StartNewsEU-Behörden prüfen virtuelle Währungen in Videospielen

EU-Behörden prüfen virtuelle Währungen in Videospielen

Seit dem 30. September prüfen die Verbraucherschutzbehörden der EU, wie neun Videospielfirmen ihre virtuellen Währungen verkaufen. Betroffen sind unter anderem Valorant, Minecraft, Clash of Clans und Candy Crush Saga. Aus Deutschland stehen Crytek mit Hunt: Showdown 1896 und InnoGames mit Forge of Empires auf der Liste.

Auch Fortnite stand am Starttag kurz auf der Liste. Der Europäische Verbraucherverband BEUC strich das Spiel noch am Abend aus seiner Mitteilung.

Koordiniert wird die Prüfung über das CPC-Netz, in dem die nationalen Verbraucherschutzbehörden zusammenarbeiten, sobald ein Fall Verbraucher in mehreren Mitgliedstaaten betrifft. Mit der Branche hatte das Netz schon 2025 verhandelt, nach Angaben der Kommission ohne zufriedenstellende Ergebnisse. Einen Verstoß hat bisher keine Behörde festgestellt.

Erst Euro, dann Valorant Points

Jedes der neun Spiele verkauft Inhalte über eine eigene Währung, Valorant über Valorant Points, Minecraft über Minecoins. Genau dort setzen die Grundprinzipien an, die das CPC-Netz im März 2025 beschlossen hat. Der echte Preis eines Items soll erkennbar bleiben.

Was ein Item tatsächlich kostet, ist auch der Kern der Beschwerde, die der BEUC 2024 eingereicht hat und auf die das Verfahren zurückgeht. Niemand solle einen Taschenrechner brauchen, um seine Ausgaben in einem Spiel zu überblicken, sagt Generaldirektor Agustín Reyna.

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Die Ausgaben fallen trotzdem in Euro an, nur einen Schritt früher, beim Kauf des Währungspakets.

Bei Echtgeld-Casinospielen fehlt dieser Schritt. Einsatz und Auszahlung laufen in Euro, und es gilt das Glücksspielrecht. Österreichs größtes iGaming-Vergleichsportal führt ein Ranking mit 15 Online-Casinos für Spieler in Österreich. Die Redaktion ordnet seriöse Anbieter in dieser Liste anhand von Bonusbedingungen und Zahlungswegen ein. Für Weiterleitungen an die Anbieter erhält das Portal Provisionen, das legt es auf der Seite offen. Ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, zeigt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, zu Boni und Zahlungswegen steht dort nichts.

Valorant-Spieler sehen im Shop Preise in VP statt in Euro. Das Kuronami-2.0-Bundle stand dort im Mai mit 9.500 VP, ein einzelner Waffenskin daraus mit 2.375 VP. Wie viel Euro das sind, hängt am VP-Paket, das der Spieler vorher gekauft hat. Am Spiel selbst ändern die Skins nichts.

In der BEUC-Beschwerde geht es auch um Paketgrößen, die Spieler zum Kauf von mehr Währung drängten als nötig.

Forge of Empires kommt aus Hamburg

Die Währung in Forge of Empires heißt Diamanten. InnoGames hat das Aufbauspiel 2012 herausgebracht, gespielt wird es im Browser und auf dem Smartphone. Seit einigen Jahren gehört das Hamburger Studio zur schwedischen Modern Times Group. Crytek, die zweite deutsche Firma im Verfahren, sitzt in Frankfurt am Main. In Hunt: Showdown 1896 kosten Skins Blood Bonds.

Wer Diamanten oder Blood Bonds kauft, soll nach den Grundprinzipien für virtuelle Spielwährungen über sein Widerrufsrecht informiert werden, in Deutschland wie in jedem anderen EU-Staat. Die Frist von 14 Tagen gelte nach Angaben der Kommission auch dann, wenn die Währung noch nicht ausgegeben ist.

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81 Lootbox-Berichte beim vzbv

Fünf Wochen vor dem Start der EU-Verfahren, am 26. August, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Auswertung zu Lootboxen veröffentlicht. Zwischen dem 23. März und dem 31. Juli hatten ihm Verbraucher 81 Erfahrungsberichte geschickt. Repräsentativ ist das nicht, der Verband schreibt es selbst dazu.

In den Erfahrungsberichten geht es vor allem um Kaufdruck und um Spielwährungen, deren Gegenwert in Euro kaum zu durchschauen sei.

„Das Geschäftsmodell der Gaming-Industrie darf nicht auf Manipulation und Kostenfallen beruhen“, sagt Sabrina Wagner, Referentin im Team Marktbeobachtung Digitales. Der vzbv will verbindliche Regeln im Digital Fairness Act, den die Kommission für Ende 2026 angekündigt hat. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland hält einen Vorschlag am 11. November für möglich. Suchtfördernde Elemente sollen nach dem Willen des vzbv in Spielen standardmäßig aus sein, Kinder und Jugendliche dürften sie gar nicht erst einschalten können. Auch BEUC-Chef Reyna setzt auf das neue Gesetz, es solle Verbraucher jeden Alters schützen.

Lootbox gegen Shop-Skin

Lootboxen und Kartenpacks, um die es in den vzbv-Berichten geht, zeigen ihren Inhalt erst nach dem Kauf. Bei einem Skin aus dem Shop steht vorher fest, was im Inventar landet. Den Europreis eines Items ergibt der Paketpreis, geteilt durch die Menge an Währung im Paket und multipliziert mit dem Itempreis. Dieselbe Rechnung zeigt, wie viel Währung übrig bleibt.

Die Branche bestreitet die Einstufung

Video Games Europe und die European Games Developer Federation, die beiden Spieleverbände auf EU-Ebene, halten die Einstufung der Spielwährungen für falsch. Spielwährungen seien keine digitalen Wertdarstellungen wie Bitcoin, schreiben sie. Seit dem Frühjahr 2025 frage die Branche nach der Rechtsgrundlage und habe keine Antwort bekommen. Ihre Vorschläge zu Preisangaben und Erstattungen wollen die Verbände umsetzen, sobald diese Frage geklärt ist.

Das CPC-Netz sieht den Stillstand bei den Firmen. Viele Unternehmen hätten trotz langer Gespräche nichts Wesentliches an ihren Spielen geändert, heißt es in seiner gemeinsamen Erklärung vom 30. September.

Parallel läuft ein eigenes Verfahren gegen Activision Blizzard zu Diablo Immortal und Call of Duty Mobile. Einen Zeitplan für die Antworten der Firmen nennt die Kommission nicht. In Valorant läuft der Betrieb weiter, am 28. Oktober soll der neue Agent Hush in Europa erscheinen.

Beschwerden über Käufe in Spielen nehmen in Deutschland die Verbraucherzentralen der Bundesländer entgegen.

Sammy
Sammy
Bis 2010 war ich in einer anderen Redaktion tätig, welche mich mit meinen Ideen und Vorhaben zu sehr einschränkte. Mit der Gründung von game2gether wurde die Idee umgesetzt ein Magazin zu schaffen welches für alle viel Spielraum und Freiheiten beinhaltet. Viele Redakteure sind mittlerweile seit über 10 Jahren dabei was bestätigt das der Grundgedanke funktioniert. Neben der Vermarktung von game2gether streame ich in der Freizeit gerne auf twitch.tv/sami4m
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