KeyWe (PC) – Test / Review

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    Koop-Spiele bieten nach wie vor eine gelungene Abwechslung zu einsamen Abenden daheim. Wenn wie in KeyWe auch ein Onlinemodus verfügbar ist, muss man dafür nicht einmal das Haus auf der Suche nach Spielpartnern verlassen. Ob das niedliche Spiel aus dem Hause Stonewheat & Sons hält, was die beiden putzigen Kiwis versprechen, lest ihr hier.

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    Story

    Hier geht die Post ab!

    … oder etwa nicht? Ob es im Postamt läuft oder der Betrieb ins Stocken kommt, entscheiden Jeff und Debra. Ganz so leicht haben die beiden es allerdings nicht, denn ihnen mangelt es nicht nur an Daumen, sondern auch an der erforderlichen Körpergröße, um effizient zu arbeiten. Doch wenn die zwei Kiwis eines haben, dann ist es Motivation und so stellen sie sich bei jedem Wetter den Herausforderungen ihres Jobs.

    Als neue Mitarbeiter des Bungalow Basin Telepost Office haben die beiden es nicht immer leicht. Mal kommt das winterliche Schneegestöber der Arbeit in den Weg, wenig später ist es ein defektes Rohr oder das Verpackungsmaterial ist leer. Uns haben die teilweise bizarren Schwierigkeiten, mit denen die Post-Kiwis konfrontiert werden, dank ihres Abwechslungsreichtums gelungen unterhalten.

    Jeff und Debra werfen sich in KeyWe in Schale

    Die gefiederten Hauptcharaktere versprühen trotz ihres fehlenden Sprachvermögens eine Menge Charme. Dazu trägt unter anderem die Möglichkeit bei, die süßen Kiwis zu personalisieren. Die Möglichkeiten hierzu sind überraschend vielseitig, wenn auch nur optisch relevant. Darüber hinaus sind es die kleinen Dinge, die uns von Jeff und Debra überzeugten – angefangen bei den kreativen Lösungen, die sie zur Bewältigung ihrer Aufgaben benötigen, bis hin zur liebevollen Animation der fröhlichen Vögel.

    Wie die meisten Koop-Indietitel wartet auch KeyWe nicht mit einer umfassenden Story auf, muss es aber unserer Meinung nach auch nicht. Stattdessen liefern die Entwickler eine lustige und ansprechende kleine Spielwelt, sowie zwei sympathische Charaktere, die man gerne bis zum Spielende begleitet. Für uns ist hier alles enthalten, was ein kurzweiliger Koop-Titel benötigt.

    Gameplay

    Allein oder im Team gegen die Zeit

    Das Spiel besteht im Kern aus unterschiedlichen Levels, oder Arbeitsschichten, in denen wir uns durch das gesamte Postamt und vier Typen von Minispielen rackern. Thematisch drehen sich natürlich alle um die Aufgaben eines Postamtes: So besteht eines der Spiele daraus, dass wir auf einer altmodischen Schreibmaschine Nachrichten abtippen müssen. Ein weiteres erfordert das Zusammensetzen von Textschnipseln zu Briefen. Das nächste stellt uns vor die Schwierigkeit, die Post mit Marken zu versehen, während wir im letzten einem freundlichen Oktopus beim Sortieren der Post aushelfen.

    Alles in allem bieten die Level somit genügend Abwechslung. Dadurch, dass alle Aufgaben auf Zeit gehen, steigt auch der Schwierigkeitsgrad langsam aber sicher an. Auch nicht vergessen werden darf, dass unsere Schichten fein säuberlich in einen Kalender eingetragen werden. Eine Arbeitswoche besteht demnach immer aus vier Tagen, an jedem von welchen wir eine der erwähnten Jobs erledigen. Dabei ist die Reihenfolge zufällig, was für ein wenig Ungewissheit sorgt.

    Schafft man ein Level, erhält man Briefmarken und hakt den Tag auf dem Kalender ab. Auch Überstunden kann man hin und wieder machen. Diese bieten Abwechslung in Form von kleinen Extra-Aufgaben, die im Postamt so anfallen. Beispielsweise helfen wir beim Bewirten der Postboten oder mischen uns selbst in Schneeballschlachten ein. Hier kann man sogar noch mehr Briefmarken sammeln, die den Kauf weiterer kosmetischer Extras für unsere Kiwis erlauben. Letztendlich avancierten die lustigen Überstunden sogar zu unseren Lieblingslevels!

    Gegen Wind, Wetter und Chaos

    Die Zeit ist jedoch nicht unser einziger Widersacher. Zudem wird das Wetter im Laufe der Zeit immer schlechter und das Postamt versinkt zunehmend im Chaos. Je nach Jahreszeit kommt schon einmal eine Schneeballschlacht oder eine Fliegenplage der Arbeit in den Weg. Da hilft nur Ruhe bewahren und zusammenarbeiten. Hier überzeugt das Gameplay durch seine einfache, intuitive Steuerung. So macht das Spiel erprobten Gamern Spaß, durch Hilfestellungen wie die Anzeige der zu drückenden Tasten oder kurzen Tutorials ist KeyWe aber auch mit Anfängern oder Kindern spielbar. Unterhaltsam ist es allemal, wie die Kiwis die Befehle schließlich pickend und hüpfend ausführen.

    Auch wenn wir KeyWe am liebsten im Koop-Modus gespielt haben, soll erwähnt sein, dass das Spiel auch allein spielbar ist. Hier wechselt man stattdessen selbst zwischen Jeff und Debra oder kontrolliert sie zeitgleich. In beiden Modi kommt das Puzzle-Game zwar chaotisch, aber doch familien- und einsteigerfreundlich daher. Wer also eine knallharte Herausforderung erwartet, sollte sich eher nach einem anderen Koop-Titel umsehen. Auch empfehlen wir, den Koop-Modus dem Singleplayer vorzuziehen – zu zweit machte uns das Spiel eindeutig mehr Spaß. 

    Alles in allem bieten die Levels dank der zufälligen Schwierigkeiten viel Abwechslung. Auch unterschiedliche Collectibles motivieren zum Lösen kniffliger Aufgaben. Im Vergleich zu Spielen wie Overcooked oder Potion Party stehen Rätsel hier neben Geschwindigkeit und Geschicklichkeit ebenfalls im Vordergrund. Während manche Koop-Spiele einen geringen Wiederspielwert haben, spielten wir KeyWe außerdem dank der abwechslungsreichen Herausforderungen gerne einige Male durch.

    Grafik/Sound

    Die Charaktere sind niedlich, die Umgebung passend und einladend gestaltet. Alles wirkt rund, farbenfroh und aufeinander abgestimmt. Für uns liefert KeyWe optisch genau das, was man von einem Koop-Game in seinem Preissegment erwartet. Dasselbe lässt sich über Sounds und Hintergrundmusik sagen.

    Preis/Leistung

    Zu einem momentanen Preis von 24,99 € für PC kommt KeyWe mit einer Spielzeit von etwa 6 Stunden pro Durchgang noch angemessen daher. Wer nicht vorhat im Singleplayer zu spielen und ein paar Freunde hat, die Lust haben, ein oder zwei Abende in das Spiel zu investieren, der kommt bei KeyWe auf seine Kosten.

    Fazit

    KeyWe überzeugt in vielen Punkten: Die unterschiedlichen Levels und insbesondere die Überstunden machen – anders als im echten Leben – besonders viel Spaß. Die kosmetischen Anpassungsmöglichkeiten der beiden Kiwis sind ein gelungenes Extra, Grafik und Sound stimmen und das Gameplay ist rund. Zudem gefällt der Koop-Modus sowohl Gamern auf der Suche nach einem Casual-Titel für den Feierabend als auch Familien. Leider überzeugt der Singleplayer weniger und für alle, die das Spiel nur einmal durchspielen möchten, gibt es preisgünstigere Alternativen.

    Hallo, ich heiße Kathrin und bin 27 Jahre alt. Zu Game2Gether brachte mich sowohl mein Interesse am Schreiben, als auch Begeisterung fürs Gaming. Ich bin offen für alle möglichen Spielegenres, besonders gerne spiele ich aber (Fantasy)RPGs, Puzzle-Games, Survivalspiele und Sidescroller.