Starship Troopers – Terran Command – Test/Review

    Bugs in Spielen sind sonst unerwünscht, doch in Starship Troopers: Terran Command machen diese den Kern des Spiels aus. Doch wir reden hier nicht von den Bugs im Sinne von Spielfehlern, sondern von den großen Krabbeltieren gegen die wir die Menschheit verteidigen müssen. Bereits vor 25 Jahren erschien der Kinofilm zum gleichnamigen Roman von 1959 und die Geschichte der mobilen Infanterie erhält nun ein neues Kapitel. Erschienen ist die nunmehr dritte Videospiel-Adaption für den PC und erhältlich via Stream oder GOG.

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    Die mobile Infanterie:

    In der Welt von Starship Troopers sind die Nationalstaaten der Erde zusammengebrochen und die Welt ist in einer Art Föderation geeint. Die Geschicke der Menschheit werden so von einer Weltregierung geleitet. Die gesamte Gesellschaft ist dabei stark militaristisch ausgerichtet, denn nur wer einen Militärdienst abgeleistet hat, bekommt ein Wahlrecht zugesprochen. Jedoch stellt das für viele auch nur die hauptsächliche Einschränkung dar. Das Militär legt sogar großen Wert darauf, dass sich ein jeder freiwillig meldet. Bei der Ausgestaltung der Militäreinheiten unterscheiden sich Buch und Film stark. Besteht die mobile Infanterie im Buch aus nur männlichen Soldaten in gepanzerten Exoskeletten, so besteht sie im Film aus männlichen und weiblichen Soldaten, die nur leicht gepanzert als konventionelle Infanterie kämpfen. Unterstützung erhalten sie vor allem von Lufteinheiten, über schwere Fahrzeuge verfügen sie nicht.

    Gegner der Menschheit sind die Bugs oder Arachnoiden, die überdimensionalen Spinnentieren ähneln. Im Buch werden diese als intelligente Wesen beschrieben, im Film ist es eher eine Horde wilder Killerinsekten. Beiden Interpretationen gemein ist aber der Krieg zwischen der Menschheit und den Bugs. Nachdem die Bugs die Erde angegriffen haben, versucht sich die mobile Infanterie an einem direkten Gegenangriff auf Klendathu, dem Heimatplaneten der Bugs. Doch dieser ist ein Fehlschlag und es folgt ein langer Krieg, der auf  verschiedenen Planeten geführt wird. Bugs gibt es in verschiedenen Formen und Größen, die sich auch in ihren Fähigkeiten unterschneiden.

    Starship Troopers: Terran Command orientiert sich eindeutig am Film, denn auch hier werden wir von Horden wilder Killerinsekten heimgesucht. An unterschiedlichen Schauplätzen muss sich unsere mobile Infanterie diesen recht offen entgegenstellen.

    Auf in den Kampf:

    Die Spielmechanik von Stargate Troopers: Terran Command ist die eines klassischen RTS-Strategiespiels. Allerdings liegt der Fokus hier voll auf dem Kampf, weniger auf dem Aufbau einer Basis oder Versorgungskette. Einige Baumaßnahmen sind möglich, mit denen wir die zur Verfügung stehenden Einheiten beeinflussen können oder die Verteidigung unserer Basis stärken können. Wir verfügen über verschiedene Kampfeinheiten, die wir mittels der Maus steuern und in den Kampf schicken können. Darüber hinaus können die Einheiten meist noch Spezialangriffe, die wir separat anweisen müssen. Auch bestimmte Bauaufträge sind möglich, so können wir unsere Pioniere anweisen eine MG-Stellung (später auch stärkere) zu errichten. Um mehr Einheiten aufstellen zu können, müssen wir weitere Basen oder Versorgungsdepots erobern. Zudem steht uns nur eine gewisse Menge an Landungsschiffen zur Verfügung, was unsere Verstärkungsanforderungen etwas ausbremst.

    Wir verfügen über verschiedene Einheiten, die wir nach und nach freischalten. Zunächst starten wir mit zwei verschiedenen Arten von Einheiten. Mit den Schütztrupps schalten wir Buggs im Nahbereich bis hin zu mittlerer Distanz aus und mit den Kampfpionieren können wir, wie bereits erwähnt, zum Beispiel MG-Stellungen errichten und Bugs im Nahbereich mit Flammenwerfern bekämpfen. Nach und nach kommen weitere Einheiten, wie Scharfschützen und verschiedene Raketentruppen hinzu, aber auch Funker oder taktische Offiziere, die uns insbesondere neue taktische Möglichkeiten, wie schnellere Truppenverlegungen ermöglichen. Unsere Truppen sammeln im Kampf Erfahrung, sodass sie in der Stufe aufsteigen und stärker werden können. Wird eine Einheit im Kampf verwundet verliert sie an Personalstärke, diese können wir aber in unserer Basis wieder auffüllen.

    Die Auswahl der Spielmodi ist sehr übersichtlich, denn neben der Kampagne gibt es noch einen Szenario-Modus. Hier können wir die einzelnen Kampagnen-Missionen erneut erleben, aber immer erst nachdem wir diese in der Kampagne abgeschlossen haben. Darüber hinaus finden sich noch eine Art Encyclopedia mit Informationen zu unseren Einheiten und denen der Gegner im Spiel, die von Mission zu Mission anwächst.

    Hilfe, unsere Soldaten sehen nichts:

    Während die Bugs effizient und zielstrebig auf uns zueilen, geben sich unsere Soldaten gerne mal etwas verwirrt. Wichtig ist hier die richtige Anordnung der Truppen, denn diese sind recht blind unterwegs, steht ein Trupp vor dem anderen ist das wie eine Wand, der hintere Trupp greift dann nicht mehr richtig an. So müssen wir unsere Einheiten in einer Linie oder in versetzter Formation platzieren. Am besten ist es dabei immer, wenn wir uns das Gelände zunutze machen können und so beispielsweise unsere Scharfschützen ins erhöhte Gelände stellen können. Denn nur so halten sie uns effizient den Rücken frei. Sichteinschränkungen der einzelnen Einheiten auf den Gegner werden mit einem kleinen farbigen Ring über den Truppen visualisiert: grün = freie Sicht, gelb = eingeschränkte Sicht, rot = keine Sicht. Mit etwas Übung ist es so gut möglich seine Truppen sinnvoll anzuordnen, jedoch ist man dabei immer unter gehörigem Zeitdruck, denn die Bugs brechen oft wie eine Flutwelle über uns herein.

    Eine gewisse Hilfe besteht darin, die Truppen nicht nur über einfache Rechtsklicks zum Ziel zu schicken, sondern über gleichzeitiges Klicken der Strg-Taste einen Angriff zu befehligen. Denn nur so greifen sie automatisch während des Laufens an. Ansonsten passiert es durchaus, dass unsere Truppen einfach an den angreifenden Gegnern vorbei in ihr Verderben laufen.

    Der Einstieg ins Spiel:

    Das Spiel verfügt über mehrere Schwierigkeitsgrade, was wirklich sehr gut ist, denn der Kampf gegen die großen Scharen an Bugs ist sehr herausfordernd und kann schnell mal stressig werden. Auch wenn wir direkt in die Geschichte der Kampagne und den Kampf mit den Bugs eintreten, lässt man uns dabei nicht allein. Die ersten der Missionen der Kampagne dienen als Tutorial. Hier wird uns Schritt für Schritt die Spielmechanik erklärt.

    Zunächst lernen wir die Steuerung einer Einheit und wie man diese in den Kampf gegen die Bugs führt. Hierbei wird uns kleinschrittig erklärt, was wir tun müssen und es wird auch auf der Karte eingeblendet, wohin wir unsere Truppen bewegen müssen. Besonders diese Einblendungen helfen sehr dabei, sich überhaupt erstmal auf der Karte zurechtzufinden. Nach und nach bekommen wir weitere Truppen und Aufgaben hinzu, aber auch die Herausforderung durch die Bugs steigt stetig mit an. So müssen wir nach und nach mehr Basen einnehmen und halten, werden dabei aber auch beständig von mehreren Seiten durch die Bugs attackiert.

    Grafik und Steuerung:

    Werfen wir zunächst einen Blick auf die Systemanforderungen:

    Mindestanforderungen: Empfohlen:
    OS: Windows 7+ Windows 10+
    CPU: Intel Core i5 oder ähnlich Intel Core i7 oder ähnlich
    RAM: 8 GB 16 GB
    GPU: GeForce GTX1050
    Radeon RX 560
    GeForce GTX 1070 oder ähnlich
    DirectX: Version 9.0 Version 9.0
    Speicherplatz: 10 GB 10 GB

    Die Mindestanforderungen fallen sehr gering aus und auch die empfohlenen Anforderungen sollten keine große Hürde darstellen. Getestet haben wir mit zwei Konfigurationen: Zum einen ein Gaming-PC mit Ryzen 9 5900X, Radeon 5700XT und 32 GB RAM mit WQHD-Auflösung und zum anderen ein Gaming Notebook mit Ryzen 9 5900HX, GeForce RTX3600 und 16 GB RAM mit Full-HD-Auflösung. Auf beiden Systemen lief Starship Troopers: Terran Command stabil und frei von Rucklern.

    Die grafische Darstellung der Landschaft entspricht der eines klassischen RTS-Strategiespiels. Gefechte werden aufwändig visualisiert und vor lauter Kugelhagel kann man schnell den Überblick verlieren. Teilweise laufen die Bugs allerdings ineinander.

    Auch bei der Steuerung folgt das Spiel einem üblichen RTS-Strategiespiel und ist besonders Maus-basiert. Für viele Dinge gibt es jedoch auch Tastenkürzel, zum Beispiel für die Spezialangriffe unserer Truppen. Ebenso können wir Einheiten auch gruppieren und ihnen einzelne Zahlen auf der Tastatur zuordnen. Besonders für größere Gefechte eine gute Hilfe, denn hier wird es schwierig im Gewusel die richtigen Truppen anzuklicken. Sobald es brenzlig wird können solche Tastenkürzel auch helfen die Situation schnell in den Griff zu bekommen.

    Fazit:

    Starship Troopers: Terran Command ist ein unterhaltsamer und herausfordernder Strategietitel. Jedoch muss man sich durch das teilweise verwirrte Verhalten der eigenen Truppen etwas in die korrekte und effiziente Steuerung hineinfinden. Mit ein wenig Übung gelingt das schließlich auch sehr gut und wir können unserer Troopers erfolgreich in den Kampf führen. Jedoch würde eine gewisse Optimierung an dieser Stelle das gesamte Spielgefühl besser gestalten.

    Über Steam ist das Spiel aktuell zu einem Preis von 24,99 € erhältich. Preislich positioniert es sich so deutlich unterhalb der üblichen Vollpreis-Titel. Für die Qualität des Spiels und den Umfang ein durchaus guter Preis.

    Die PC-Version von Starship  Trooper: Terran Command wurde Game2Gether für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich schreibe hier vor allem zu den Themen PC-Hardware und Marvel-Comics.