Mit Vampire’s Bloodlord Rising schickt das Entwicklerstudio Mehuman Games zusammen mit dem bekannten Genre-Publisher Toplitz Productions (Medieval Dynasty, Sengoku Dynasty) einen neuen Survival-Anwärter in die finstere Nacht des Early Access. Seit dem 30. Januar 2026 können Blutsauger-Fans für schmale 14,99 Euro ihre eigene Festung errichten. Wir haben knapp 19 Stunden in der Dunkelheit verbracht und prüfen im Test, ob sich die Investition jetzt schon lohnt.
Die Story und Welt: Ein grundsolides Fundament mit Luft nach oben
Wer bei Vampire’s Bloodlord Rising eine plumpe Aneinanderreihung von Survival-Mechaniken erwartet, wird positiv überrascht. Die Hauptstory der aktuellen Early-Access-Version erweist sich im Test als absolut grundsolide. Die düstere Atmosphäre trägt das Geschehen gut und motiviert, den Pfad der Nacht zu beschreiten.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Sobald man das aktuelle Ende der Kampagne erreicht hat, blendet das Spiel einen deutlichen Hinweis ein, dass es sich um eine Vorabversion handelt und die Story erst mit kommenden Updates fortgeführt wird. Ein Blick auf die Weltkarte verrät zudem: Hier ist noch nicht Schluss. Ein großer, aktuell noch abgeschnittener Bereich deutet stark auf eine kommende Map-Erweiterung hin.
Dasselbe Bild zeigt sich auch beim Blick auf das Skill-System des eigenen Lords: Das Menü für die übernatürlichen Fähigkeiten ist aktuell noch nicht komplett freigeschaltet. Auch hier wird sich bis zum finalen Release also noch einiges tun, was die Langzeitmotivation in der Zukunft sichern dürfte.
Das Herzstück: Kreativer Burgenbau und das Management des Schreckens
Wo das Spiel bereits jetzt seine Muskeln spielen lässt, ist das Charakterdesign und das umfangreiche Bausystem. Die Figuren sind optisch wunderschön und detailreich gestaltet, was der Immersion spürbar zugutejuckt.
Für kreative Köpfe ist die eigene Burg das absolute Highlight. Selbst ohne exzessives Feintuning abseits der Story-Pfade bietet das System schon jetzt eine enorme Tiefe. Ein besonderes Lob verdient ein scheinbar kleines, aber ungemein mächtiges Feature: Die Struktur und Bemalung von Wänden lässt sich ganz ohne den Einsatz von extra Materialien verändern. Das nimmt den nervigen Grind aus der Dekoration und gibt der kreativen Freiheit einen massiven Schub.
Richtig tiefgründig und strategisch wird Vampire’s Bloodlord Rising jedoch bei den Sterblichen. Aktuell gibt es vier verschiedene Dorfgemeinschaften in der Spielwelt. Das Besondere: Jeder einzelne NPC in diesen Dörfern besitzt einen eigenen Namen sowie individuelle positive oder negative Eigenschaften. Diese Merkmale wirken sich direkt auf den Wohlstand und die allgemeine Moral des jeweiligen Dorfes aus.
Hier kommt die wahre Vampir-Mechanik ins Spiel: Als finsterer Herrscher muss man das Treiben genau analysieren und die Dorfgemeinschaft quasi „managen“. NPCs, die dem Dorf durch ihre negativen Eigenschaften schaden, müssen gezielt entfernt oder kurzerhand ausgesaugt werden, um die Ordnung und den Ertrag aufrechtzuerhalten. Ein cleveres System, das moralisches Dilemma perfekt mit strategischem Gameplay verknüpft! Unterstützt wird man dabei von rekrutier baren Dienern, was wunderbar in die typische Toplitz-Gameplay-Schleife passt.
Der Early-Access-Zustand: Wenn der Lord in der Hocke bleibt
Trotz des großen Spielspaßes darf man nicht vergessen: Wir befinden uns im Early Access. Mit einer durchschnittlichen Spielzeit von aktuell rund 20 Stunden kriegt man zwar viel Inhalt für sein Geld, muss aber auch mit den typischen Kinderkrankheiten leben.
Während kleinere grafische Fehler absolut händelbar sind, trüben zwei Bugs den Spielfluss spürbar:
Der Hocke-Bug: Der wohl nervigste Fehler im aktuellen Build sorgt dafür, dass der Charakter sich nach dem Schleichen nicht mehr hinstellen will. Die Konsequenz: Sprünge sind blockiert, was in einer offenen Welt schnell zu Frust führt.
Die Geister-Diener: Auch die Gefolgschaft kämpft noch mit der Physik. So kommt es regelmäßig vor, dass treue Diener halb im Texturboden versinken oder an Hindernissen in der Spielwelt hängenbleiben.
Hier müssen die Entwickler bis zum finalen Release definitiv noch mit dem Patch-Akkuschrauber nachbessern.
Fazit: Eine lohnende Investition in die Zukunft
Summa Summarum ist Vampire’s Bloodlord Rising eine klare Empfehlung für Genre-Fans. Für den aktuellen Preis von knapp 15 Euro bietet das Spiel bereits jetzt ein beachtliches und spaßiges Gesamtpaket. Da das Spiel zum finalen Release mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit teurer wird, kann man hier getrost von einer lohnenden Investition sprechen. Die Fehler sind spürbar, aber bis zur Version 1.0 absolut fixbar. Wer das düstere Mittelalter, komplexen Basenbau und tiefgründiges NPC-Management liebt, macht mit Vampires: Bloodlord Rising nichts falsch.
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Der Rabe meint:
Ein atmosphärisch starker Einstieg mit tollen, frischen Ideen beim Dorf-Management. Trotz kleinerer spielerischer Stolpersteine für Überlebenskünstler im Juni das perfekte Projekt für ein paar Stunden echte Quality Time.




