Einmal mehr wird es Zeit einen Grading Service unter die Lupe zu nehmen. Absolute Objective Grading kurz AOG habe ich auf dem German Card Fest 2026 kennengelernt, welchen ich bereits im Beitrag dazu erwähnt habe. Diesen findet ihr auch weiter unten. AOG hat seinen Sitz in Schwaig bei Nürnberg und dessen Spezialgebiet ist das Bewerten von Trading Cards. Und das nicht zu knapp mit 30 verschiedenen Marken. Pokémon, Magic, One Piece, Lorcana und und und. Es grenzt schon an Wahnsinn.
Absolute Objective Grading im Test
Ich denke mal, dass wir AOG zu den detailliertesten Bewertern zählen können, vor allem im deutschsprachigen Raum. Es wird einfach auf ALLES geachtet. Oberfläche, Zentrierung, Kanten, Ecken, Kratzer, eben worauf das normale Auge auf den ersten Blick nicht achtet.
AOG hat zudem einen kleinen Beitrag auf ihrer Homepage, wo unter „Über uns“ auf die Gründung eingegangen wird. Aus Nachbarn mit demselben Namen und Leidenschaft für Sammelkarten seit der ersten Edition an Pokémon Karten wurden Geschäftspartner. Nachdem sie selbst nach einem geeigneten Service gesucht hatten, welcher tiefer ins Detail geht und ohne eine Lieferung in die Staaten tätigen zu müssen und nicht fündig wurden, stand der Entschluss fest. Ein eigener in Deutschland ansässiger Grading Service muss her. 2019 starteten beide mit ersten Plänen für einen Bewertungs-Service in Deutschland und 2021, nach erfolgreicher Kickstarter Kampagne, war es so weit. Der Rest ist Geschichte und seit dem wuchs auch die Betriebsfläche.
Der Auftrag
Ein Auftrag läuft wie folgt ab. Zunächst könnt ihr wählen, wie schnell eure Bearbeitung sein soll. Diese legt sich dann auch auf den Preis nieder. Aus dem Shop ist zu entnehmen, dass die Standard-Bearbeitung bis zu 21 Tage in Anspruch nimmt und knapp 24 Euro kostet. Allerdings kann der Preis noch steigen, bei einem höheren Werteschutz. Die Karten sind grundsätzlich zu maximal 100€ abgesichert. Des Weiteren bietet Absolute Objective Grading die Wahl zwischen zwei Labels. Entweder Weiß mit schwarzer Schrift oder Brushed Chrome mit weißer Schrift. Das schwarze Label mit der goldenen Schrift gibt es allerdings nur für Karten im tadellosen Zustand.
Sobald ihr mit eurer Grading Bestellung fertig seid und gegebenenfalls noch Zubehör dazu bestellt habt, erhaltet ihr eine Mail mit der Bestätigung. In dieser sind Adresse und Bestellnummer enthalten. Es empfiehlt sich bei Grading Services immer die Bestellnummer einmal auf den Brief zu schreiben und einmal auf einen Zettel, damit Sammelkarten und Auftraggeber zugeordnet werden können. Achtet beim Versenden darauf, dass eure Einsendung nicht wild umherfliegt. Verwendet am besten ein Stück Pappe und klebt mit Tesafilm darauf die Karte in einer Hülle oder verwendet alternativ einen Toploader, um die Karte zu fixieren und unnötige Kantenstöße zu vermeiden. Jetzt fehlt nur noch eine gut leserliche Anschrift und dem Bewertungs-Prozess steht nichts mehr im Wege.
Ankunft und Label
Bei meinem normalen Auftrag habe ich ca. 4 Wochen gewartet, bis ich meine Karten im Case zurückerhalten habe. Zuvor gibt es eine E-Mail Benachrichtigung mit Videolink, in der zu sehen ist, wie die zugesendeten Karten entpackt werden. Als Nächstes vor der Ankunft gibt es eine weitere E-Mail mit dem fertigen Prozess und Bewertung. Damit lässt sich das Ergebnis mit Fotos einsehen, noch vor erhalt des Paketes. Das Label ist im Falle von AOG kein Sticker oder ein Stück Papier, sondern eine beschichtete Kunststoffplatte von einem Industriepartner. Wenn das Grading geschüttelt wird, dann ist ein wenig klackern zu hören.
Das silberne Label mit der weißen Schrift sieht sehr schick aus und wirkt wie ein metallisches Schildchen. Auf diesem sind dann Spiel, Set, Kartenart und Identifikationsnummer geschrieben. An der rechten Seite die Bewertung und Zustand, sowie die Seriennummer, mit der das Grading auf der Webseite zu finden ist. Dazu mehr im Beitrag weiter unten. Die Rückseite gewährt uns Einsicht in die Bewertung von Kratzern der Oberfläche, die Zentrierung, Kantenabnutzung und Ecken. Daneben befindet sich zuletzt noch ein QR-Code, mit dem direkt die Karte aus der Datenbank ohne Code geöffnet werden kann. Im Übrigen gibt es ein Label in Schwarz mit goldener Schrift. Allerdings nur für eine 10 mit 100 Punkten. Also quasi für eine fabrikfrische Karte.
Das Case baut sich aus zwei Teilen zusammen, welches überdies ebenfalls vom Industriepartner gestellt sind. Wenn ich einen genaueren Blick darauf werfe, könnte ich mir vorstellen, dass die Teile ähnlich zusammengesetzt werden, wie bei der Verpackung von Mau-Mau Karten. Zwar sind Erhebungen nicht zu sehen, jedoch ist an der linken Seite zu spüren, dass das Acryl etwas herausragt. Die Karte befindet sich in einem Sleeve und sitzt bombenfest. An den Kanten sind jeweils Lücken, um dennoch bei Erschütterungen Kantenbeschädigungen zu vermeiden. Ein eigenständiger Stand des Cases ist leider nicht möglich, dass habe ich bei der Bilderaufnahme probiert. Die meisten Sammler setzen nicht ohne Grund auf ein schräges Brett mit einer Kante, um die Kollektion so bestmöglich zu präsentieren.
Die Oberfläche des Acryl-Käfigs ist zudem komplett glatt, hochtransparent und hebt sich somit von den anderen Grading-Services ab. Alle, die ich bisher kannte, haben ein bestimmtes gestanztes Muster, wodurch sich die Gradings stapeln lassen, ohne zu verrutschen. Außerdem sind sie kratz- und stoßfest und resistent gegenüber UV-Strahlung und Reinigungsmittel.
Bewertungsvorgehen bei Absolute Objective Grading
Bilder als Beispiel, wie die Aufnahme in der Datenerfassung im Netz aussieht. Mit dem entsprechenden Code lassen sich alle Karten und genauen Merkmale einsehen. Über den Link 0000122772 kommt ihr zu meiner Karte. Ihr könnt alternativ auch die letzten drei Zahlen abändern und schauen, welche Karte sonst noch so erscheint.
Wie ihr sehen könnt, sind die Zahlen eingestuft in frisch aus dem Booster bis hin zu gut, bespielt und schlecht. Bei der Zentrierung ist darauf zu achten, dass das Motiv von Vorder- und Rückseite mittig platziert ist. Der Abgleich erfolgt über Prozente. Bei dieser Karte waren es nun 52% zu 48%. Am schwarzen Rand der Magic Karte könnt ihr eine leichte Abweichung nach links sehen.
> Bericht zum German Card Fest 2026 mit AOG.
Letzte Worte und Fazit
Hervorzuheben ist definitiv die Transparenz von Absolute Objective Grading, wie dessen Cases. Auf der Homepage ist sehr viel über die Gründung, Produktion und die Kontrolle der Qualität zu erfahren. Außerdem ist eine riesige Einsicht geboten, welche Punkte für eine Bewertung berücksichtigt werden. Zudem gibt es Hilfe bei dem Gesamtprozess. Hiermit bekommt ihr Tipps, wie die Karten am besten zu versenden sind und erfahrt obendrein, was mit euren Karten nach der Ankunft geschieht. Dazu gehört ein sicheres Lagern und eine sorgfältige Reinigung der Karte, damit nicht Staubpartikel oder Härchen die Bewertung verfälschen. AOG hat zusätzlich einen eigenen Release Kalender zu allen Sets aus allen TCGs, welche sie supporten.
Mit dem Service von Absolute Objective Grading bin ich sehr zufrieden und die Cases sind sehr schön und minimalistisch. Zwar bin ich mit der Bewertung meiner Bluthelden Karte nicht so glücklich, da auch nicht das Autogramm des Künstlers berücksichtigt wurde, aber bei AOG würde ich definitiv wieder privat bestellen. Vielleicht gibt es ja bald ein viertes besonderes Label für Signed-Cards. Außerdem bin ich ein klein wenig ungeduldig bei Gradings, möchte aber nicht unnötig mehr zahlen für schnellere Bearbeitung. Dass ich das Ergebnis über die Datenbank sehen konnte, bevor ich auf dem Boten warten muss, finde ich extrem spitze. Zu guter Letzt sei gesagt, mit dem Standard Preis von 23,90 Euro habt ihr definitiv einen guten Deal.
Video über das Entpacken der Einsendungen.
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