Regie: Jon Favreau | Drehbuch: Jon Favreau, Dave Filoni, Noah Kloor | Laufzeit: 132 Minuten | FSK: 12 | Kinostart (DE): 20. Mai 2026
Baby Yoda kehrt zurück diesmal auf der großen Leinwand
Sieben Jahre sind vergangen seit dem letzten Star Wars-Film in deutschen Kinos. Sieben Jahre, in denen die Galaxis fest im Griff des Streamings lag. Nun wagt Disney den Sprung zurück auf die Kinoleinwand und schickt das beliebteste Duo aus der Streaming-Ära in die erste Reihe: Den schweigsamen Kopfgeldjäger Din Djarin, besser bekannt als der Mandalorianer (Pedro Pascal), und seinen grünen Knuddel-Begleiter Grogu, liebevoll von der ganzen Welt als Baby Yoda bezeichnet.
Was erwartet den Zuschauer? Kurze Antwort: ein typisches Kopfgeldjäger-Abenteuer im Star Wars-Gewand, das sich stark wie eine verlängerte Staffel der Serie anfühlt und das ist, wie wir noch sehen werden, gar nicht mal so schlimm.
Endlich mal was anderes: Weg von Luke, hin zur Galaxis
Bevor wir in die eigentliche Handlung einsteigen, muss man eines deutlich sagen: Es ist wunderbar, dass Star Wars im Kino endlich einen anderen Blickwinkel einnimmt. Jahrzehntelang drehte sich nahezu alles um dieselbe Vorlage ein junger Held, das Imperium, die Dunkle Seite, Lichtschwert-Duelle. Luke Skywalker ist eine Ikone, keine Frage. Aber das Star Wars-Universum ist riesig, bevölkert von Kopfgeldjägern, Schmugglern, Mandalorians, Jedi-Außenseitern, Siths, Huttengangstern und Dutzenden von Spezies, die alle ihre eigene Geschichte zu erzählen haben.
The Mandalorian hat das auf dem kleinen Bildschirm bewiesen und jetzt bringt The Mandalorian and Grogu diesen frischen Ansatz endlich wieder ins Kino. Kein auserwählter Held, keine Prophezeihung, kein galaktisches Schicksal. Nur ein Söldner in Beskar-Rüstung, ein Baby-Alien und eine Welt, die moralisch grauer ist als Gut gegen Böse. Das Star Wars-Universum hat so viel mehr zu bieten als die Skywalker-Saga und dieser Film ist ein weiterer Beweis dafür, dass man diese Vielfalt auch im Kino endlich ausspielen kann.
Die Geschichte: Ein Auftrag, eine Jagd, ein Hutt
Das Imperium ist gefallen, doch in den Außenbezirken der Galaxis treiben imperiale Kriegsherren noch immer ihr Unwesen. Die Neue Republik ist damit beschäftigt, Ordnung zu schaffen und heuert dafür Din Djarin und Grogu an. Unter dem Kommando von Colonel Ward (Sigourney Weaver) erhalten die beiden einen klaren Auftrag: einen entführten Hutten aufspüren und zurückbringen, im Austausch für wertvolle Informationen über einen hochrangigen imperialen Offizier.
Fühlt sich an wie Staffel 3 und das ist okay
Viele Kritiker haben den Film als „komprimierte Serienseason“ beschrieben, und das trifft es ziemlich gut. Der Film ist strukturiert wie eine abgekürzte Staffel von The Mandalorian einzelne Szenen fühlen sich wie eigenständige Episoden an, die zu einem größeren Handlungsbogen zusammengefügt werden. Wer Staffel 3 gesehen hat die polarisierende Mandalore-Staffel der wird hier Parallelen erkennen: das episodische Erzähltempo, die Mischung aus neuen Welten und vertrauten Beats.
Der Unterschied ist: The Mandalorian and Grogu macht es besser als Staffel 3. Wo jene Staffel oft ziellos wirkte und das Duo trennte, bleibt der Film seinem Kern treu Din und Grogu gemeinsam, auf einer konkreten Mission. Das Pacing ist straffer, die Action dichter, und der emotionale Anker die Vater-Sohn-Dynamik zwischen Mando und Grogu ist klarer spürbar. Wer die Serie mochte und einfach mehr davon will, bekommt genau das.
Pedro Pascal und Grogu: Das Duo funktioniert noch
Was den Film zusammenhält, ist dasselbe wie seit Staffel 1: die unausgesprochene Chemie zwischen einem Mann, der sein Gesicht nie zeigt, und einem animatronischen Alien, der kein Wort spricht. Pedro Pascal liefert erneut eine charismatische Performance nur durch Stimme und Körpersprache und Grogu ist nach wie vor ein Triumph des praktischen Puppenbaus. Jede Ohrbewegung, jedes breite Grinsen sitzt. Die Momente, in denen die beiden einfach zusammen durch die Galaxis ziehen, sind der Herzschlag des Films.
Neu an Bord ist Sigourney Weaver als Colonel Ward souverän, autoritär, und leider etwas untergenutzt. Und dann wäre da noch Rotta der Hutt (Jeremy Allen White): Ein muskelbepackter, Englisch sprechender Hutt, der eher nach einem Bodybuilder als nach einem Gangsterboss aussieht. Eine bewusst absurde Wahl, die das Publikum spalten dürfte aber zum schrägen Humor der ersten Staffeln passt.
Visuell und musikalisch: Wo der Film glänzt
Auf der großen Leinwand insbesondere in IMAX entfaltet der Film seine Stärken in der Optik. Das Creature-Design ist fantasievoll und fremdartig, die Action-Set-Pieces sind kraftvoll und gut choreographiert. Der Einstieg mit imperialen Walkern in einer Schneesequenz ist sofort packend und setzt klar den Ton. Man merkt, dass hier mehr Budget zur Verfügung stand als in der Serie und es wird sichtbar eingesetzt.
Der absolute Höhepunkt ist der Soundtrack von Ludwig Göransson. Der Oscar-Preisträger erweitert seinen bekannten Synthwave-Stil um orchestrale Elemente das Ergebnis klingt gleichzeitig nach klassischem Star Wars und nach einem modernen Sci-Fi-Epos. Wer die Titelmelodie der Serie liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Fazit: Solide Kopfgeldjäger-Unterhaltung für Fans
The Mandalorian and Grogu ist kein Film, der das Kino neu erfindet oder Star Wars auf ein neues Niveau hebt. Aber er ist auch kein Versagen. Er ist das, was er immer sein wollte: ein spaßiges, actionreiches Abenteuer mit zwei Charakteren, die man gerne wiedersieht – erzählt im vertrauten Rhythmus der Serie, nur mit größerem Budget und einer breiteren Leinwand.
Und vor allem ist er ein Zeichen: Star Wars muss nicht immer Luke, Han und Leia sein. Das Universum ist groß genug für Kopfgeldjäger, Außenseiter und grüne Knuddelwesen und je mehr Disney das im Kino auslotet, desto besser.
Für langjährige Mando-Fans ist das Kino definitiv ein Besuch wert. Für alle anderen gilt: Ein nettes Popcorn-Abenteuer in einer Galaxis, die nach sieben Jahren endlich wieder auf der großen Leinwand zu Hause ist.
Das ist der Weg.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

