Noctua NH-P1 – Test/Review

    Kühlleistung:

    Zum Test der Kühlperformance des Noctua NH-P1 wurde der i7-10700K mit Prime95 im Small FFTs Test (maximum power/heat/CPU stress) mit konstanter Belastung gefordert. Die Tests wurden sowohl mit aktiviertem Powerlimit bei 125 W und deaktiviertem Powerlimit und OC auf 4,7 GHz auf allen Kernen bei 200 W durchgeführt. Die Gehäuselüfter waren deaktiviert, um einen vollständig passiven Betrieb zu realisieren.
    Für den semi-passiven Betrieb wurde lediglich der am Kühler montierte Lüfter genutzt und folgende CPU-Lüfterdrehzahlen wurden erprobt:

    • 25 % Steuersignal – 300 RPM
    • 50 % Steuersignal – 640 RPM
    • 75 % Steuersignal – 940 RPM
    • 81 % Steuersignal – 1.000 RPM
    • 100 % Steuersignal – 1.200 RPM

    Die erfassten Temperaturen entsprechen dem Mittelwert aller CPU-Kerntemperaturen. Diese wurden mittels HWiNFO64 ausgelesen und aufgezeichnet. Bei den Tests lag die Umgebungstemperatur bei etwa 22,5 °C.

    Den Unterschied zwischen den Wärmeleitpasten NT-H1 und NT-H2 bezüglich der Kühlleistung haben wir uns bereits in einer separaten Review angeschaut.

    Kühlleistung bei 125 W:

    Der Noctua NH-P1 schafft es tatsächlich in einem rein passiven System eine Abwärme von 125 W dauerhaft abzuführen, ohne das der i7-10700K in unserem Testsystem in die thermische Drosselung läuft. Allerdings ist die Temperatur mit 94 °C sehr knapp an der Schwelle zur Drosselung. Setzt man den Lüfter zusätzlich ein reduziert sich die Temperatur bei 100 % Lüfterleistung auf etwa 74 °C, drosselt man den Lüfter auf 75 % der Leistung sind es sogar noch 78 °C. Danach ist die Temperaturreduzierung deutlich geringer.

    Kühlleistung bei 125 W vs. 200 W:

    Auch wenn Noctua selber den Kühler mit einer maximalen Kühlleistung von 125 W angibt haben wir uns auch angeschaut, wie die Performance bei 200 W ausfällt. Wie aber zu erwarten war, reicht auch bei aktivem Lüfter die Kühlleistung des NH-P1 nicht aus, um eine thermische CPU-Leistung von 200 W abzuführen, bzw. wenn dann nur für wenige Sekunden, der ein oder andere Boost wäre also möglich.

    Ausrichtung im Gehäuseluftstrom vs. natürliche Konvektion:

    Abschließend wollen wir uns noch anschauen welchen Effekt es hat, wenn man den NH-P1 nun ohne Lüfter im Luftstrom der Gehäuselüfter ausrichtet. Laufen die Lüfter bei halber Leistung ist die CPU zunächst etwa 4 °C kühler, allerdings reduziert sich der Unterschied mit der Zeit und nach etwa einer halben Stunde erreicht die CPU die gleiche Temperatur wie im vollpassiven Betrieb mit natürlicher Konvektion. Bei voller Leistung der Gehäuselüfter liegt die Temperatur bei etwa 84 °C, allerdings ist man in dieser Konfiguration auch deutlich lauter als im semi-passiven Betrieb mit dem Lüfter. Darüber hinaus ermöglicht dieser sogar geringere Temperaturen von 74 °C.

    Vergleich mit anderen Modellen:

    Schauen wir uns nun die Positionierung des Kühlers im Gesamtvergleich an. Der rein passive NH-P1 landet hier zwar auf dem letzten Platz, allerdings ist er auch der einzige passive Kühler in diesem Vergleich. Im semi-passiven Betrieb positioniert er sich vor einem NH-L9x65, allerdings bei einem bedeutend leiseren Betrieb und ohne den Einsatz von Gehäuselüftern. Jedoch ist er auch bedeutend größer, weswegen dieser Vergleich mit Vorsicht zu genießen ist.

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    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich schreibe hier vor allem zu den Themen PC-Hardware und Marvel-Comics.