist bei der Dicke des Geräts allerdings auch gar nicht möglich und Alcatel nutzt praktisch jeden freien Millimeter für mehr Leistung. Leider ist der Akku fest verbaut.

    Nutzt man sein Gerät wenig und belässt es hauptsächlich im Standby, dann erreicht man bei voller Ladung rund 48h Dauer, bevor das Handy wieder an die Steckdose muss. Bei intensiver Nutzung und mit allen Konnektivitäten aktiviert dürstet es das Shine Lite natürlich schon früher wieder nach Strom. Mit einer durchschnittlichen Benutzung (mehrmals am Tag E-Mails abrufen + Telefonieren + WhatsApp + Social Media + Spiele) kommt man gut über den Tag hinweg mit einer vollen Ladung aus.

    Einen Nachteil hat das tolle Design: Durch die Hochglanzoptik sieht man jeden Fingerabdruck sofort.

     

    Telefonie & Datenverbindung

    Alcatel wirbt beim Shine Lite mit dem Beinamen LTE. In unserem Test hatten wir mit Anbietern im D1 und O2 Netz keinerlei Empfangsprobleme und unser Smartphone zeigte oben wie gewohnt die kleine LTE-Anzeige. Bis zu 150 MBit/s sind dadurch möglich. Beim WLAN meckern wir auf höherem Niveau: das 5 GHz-Band fehlt und man muss zwangsweise auf 2,4 GHz ausweichen. Das dürfte dem Otto-Norma-Verbraucher aber keineswegs auffallen oder gar stören. Ferner ermöglicht Bluetooth 4.2 einen akkusparenden Betrieb.

    Während unserer Testtelefonate konnten wir keine Kritik feststellen. Unser Gegenüber verstand uns klar und deutlich und auch wir konnten störungsfrei dem Gespräch frönen. Einzig der integrierte Lautsprecher klingt recht metallen, wenn man mit Lautsprecher telefoniert und man die Lautstärke komplett aufdreht.

     

    Fazit – Ein guter Allrounder mit kleinen schwächen

    Für den Preis von rund 200€ (derzeit schon deutlich darunter erhältlich) gelingt Alcatel ein guter Kompromiss zwischen Preis und viel Gebotenem. Für Einsteiger in die Welt der Smartphones oder Nutzer, die gerne ein solides Mittelklasse-Gerät möchten, kann man das Shine Lite LTE durchaus ans Herz legen. Wer tagsüber viele Stunden mit seinem Smartphone verbringt, der könnte auf Dauer nicht glücklich mit dem Shine Lite werden, da die Performance hier einen Strich durch die Rechnung macht. Schick ist es allemal und der wertige Anblick wird durch die ordentliche Haptik unterstrichen. Mittelklasse-Smartphones gibt es wie Sand am Meer und Alcatel versucht, dank Fingerabdrucksensor und edler Optik sich etwas hervorzutun.

    Alle weiteren Infos zum Gerät findet ihr auf der Webseite von Alcatel: http://www.alcatel-mobile.com/de/

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur