Endlich ist es soweit, NZXT präsentiert mit den H2 Flow ein neues Mini-ITX-Gehäuse. Doch trotz der kompakten Abmessungen bietet es viel Raum für leistungsstarke Grafikkarten und CPU-Kühler. Passend dazu ist auch das Netzteil NZXT C850 SFX Gold erschienen.
Vielen Dank an NZXT für die Bereitstellung des Testmusters.
Technische Daten:
Nach dem H3 wird die H-Serie von NZXT mit dem H2 um ein noch kompakteres Modell erweitert (das H1 ist nicht mehr verfügbar). Um dem Gehäuse eine besonders schmale Form verleihen zu können, wird die Grafikkarte hier nicht direkt auf dem Mainboard montiert, sondern mittels Riserkabel auf der Rückseite des Mainboardtrays platziert. Ein weiterer Effekt der schmalen Konturen ist, dass für eine leistungsstarke CPU-Kühlung, kaum ein Weg an einer All-in-One-Wasserkühlung vorbeiführt. Zur Unterstützung der Kühlung sind in der Oberseite bereits zwei Core F120Q Lüfter montiert.
| Abmessung (mit Füßen) | 435 mm x 181 mm x 263 mm (HxBxT) |
| Volumen | 20,7 l |
| Gewicht | 4,55 kg |
| Farbe | Schwarz |
| Material | SGCC-Stahl, getempertes Glas, Kunststoff |
| Mainboard-Kompatibilität | Mini-ITX |
| 3,5″ Halterungen | 0 |
| 2,5″ Halterungen | 2 |
| Netzteil | SFX |
| Front-Panel-Anschlüsse | 2x USB 3.2 Gen 1 Typ-A, 1x USB 3.2 Gen 2 Typ-C, 1x TRSS-Klinke, 1x Power-Knopf mit integrierter LED |
| PCI-Slots | 3 (an der Unterseite) |
| Lüfter vorne | 2x 120 mm oder 2x 140 mm |
| Lüfter oben | 2x 120 mm |
| Lüfter vorinstalliert | oben: 2x Core F120Q CV (3-pin DC) |
| Radiator vorne | 120 mm, 140 mm, 240 mm, 280 mm |
| Max. Höhe CPU-Kühler | bis zu 75 mm |
| Max. Länge GPU | bis zu 331 mm |
| Max. Dicke GPU | bis zu 65 mm |
| Max. Breite GPU | bis zu 150 mm |
| Max. Länge PSU | bis zu 130 mm |
| Max. Dicke Radiator + Lüfter vorne | bis zu 60 mm |
Über NZXT:
NZXT wurde 2004 in den USA gegründet. Von Anfang an richteten sich die Produkte an die PC-Building-Community. Über die Jahre wurde NZXT besonders für eine eigene, schlichte Designsprache bekannt, wodurch die Produkte einen unverkennbaren Look erhalten. In den letzten Jahren wurde das Portfolio von Gehäusen, Lüftern, CPU-Kühlern und Beleuchtungen erweitert und umfasst nun auch Pre-Build-Systeme. Die neueste Erweiterung der Produktpalette umfasst Gaming-Peripherie in Form von Mäusen und Tastaturen.
Verpackung und Lieferumfang:
Auch das H2 Flow wird in einem gewohnt dezent gestalteten Umkarton mit farbigem Sticker auf der Seite geliefert. Der Karton selbst ist mit einer Zeichnung des Gehäuses bedruckt. Geschützt wird das Gehäuse von einem Folienbeutel und Styroporelementen.
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Gehäuse noch die Bedienungsanleitung, ein paar Kabelbinder und diverse Schrauben. Sehr schön ist hier, dass die Schrauben alle getrennt verpackt sind und man nicht, wie so oft, erstmal Schrauben sortieren muss. Die Bedienungsanleitung ist, wie bei NZXT üblich, in Form eines gefalteten Papierbogens ausgeführt und beschreibt die verschiedenen Hardwarekonfigurationen, die bei diesem Gehäuse möglich sind.
Design, Verarbeitung und Ausstattung:
In den nächsten Abschnitten schauen wir uns nun von außen nach innen das Gehäuse im Detail an. Dabei gehen wir unter anderem auf das Design, die Lüfter-Kompatibilität und das Kabelmanagement ein.
Die äußere Erscheinung:
Das NZXT H2 Flow besitzt eine sehr schlanke Bauform. Breite und Tiefe fallen sehr gering aus, in der Höhe überragt es knapp das H3 Flow. Es folgt der bekannten Designsprache von NZXT und setzt auf klare, geradlinige Formen gepaart mit einem eleganten und eher dezenten Auftritt. Anders als bei den anderen Modellen der H-Serie ist das H2 Flow nur in Schwarz erhältlich. Auf der linken Seite gewährt eine dunkel getönte Temperglasscheibe im oberen Bereich einen leichten Blick auf die Hardware. Der untere Bereich der linken Seite, ist, wie auch die rechte Seite sowie die Vorder- und Oberseite mit Mesh-Gittern versehen. Durch die feinen Öffnungen dient das Mesh-Gitter neben der großzügigen Luftzufuhr auch gleichzeitig als Staubfilter. An der Rückseite, die als Luftauslass vorgesehen ist, befinden sich dementsprechend größere Öffnungen.
Das IO-Panel ist mittig unten an der Vorderseite des Gehäuses platziert. Dieses verfügt über einen Power-Button mit integrierter Power-LED. An USB-Ports finden sich hier ein USB 3.2 Gen2 vom Typ C und zwei USB 3.2 Gen1 vom Typ A sowie ein 3,5-mm-TRSS-Klinke-Anschluss für ein Headset.
Das Innenleben – Lüfter und Radiatoren:
Insgesamt kann das NZXT H2 Flow bis zu vier 120-mm-Lüfter oder zwei 140-mm-Lüfter zusammen mit zwei 120-mm-Lüftern aufnehmen. Die Lüfter können an der Front und der Gehäuseoberseite verbaut werden. An der Front kann man zudem auch einen Radiator bis zu einer Größe von 280 mm verbauen. Für eine einfachere Montage lässt sich der Halterahmen demontieren, denn die Verschraubungspunkte sind von der Innenseite her kaum zugänglich.
An der Gehäuseoberseite sind werksseitig zwei Core F120Q-Lüfter verbaut, ein Lüftercontroller ist nicht vorhanden. Es ist allerdings bereits ein Y-Kabel angeschlossen, um beide Lüfter über einen Anschluss des Mainboards zu betreiben.
Das Innenleben – Mainboard-Tray und Kabelmanagement:
Wie üblich sind auf dem Mainboard-Tray die Abstandhalter bereits vormontiert, hier natürlich passend für den Mini-ITX-Standard. Im Bereich der CPU ist ein großer Ausschnitt vorgesehen, sodass auch CPU-Kühler mit großen Brackets problemlos montiert werden können. Der ganze Rahmen ist insgesamt so schmal gehalten, das Kabel rings um das Mainboard bequem verlegt werden können. Zudem sind auf der Rückseite Kletthalter positioniert, mit denen sich der Hauptkabelstrang neben der Grafikkarte bündeln und führen lässt. Die Kabel für die Frontanschlüsse und Lüfter besitzen eine angenehme Länge und lassen sich problemlos ordentlich verlegen.
Die Grafikkarte wird mittels Riserkabel mit dem Mainboard verbunden und befindet sich senkrecht ausgerichtet auf der Rückseite des Mainboard-Trays. Die maximalen Abmessungen liegen bei 331 mm in der Länge, 65 mm in der Dicke und 150 mm in der Breite. Somit finden auch durchaus Top-Modelle Platz und das Netzteil wird eher der begrenzende Faktor als der verfügbare Einbauraum.
Laufwerksoptionen:
Zur Montage von Laufwerken in Form von HDDs oder SATA-SSDs verfügt das Gehäuse über einen kleinen Laufwerkskäfig am Gehäuseboden. Dieser nimmt bis zu zwei 2,5″-Laufwerke auf.
Einbau der Hardware:
Für unseren Test haben wir nachfolgende Hardware im Gehäuse verbaut:
| CPU: | AMD Ryzen 7 9700X |
| CPU-Kühler: | NZXT Kraken Plus 280 mm (Test folgt) |
| Mainboard: | ASUS ROG STRIX X870-I Gaming WiFi (zum Test) |
| RAM: | Crucial 32 GB Kit DDR5-4800 UDIMM (zum Test) |
| GPU: | NVIDIA GeForce RTX 5070 |
| PSU: | NZXT C850 SFX Gold (zum Test) |
| m.2-SSD: | WD_BLACK SN850 |
| Gehäuse: | NZXT H2 Flow |
| OS: | Windows 11 |
Kabelmanagement:
Unsere Testhardware ließ sehr gut im NZXT H2 Flow verbauen. Das Gehäuse verfügt über einige durchdachte Details, die die Montage aller Komponenten unter den begrenzen Platzverhältnissen vereinfachen. Zunächst lassen sich alle Seiten des Gehäuses, bis auf die Rückseite und der Boden vollständig offen, sodass man quasi ein offenes Gerippe vor sich stehen hat.
Als erstes haben wir das Mainboard und das Netzteil montiert. Durch die Positionierung des Netzteils im unteren Bereich sind die Anschlüsse leicht zugänglich und man kann nach und nach die benötigten Kabel anschließen. Ein schönes Detail ist die Bohrung im Gehäuserahmen, damit sich die untere linke Schraube des Mainboards problemlos eindrehen lässt. Das Laufwerksgehäuse ist im Gehäuse so untergebracht, dass es keine Kabelführungen blockiert und so problemlos genutzt werden könnte. Auch das notwendige SATA-Stromkabel lässt sich hier problemlos führen.
Da das Gehäuse insgesamt sehr kurz ausfällt, lassen sich Frontlüfter nicht einfach von der Innenseite her verschrauben. Daher kann man den Halterahmen der Frontlüfter demontieren. Inbesondere für eine AiO ein sehr interessantes Details, denn hier muss der Rahmen zwischen Lüfter und Radiator platziert werden.
Die Durchdachte Montagereihenfolge ermöglicht so einen einfachen Einbau der Komponenten in das Gehäuse, auch wenn alles schon durchaus sehr eng ausfällt. Den Radiator konnten wir problemlos auf die korrekte Art und Weise mit den Anschlüssen nach unten montieren, die Schlauchführung am Mainboard-Tray wird hier durchaus eng. Als Grafikkarte haben wir eine NVIDIA RTX 5070 in der Founders Edition verbaut. Durch ihren kompakten Kühlkörper lässt sich gut erkennen, wie viel Einbauraum mehr noch verfügbar wäre. Große Kühlkörper im 3-Slot-Design finden hier ebenfalls Platz.
Erfahrungen im Betrieb:
Bei unserem Systemaufbau im NZXT H2 Flow haben wir auf Komponenten mit RGB-Beleuchtung verzichtet, nur die Pumpe der Kraken Plus 280 verfügt über ein kleines Info-Display. Dieses ist durch die getönte Seitenscheibe gut ablesbar. Ein Vorteil des dunklen Gehäuses und der getönten Scheibe liegt darin, dass die großzügigen Öffnungen im Inneren so weniger auffällig sind. Die Größe des Gehäuses ist passend bemessen. Natürlich muss man hier mit den ITX-typischen Dingen leben, dass gewisse Umbauten den Ausbau einzelner Komponenten erforderlich machen und auch nicht immer alle Kabel verdeckt verlegt werden können.
Die vorinstallierten Gehäuselüfter lassen sich gut regeln und sorgen in Kombination mit den beiden Lüftern der in der Front montierten AiO für einen guten Luftstrom durch das Gehäuse. Die GPU ist so ausgerichtet, dass sie über die rechte Gehäuseseite Frischluft anziehen kann und so ebenfalls gut gekühlt wird.
Fazit:
Mit dem H2 Flow liefert NZXT ein durchdachtes Mini-ITX-Gehäuse ab, das seine kompakten Abmessungen gekonnt mit erstaunlicher Hardware-Kompatibilität verbindet. Trotz der sehr schlanken Bauform finden leistungsstarke Grafikkarten mit bis zu 331 mm Länge ebenso Platz wie 280-mm-Radiatoren an der Front. Damit richtet sich das H2 Flow klar an Enthusiasten, die maximale Performance auf kleinem Raum realisieren möchten.
Das vertikale GPU-Layout mittels Riserkabel ermöglicht die geringe Gehäusebreite, setzt aber zugleich ein durchdachtes Kühlkonzept voraus. Luftkühler sind aufgrund der geringen maximalen CPU-Kühlerhöhe kaum eine Option, eine AiO-Wasserkühlung ist hier praktisch Pflicht, fügt sich aber dank des abnehmbaren Frontrahmens angenehm einfach in den Montageprozess ein. Die beiden vorinstallierten Core F120Q-Lüfter sorgen bereits ab Werk für eine solide Basis beim Airflow.
Verarbeitung und Materialwahl bewegen sich auf dem von NZXT bekannten, hohen Niveau. Das minimalistische Design mit getöntem Temperglas und großflächigen Mesh-Elementen wirkt modern und funktional zugleich. Auch im Detail überzeugt das Gehäuse mit durchdachten Lösungen wie vormontierten Abstandshaltern, sinnvollen Kabeldurchführungen und getrennt verpackten Schrauben.
Natürlich bringt das ITX-Format typische Einschränkungen mit sich: Der Innenraum ist eng, Umbauten erfordern Planung und beim Kabelmanagement sind Kompromisse unvermeidlich. Wer sich jedoch auf die Besonderheiten eines kompakten Systems einlässt, erhält mit dem H2 Flow ein leistungsfähiges und optisch stimmiges Gehäuse, das High-End-Hardware nicht ausschließt.
Unterm Strich ist das NZXT H2 Flow eine gelungene Ergänzung der H-Serie, ideal für alle, die ein leistungsstarkes, aber schlankes ITX-System mit klarer Designsprache realisieren möchten. Mit einem UVP von 149,99 € ist es zwar teurer als beispielsweise das größere H3 Flow, allerdings ist es auch hochwertiger ausgestattet. Zudem muss man hier auch bedenken, dass der Mini-ITX-Markt deutlich kleiner ausfällt.
Das Gehäuse H2 Flow wurde Game2Gether von NZXT für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers oder Händlers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.




