Die Gatac Railen ist endlich da und sie fällt sofort auf. Nicht, weil sie einfach nur ein weiteres Transportschiff ist, sondern weil sie sich komplett anders anfühlt als viele menschliche Frachter in Star Citizen.
Alien-Design, außenliegendes Cargo-Grid, zwei Tractor Beams, starke Bewaffnung für ein Transportschiff und ein Innenraum, der eher nach Xi’an-Luxus als nach klassischem Frachter aussieht. Auf dem Papier klingt das ziemlich stark. Im Spiel zeigt sich aber schnell: Die Railen hat richtig gute Ideen, aber aktuell auch ein paar Bugs, die einem ordentlich auf die Nerven gehen können.
Schauen wir uns also an, was die Gatac Railen aktuell kann, wo sie glänzt und an welchen Stellen CIG nochmal mit dem Schraubenschlüssel ranmuss.

Ein Alien-Frachter mit richtig viel Stil
Die Gatac Railen ist kein Schiff, das man einfach nur betritt und denkt: „Ja gut, Frachter halt.“ Schon der Einstieg macht klar, dass hier etwas anderes versucht wurde.
Über eine Plattform an den Beinen gelangt man ins Schiff. Die fährt nach unten, holt die Crew ab und bringt sie ins Innere. Das sieht nicht nur schick aus, sondern passt auch gut zum gesamten Design. Überhaupt wirkt die Railen innen extrem hochwertig. Viele Lichteffekte, viel Dekoration, Wasser-Elemente, Pflanzen, Holo-Fische und diese typische Alien-Optik, die man eben nicht in jedem zweiten Drake-Kasten findet.
Der Innenraum ist auf mehrere Ebenen verteilt. Unten gibt es Waffen- und Rüstungsständer, weiter oben Wohnbereiche, Betten, Toiletten, Aufenthaltsraum und natürlich die Brücke. Alles wirkt sehr bewusst gestaltet. Nicht immer praktisch, aber optisch schon ziemlich stark.
Gerade wer Star Citizen-Schiffe nicht nur nach Zahlen bewertet, sondern auch nach Atmosphäre, bekommt hier einiges geboten.
Viel Cargo und ein ungewöhnliches Beladesystem
Der wichtigste Punkt bei einem Frachter ist natürlich die Fracht. Die Gatac Railen bringt aktuell 640 SCU Cargo mit und setzt dabei auf ein außenliegendes Cargo-Grid.
Das hat einen großen Vorteil: Man kommt sehr gut an die Fracht ran. Gerade beim Beladen wirkt das deutlich angenehmer als bei manchen Schiffen, bei denen man erst mit Containern durch enge Rampen, Türen oder halbe Innenräume laufen muss.
Dazu kommen zwei Tractor Beams. Einer deckt eher die linke Seite ab, der andere die rechte. Wenn man mit einem zweiten Spieler unterwegs ist, kann man die Railen dadurch sehr entspannt von beiden Seiten beladen.
Und genau da merkt man, dass dieses Schiff nicht nur hübsch aussehen soll. Die Tractor Beams passen wirklich gut zum Konzept und machen das Beladen deutlich angenehmer. Das fühlt sich schon nach einem Frachter an, der für seine Aufgabe gebaut wurde.

Die Cargo-Panzerung ist spannend, aber nicht ohne Haken
Ein besonderes Feature ist die ausfahrbare Panzerung über dem Cargo-Bereich. Damit kann die Fracht geschützt werden, was gerade bei einem außenliegenden Cargo-Grid ziemlich sinnvoll ist.
Die Idee ist stark: Fracht außen, aber nicht komplett wehrlos. Wenn die Panzerung ausgefahren ist, liegt die Ware nicht einfach offen im All herum.
Ganz ohne Nachteil ist das Ganze aber nicht. Aktuell wirkt die Panzerung eher wie ein zusätzlicher Lebensbalken für das Schiff. Wenn Gegner die Panzerung hinten beschädigen, betrifft das am Ende nicht nur diesen einen Bereich. Dadurch muss man im Kampf abwägen, ob man eher die Fracht schützt oder sich selbst in eine schlechtere Situation bringt.
Das System hat Potenzial, fühlt sich aktuell aber noch nicht komplett fertig an.
Bewaffnung: Für einen Frachter ziemlich ordentlich
Die Gatac Railen ist kein Kampfschiff. Das sollte man direkt klar sagen. Wer damit in einen Dogfight zieht und erwartet, alles wegzulasern, hat vermutlich auch schon mal versucht, mit einer Argo MPUV einen Idris-Raid zu starten.
Trotzdem ist die Bewaffnung für ein Transportschiff ordentlich.
Die Railen hat zwei bemannte Turrets mit jeweils zwei Size-4-Waffen. Dazu kommen weitere vier Size-4-Waffen für den Piloten. Damit kann sich das Schiff auf jeden Fall verteidigen, vor allem gegen kleinere Bedrohungen oder Angriffe auf die Fracht.
Die Turrets haben eine gute Abdeckung, kommen aber nicht überall perfekt hin. Gerade direkt hinter dem Schiff wird es schwieriger. Das ist aber auch okay, denn die Railen soll ihre Fracht schützen und nicht als schweres Gunship durch Stanton fliegen.

Innenraum: Schön, detailverliebt und manchmal etwas langläufig
Der Innenraum ist einer der größten Pluspunkte der Gatac Railen. Das Schiff wirkt anders. Sehr anders.
Es gibt mehrere Ebenen, Aufenthaltsbereiche, Betten, Essbereich, Dekoration, Toiletten und viele kleine Details. Die Beleuchtung kann gewechselt werden und verändert die Stimmung im Schiff deutlich. Gerade das helle Licht, die Warnbeleuchtung und die lila Lichtstimmung machen optisch einiges her.
Auch die Crew-Ausstattung ist ordentlich. Es gibt mehrere Waffen- und Rüstungsständer, Schlafplätze und kleine Inventarbereiche. Für ein Schiff, das mit mehreren Spielern genutzt werden soll, passt das gut.
Der Nachteil: Die Wege sind lang. Man fährt mit einem Aufzug ins Schiff, dann nochmal mit einem weiteren Aufzug Richtung Brücke. Das sieht cool aus, kostet aber Zeit. Wer schnell rein, starten und los will, wird manchmal etwas Geduld brauchen.
Schönheit hat eben ihren Preis. In diesem Fall sind es ein paar extra Aufzugfahrten.
Die größten Probleme: Bugs und Kollision
So stark die Gatac Railen optisch und vom Konzept her ist, aktuell hat sie ein paar ziemlich nervige Bugs.
Der auffälligste Punkt betrifft die Kollision. Es kann passieren, dass Spieler durch den Aufzug oder sogar durch Teile des Schiffs fallen. Teilweise lässt sich das Schiff dann nicht mehr richtig betreten oder man läuft einfach durch Bereiche, die eigentlich solide sein sollten.
Das ist nicht nur ein kleiner Schönheitsfehler. Gerade bei einem Frachter, bei dem Beladen und Begehen zum Kern des Gameplays gehören, stört so etwas massiv.
Ein möglicher Workaround ist, sich einmal in einen Sitz zu setzen, das Schiff ein- und wieder auszulagern oder im schlimmsten Fall neu zu spawnen. Schön ist das nicht, aber manchmal hilft es.
Dazu kommt ein kleiner Bug bei den Lichtschaltern. Von der roten Warnbeleuchtung kann man nicht direkt zurück zum weißen Licht wechseln. Man muss erst über die lila Beleuchtung gehen und dann wieder auf Weiß schalten. Nicht dramatisch, aber typisch Star Citizen: sogar das Licht will manchmal eine Questreihe.

Solo möglich, aber besser mit Crew
Kann man die Railen solo fliegen? Ja, grundsätzlich schon.
Aber richtig angenehm wird sie eher mit mindestens einer zweiten Person. Besonders beim Beladen merkt man den Unterschied sofort. Zwei Tractor Beams, zwei Seiten, deutlich weniger Stress. Auch die Turrets profitieren natürlich von Crewmitgliedern.
Solo ist die Railen also nutzbar, aber sie wirkt klar wie ein Schiff, das mit mehreren Spielern mehr Sinn ergibt. Gerade für Cargo-Spieler, die regelmäßig mit Freunden unterwegs sind, kann das sehr stark werden.
Wer dagegen komplett allein unterwegs ist und einfach nur möglichst schnell Fracht bewegen will, sollte genau überlegen, ob die langen Wege und das Crew-Konzept zum eigenen Spielstil passen.
Für wen lohnt sich die Gatac Railen?
Die Gatac Railen ist vor allem interessant für Spieler, die Cargo-Gameplay mögen und dabei nicht einfach den nächsten Standard-Frachter fliegen wollen.
Sie bietet viel Fracht, ein starkes Design, gute Tractor-Beam-Unterstützung und ein sehr besonderes Innenleben. Wer Alien-Schiffe mag, bekommt hier vermutlich eines der spannendsten Transportschiffe im Spiel.
Aber: Aktuell muss man die Bugs mit einkalkulieren. Die Kollisionsprobleme und der Aufzug können richtig nerven. Dazu kommt der Preis. Rund 400 Euro sind eine Ansage. Da sollte man sich gut überlegen, ob man jetzt zuschlägt oder lieber wartet, bis das Schiff später ingame verfügbar ist.
Gerade in Star Citizen ist Geduld ja ohnehin eine Kernmechanik. Leider nicht offiziell im Keybind-Menü.

Fazit: Starkes Schiff, aber noch mit Baustellen
Die Gatac Railen ist ein beeindruckender Alien-Frachter. Optisch gehört sie zu den spannendsten Transportschiffen im Spiel, das Cargo-Konzept funktioniert gut und die Tractor Beams machen das Beladen angenehm.
Gleichzeitig merkt man aber, dass noch nicht alles rund läuft. Die Kollisionsbugs, der Aufzug und kleinere Probleme bei der Beleuchtung trüben den Eindruck aktuell noch deutlich.
Wer ein besonderes Cargo-Schiff sucht und mit Bugs leben kann, bekommt mit der Railen ein richtig starkes Paket. Wer dagegen nur möglichst effizient und stressfrei Fracht bewegen will, sollte vielleicht noch etwas warten.
Die Gatac Railen hat extrem viel Potenzial. Jetzt muss CIG nur noch dafür sorgen, dass man nicht regelmäßig durch das eigene Schiff fällt. Kleiner Anspruch, ich weiß.
Wer sich den Innenraum, die Tractor Beams, das Cargo-Grid und die aktuellen Bugs genauer anschauen möchte, kann sich dazu gerne das komplette Video ansehen. Dort sieht man am besten, warum die Railen gleichzeitig beeindruckt und nervt.
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YouTube: svenkick
Quelle: CIG
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