Nintendo zieht Bilanz: Switch 2 fast bei 20 Millionen Verkäufen

Der Nintendo Geschäftsbericht ist da
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Nintendo hat seinen aktuellen Geschäftsbericht veröffentlicht und der liefert ziemlich viele spannende Zahlen auf einmal. Die Switch 2 verkauft sich weiterhin stark, die erste Switch kratzt an einem historischen Meilenstein und mehrere Preiserhöhungen stehen bevor. Kurz gesagt: Wirtschaftlich läuft es, für Käufer wird es aber spürbar teurer.

Switch 2 legt starken Start hin

Bis zum 31. März 2026 wurden weltweit 19,86 Millionen Nintendo Switch 2-Konsolen verkauft. Damit ist die neue Konsole stark in ihr erstes Geschäftsjahr gestartet. Laut Nintendo übertrifft sie sogar die hochgerechnete Prognose der ersten Switch. Besonders der Launch, das Weihnachtsgeschäft und große First-Party-Titel haben die Nachfrage angekurbelt.

Ganz ohne Bremsspuren läuft es aber nicht. Im letzten Quartal zwischen Januar und März wurden noch 2,49 Millionen Switch-2-Konsolen verkauft. Das ist weiterhin stark, liegt aber spürbar unter den vorherigen Monaten. Genau deshalb plant Nintendo für das kommende Geschäftsjahr etwas vorsichtiger.

Auch bei der Software sieht es ordentlich aus. Mario Kart World liegt bei 14,70 Millionen Verkäufen, Donkey Kong Bananza bei 4,52 Millionen und Pokémon Legends: Z-A – Nintendo Switch 2 Edition bei 3,94 Millionen verkauften Einheiten. Insgesamt kommt Switch-2-Software auf 48,71 Millionen Verkäufe.

Auch die erste Switch bleibt ein Monster

Parallel dazu ist die ursprüngliche Nintendo Switch noch lange nicht komplett raus. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden zwar nur noch 3,8 Millionen Konsolen verkauft. Insgesamt steht die erste Switch inzwischen aber bei 155,92 Millionen verkauften Einheiten weltweit. Damit gehört sie weiterhin zu den erfolgreichsten Konsolen aller Zeiten.

Bei der Software kamen im Geschäftsjahr noch 136,91 Millionen Verkäufe dazu. Das zeigt ziemlich gut, wie lange Nintendos Hybrid-Konsole noch nachwirkt. Der Fokus liegt inzwischen klar auf der Switch 2, aber die alte Switch ist noch immer kein kleines Thema.

Umsatz stark gestiegen, aber Nintendo wird vorsichtiger

Finanziell hat Nintendo ein starkes Jahr hinter sich. Der Umsatz stieg um 98,6 Prozent auf 2,313 Billionen Yen, also etwa 14,76 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn legte um 52,1 Prozent auf 424 Milliarden Yen zu, umgerechnet rund 2,7 Milliarden US-Dollar. Vor allem der Launch der Switch 2 hat das Geschäft kräftig angeschoben.

Für das Geschäftsjahr 2026/27 wird Nintendo allerdings vorsichtiger. Erwartet werden 16,5 Millionen weitere Switch-2-Verkäufe, ein Umsatzrückgang von 11,4 Prozent und ein sinkender Nettogewinn um knapp 27 Prozent. Bei der Software bleibt Nintendo dagegen optimistischer. Die Prognose liegt bei 60 Millionen verkauften Switch-2-Spielen und damit deutlich über den aktuellen 48,71 Millionen.

Switch 2 wird teurer

Weniger schön für alle, die noch mit dem Kauf warten: Nintendo hat offiziell Preiserhöhungen angekündigt. In Japan steigt der Preis der Switch 2 bereits am 25. Mai 2026 von 49.980 Yen auf 59.980 Yen. In den USA, Kanada und Europa greifen die neuen Preise ab dem 1. September 2026. Für Europa bedeutet das einen Sprung von 469,99 Euro auf 499,99 Euro.

Als Gründe nennt Nintendo veränderte Marktbedingungen und die globale Geschäftslage. Dazu kommen steigende Komponentenpreise, besonders bei Speicher. Durch den KI-Boom ist die Nachfrage nach Speicherchips enorm gestiegen. Das setzt inzwischen auch Konsolenhersteller wie Nintendo und Sony unter Druck.

Nintendo denkt längst über Spiele hinaus

Mario & Luigi schauen sich einen Mini-Bowser an.
Quelle: Nintendo

Spannend ist außerdem, wie stark Nintendo inzwischen außerhalb klassischer Games wächst. Filme, Markenrechte und andere IP-Geschäfte werden immer wichtiger. Der Super Mario Galaxy Kinofilm soll laut aktuellen Angaben in den ersten vier Wochen bereits rund 800 Millionen US-Dollar eingespielt haben. Nintendos Marken funktionieren also längst nicht mehr nur auf Konsolen.

Auch im Abo-Bereich gibt es weiter Bewegung. Die Ports von Super Mario Galaxy 1 + 2 auf Nintendo Switch Online kommen inzwischen auf insgesamt 5,36 Millionen Käufe. Außerdem haben die Game-Boy-Advance-Klassiker Pokémon Feuerrot und Pokémon Blattgrün in sechs Wochen über vier Millionen Spieler erreicht.

Takashi Tezuka zieht sich zurück

Ein Portrait von Takashi Tezuka
Quelle: Nintendo

Neben den Finanzzahlen gibt es auch eine wichtige Personalie. Takashi Tezuka wird seine Rolle als Executive Officer zum 26. Juni 2026 abgeben. Nintendo bezeichnet den Schritt offiziell als „Retirement of an Executive Officer“. Damit verabschiedet sich ein Name aus der Führungsebene, der seit Jahrzehnten eng mit Nintendo verbunden ist.

Für Fans hallt diese Meldung noch einmal anders nach. Tezuka war über viele Jahre an einigen der wichtigsten Nintendo-Marken beteiligt und gehört zu den prägenden kreativen Köpfen des Unternehmens.

Nintendo bleibt stark, aber der Preis wird zum Thema

Unterm Strich steht Nintendo weiterhin sehr gut da. Die Switch 2 ist stark gestartet, große Marken wie Mario, Pokémon und Donkey Kong liefern solide Zahlen. Gleichzeitig verkauft sich auch die alte Switch noch beachtlich. Die Preiserhöhung dürfte dennoch für Diskussionen sorgen, besonders in Europa, wo die Konsole bald bei knapp 500 Euro liegt.

Nintendo bleibt also wirtschaftlich auf Kurs. Für Fans wird die Frage jetzt aber noch klarer: lieber bald zuschlagen oder weiter auf Bundles und Angebote warten?