Wir werden Busfahrer – The Bus im Test

    (Bildquelle: Aerosoft)

    The Bus von TML-Studios und Aerosoft richtet sich klar an Fans realistischer Verkehrssimulationen. Statt auf Action oder vereinfachtes Gameplay zu setzen, liegt der Schwerpunkt vollständig auf der möglichst authentischen Darstellung des Busalltags im Linienverkehr. Mit detailgetreu umgesetzten Fahrzeugen und einer realitätsnahen Nachbildung des öffentlichen Nahverkehrs verfolgt das Spiel konsequent den Ansatz einer klassischen Simulation.

    Vielen Dank an Aerosoft für die Bereitstellung des Keys.

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    Vorstellung des Spiels

    The Bus ist eine Omnibus-Simulation mit Schauplatz in Berlin. Ziel des Spiels ist es, den Alltag eines Busfahrers im städtischen Linienverkehr möglichst realistisch darzustellen. Dabei übernehmen die Spielenden reguläre Linienfahrten, hält Fahrpläne ein, bedient Haltestellen und bewegt sich durch den dichten Stadtverkehr der deutschen Hauptstadt.

    (Bildquelle: Aerosoft)

    Der Fokus liegt deutlich auf der technischen und spielerischen Simulation. Die im Spiel enthaltenen Busse orientieren sich an realen Vorbildern und verfügen über zahlreiche funktionale Systeme. Dazu zählen unter anderem Türsteuerung, Matrixanzeigen, Ticketverkauf, Bordrechner sowie verschiedene Fahrerassistenz- und Fahrzeugfunktionen. Auch das Fahrverhalten wurde auf einen möglichst glaubwürdigen Eindruck ausgelegt, wodurch sich die einzelnen Fahrzeuge unterschiedlich steuern und bedienen.

    Besonderen Wert legt das Spiel auf die detaillierte Darstellung der Umgebung. Große Teile Berlins wurden mitsamt Straßennetz, Kreuzungen, Gebäuden und bekannten Wahrzeichen nachgebildet. Ergänzt wird dies durch dynamische Wettereffekte, einen Tag-Nacht-Wechsel und ein lebendiges Verkehrsaufkommen. Dadurch entsteht der Eindruck eines aktiven und glaubwürdigen Stadtverkehrs.

    Im Gegensatz zu stärker spielerisch ausgerichteten Busspielen verzichtet The Bus weitgehend auf Arcade-Elemente. Stattdessen steht der möglichst authentische Ablauf des Linienbetriebs im Vordergrund. Dazu gehören das präzise Anfahren von Haltestellen, das Beachten von Verkehrsregeln sowie der Umgang mit typischen Situationen des Stadtverkehrs. Gerade dieser konsequente Simulationsansatz macht den Titel besonders für Fans realistischer Fahrzeug- und Verkehrssimulationen interessant.

    Das Setting

    Der Schauplatz von The Bus ist die Stadt Berlin, die als Grundlage für die Simulation möglichst realitätsnah umgesetzt wurde. Das Spiel konzentriert sich dabei vor allem auf den innerstädtischen Linienverkehr und bildet große Teile des Straßennetzes mitsamt Kreuzungen, Haltestellen und markanten Gebäuden nach. Bekannte Sehenswürdigkeiten und typische Berliner Stadtbilder sorgen zusätzlich für einen hohen Wiedererkennungswert. Einer Fahrt vom Brandenburger Tor, entlang am Reichstag hin zum Kanzleramt ist also kein Problem.

    (Bildquelle: Aerosoft)

    Im Mittelpunkt steht jedoch weniger die Stadt selbst als vielmehr ihre Funktion innerhalb der Simulation. Der dichte Verkehr, Ampelschaltungen, Baustellenbereiche sowie unterschiedliche Tages- und Wetterbedingungen beeinflussen den Fahralltag spürbar und tragen zur glaubwürdigen Darstellung des Linienbetriebs bei. Dadurch entsteht ein Setting, das vor allem darauf ausgelegt ist, den Alltag eines Busfahrers möglichst authentisch abzubilden.

    Auch technisch setzt das Spiel auf Immersion. Dynamisches Wetter, Tag-Nacht-Wechsel und unterschiedliche Lichtstimmungen verändern die Atmosphäre während der Fahrten und sorgen dafür, dass sich einzelne Linienfahrten trotz identischer Strecken unterschiedlich anfühlen können. Zusammen mit dem KI-Verkehr und den Fahrgästen entsteht so der Eindruck eines lebendigen Stadtverkehrs.

    Die enthaltenen Fahrzeuge

    Ein zentraler Bestandteil von The Bus sind die lizenzierten Stadtbusse, die sich an realen Fahrzeugmodellen orientieren. Der Fokus liegt dabei klar auf modernen Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs, die mit zahlreichen funktionsfähigen Systemen ausgestattet wurden.

    Zum Fuhrpark gehören unter anderem verschiedene Modelle des MAN Truck & Bus Lion’s City. Diese unterscheiden sich sowohl optisch als auch technisch voneinander. Neben Solobussen stehen auch Gelenkbusse zur Verfügung, wodurch sich die Fahrzeuge unterschiedlich fahren und auf den Stadtverkehr reagieren.

    • MAN Lion’s City DD
      Ikonischer Doppeldeckerbus, vor allem für stark frequentierte Linien und touristisch geprägte Strecken.
    • Scania Citywide LF
      Niederflurbus von Scania, verfügbar als Solo- und Gelenkbus.
    • VDL Citea LLE
      Leichter Niederflur-Solobus des niederländischen Herstellers VDL Bus & Coach, ausgelegt für effizienten Stadtverkehr.
    • Mercedes-Benz eCitaro
      Voll elektrischer Stadtbus von Mercedes-Benz, erhältlich als Solo- und Gelenkvariante.
    • Solaris Urbino
      Busserie von Solaris Bus & Coach mit verschiedenen Ausführungen, darunter Solo- und Gelenkbusse.

    Besonderes Augenmerk liegt auf der detailreichen Umsetzung der Fahrerarbeitsplätze. Cockpits, Displays und Bedienelemente wurden möglichst originalgetreu nachgebildet und erfüllen innerhalb der Simulation konkrete Funktionen. Die Spielenden bedienen unter anderem Türsteuerungen, Haltewunschsysteme, Matrixanzeigen und Bordrechner direkt aus der Fahrerkabine heraus.

    Auch das Fahrverhalten der Busse wurde auf einen realistischen Eindruck ausgelegt. Fahrzeuggröße, Beschleunigung, Bremsverhalten und Kurvenlage unterscheiden sich je nach Modell und wirken bewusst träger als in klassischen Fahrspielen. Gerade diese realitätsnahe Fahrzeugphysik unterstreicht den Simulationscharakter des Spiels und verlangt eine entsprechend angepasste Fahrweise.

    (Bildquelle: Aerosoft)

    Unsere Erfahrungen als Busfahrer

    Bereits nach den ersten Fahrten wird deutlich, dass The Bus großen Wert auf eine möglichst glaubwürdige Fahrerfahrung legt. Das Fahrverhalten der Busse wirkt angenehm realistisch: Fahrzeuge reagieren spürbar auf Geschwindigkeit, Gewicht und Lenkbewegungen, wodurch besonders Gelenkbusse ein vorausschauendes und konzentriertes Fahren verlangen. Gerade beim Anfahren, Bremsen oder engen Kurvenfahrten vermittelt das Spiel ein gutes Gefühl für die Größe und Trägheit der Fahrzeuge.

    Positiv fällt außerdem auf, dass das Spiel den Spieler nicht ständig an die Hand nimmt. Viele Abläufe müssen eigenständig verstanden und umgesetzt werden, wodurch man sich tatsächlich wie ein Busfahrer im regulären Linienbetrieb fühlt. Nicht jeder Schritt wird vorgegeben oder stark vereinfacht, stattdessen erwartet die Simulation Aufmerksamkeit im Umgang mit Fahrzeugtechnik, Fahrplan und Verkehrsgeschehen. Das sorgt zwar für eine gewisse Eingewöhnungszeit, stärkt gleichzeitig aber den authentischen Simulationscharakter.

    Spielerisch bietet das Spiel verschiedene Herangehensweisen. Wer möchte, kann eher entspannt einzelne Linienfahrten absolvieren und ohne großen Druck durch Berlin fahren. Gleichzeitig besteht aber auch die Möglichkeit, ein eigenes Busunternehmen aufzubauen und sich intensiver mit Fahrzeugauswahl, Linienplanung und dem Fortschritt innerhalb der Karriere zu beschäftigen. Dadurch spricht das Spiel sowohl Gelegenheitsspieler als auch Simulationsfans an.

    Besonders gelungen wirkt dabei die Darstellung von Berlin. Die Stadt überzeugt mit vielen detailreichen Straßenzügen, markanten Gebäuden und einem insgesamt glaubwürdigen Verkehrsbild. Während der Fahrten entsteht häufig das Gefühl, tatsächlich durch eine lebendige Großstadt unterwegs zu sein, insbesondere durch den dichten Verkehr, wechselnde Lichtstimmungen und unterschiedliche Wetterlagen.

    Auch die Fahrzeugauswahl hinterlässt bereits früh einen positiven Eindruck. Schon zu Beginn der Karriere stehen mehrere Busvarianten zur Verfügung, die sich nicht nur optisch, sondern auch fahrerisch unterscheiden. Dadurch macht es Spaß, sich Gedanken darüber zu machen, welches Fahrzeug am besten zu einer bestimmten Route oder zum eigenen Fahrstil passt.

    Zusätzlich sorgt der dynamische Tag-Nacht-Wechsel dafür, dass Fahrten zu unterschiedlichen Tageszeiten jeweils eine eigene Atmosphäre erzeugen. Ob früh am Morgen, bei Nacht oder während des Berufsverkehrs, die Stimmung verändert sich spürbar und trägt viel zur Immersion bei.

    Verbesserungspotenzial gibt es allerdings beim Einstieg in einige technische Systeme. Vor allem der Bordcomputer und bestimmte Fahrzeugfunktionen wirken anfangs recht komplex. Ein ausführlicheres Tutorial oder eine detailliertere Einführung in die Bedienung der Systeme wäre hilfreich, um neuen Spielern den Einstieg zu erleichtern.

    Trotz des Fokus auf den Realismus bleiben jedoch viele Freiheiten und wir können unseren Bus auch mit heillos überhöhter Geschwindigkeit in bester GTA-Manier steuern.

    Grafik und Sound

    Optisch präsentiert sich The Bus insgesamt auf einem hohen Niveau und setzt klar auf eine möglichst glaubwürdige Darstellung des Stadtverkehrs. Besonders die Nachbildung von Berlin trägt stark zur Atmosphäre bei. Straßenzüge, Kreuzungen und Gebäude wirken detailliert gestaltet und vermitteln während der Fahrten ein authentisches Großstadtgefühl. Hinzu kommen dynamische Wettereffekte sowie unterschiedliche Lichtstimmungen zu verschiedenen Tageszeiten, die die Umgebung je nach Uhrzeit sichtbar verändern.

    (Bildquelle: Aerosoft)

    Auch die Fahrzeuge profitieren von der detailreichen Darstellung. Sowohl die Außenmodelle als auch die Fahrerarbeitsplätze sind umfangreich umgesetzt und mit zahlreichen funktionalen Anzeigen und Bedienelementen ausgestattet. Gerade aus der Cockpitperspektive entsteht dadurch eine hohe Immersion, die gut zum Simulationsansatz des Spiels passt.

    Akustisch legt das Spiel ebenfalls großen Wert auf Realismus. Motorengeräusche, Bremsen, Türmechaniken und Umgebungsgeräusche vermitteln ein glaubwürdiges Fahrgefühl und unterscheiden sich je nach Fahrzeugmodell hörbar voneinander. Besonders im Innenraum entsteht dadurch eine passende Atmosphäre während der Linienfahrten.

    Ein besonderes Feature ist außerdem der integrierte Radiosender Flashbass.FM, der auch in anderen Simulationen von TML-Studios zum Einsatz kommt. Der Sender wird über einen Twitch-Stream eingebunden und liefert während der Fahrten Musik, Nachrichten sowie Verkehrs-Updates. Zusätzlich besitzt Flashbass.FM interaktive Funktionen, bei denen beispielsweise Blitzer oder Staus live ins Spiel übertragen werden können. Dadurch wirkt der Straßenverkehr dynamischer und die Fahrten erhalten eine zusätzliche Ebene an Atmosphäre und Immersion.

    Fazit

    The Bus von TML-Studios und Aerosoft richtet sich klar an Fans realistischer Verkehrssimulationen. Statt auf Action oder vereinfachtes Gameplay zu setzen, liegt der Schwerpunkt vollständig auf der möglichst authentischen Darstellung des Busalltags im Linienverkehr. Mit detailgetreu umgesetzten Fahrzeugen und einer realitätsnahen Nachbildung des öffentlichen Nahverkehrs verfolgt das Spiel konsequent den Ansatz einer klassischen Simulation.

    In der Praxis überzeugt der Titel vor allem durch seine konsequente Ausrichtung auf Realismus und Atmosphäre. Das Fahrverhalten der Busse, die detaillierte Darstellung der Stadt Berlin sowie die Vielzahl an technischen Systemen sorgen für ein stimmiges Gesamtbild, das den Alltag eines Busfahrers glaubwürdig abbildet. Besonders positiv fällt dabei auf, dass das Spiel dem Spieler viel Eigenverantwortung überlässt und typische Abläufe nicht stark vereinfacht.

    Gleichzeitig zeigt sich, dass diese starke Simulationsausrichtung auch eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert. Einige Systeme, insbesondere im Bereich Bordcomputer und Fahrzeugbedienung, wirken anfangs komplex und könnten durch ausführlichere Tutorials zugänglicher gestaltet werden. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird mit einem tiefgehenden und authentischen Simulationserlebnis belohnt.

    Insgesamt bietet The Bus eine gelungene Mischung aus realistischer Fahrzeugsimulation, detaillierter Stadtdarstellung und variablen Spielmöglichkeiten, von entspannten Linienfahrten bis hin zum Aufbau eines eigenen Busunternehmens. Damit richtet sich das Spiel klar an eine Zielgruppe, die Wert auf Detailtiefe, Realismus und eine möglichst unverfälschte Simulation des öffentlichen Nahverkehrs legt.

    Die Simulation The Bus wurde Game2Gether für den Test von Aerosoft zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Alex
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich bin hier eigentlich in allen Bereich aktiv. Mit einem Schwerpunkt auf Hardware.