SAPPHIRE war nach längerer Abwesenheit vor kurzem auf den Mainboard-Markt zurückgekehrt und hatte zunächst Modelle mit B850- und A620-Chipsatz präsentiert. Mit dem SAPPHIRE PURE X870A WIFI 7 erscheint nun das erste Modell, mit dem aktuellen Top-Chipsatz aus dem Hause AMD und das direkt in einem eleganten Weiß.
Vielen Dank an SAPPHIRE für die Bereitstellung des Testmusters.
Ausstattung und Features
Das SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 ist ein ATX-Mainboard auf Basis des AMD X870 Chipsatzes und richtet sich an anspruchsvolle Nutzende, die das volle Potenzial aktueller AMD Ryzen Prozessoren ausschöpfen möchten. Es unterstützt alle CPUs der Ryzen™ 7000-, 8000- und 9000-Serie im AM5-Sockel und kombiniert moderne Schnittstellen mit hoher Speicherbandbreite und umfangreichen Erweiterungsoptionen für leistungsorientierte Gaming- und Workstation-Systeme.
Für eine stabile Stromversorgung setzt Sapphire auf ein leistungsstarkes 16+2+1-Phasen-Design mit jeweils 55A pro Phase sowie zwei 8-Pin-EPS-Anschlüsse. Damit ist das Board auch für High-End-Modelle wie den Ryzen 9 9950X3D ausgelegt und bietet eine solide Grundlage für anspruchsvolle Lastszenarien und Overclocking. Vier DDR5-DIMM-Slots ermöglichen Dual-Channel-Konfigurationen mit bis zu 256 GB Arbeitsspeicher und unterstützen Taktraten von bis zu 8400 MT/s (OC) via EXPO oder XMP.
Auch bei den Erweiterungs- und Speicheroptionen ist das Board auf Zukunftssicherheit ausgelegt: Ein PCIe-5.0-x16-Slot steht für aktuelle Grafikkarten bereit, ergänzt durch einen dedizierten PCIe-5.0-M.2-Slot mit Transferraten von bis zu 16 GB/s sowie zwei weitere PCIe-4.0-M.2-Steckplätze und vier SATA-6-Gb/s-Ports. Durch intelligentes Lane-Sharing wird die verfügbare Bandbreite effizient verteilt.
In puncto Konnektivität integriert das Mainboard Wi-Fi 7 (802.11be) im Tri-Band-Betrieb auf 2,4, 5 und 6 GHz inklusive Bluetooth 5.4 sowie einen Realtek RTL8126 5G-LAN-Controller für kabelgebundene Hochgeschwindigkeitsverbindungen. Am Rear-I/O-Panel stehen unter anderem USB4 mit 40 Gbit/s über Type-C, USB 10G Type-A sowie vier USB-5G-Ports bereit. Ergänzt wird die Ausstattung durch HDMI und DisplayPort sowie 7.1-Kanal-Audio über den Realtek ALC897 Codec.
Optisch präsentiert sich das Mainboard im frostig-weißen ATX-Design (305 x 245 mm) und kombiniert die helle Farbgebung mit massiven Kühlkörpern für VRM, M.2 und Chipsatz. Fünf Lüfteranschlüsse, darunter ein dedizierter AiO-Pump-Header, sorgen für flexible Kühlkonzepte. RGB-Optionen mit drei 5V-ARGB- und einem 12V-RGB-Header, Debug-LEDs sowie eine BIOS-Flashback-Funktion runden die Ausstattung ab und erleichtern sowohl den Aufbau als auch spätere Updates.
| Formfaktor | ATX |
| CPU und Sockel | AM5 für AMD Ryzen 9000-, 8000- und 7000-Serie |
| Chipsatz | AMD X870 |
| Speicher | 4 DIMM-Slots, max. 256 GB, Dual-Channel DDR5-RAM, unterstützt XMP (Extreme Memory Profile) und EXPO (Extended Profiles for Overclocking), bis zu 8400 MT/S OC |
| Phasen | 16+2+1 Power Phase Design mit 55 A SPS |
| Erweiterungssteckplätze | 1x PCIe Gen 5×16-Steckplatz 1x PCIe Gen 4×4-Steckplatz 1x PCIe Gen 3×1-Steckplatz |
| Speicheroptionen | 1x M.2 Type 2280/2242 PCIe Gen 5×4 2x M.2 Type 2280(2242 PCIe Gen 4×4 4x SATA 6 Gbit/s |
| LAN | Realtek RTL8126 5G LAN |
| W-LAN | WiFi 7
|
| Bluetooth | Bluetooth V5.4 |
| Audio | Realtek ALC897 HD Audio, 7.1 Kanäle |
| IO-Panel | 2x SMA-Steckverbinder für Wireless-Antenne 1x HDMI 1x Display Port 1x USB4 Typ C 1x USB 3.2 Gen 2 Typ A 4x USB 3.2 Gen 1 Typ A 2x USB 2.0 1x LAN (RJ45) 6x Audioanschlüsse |
| interne Anschlüsse | 1x 24-poliger ATX-Stromanschluss 2x 8-poliger ATX-12-V-Stromanschluss 1x 4-poliger CPU_FAN-Steckverbinder 1x 4-poliger AIO_PUMP-Steckverbinder 3x 4-poliger CHA_FAN-Steckverbinder 1x Front Audio 1x Front Panel 3x 5 V ARGB LED-Steckverbinder 1x 12 V RGB LED-Steckverbinder 1x Speaker 1x Serial Port 1x Debug LED 2x USB 2.0-Header (bis zu 4 USB 2.0-Anschlüsse) 1x USB 3.2 Gen1-Header (bis zu 2 USB 3.2 Gen1-Anschlüsse) 1x USB 3.2 Gen2-Anschluss (für USB Typ-C) |
Über SAPPHIRE:
SAPPHIRE Technology Limited wurde 2001 in Hongkong gegründet und zählt zu den führenden Herstellern und weltweiten Zulieferern von innovativen Grafikkarten und Mainboard-Produkten. Dabei setzt SAPPHIRE durchgängig auf die Radeon-Chipsätze von AMD. In den Serien PULSE und NITRO bietet SAPPHIRE leistungsstarke Grafikkarten und hat sich ebenso ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis als Ziel gesetzt.
Allgemeines zum X870-Chipsatz:
Herz des Mainboards ist der aktuelle AMD-X870-Chipsatz. Der X-Chipsatz stellt bei AMD immer die Topline jeder Generation dar und richtet sich besonders an Enthusiasten und OC-Fans. Dahingegen stellen die B-Chipsätze die Mittelklasse und die A-Chipsätze die Einstiegsklasse dar. So besitzen die X-Chipsätze mehr PCIe-Lanes und unterstützen so mehr Komponenten und verfügen über mehr USB-Anschlüsse, USB4 gehört hier zur Standardausstattung. Darüber hinaus bietet bei AMD aktuell nur der X-Chipsatz eine Unterstützung von PCIe-5.0-Grafikkarten.
Insgesamt bietet der X870-Chipsatz 36 PCIe-Lanes, davon 24 PCIe-5.0-Lanes. So wird eine Grafikkarte mit 16 Lanes PCIe-5.0 unterstützt, setzt man zwei Grafikkarten gleichzeitig ein, stehen je Karte 8 PCIe-5.0-Lanes zur Verfügung. Eine NVMe-SSD kann so über die CPU mit PCIe-5.0 angebunden werden. Darüber hinaus kann man sowohl die CPU als auch den RAM übertakten. Der Chipsatz verfügt über einen USB-Anschluss mit 5 Gbit/s, sechs Anschlüsse sind für 10 Gbit/s möglich und einer mit 20 Gbit/s. Weiterhin sind vier SATA-Ports möglich.
CPU- und RAM-Konfiguration
Das SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 unterstützt die AMD Ryzen CPUs aus der 7000er, 8000er und der aktuellen 9000er-Serie. Die Spannungswandlung des Mainboards umfasst 16+2+1 Phasen mit 55 A pro Phase, für die energiesparenden AMD-CPUs absolut ausreichend. Die Spannungswandler sind, wie üblich, oberhalb und links neben dem CPU-Sockel positioniert. Zur Kühlung der MOSFETs und SFCs kommen hier zwei getrennte Kühlkörper zum Einsatz, diese sind aber beinnahe bündig aneinander gesetzt. Sie besitzen eine starke Profilierung und somit große Oberfläche.
Beim RAM setzt das Mainboard auf DDR5-RAM, für den vier Slots zur Verfügung stehen. Natürlich wird hier auch ein Dual-Channel-Betrieb unterstützt. Im OC werden RAM-Taktraten von bis zu 8.400 MT/s unterstützt. Hierfür können mittels XMP und EXPO vorkonfigurierte Profile geladen werden, man kann jedoch auch selber Hand anlegen.

PCIe-Konfiguration
Das Mainboard verfügt über zwei PCIe-Schnittstellen in voller und einer in verkürzter Baulänge. Davon entspricht die obere dem PCIe-Gen-5×16-Standard und ist an die CPU angebunden. Die mittlere PCIe-Gen-4×4-Schnittstelle teilt sich die Lanes mit dem dritten M.2-Slot und die untere Schnittstelle ist gemäß PCI Gen 3×1 angebunden.

Speicher-Konfiguration
Insgesamt bietet das Mainboard Platz für drei m.2-NVMe-SSDs im 2280- oder 2242-Format. Von diesen wird eine über PCIe Gen 5×4 direkt an die CPU angebunden und zwei über PCIe Gen 4×4 an den Chipsatz. Darüber hinaus besitzt das Mainboard noch vier klassische SATA-Schnittstellen mit einer Datenrate von 6 Gbit/s.
LAN und WLAN
Die kabelgebundene Netzwerkanbindung erfolgt onboard durch den Realtek-RTL8126-Chipsatz, der eine 5 Gbit/s-Schnittstelle bietet.
Zusätzlich ist WiFi 7 integriert, sodass die Frequenzbänder 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz unterstützt werden. Zudem besitzt das Mainboard Bluetooth V5.4.
Soundchip
Das Mainboard ist mit dem Realtek ALC897-Chipsatz ausgestattet und verfügt am IO-Panel über sechs 3,5-mm-Klinkeanschlüsse. Der Chipsatz unterstützt 7.1-Kanal Audio und ist von den anderen Mainboardkomponenten isoliert. Er besitzt ein SNR von 95 dB und bis zu 24 Bit Audio mit 192 kHz. Eine Anbindung von Frontanschlüssen erfolgt, wie üblich, über einen internen HD-Audioport.

USB
Es sind diverse USB-Schnittstellen mit einer Datenrate von bis zu 40 GBit/s vorhanden, am IO-Shiled. Am IO-Shield finden sich folgende Anschlüsse vom Typ A: zwei USB-2.0, vier USB 3.2 Gen 1 und ein USB 3.2 Gen 2. Darüber hinaus gibt es noch einen USB4-Anschluss vom Typ C. Intern finden sich weitere Header zur Schnittstellenerweiterung: 2x USB 2.0, 1x USB 3.2 Gen 1 und 1x USB 3.2 Gen 2.

Lüfter und RGB
Auch zur Ansteuerung von Lüftern und RGB-Produkten verfügt das Mainboard über einige Schnittstellen. So finden sich zwei 4-polige Anschlüsse im Bereich der CPU für den CPU-Lüfter und eine AiO-Pumpe. Für weitere Gehäuselüfter gibt es insgesamt drei 4-polige Anschlüsse. Dabei wird automatisch erkannt, ob der angeschlossene Lüfter über 4-Pin-PWM oder 3-Pin mit DC-Regelung betrieben wird.
Für RGB-Produkte gibt es drei 5-V-3-Pin-ARGB-Anschlüsse und einen 12-V-RGB-Anschluss.
Weitere Features
Über die Schnittstellen hinaus bietet das Mainboard noch ein paar weitere Features. So besitzt es eine Anordnung aus vier LEDs zur Fehleranalyse, die erste ist dem RAM, die zweite der CPU, die dritte der GPU und die vierte dem allgemeinen Boot-Vorgang zugeordnet.
Verpackung und Lieferumfang
Die Umverpackung des SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 entspricht dem Layout einer klassischen Mainboardverpackung. Entsprechend der weißen PURE-Modelle von SAPPHIRE setzt diese überweigend auf die Farbe Weiß für die Gestaltung und zeigt auf der Vorderseite eine futuristische Abbildung. Auf der Rückseite finden sich die technischen Daten und eine schematisch Zeichnung des Mainboards.
Der Lieferumfang besteht auf dieser Mission aus dem Mainboard an sich, der WLAN-Antenne, zwei SATA-Kabeln und der Bedienungsanleitung.
Design und Verarbeitung
Das SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 fügt sich gut in das bekannte Designschema der weißen PURE-Modelle ein. Am besten lässt sich das Design als puristisch elegant beschreiben. Auf der Vorderseite ist das PCB komplett in Weiß gehalten und mit einem filigranen Print versehen. Die Anschlüsse, sowie die RAM-Slots, heben sich dabei in Schwarz ab, beide PCIe-Schnittstellen in voller Baulänge sind mit einem Metallrahmen verstärkt. Wie bereits erwähnt, kommen für die Wandler großzügige Kühlkörper zum Einsatz. Diese fügen sich durch ihre silbern eloxierte Oberfläche gut in das Gesamtbild ein. Der Kühlkörper rechts vom IO-Shield befindet sich mitsamt des IO-Shields unter einer Abdeckung aus weißem Acryl. Auch der ebenso großzügige Kühlkörper des oberen M.2-Slots ist so aufgebaut. Auch die unteren beiden M.2-Slots befinden sich unter Abdeckungen aus Metall, diese sind nicht profiliert, sondern haben eine glatte Oberfläche, die mit einem weiß-silbernen Dekor versehen ist. Die Rückseite des PCBs hebt sich in einem hellen Grau ab.
Die vier SATA-Ports und der USB-3.2-Gen-1-Header sind seitlich gewinkelt angebracht, was das Kabelmanagement etwas vereinfacht. Der USB-3.2-Gen-2-Header ist nicht gewinkelt positioniert, ebenso der ATX-Stromanschluss, zudem findet sich seitlich noch ein Lüfteranschluss. An der Oberseite sind neben den beiden 8-Pin-Stromanschlüssen noch der Anschluss für CPU-Kühler und AiO-Pumpe, sowie ein 3-V-ARGB-Anschluss untergebracht. Alle anderen Anschlüsse befinden sich an der Unterseite des Mainboards.
Montage
Anders als bei vielen anderen Mainboards befindet sich beim SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 die mittlere Verschraubung nicht unter dem Kühlkörper des M.2-Slots. So sind alle Verschraubungspunkte problemlos zu erreichen. Durch die Farbkombination des Mainboards eignen sich sowohl schwarze als auch silberne Schrauben.
Um an die obere SSD zu kommen, muss man die beiden Schrauben des Kühlkörpers lösen. Die Kühlkörper der unteren SSDs sind mit drei, bzw. zwei Schrauben befestigt. Die M.2-SSDs müssen nicht verschraubt werden, sondern können mit Cliphalterungen befestigt werden. Für die Kühlung der obere PCIe-Gen-5-SSD gibt es ein Wärmeleitpad für die Oberseite und eins für die Unterseite der SSD. Bei den unteren zwei PCIe-Gen4-SSD-Slots kommen Wärmeleitpads für die Oberseite der SSD zum Einsatz.
UEFI und Software
Die Konfiguration des SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 erfolgt über das UEFI, mit der Software SAPPHIRE TriXX-M kann man aktuell die RGB-Konfiguration anpassen, die Drehzahlen der Lüfter jedoch nur visualisieren.
UEFI
Das UEFI tritt in einem vollständigen SAPPHIRE-Design auf. Es besitzt eine moderne, aufgeräumte Optik, die teils einen eigenen Weg geht. Unser Testmuster wurde mit der Version V301 vom 01.12.2025 geliefert.
Auf der Startseite sieht man zunächst die wichtigsten Informationen zur BIOS-Version, RAM-Konfiguration, Boot-Reihenfolge und Lüfteraktivität. Zudem kann man hier Funktionen, wie EXPO und ReSizeBar im Blick behalten, auch ein Tab für den Hardware Status ist vorhanden. Auf der linken Seite des GUI findet sich eine Menüleiste, mit der wir die einzelnen Bereiche der BIOS-Optionen aufrufen können. Über „Advanced“ gelangt man zu den detaillierten Konfigurationen für die Laufwerke, den Speicher, die Energieeinstellungen usw.
Der Punkt „Overclock“ wird interessant, wenn man sich dem RAM-OC widmen möchte, entweder manuell oder mittels Auswahl des passenden EXPO-Profils. Auch mit Blick auf die CPU sind ein paar Anpassungen möglich. Über „Status“ lassen sich verschiedene Systemdetails im Blick behalten. Auch eine Anpassung der Lüfterkonfiguration ist hier möglich. Das Menü „Boot“ dient zur Anpassung der Boot-Konfiguration.
SAPPHIRE TriXX-M
Aktuell bietet die Management-Software SAPPHIRE TriXX-M noch nicht den Funktionsumfang, den man von anderen Anbeitern gewohnt ist. Man kann hier in erster Linie Systemparameter visualisieren und überwachen, sowie die ARGB-Effekte angeschlossener Komponenten einstellen. Hierfür stehen viele verschiedene Presets und individuelle Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung. Was jedoch fehlt ist eine Möglichkeit die Drehzahl der angeschlossenen Lüfter anzusteuern, dies geht aktuell (Stand Februar 2026) nur im UEFI.
Performance-Tests
Natürlich kann man ein Mainboard nur im richtigen Einsatz ausführlich testen. Dazu haben wir nachfolgendes Test-Setup für das SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 zusammengestellt.
Unser Testsystem
| CPU: | AMD Ryzen 7 9700X |
| CPU-Kühler: | SAMA L70 360 mm (Test folgt) |
| Mainboard: | SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 |
| RAM: | TEAMGROUP T-FORCE XTREEM ARGB DDR5 6000 MHz 2×16 GB (zum Test) |
| GPU: | SAPPHIRE PURE AMD Radeon™ RX 7900 GRE 16GB |
| PSU: | Cougar Polar X2 (Test folgt) |
| M.2-SSD: | Crucial T700 2 TB (zum Test) WD_BLACK SN850X 2 TB |
| Gehäuse: | Cougar CFV 235 Mesh (Test folgt) |
| OS: | Windows 11 |
Boot-Zeit
Der Boot-Vorgang dauerte bei unserem Testaufbau insgesamt etwa 25 Sekunden vom Drücken des Power-Knopfes bis zum Login-Screen von Windows. Der Post-Screen erschien dabei überhaupt nicht. Fast Boot war im UEFI bereits aktiviert, dementsprechend bleibt nicht viel Zeit, um ins UEFI zu gelangen.
CPU-Leistung
Für den Test haben wir einen AMD Ryzen 9700X auf dem Mainboard platziert und für den 105-W-Modus konfiguriert. Um später mit anderen Boards einen Vergleich anstellen zu können, haben wir verschiedene Benchmarks durchlaufen lassen. Ein Klassiker ist hier immer Cinebench, womit man CPUs sowohl im Single-Core als auch im Multi-Core-Betrieb testen kann. Natürlich berücksichtigt so ein Benchmark nie die gesamte CPU-Performance, sondern betrachtet nur einen kleinen Teil.
| Single-Thread | Single-Core | Multi-Core | Multi-Thread | |
| Cinebench R20 | – | 871 | 9.022 | – |
| Cinebench R23 | – | 2.224 | 23.201 | – |
| Cinebench 2024 | – | 138 | 1.308 | – |
| Cinebench 2026 | 554 | 755 | – | 5.383 |
VRM-Temperatur
Ein ebenfalls nicht unwichtiger Faktor im Volllastbetrieb ist die Temperatur der VRMs. Hierzu haben wir das System in unserem Setup mit einem AMD Ryzen 9700X für eine halbe Stunde mit Prime95 ausgelastet, sodass sich eine Leistungsaufnahme der CPU von 105 Watt eingestellt hat. Die VRM-Temperaturen lagen hierbei im Leerlauf bei etwa 42 °C und unter Volllast bei etwa 57 °C. Hier ist gut zu sehen, dass die Kühlkörper des Mainboards zusammen mit dem Luftstrom des Gehäuses eine effiziente Wärmeabfuhr ermöglichen. Theoretisch wäre hier also bei der Maximallast noch ein großer Spielraum vorhanden. Über den Lüfter zur aktiven Kühlung der VRMs lässt sich deren Temperatur noch weiter absenken.
Schnittstellen
Mit Blick auf die Schnittstellen des SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 interessiert uns vor allem, ob bei der SSD und auch bei den USB-Schnittstellen die angegebenen Datenraten erreicht werden. Hierzu haben wir auf die Software CrystalDiskMark zurückgegriffen.
Über CrystalDiskMark
Das Geschwister-Tool von CrystalDiskInfo prüft die Leistung von HDDs und SSDs sowohl sequentiell, als auch zufällig. Dabei kann die Zusammenstellung der jeweiligen Tests angepasst werden.
M.2-Schnittstelle
Getestet haben wir die Performance der an die CPU angebundenen M.2-Schnittstelle mit einer Crucial T700 mit einer Kapazität von 2 TB. Hier zeigen die Datenraten die zu erwartende Performance.
Der obere Slot für die m.2-SSD mit PCIe-Gen-5-Anbindung besitzt einen besonders großen Kühlkörper, schließlich weisen diese besonders schnellen SSDs eine deutlich höhere Wärmeentwicklung auf. Der Kühlkörper hat einen sehr massigen Aufbau, ist jedoch durchbrochen, um eine Durchströmung zu ermöglichen. Wir haben in CrystalDiskMark den SEQ1M-Q8T1-Test mehrfach im Loop laufen lassen und schafften es hier auch nach über 25 Wiederholungen im Loop nicht, die Temperatur über 58 °C zu steigern. Eine sehr effiziente Kühlung der M.2-SSD.
USB-Schnittstellen
Für einen Test der USB-Schnittstellen haben wir zwei verschiedene externe SSDs genutzt. Da die Schnittstellen des Mainboards maximal 40 Gbit/s als Datenrate unterstützen, haben wir die USB4-Schnittstelle mit einer Verbatim TurboMetal 2 TB (zum Test) getestet. Für die weiteren USB-Schnittstellen haben wir eine SanDisk Extreme Pro 2 TB mit einer Datenrate von bis zu 20 Gbit/s genutzt.
Fazit
Mit dem PURE X870A WiFi 7 liefert SAPPHIRE ein überzeugendes Comeback im High-End-Segment der AM5-Mainboards ab. Nach den ersten Modellen mit B- und A-Chipsatz positioniert sich das Board nun mit dem AMD X870 klar in der Enthusiastenklasse und kombiniert starke technische Ausstattung mit einem eigenständigen, eleganten White-Design.
Im Test zeigte sich das Mainboard durchweg stabil und leistungsfähig. Die 16+2+1-Phasen-Spannungsversorgung arbeitet effizient und bietet auch unter Dauerlast ausreichend Reserven, was die gemessenen VRM-Temperaturen eindrucksvoll unterstreichen. Selbst bei längerer Belastung mit 105 Watt CPU-Leistungsaufnahme blieben die Temperaturen in einem sehr guten Bereich, sodass auch für stärkere Prozessoren und Overclocking genügend Spielraum vorhanden sein dürfte. Die Unterstützung schneller DDR5-Module bis 8400 MT/s (OC) sowie die unkomplizierte Aktivierung von EXPO-Profilen runden den positiven Eindruck ab.
Auch bei der Speicher- und Schnittstellenausstattung gibt es kaum Kritikpunkte. Die PCIe-5.0-Anbindung für Grafikkarte und eine M.2-SSD sorgt für Zukunftssicherheit, während die weiteren PCIe-4.0-M.2-Slots und SATA-Ports ausreichend Flexibilität bieten. Besonders positiv fiel im Test die Kühlleistung des massiven Gen-5-M.2-Kühlers auf, der selbst unter dauerhafter Last niedrige Temperaturen ermöglichte. USB4, 5G-LAN und WiFi 7 decken zudem moderne Konnektivitätsanforderungen umfassend ab.
Das UEFI präsentiert sich übersichtlich und funktional, mit soliden Optionen für RAM- und CPU-Feintuning. Die Software-Lösung TriXX-M bietet aktuell noch nicht den vollen Funktionsumfang etablierter Mitbewerber, insbesondere bei der Lüftersteuerung, erfüllt aber ihren Zweck im Bereich Monitoring und RGB-Konfiguration. Hier besteht ausbaufähiges Potenzial.
Insgesamt überzeugt das SAPPHIRE PURE X870A WiFi 7 mit einer starken technischen Basis, sehr guter Kühlung, moderner Ausstattung und einem klaren Designkonzept, das sich besonders an White-Build-Enthusiasten richtet. Kleinere Software-Schwächen trüben das Gesamtbild nur minimal. Für leistungsorientierte AM5-Systeme mit aktuellem Ryzen-Prozessor ist dieses Mainboard eine attraktive und stimmige Option im High-End-Bereich.
Das Mainboard PURE X870A WiFi 7 wurde Game2Gether von SAPPHIRE für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers oder Händlers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.


