Deadpool 2 – Filmkritik (Spoilerfrei)

    Deadpool 2 führt die Geschichte um den Publikumsliebling Wade Wilson fort. Inzwischen geht unser Pool voll in seiner Rolle als Antiheld auf. Bedauerlicherweise legt er sich mit dem falschen Obermacker an. Vom Gangsterboss selbst wird er und Freundin Vanessa in seiner Wohnung überrascht. Wade konnte es leider nicht rechtzeitig verhindern, dass seine Freundin von einer Kugel getroffen wird und stirbt. Mit gebrochenen Herzen versucht Deadpool sich das Leben zu nehmen, was, wie wir alle wissen, nicht klappt. In einer Eingebung erhält Deadpool von Vanessa die Worte: „Herz am rechten Fleck“. Diese sollen ihn also erlösen und wieder mit Vanessa vereinen.

    Deadpool probiert sich daraufhin als ein X-Men. Als die Guten. Zusammen mit Colossus versuchen sie ein Mutanten-Kind aus einem Heim zu retten, als dort Chaos ausbrach und die Polizei ausrückte. Anfangs verstand sich Wade Wilson nicht besonders gut mit dem anhänglichen Jungen. Als ein Zeitreisender namens Cable auftauchte und nach dem Leben des Kindes trachtete, wird dem Pool klar, dass der Junge vielleicht mit dem „Herz am rechten Fleck“ zu tun hat. Schließlich haben sich Vanessa und Wade immer Kinder gewünscht.

    Über Deadpool 2

    Deadpool 2 verläuft nicht nach einem Muster ab, welches man von Filmen gewohnt ist. Anders als Prolog, Handlung, Verlust und Happy-End, haben wir einen Film, der dies alles über Bort wirft. Das Deadpool 2 seine eigenen Regeln der Filmkunst aufstellt, war aber auch irgendwie klar. Von dem lieb gewonnen Träger des Schwarz/roten-Stramplers erwartet man auch nichts anderes. Selbst die groß präsentierte X-Force aus dem Trailer hat weniger Screentime, als man angenommen hat. Das ist auch eines der Highlights im Film. Man wird auf einer Weise überrascht, die man sich nicht mal selbst ausdenken könnte. Die Frage, warum sie so wenig Screentime erhielten, klären eine folge von absurd lustigen Szenen.

    Cable dürfte die Figur im Film sein, auf die sich die Pool-Fans am meisten freuen. Dass auch noch Josh Brolin ihn spielt, wertet das Ganze noch einmal auf. Der Schauspieler ist in diesem Jahr in aller Munde, was auch an seiner Vielzahl von Auftritten liegen könnte, wie Thanos in Avengers 3 Infinity War, Sicario: Day of the Soldado und No Way Out. Die Stimme von Josh Brolin dürfte auch in Deadpool 2 herausstechen. Sie hat diese „leg dich nicht mit mir an“ Mentalität. Teilweise gibt sich die Figur aber zu hart im Film. An einer Stelle des Filmes hätte ich gern seinen Schmerz geteilt, aber eine Träne kam nicht wirklich auf. Cable ist größtenteils nur angepisst und verfolgt seine Mission.

    Dann hätten wir noch Domino eine Mutantin mit der Superkraft „Glück“. Egal wie knapp sie dem Tode entkommt, das Glück ist stets auf ihrer Seite. Gespielt wird die Heldin von Zazie Beetz. Zuvor in Kurzfilmen mitgewirkt und ein paar Episoden Easy, dürfte Deadpool 2 nun für ihren Durchbruch sorgen. Der Letzte im Bunde ist Russell gespielt von Julian Dennison. Trotz seiner jungen Jahren legt der neuseeländische Schauspieler eine wahnsinns Performance ab. In seiner Heimat gewann er schon 2013 und 2016 den Filmaward für den besten Schauspieler. Leider kann er durch seine Rolle als anstrengendes Kind nicht gerecht werden. Die Wandlung, die seine Figur im Film vollzieht, ist zu einseitig.

    Heutzutage ist es ja üblich, über zu viel CGI zu nörgeln. Da aber Deadpool 2 sogar darüber Witze macht und es gezielt so dem Zuschauer verkauft, könnte man es auch als Stilmittel des Films sehen. Zugegeben, die Kinderbeine von Deadpool sahen ein wenig schlampig bearbeitet aus, aber darüber kann man hinweg schauen. Einen, wie Deadpool selbst sagte, „fetten CGI-Fight“ gibt es ebenfalls zu sehen. Dabei kämpft Colossus gegen einen berühmten Marvel-Schurken, den ich an der Stelle nicht verraten möchte. Ihr werdet ihn lieben!

    Es ist nicht nur der geheim gehaltene Schurke, der in dem Film für Überraschungen sorgt, ein paar weitere Cameos aus dem Marvel Entertainment Universum hält der Film noch bereit. Einige Szenen dürften sogar das DC-Universum beeinflussen. Das sei verraten als Vorgeschmack für die Endcredits und ein Grund zum Sitzenbleiben!

    Fazit

    Deadpool 2 schließt sich nahtlos an den Ersten an und verspricht genauso absurd zu werden, wie sein Vorgänger. Im zweiten Teil hat sich nicht viel verändert. Die Brutalität und die derben Sprüche sind gleich geblieben, sich neu erfunden hat der Film nicht. Das muss er ja auch schließlich nicht, da man die Portion Deadpool bekommt, die man erwartet. Mr. Pool spricht wie gewohnt zum Publikum und schaut direkt in die Kamera, was einem befremdlich vorkommt, weil er damit die 4. Wand durchbricht. Deadpool macht seine eigenen Regeln und verriet sogar bereits am Anfang des Filmes, was dem Zuschauer am Ende erwartet. Zwei Dinge haben mich wirklich überrascht im Film. Zum einen währen dass die X-Force, welche ich oben schon einmal erwähnt habe, mit ihren etwas kürzerem Auftritt und den bis dato geheim gehaltenen Schurken.

    Ich weiß nicht, ob es beabsichtigt war, aber Cable schaut mit seinem Kostüm aus wie Luke Skywalker in „Das erwachen der Macht“. In Deadpool gibt es ja reichlich Easter Eggs, die dafür sprechen können. Die Kostüme heben sich generell von der Masse ab, weil sie so natürlich aussehen und den Comic-Vorlagen so nahe. Mit einer Sache war ich nicht zufrieden. Der Grund, warum Cable in unsere Zeit reißt, wurde nur kurz erklärt und dies hängt mit seiner Familie zusammen. Die Szene ist jedoch so kurz, dass man gar nicht wirklich eine Bindung zu den Figuren aufbaut oder gar den Schmerz mit Cable teilt. Es ist ein „naja, ist halt so“.

    Mit Deadpool 2 kann man dieselbe Klasse erwarten, wie sein Vorgänger, doch ist der große Kick raus. Das liegt aber daran, dass Deadpool 1 gewagt war und sich abgehoben hat von den kinderfreundlichen Superhelden Filme. Da Marvel-Fans eh in den neuen Deadpool gehen, kann ich diesen Film Freunden des Action/Hitman-Genres ans Herz legen. 1A Popcorn Kino!

    Review aus der Originalvertonung ohne Untertitel.

    Zweiter offizieller Trailer zu Deadpool 2.

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    Daniel Plaumann
    Seit 2014 schreibe ich für das tollste Online Magazin in Deutschland. Ich kümmere mich um alles an News von den Microsoft Studios, einigen Releases und Buchkritiken zu Comics sowie Mangas.