WRC 10 – Test/Review

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    (Bildquelle: Youtube-Kanal Nacon)

    WRC 10 FIA World Rallye Championship ist das offizielle Spiel zur 2021 World Rally Championship und verspricht so jede Menge Rallye-Rennspaß. Erhältlich ist es für den PC (Epic und Steam), PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One und Xbox Series X|S, eine Version für die Nintendo Switch soll später folgen.

    Getestet haben wir die PlayStation-5-Version.

    50 Jahre FIA World Rallye Championship:

    Die Feier zum 50. Geburtstag der FIA World Rallye Championship steht in der Saison 2022 an. Doch in WRC 10 wird jetzt schon gefeiert, ist es doch die 10. Ausgabe des Videospiels. So bietet es den Spielern in dem neu integrierten History-Modus die Möglichkeit, die spannendsten Momente seit der Gründung 1973 nachzuerleben. Somit wurde auch die Auswahl an Fahrzeugen erweitert, doch dazu später mehr.

    Spielmodi:

    WRC 10 bietet eine Vielzahl verschiedener Spiel-Modi. Diese sind teilweise rein lokal, teilweise aber auch online. Ein Modus der heutzutage leider immer seltener wird ist der lokale Multiplayer im Split-Screen, ach ja da werden Erinnerungen wach… Echt schön, dass dieser Modus hier noch anzutreffen ist.

    Online-Events:

    Hier sorgen wechselnde Herausforderungen für Abwechslung. Dabei gibt es täglich und wöchentlich wechselnde, aber auch spezielle Herausforderungen. Schön ist hier, dass man diesen Modus auch ohne PlayStation-Plus-Mitgliedschaft nutzen kann. Zum Zeitpunkt der Review war die aktuelle tägliche Herausforderung beispielsweise Nagakute umgekehrt als Prüfung auf Zeit.

    Ingame-Screenshot

    Solo:

    Im Einzelspieler sind verschiedene Spielmodi verfügbar. Dabei sind der Karriere- und Saison-Modus im Kern sehr ähnlich und sehr umfangreich. Aber auch für den Spaß zwischendurch ist im schnellen Spiel gesorgt.

    Ingame-Screenshot

    Karriere-Modus:

    Der Karriere-Modus zählt zu den zentralen Spielmodi. Wer schon immer von einer eigenen Rallye-Karriere geträumt hat, ist hier richtig. Allerdings ist dieser Modus auch sehr komplex, denn es geht nicht nur darum Rallys zu fahren und zu gewinnen, auch das gesamte Management im Hintergrund gilt es zu erledigen. So muss man neue Crew-Mitglieder rekrutieren und deren Einsatz planen. Dabei sollte man aber auch deren Erholung und das Zusammenspiel der Fähigkeiten im Auge behalten. Auch der Terminkalender und das Budget müssen verwaltet werden.

    Natürlich darf das Fahrerische auch nicht zu kurz kommen und man kann abseits der Rennen seine Fähigkeiten und Fertigkeiten verbessern. Zusätzlich erhält man durch Erfahrungsfortschritte Punkte, mit denen sich Fertigkeiten weiterentwickeln lassen, ein Talentbaum gewissermaßen. Natürlich lassen sich auch die Fahrzeuge noch weiter anpassen. Dabei ist das Testgelände sehr hilfreich. Hier kann man in einer Art Sandkasten mit allen Streckenarten nach Herzenslust fahren und Anpassungen erproben. Bei all dem darf man aber auch nicht seine Beziehungen zum Hersteller außer Acht lassen, passt man hier nicht auf kann man aus dem Team gefeuert werden.

    Sehr schön ist das kurze Tutorial für Anfänger, dieses führt einen durch das Menü des Karriere-Modus.

    Weitere Spielmodi:

    Für den kurzen Rallye-Spaß zwischendurch empfiehlt sich der Schnelles-Spiel-Modus. Rallye, Wertungsprüfung, Fahrzeug, Wetter, hier lässt sich alles anpassen. So kann man genau das Rennen, bzw. die Prüfung fahren, zu dem man grade Lust hat.

    Wem im Karriere-Modus das Team-Management nicht so ganz gefällt, dem ist der Saison-Modus zu empfehlen. Hier muss man sich nicht um das Team-Management kümmern, sondern man kann sich vollständig aufs Fahren konzentrieren.

    Im Lackierungseditor kann man schließlich noch kreativ werden. Hier kann man sein Fahrzeug nun auch optisch individualisieren. Dabei kann man nicht nur die Farbe auswählen, auch eigene Sticker-Designs sind möglich.

    Multiplayer:

    Ingame-Screenshot

    Auch gemeinsam mit Freunden oder anderen Spieler*innen aus der ganzen Welt lässt sich WRC 10 gemeinsam erleben. Genau wie im Singleplayer gibt es auch hier verschiedene Modi, aus denen man auswählen kann. Auch hier sollte für jeden Geschmack was dabei sein.

    Zum einen kann man im Modus Clubs eigene Meisterschaften erstellen und für andere Spieler*innen öffnen, oder man nimmt an vorhandenen Meisterschaften teil.

    Der reine Online-Multiplayer ist quasi das Online-Gegenstück zum Schnellen Spiel im Einzelspieler-Modus. So kann man auch gegen Spieler*innen auf der ganzen Welt ein schnelles Rennen starten.

    Im Beifahrer-Modus kann man online mit anderen eine Fahrer-/Beifahrercrew bilden und so gemeinsam in die nächste Rallye starten.

    Einen Split-Screen Modus kennt man durchaus noch aus Zeiten ohne Online-Multiplayer. So kann man auf einer Konsole gegeneinander antreten. Gewissermaßen ein schnelles Spiel, aber im lokalen Multiplayer

    Entwicklung der Fertigkeiten:

    Ingame-Screenshot

    Auch ein ausführlicher Modus zur Weiterentwicklung der eigenen Fahrfertigkeiten ist vorhanden. Hier kann man zwischen verschiedenen Trainingsformen wählen vom freien Testgelände bis hin zu einzelnen Herausforderungen.

    Der erste Modus dreht sich um diverse Herausforderungen. Hier muss man beispielsweise auf Trainingsparcours bestimmte Zeiten erreichen oder eine Wertungsprüfung bestehen. Nach und nach kann man hier weitere Prüfungen freischalten.

    Das Testgelände ist quasi ein riesiger Sandkasten. Hier findet man ein Gelände vor, das aus Asphaltstraße, Schotterwegen, Parkplätzen und Industriegeländen besteht. So sind hier die verschiedensten Streckenbedingungen anzutreffen. Tageszeit und Wetter lassen sich frei anpassen. So kann man sein Fahrzeug in Ruhe an die verschiedensten Bedingungen anpassen und Erfahrungen sammeln.

    Der Trainingsmodus ist etwas näher an einem typischen Rennen. Hier kann man verschiedene Streckentypen und -formen auswählen. Dabei geht es dann vor allem um die Verbesserung der Rundenzeiten.

    History-Modus:

    Hier geht es zurück bis zu den Anfängen der FIA World Rallye Championship in das Jahr 1973. Es lassen sich 19 verschiedene, besondere Ereignisse aus der fast 30-jährigen Vergangenheit auf ein neues erleben. Dabei fährt man mit Legenden-Autos auf den historischen Strecken. Hier lässt es sich wunderbar in der Vergangenheit schwelgen. Von den anderen Einzelspieler-Modi unterscheidet sich dieser jedoch nur durch das historische Setting.

    Die Fahrzeuge:

    Die Auswahl an Fahrzeugen ist umfangreich und gegenüber den Vorgängerversionen gewachsen. Insgesamt sind mehr als 50 Teams der 2021er Rallye enthalten. Dadurch lassen sich alle offiziellen Autos der WRC, WRC 2, WRC 3, Junior WRC fahren.
    Hier bietet der History Mode einige besondere Schmankerl. Es sind 22 verschiedene Legenden-Autos verfügbar, wie zum Beispiel der Subaru Impreza, der Mitsubishi Lancer Evo V, der Toyota Celica Turbo GT4 und der Peugeot 205 T16 (Evo 1 und Evo 2).

    Fahrphysik und Steuerung:

    Die Fahrphysik ist sehr anspruchsvoll. Unterschiede im Untergrund sind sofort spürbar und auch die Witterungsbedingungen machen sich bemerkbar. Allerdings wird das Rennen so natürlich auch deutlich kniffliger. Denn man muss jederzeit darauf achten, ob man genug Haftung hat um die Kurve sauber fahren zu können. Denn man rutscht hier gerne mal geradeaus weiter in die Bande. Besonders der Anfänger braucht hier einiges an Zeit um sich an die Steuerung zu gewöhnen.
    Ein nettes Gimmick ist, dass die Fahrzeuge, wenn man gebremst hat dem Gefälle nach weiterrollen. Deswegen immer die Handbremse anziehen.

    Bei der Bewertung der Steuerung muss man berücksichtigen, dass wir das Spiel auf der PlayStation 5 getestet haben, daher können wir nur für diese Plattform sprechen. Hier ist der DualSense-Controller wirklich hervorragend integriert. Man bekommt über die Vibration und die adaptiven Trigger eine direkte Rückmeldung über das Schaltverhalten und die Bremsen. Der integrierte Lautsprecher des Controllers gibt dabei Schaltgeräusche oder auch beispielsweise die Geräusche von unter das Auto prasselnden Schotter wieder. Die Immersion wird hier deutlich gesteigert.

    Grafik:

    Optisch ist WRC 10 insgesamt schon sehr ansprechend gestaltet und bietet sehr schöne Lichteffekte, besonders bei Nachtfahrten. Leider ist die gesamte Grafikqualität nicht auf Next-Gen-Niveau, hier gibt es durchaus noch etwas Luft nach oben. Regen macht sich optisch vor allem auf der Windschutzscheibe bemerkbar, wenn man die Cockpitansicht wählt, von außen ist er nur bedingt wahrnehmbar. Auch das Schadenmodell könnte hier noch detaillierter ausfallen, sind es doch immer die gleichen Schäden die optisch auftreten. Hier könnten sich Karosserieteile stärker verformen. Fahrzeug und Landschaft sind zwar detailliert dargestellt, jedoch nicht in der vollen Tiefe, die auf der Next-Gen möglich ist.
    Allerdings sollte man diesen Punkt bei einer Rallye-Simulation nicht zu sehr überbewerten, kommt es hier doch auch besonders auf die Fahrphysik und Steuerung an.

    Fazit:

    WRC 10 ist eine technisch wirklich ausgefeilte Rallye-Simulation und sollte nicht als Rennspiel betitelt werden. Allerdings stellt dies den Anfänger natürlich vor eine entsprechende Herausforderung, denn die schwierige Steuerung möchte erst erlernt werden. Dank Testgelände und Trainingsmodus gibt es hier aber viele Möglichkeiten, um sich mit der Steuerung außerhalb von Rennen, bzw. Wertungsprüfungen vertraut zu machen. Praktischerweise kann man hier auch die Umgebungsbedingungen variieren, sodass man sich auf alles vorbereiten kann.
    Allerdings ist das Spiel grafisch nicht ganz auf dem durchaus hohen Next-Gen-Niveau angekommen. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass die Grafik schlecht wäre. Sie bietet schöne Lichteffekte und auch die Landschaft und Fahrzeuge sind detailliert dargestellt. Jedoch ist hier einfach noch etwas Luft nach oben.

    Die PS5-Version von WRC 10 wurde Game2Gether für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Quelle: Offizielle Website

    Alexander Schaaf
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich schreibe hier vor allem zu den Themen PC-Hardware und Marvel-Comics.