Star Fox Remake – Nintendo Switch 2 Test

    star fox remake

    Do a barrel roll! Unter all den Klassikern, die seit einigen Jahren Remakes noch und nöcher erleben, ging beinahe eine liebenswerte Spielereihe unter: Star Fox. Aber eben nur fast, denn im kürzlich erschienenen Star Fox Remake lässt uns Nintendo die Geschehnisse rund um Fox und sein Team ein erneutes Mal erleben – schicke Grafik natürlich inklusive! Also dann: Steigt in den Arwing und beschützt das Lylat-System mit uns gemeinsam hier im Test!

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    Das Star Fox Remake basiert auf dem Spiel Star Fox 64, welches 1997 für das Nintendo 64 und hierzulande unter dem Titel Lylat Wars veröffentlicht wurde.

    Vor dem Kauf könnt ihr übrigens die Demo kostenlos im Nintendo eShop für Switch 2 runterladen!

     

    Andross vs. Fox

    Die Star Fox Reihe bediente sich seit ihrer Taufe stets dem klassischen Muster Gut gegen Böse. Einen großartigen Aufhänger für die Story benötigte man nie, das stereotype Feindbild, gebettet in ein knuffiges Science Fiction Szenario, reichte und reicht aus. Da dieses Remake sozusagen auf dem zweiten Teil der Story mit ihrem roten Faden basiert, müsst ihr ein paar Kleinigkeiten vorab wissen, um in die Geschichte einzutauchen.

    Ein Forscher namens Andross, einst ein angesehener Wissenschaftler, verfiel seiner eigenen Genialität und riss durch ein gescheitertes Experiment viele Lebewesen in den Tod. Schlussendlich von Fox und Co. gefasst, verbannte man ihn auf den Planeten Venom, wo er keinen Schaden mehr ausrichten konnte. Soweit die Geschehnisse in Teil 1.  Das Star Fox Remake setzt nun an diese Ereignisse an, als man auf Venom ungewöhnliche Aktivitäten scannt und das Fox Team zur Erkundung entsandt wird. Diesem Team, dem u.A. auch James McCloud, der Vater von Fox, angehört, wird bei der Mission übelst zugespielt und nur ein alter Bekannter schafft es zurück, um die Bedrohung zu melden: Peppy. Und damit ist schnell klar: Andross hat im Verborgenen eine geheime Armee erschaffen und droht erneut dem gesamten System mit der Vernichtung.

    Wenige Jahre später steht das Lylat System vor den Trümmern. Und so scheint es nur noch einen Ausweg zu geben: Fox McCloud, gemeinsam mit seinen Copiloten Falco Lombardi, Slippy Toad und Peppy Hare müssen erneut das System vor Andross retten. Nach einer kurzen Einweisung durch den General startet das Team zu dieser aussichtslosen Mission auf dem Kernplaneten Corneria.

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    Das sind sie, die 4 legendären Söldner – jeder mit seinen eigenen Macken!

     

     

    Endlich coole Zwischensequenzen

    Wenn man an Remakes denkt, dann kommen einem zunächst die gepimpte Grafik und die neuen, technischen Möglichkeiten in den Sinn. Im Falle vom Star Fox Remake fielen mir aber sofort die „echten“ Zwischensequenzen positiv auf, die eine ganz neue Inszenierung zulassen. Allein schon Tutorial in den Form des oben erwähnten Prequels mit Vater McCloud bekommt endlich die Videosequenzen spendiert, die es schon damals verdient hätte. Überhaupt sind es die immer wieder auftretenden Rendersequenzen, die der Geschichte Tiefgang vergeben und die Figuren endlich in ein Licht rücken, das sie lebhaft und glaubhaft rüber bringt.

    Es ist das gleiche Team aus dem Vorgänger, die wir zwar alle kennen, aber eben nur aus eingeblendeten Boxen mit mickrigen Pixel-Animationen. Das Quartett, bestehend aus Fox, Falco, Slippy und Peppy, ist charakterlich treffend und nicht all zu überzeichnet ins neue, virtuelle Leben gerufen. Vorbei also die Zeiten von nüchternen Missions-Briefings in Textform, das hier hat alles Hand und Fuß – bzw. Pfote. Gleichzeitig wurden all die Charakterzüge, die es damals schon angedeutet gab, endlich in ein mehr oder minder harmonisches Miteinander ausgeführt. Slippy beispielsweise ist ein echter Geek und glänzt immer wieder mit seinem technischen Know How. Falco bleibt der stetige Rivale von Fox und scheut keine Gelegenheit, dem Leader mal eins mitzugeben. Da kommt Peppy ganz gelegen, der stets versucht, als Gleichgewicht und Stimme der Vernunft unter all den Protagonisten zu agieren.

    Innerhalb der Missionen ploppen am Bildschirmrand regelmäßig beim Funkverkehr die entsprechenden Figuren auf. Das kennt man wie erwähnt bereits aus den alten Teilen, nur wirkt jetzt alles so extrem viel lebhafter und einfach passender. Zum damaligen Zeitpunkt brachten diese Einblendungen mitten ins Livegeschehen übrigens etwas, was wir heute als völlig selbstverständlich erachten: Sie erzeugten Immersion und diese wird im Remake mit viel mehr Leben gefüllt.

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    „Do a barrel roll!“ endlich auch in schicker Grafik!

     

     

    Ein echtes Remake

    Sowohl auf dem SNES (Star Fox) mit dem legendären FX Chip, als auch auf dem N64 (Lylat Wars) waren die Star Fox Spiele immer solche, die hart am Limit der Hardware kratzten. Spektakulär waren sie zwar immer, aber Grafik und Bildrate sorgten mitunter für dezentes Stirnrunzeln. Das ist mit dem Star Fox Remake für Switch 2 nun auch passè.

    Besonders fällt die enorme Weitsicht auf. Bevor jetzt der ein oder die andere denkt, warum das überhaupt erwähnenswert ist: Ist es! Wer die Originale kennt, der weiß, wie es sich anfühlt, wenn aus dem Nichts kurz vor dem Arwing urplötzlich ein riesiges Gebäude aufploppt und man kaum Zeit zur Reaktion hat. Darüber hinaus ist die Kameraführung im Remake wirklich erste Sahne und vermittelt nicht nur ein Mittendrin-Gefühl, sondern auch eines für die tatsächliche Geschwindigkeit.

    Am Gameplay selbst hingegen hat sich nichts verändert, Star Fox Remake ist im Grunde das, was man als Railshooter bezeichnen würde. Die stetigen 60 Frames pro Sekunde lassen den Flugwind beinahe schon spürbar durch die Mattscheibe pusten. Überall findet man zahlreiche Objekte, die die unterschiedlichen Planeten glaubhaft in Szene setzen. Sogar die hohe Pixeldichte lässt die Framerate niemals spürbar purzeln, selbst dann nicht, wenn ihr gleich mehrere Gegner in ihre Einzelteile zerlegt. Es sind diese modernen Effekte, die einem als Spieler ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Vermutlich müsst ihr es selbst erleben, aber es ist schon phantastisch, mit dem Arwing durch den Nebel zu tauchen, der kurz darauf von den Düsen weggefegt wird.

    Unterwegs solltet ihr nicht nur möglichst viele Feinde zerstören, sondern auch alle Items einsammeln. Euer Laser hat anfangs noch wenig Wumms, lässt sich aber in zwei Stufen upgraden. Gleiches gilt für eure Hitpoints, die übrigens besonders dann leiden, wenn ihr ein Hindernis rammt. Ganz zu schweigen vom taumelnden Flugverhalten eures Arwings! Sollte euch der „normale“ Schwierigkeitsgrad zu hoch sein, könnt ihr eine Stufe tiefer auf „leicht“ bereits mit ein paar Upgrades starten, die euch das (Über)Leben erleichtern. Den Expertenmodus hingegen müsst ihr erst freispielen.

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    Manche Routen müsst ihr erst im Verlaufe des Spiels entdecken. Das erhöht den Wiederspielwert!

     

     

    Abwechslungsreich bis zum Schluss

    Insgesamt warten im Lylat System 16 Gebiete mit ihrer jeweiligen Mission auf euch. Dabei stoßt ihr auf jede Art von Flora, die ihr euch wünscht: Erdähnliche Planeten, Schneewelten, Wasser, Lava, Wüste, sucht es euch aus. Es geht auch hoch hinaus in die Weiten des Alls, wo riesige Asteroidenfelder gemeistert werden müssen oder ihr euch durch schwerbewaffnete Flottenverbände kämpfen müsst. Am Ende jeder Stage wartet schon der Boss auf euch, den ihr nur mit Hilfe eures Teams erledigen könnt. Also: Augen und Ohren aufgesperrt!

    Aber Star Fox wäre nicht Star Fox ohne ein Routensystem. Ihr kämpft auf eurem Weg nicht alle Missionen, sondern bekommt, je nach Abschneiden, bis zu drei unterschiedliche Routen auf dem Weg zum Endkampf präsentiert. Mal sind diese neuen Routenoptionen innerhalb einer Mission offensichtlich, mal bekommt ihr einen versteckten Hinweis durch ein Teammitglied, ein anderes Mal müsst ihr ein vordefiniertes Ziel (z.B. zerstöre x Suchscheinwerfer) erledigen. So kommt ihr für einen kompletten Run auf etwa 7 Missionen, die anderen Wegoptionen müsst ihr selbst herausfinden. Kleiner Hinweis: Es sind die gleichen, wie im Original.

    Schon das Original hatte auf dem N64 einen lokalen Multiplayer. Nintendo ließ es sich nicht nehmen, dem Star Fox Remake neben eben diesem auch einen waschechten Multiplayer-Modus zu spendieren, Gameshare inklusive. Heißt im Klartext, dass ihr euch online mit bis zu 8 Gegnern um die Wette eifern könnt. Dabei solltet ihr natürlich möglichst viele Gegner in ihre Einzelteile zerlegen, aber das ist nur ein Aspekt der unterschiedlichen Modi. Hier müsst ihr Piraten erledigen und ihre Beute nach Hause bringen, dort Meteoriten ausweichen und Orbs einsammeln und dann wiederum Satelitentürme erobern und halten. Eine, wie wir finden, wirklich tolle Mischung aus unterschiedlichen Modi, die weit über das klassische Deathmatch hinausgehen und in die man sehr schnell reinfindet. Lokal macht das wirklich sehr viel Spaß, weil man sich darüber hinaus mit seinem Mitspieler absprechen kann.

    Abschließend noch ein paar Worte zum Sound. Die Stimmen sind passend vertont und bringen einen gewissen Charme mit sich. Hier und da merkt man allerdings den Dialogen an, dass sich etwas angestaubt wirken und mitunter auch aus der Zeit gefallen sind. Ganz und gar nicht angestaubt ist der orchestrale Soundtrack, der schnell ins Ohr geht und an jeder Stelle einfach punktgenau sitzt, großartig!

    star fox remake
    Der Multiplayer macht dank seiner abwechslungsreichen Modi richtig viel Spaß!

     

     

    Fazit

    Zugegeben: Als alter Hase muss man sich zunächst an das neue Design von Fox und Co. gewöhnen. Hat man diese innere Nostalgie abgelegt, was bei mir nur wenige Spielminuten dauerte, dann schlagen dem Star Fox Remake alle Herzen entgegen. Endlich bekommen die Figuren den Tiefgang, den sie seit ihres ersten, gemeinsamen Abenteuers verdient gehabt hätten. Vorbei die Zeiten der schnöden Briefings mit langen Textboxen. Das Star Fox Remake bringt echtes Leben ins Spiel und vermittelt dadurch zum ersten Mal ein Mittendrin-Gefühl im Kampf um das Lylat System. Das Routensystem bringt erstaunlich hohen Mehrwert mit sich, da man hierdurch angespornt ist, neue Wege zu finden, sie zu erkunden und im besten Fall auch noch gleich einen Highscore aufstellt.

    Besonders spaßig finden wir den Multiplayer, der durch seine hohe Varianz abseits bekannter Modi seinen Platz findet und eine schnelle Zugänglichkeit bietet. Grafisch und musikalisch absolut knackig und auf den Punkt halten wir abschließend fest, dass das Star Fox Remake eines der Spiele für Switch 2 ist, die man gut und gerne als absolutes Must-Have bezeichnet – klasse!

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur