MIO – Memories in Orbit – Test / Review –

    MIO - Memories in Orbit

    Mit MIO – Memories in Orbit bringen die Entwickler von Douze Dixiémes ein wunderhübsches Metroidvania auf PC und Konsolen. Wir haben das Spiel ausführlich auf PC (Steven) und der Nintendo Switch 2 (Dagmar) getestet. Begleitet den kleinen Roboter MIO und uns auf seiner spannenden Reise:

    MIO – Memories in Orbit

    Wach auf! Das Gefäß braucht Deine Hilfe… Mio, ein kleiner Roboter, ist die letzte Hoffnung eines komplexen Organismus, der nun allerdings kurz vor der Abschaltung steht. Nur langsam kehren die Fähigkeiten und die Erinnerungen zu Mio zurück, während er sich durch eine grundsätzlich feindliche Umgebung kämpfen muss. Kann er den Organismus vor der endgültigen Abschaltung bewahren?

    Die Geschichte von MIO wird bewusst fragmentarisch und sehr zurückhaltend erzählt. Ihr schlüpft in die Rolle von Mio, einer kleinen, hochagilen Robotereinheit, die auf einer gigantischen, organisch anmutenden Arche erwacht. Dieses Gefäß, wie das Innere des Raumschiffs genannt wird, steht kurz vor dem endgültigen Kollaps. Abtrünnige Maschinen treiben ihr Unwesen, während die sogenannten „Perlen“, einst zuständig für Ordnung und Systemstabilität, ihren Dienst eingestellt haben.

    Warum es dazu kam und weshalb ausgerechnet Mio aktiviert wurde, bleibt lange unklar. Statt klarer Erklärungen sammelt ihr Erinnerungsfragmente, Hinweise und kryptische Dialogfetzen, die sich erst nach und nach zu einem größeren Bild zusammensetzen. Die Arche selbst ist dabei in symbolträchtige Bereiche wie Blut, Herz, Auge, Hand, Rückgrat und Atem unterteilt; jeder davon mit eigener Atmosphäre und erzählerischem Unterton. .

    Gameplay

    MIO ist ein sehr klassisch anmutendes Metroidvania. Das Genre zeichnet sich in erster Linie durch große, zusammenhängende Labyrinthe aus, die es vollständig zu erkunden gilt. Dabei müssen die meisten Ecken mehrfach aufgesucht und durch neu erworbene Fähigkeiten zugänglich gemacht werden. So muss sich auch der zierliche Roboter Mio stückchenweise durch die so immer größer werdende Karte kämpfen.

    Zu Beginn stehen Euch nur grundlegende Aktionen wie Laufen, Springen und Angreifen zur Verfügung. Erst mit fortschreitendem Spiel schaltet ihr neue Fähigkeiten frei, die nicht nur den Kampf erweitern, sondern zwingend notwendig sind, um neue Gebiete zu erreichen.

    Spielmechanik und Steuerung

    Sowohl auf der Switch als auch am PC geht die Steuerung von Mio recht einfach von der Hand. Im Lauf des Spiels erweitern sich die Fähigkeiten der Spielfigur, was immer durch ein kleines spielbares Tutorial erklärt wird. Mehr Anleitung, insbesondere zu dem recht komplexen Modifikations-Menü, gibt es allerdings nicht. Hier müsst Ihr Euch selbst ein wenig einarbeiten. Ihr könnt nämlich hier Euren Protagonisten selbst ein wenig aufmotzen, müsst dies aber wegen der sehr stark begrenzten Ressourcen immer wieder erneut anpassen und äußerst geschickt Planen.

    Dennoch sind sämtliche Gegner Euch zunächst gnadenlos überlegen und Eure eigene Lebensleiste viel zu kurz. Ganz Genre-typisch respawnt Ihr immer wieder an Eurem Ausgangspunkt und müsst Euch also auch immer wieder durch das gesamte Labyrinth erneut hindurchkämpfen.

    Während modernere Genrevertreter inzwischen auf mehr Spawnpunkte oder auch auf Hinweise, wie ein Boss besiegbar sein kann, setzen, ist MIO eben auch in diesem Punkt sehr „klassisch“ gehalten. Das ist wirklich nur für nervenstarke Gamer, die den stetigen Bildschirmtod und das erneute „Wieder-von-vorne-anfangen“ abkönnen.

    Trial-and-Error gehört hier zum Konzept. Eine gewisse „Leidensfähigkeit“ vorausgesetzt, stellt sich Frust dabei aber erstaunlich selten ein. Jeder Fehler ist eben auch gleichzeitig eine Lektion.

    Kampfsystem

    Das Kampfsystem setzt klar auf Reaktion, Beobachtung und Präzision. Jeder Gegner verfügt über eigene Angriffsmuster, die ihr erst lernen müsst. Die Strafe auf unüberlegte Angriffe erfolgt gnadenlos, denn Unverwundbarkeitsphasen nach Treffern gibt es nicht. Jeder Fehler kostet euch eine wertvolle Schutzschicht.

    Insgesamt erwarten euch über 30 verschiedene Gegnertypen, von denen einige selbst als Standardgegner anfangs wie kleine Mini-Bosse wirken. Richtig ernst wird es dann in den  Bosskämpfen, die Euch alles abverlangen. Diese sind intensiv, anspruchsvoll und verzeihen kaum Fehler. Kaum einer dieser Kämpfe dürfte im ersten Versuch gelingen. Nichts für Spieler mit niedriger Frustrationsschwelle! Jedoch ist der Lohn für Durchhaltevermögen umso größer, wenn Ihr siegreich aus einem dieser Duelle hervorgeht.

    Progression und Mods

    Eine Besonderheit stellt das Mod-System dar. Als Roboter könnt Ihr Mio mit verschiedenen Mods ausstatten, die Ihr in der Spielwelt findet oder in Werkstätten gegen Eure gesammelten Perlmutttröpfchen eintauscht, welche die zentrale Währung des Spiels darstellen. Diese erhaltet ihr durch besiegte Gegner oder zerstörbare Umgebungsobjekte.

    Jede Mod benötigt Speicherplatz, der anfangs stark begrenzt ist, aber erweitert werden kann. Dadurch müsst Ihr ständig abwägen, welche Vorteile euch wichtig sind: mehr Schaden, zusätzliche Schutzschichten oder sogar grundlegende Komfortfunktionen wie Lebensanzeigen oder gegnerische Lebensbalken. Letzteres wirkt zunächst ungewohnt, sorgt aber für eine sehr individuelle Spielweise.

    Achtung: Sterbt ihr, verliert ihr euer ungesichertes Perlmutt. Nur an Kristallisierstationen könnt ihr euren Fortschritt absichern – Risikomanagement ist also ein fester Bestandteil des Gameplays.

    Schwierigkeitsgrad

    MIO: Memories in Orbit ist definitiv kein Spaziergang. Zwei Schutzschichten, begrenzte Heilungsmöglichkeiten und fordernde Plattformpassagen machen schnell klar, dass sich das Spiel an erfahrene Metroidvania-Fans richtet. Heilung ist nur an bestimmten Stationen möglich und kostet meist zusätzlich Perlmutt.

    Einziger Lichtblick in Bezug auf die knackige Schwierigkeit sind hier tatsächlich die bereits erwähnten Mods. Ein zusätzliches, sich regenerierendes Leben, abgeschwächte Bosskämpfe nach Niederlagen oder sogar ein Pazifisten-Modus, bei dem Gegner euch nur angreifen, wenn ihr zuerst zuschlagt. Diese Optionen machen den Einstieg deutlich angenehmer, ohne das Spiel vollständig zu trivialisieren.

    Grafik und Musik

    Eine der hervorstechenden Stärken des Spiels ist die liebevolle, handgezeichnete Gestaltung. Die wunderschöne Bildgestaltung, die an Werke großer Aquarellkünstler wie Georgia O’Keeffe oder Thomas Moran anmutet, vermengt mit Bleistiftschraffuren und kreativen Steampunk-Space-Elementen sorgt für einen einmaligen Look. Die einzelnen Gebiete könnten unterschiedlicher kaum sein: blühende Oasen, vereiste Höhlen, dichte Dschungel oder sterile Maschinenareale sorgen für viel Abwechslung.

    Stimmungsvoll passend ist auch die Musik, welche uns durch das Labyrinth begleitet und immersiv und einprägsam auf das Spiel einstimmt. Der Soundtrack unterstreicht die melancholische Grundstimmung perfekt. Ruhige, sphärische Klänge begleiten Euch durch die Arche und verleihen der Welt Tiefe und Emotion. Auch Soundeffekte sind dezent, aber wirkungsvoll eingesetzt und tragen zur dichten Atmosphäre bei, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

    Fazit

    MIO – Memories in Orbit ist ein immersives und einprägsames Abenteuer. Wunderschön, spannend inszeniert und richtig knackig schwierig. Nennt mich gerne verweichlicht, aber MIO verlangt mir wirklich derzeit so ziemlich alles an Nerven und Spielerfahrung ab, was ich so aufbringen kann. Dabei macht es aber wirklich Spaß und ich möchte natürlich auch, wie bei allen Spielen mit interessanter Story, eben das Ende der Geschichte erleben. Die begrenzte Testzeit hat dazu nicht ausgereicht und ich werde noch eine ganze Weile daran weiter „arbeiten“ müssen. Wer auf klassische Metroidvanias steht und vor dem mehr als herausfordernden Schwierigkeitsgrad nicht zurückschreckt, sollte sich den Indie-Titel von Douze Dixiémes, was sinngemäß in etwa „mehr als 100 Prozent“ bedeutet, auf jeden Fall näher anschauen.

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    Mehr Informationen

    MIO – Memories in Orbit erscheint am 20.01.2026 auf PC, PS5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch (1 und 2).

    Wir bedanken uns beim Publisher für die kostenlose Bereitstellung der Keys für PC und Nintendo Switch.

    Bildquelle: Focus Entertainment

    Dagmar Götschl
    Ich bin Nintendo-Fan der ersten Stunde und darf mich hier bei den Spieletests und in der News-Sektion austoben. Ich spiele mich gerne durch meine Retrogames-Sammlung, erfreue mich aber auch an den neuesten Spielen für meine Nintendo Switch.