Cosy Gameplay mit Survival Logik und bekanntem Thema – Solarpunk kommt mit einem derzeit häufig vertretenem Setting und möchte dabei entspanntes Gameplay mit Survivalaspekten vereinen. Ob dies gut funktioniert oder andere Vertreter davon fliegen, haben wir genau betrachtet.
Erwacht unter einem blauen Dach
Der Einstieg könnte dem ein oder anderem bekannt vorkommen, aus Games wie Aloft oder Echoes of Elysium. Frisch auferstanden blickt man auf das grün einer Insel. Doch am Horizont ist kein Meer oder eine Bergkette zu sehen, sondern der blaue Himmel. Solarpunk bedient sich einem gerade sehr gefragtem Thema – fliegende Inseln und Luftschiffe. Eine richtige Story gibt es nicht und somit auch keinen wegweisenden roten Faden, mit Ausnahme des kleinen Anfangs-Tutorial. Fortschritt und Tempo sind also selbst bestimmt. Hintergründe der Welt und Motivationen, lassen sich frei interpretieren. Solarpunk könnte hier eine Herausforderung für Spieler sein, die etwas Führung benötigen.

Hat man sich als Spieler auf der eigenen Insel zurecht gefunden und die ersten Aufgaben des Tutorials erfüllt, geht es an den Ausbau des eigenen Anwesens und der damit verbundenen Forschung. Nach kurzer Zeit ist das Luftschiffdock mit dazugehörigem Gerät erarbeitet und die Reise kann beginnen. Einmal abgehoben heißt es nun, Inseln mit unterschiedlichen Biomen erforschen, weitere Ressourcen ausfindig machen und kleineren Überraschungen über den Weg zu laufen.
Ruhiges Gameplay und kleine Herausforderungen
Solarpunk nutzt grundsätzlich erstmal ähnliche Mechaniken, wie andere Genrevertreter. In der Ego-Perspektive gilt es Ressourcen zu sammeln, Gegenstände zu bauen und auf Grundbedürfnisse, wie Nahrung und Gesundheit zu achten. Einfache Hilfsmittel können direkt vom Inventar aus gecraftet werden. Andere benötigen Werkbänke oder vorherige Forschung, welche ebenso Ressourcenabhängig ist. Die Ressourcengewinnung ist dabei recht vielfältig, aber auch nicht zu komplex. Vom Anbau weniger Pflanzen bis hin zum Bienenstock für Wachs oder der Schmelze um Glas herzustellen, sind einige kleine Gerätschaften nötig. Selbst vereinzelte tierische Bewohner sind in diesen Höhen zu finden.

Solarpunk trifft hier genau die richtige Balance. Fortschritt wird nicht auf dem Silbertablett serviert. Man muss etwas dafür tun, aber ohne, dass es sich nach Arbeit anfühlt. Die Herausforderung ist da – wer nicht anbaut, dem fehlt die Nahrung und das hat Konsequenzen. Harte Strafen fallen aber aus. Bei Tod tritt der direkte Respawn auf der Heimatinsel ein und die Taschen befinden sich fein geordnet in einem Koffer am Sterbeort. Wem auch dies zu viel Druck verursacht, der hat zwei Optionen: Seine Gaming Buddys hinzuzuziehen und mit gemeinsamen Kräften im Multiplayer zu spielen oder auf den Softmodus wechseln. In letzterem sind die Bedürfnisse halbiert und man kann nicht von Blitzen getroffen werden, denn ja auch das kann bei Unwetter geschehen. Im großen und ganzen ist das Gameplay in Solarpunk jedoch recht ruhig und folgt eher dem eigenen Willen.
Wer allein spielt, dem könnte es allerdings etwas einsam werden. Richtige NPCs oder eine volle Spielwelt ist hier nicht zu finden. Solarpunk fokussiert sich nicht auf zu viele Mechaniken. Vom Interface bis hin zum Gameplay ist das Spiel recht minimalistisch gehalten, was jedoch zum Cosy Genre passt. Dafür sind die Hauptmechaniken gut durchdacht und ausgereift. Ressourcen werden beim Abbau automatisch eingesammelt und anstelle von einfachen Gegenständen, gibt es recht früh allerlei dekorative Elemente, für die passende Gemütlichkeit.
Vollendetes Cosy Gaming mit Einschränkungen
Grafisch greift Solarpunk ebenso vollständig das Cosy Genre ab. Gedeckte, warme Farben, abgerundete Formen und niedliche Dekorationen und Tierchen bilden die Grundlage für viele „oh wie hübsch“ Gedanken. Unterstrichen wird dies von einer ideal abgestimmten entspannten Musik. Passend dazu, können alle Soundkategorien, wie UI oder Umgebung, einzeln im Lautstärke-Menü angepasst werden. Selbst der Abstand der aufkommenden Hintergrundmusik ist individualisierbar. Für die Beschreibungen und Texte lassen sich 14 Sprachen, darunter deutsch und englisch auswählen.

Getestet wurde Solarpunk auf dem PC sowie auf dem Steam Deck. Auf beiden lief das Game komplett flüssig, mit Ausnahme kleiner Gameplay Bugs innerhalb von Menüs oder im Baumodus. So konnten unter anderem manche Haus-Bestandteile nicht an die dafür vorgesehenen Stellen gesetzt und gebaut werden. Wenn es auch den Spielfluss nicht groß beeinträchtigt hat, kann das für Bauliebhaber ein Dorn im Auge sein.
Wer selbst einmal etwas abschalten möchte und Solarpunk testen will, sollte folgende Hardware zur Verfügung haben:
Minimale Systemanforderungen
- Betriebssystem: Windows 10
- Prozessor: Intel Core i5-8400 oder AMD Ryzen 5 2600
- Arbeitsspeicher: 6 GB RAM
- Grafik: GeForce GTX 1660 6GB oder RX 5500 XT 6GB
- Speicherplatz: 5 GB verfügbarer Speicherplatz
Empfohlene Systemanforderungen
- Betriebssystem: Windows 10
- Prozessor: Intel Core i7 oder AMD Ryzen 7
- Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
- Grafik: NVIDIA RTX 3060 oder AMD RX 7600XT
- Speicherplatz: 5 GB verfügbarer Speicherplatz

Fazit
Wer entspannt ein bisschen bauen, erkunden und sich sein kleines Zuhause erbauen möchte, ist bei Solarpunk absolut richtig. Komplexes Crafting oder ein forderndes Gameplay sind hier nicht angedacht. Der Fokus des Gameplays erinnert eher an eine cosy Bausimulation, als an ein Survival- oder Erkundungsgame. Die Grundmechaniken sind ausgereift, jedoch mit kleineren Bugs bestraft, die es noch zu beheben gilt. Wer Minimalismus schätzt und gerne in seinem Tempo spielt, kann hier fündig werden. Solarpunk bietet im Grunde eine ideale Abendentspannung, zum runterkommen und kreativen Tun.

