Saros im Test: Housemarques nächster Actionkracher?

    Quelle: Sony

    Mit Saros beweist das finnische Studio Housemarque erneut, warum es zu den spannendsten Action-Entwicklern der Branche gehört. Nach dem Erfolg von Returnal geht Saros zwar einen etwas anderen Weg, bleibt der Philosophie des Studios aber treu: kompromisslose Gameplay-Qualität, schnelle Action und ein Spielgefühl, das vom ersten Moment an süchtig macht. Saros ist kein überladener Open-World-Titel voller Marker und Checklisten. Stattdessen konzentriert sich das Spiel auf das Wesentliche: intensive Kämpfe, motivierende Progression und eine Atmosphäre, die Spieler immer tiefer in ihre mysteriöse Sci-Fi-Welt hineinzieht.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Carcosa als faszinierender Albtraum

    Die Handlung führt auf den fremdartigen Planeten Carcosa, eine sich ständig verändernde Welt voller tödlicher Kreaturen und seltsamer Phänomene. Im Mittelpunkt steht Arjun Devraj, gesprochen von Rahul Kohli, der als Teil einer Einsatztruppe herausfinden soll, warum frühere Expeditionen plötzlich verstummt sind. Die Story bleibt dabei angenehm geheimnisvoll und setzt stärker auf Atmosphäre und Entdeckung als auf endlose Dialoge. Stück für Stück entfaltet sich ein Science-Fiction-Mysterium, das neugierig macht und perfekt zur düsteren Stimmung des Spiels passt. Besonders gelungen ist, wie Saros seine Welt erzählt. Gespräche mit Crewmitgliedern im zentralen Hub liefern zusätzliche Informationen über Carcosa, die Soltari Corporation und die eskalierende Situation auf dem Planeten. Dadurch entsteht eine glaubwürdige Welt, die weit mehr ist als nur Kulisse für die Kämpfe.

    Gameplay, das sofort süchtig macht

    Wie schon bei Returnal ist das Gameplay die größte Stärke des Spiels. Saros spielt sich unglaublich flüssig und präzise. Bewegungen gehen sofort ins Muskelgedächtnis über, während Kämpfe ein perfektes Gleichgewicht aus Chaos und Kontrolle erzeugen. Spieler springen, dashen, parieren und weichen in Höchstgeschwindigkeit aus, während Gegner den Bildschirm mit Projektilen überziehen. Trotz der visuellen Intensität bleibt das Geschehen jederzeit lesbar. Genau diese Fähigkeit, spektakuläre Action mit klarer Spielbarkeit zu verbinden, macht Housemarque mittlerweile fast einzigartig. Eine der interessantesten Neuerungen ist das Schildsystem. Bestimmte Geschosse lassen sich absorbieren und in Energie umwandeln, die anschließend für mächtige Spezialwaffen genutzt wird. Dadurch entsteht ein aggressiver Spielfluss, bei dem Defensive und Offensive ständig ineinander übergehen. Hat man den Rhythmus einmal verinnerlicht, entwickelt Saros einen Flow-Zustand, den nur wenige Shooter erreichen. Besonders in späteren Abschnitten, wenn Gegnerzahlen steigen und das Spiel sein volles Tempo entfaltet, wird jede Arena zu einem hochintensiven Tanz aus Ausweichen, Gegenangriffen und perfektem Timing.

    Eclipse-System sorgt für ständige Spannung

    Ein zentrales Gameplay-Element ist die sogenannte Eclipse. Dieses Ereignis verändert nicht nur die Optik der Welt, sondern beeinflusst aktiv den Schwierigkeitsgrad. Gegner werden aggressiver, Umgebungen gefährlicher und bestimmte Angriffe verursachen Korruption. Diese Korruption reduziert die maximale Lebensenergie des Spielers und sorgt dafür, dass Kämpfe immer riskanter werden. Gleichzeitig existieren Mechaniken, um diesen Zustand wieder zu reinigen, wodurch ein spannendes Risiko-Belohnungs-System entsteht. Das Eclipse-System sorgt dafür, dass sich selbst bekannte Gebiete ständig frisch und bedrohlich anfühlen. Dadurch entsteht eine permanente Spannung, die hervorragend zur Atmosphäre des Spiels passt. Wie es sich für ein Rogue-lite gehört, gehört Sterben zum Konzept. Nach jedem Tod kehrt man in die Passage zurück, einen Hub-Bereich, in dem permanente Upgrades freigeschaltet werden. Mit der gesammelten Ressource Lucenite lassen sich Waffen verbessern, Werte steigern und neue Fähigkeiten freischalten. Dadurch fühlt sich jeder Run sinnvoll an, selbst wenn er früh endet. Besonders motivierend ist der spürbare Machtzuwachs. Gebiete, die anfangs brutal schwer wirken, lassen sich später mit deutlich mehr Selbstvertrauen meistern. Dieses Gefühl von Fortschritt ist hervorragend umgesetzt und sorgt dafür, dass man immer noch einen weiteren Run starten möchte.

    Cleveres Modifikator-System

    Eine der besten Neuerungen gegenüber Returnal sind die Carcosan Modifiers. Dieses System erlaubt es, die Spielerfahrung individuell anzupassen. Wer mehr Herausforderung möchte, kann zusätzliche negative Effekte aktivieren. Wer es etwas zugänglicher mag, kann bestimmte Aspekte entschärfen. Das Geniale daran ist die Balance. Positive Anpassungen müssen durch Nachteile ausgeglichen werden, wodurch die Herausforderung nie komplett verschwindet. So bleibt Saros fordernd, ohne unfair zu wirken. Dieses flexible System macht das Spiel sowohl für Hardcore-Spieler als auch für weniger erfahrene Action-Fans attraktiv. Interessanterweise wirkt Saros insgesamt deutlich geradliniger als viele andere Rogue-lites. Zwar verändern sich Kartenlayouts und Ausrüstung zufällig, doch das Spiel verzichtet bewusst auf überkomplizierte Build-Systeme oder extrem ausufernde Synergien. Dadurch bleibt der Fokus klar auf den Kämpfen und dem direkten Spielfluss. Artefakte liefern zwar zusätzliche Boni, verändern das Spiel aber nie komplett. Diese Entscheidung wirkt bewusst und passt perfekt zum schnellen Gameplay. Saros verliert sich nie in unnötiger Komplexität. Stattdessen setzt das Spiel auf konstante Vorwärtsbewegung und unmittelbaren Spielspaß.

    Bosskämpfe als große Highlights

    Die Bosskämpfe gehören ohne Zweifel zu den stärksten Momenten des Spiels. Housemarque versteht es meisterhaft, spektakuläre Begegnungen zu inszenieren, die Spieler zwingen, alle Systeme vollständig zu beherrschen. Gerade die späteren Kämpfe verlangen perfektes Timing, gutes Ressourcenmanagement und volle Konzentration. Gleichzeitig bleiben sie fair und unglaublich befriedigend. Wer Returnal mochte, wird sich hier sofort zuhause fühlen. Optisch liefert Saros ein beeindruckendes Gesamtbild. Carcosa wirkt fremdartig, bedrohlich und gleichzeitig wunderschön. Das Art Design zählt klar zu den größten Stärken des Spiels. Besonders hervorzuheben ist die technische Performance. Auf der PlayStation 5 läuft Saros nahezu konstant mit 60 Bildern pro Sekunde. Auf der PlayStation 5 Pro verschwinden selbst die kleinsten Einbrüche nahezu komplett. Auch der DualSense-Controller wird hervorragend genutzt. Adaptive Trigger, haptisches Feedback und fein abgestimmte Vibrationen sorgen dafür, dass sich jede Waffe und jede Aktion physisch spürbar anfühlt.

    Kleine Schwächen verhindern die Perfektion

    Ganz fehlerfrei ist Saros allerdings nicht. Manche Charaktermodelle wirken außerhalb der Zwischensequenzen etwas steif und erreichen nicht ganz das hohe Niveau der Umgebungen. Außerdem fehlt einigen Runs die extreme Build-Vielfalt, die andere Rogue-lites auszeichnet. Wer auf völlig absurde Kombinationen hofft, könnte hier etwas enttäuscht sein. Diese Kritikpunkte fallen jedoch kaum ins Gewicht, weil das eigentliche Gameplay so hervorragend funktioniert.

    Fazit

    Saros ist ein weiteres Meisterwerk von Housemarque und zeigt eindrucksvoll, wie wichtig kompromisslos gutes Gameplay auch heute noch ist. Das Spiel kombiniert schnelle, intensive Kämpfe mit motivierender Progression, cleveren Systemen und einer faszinierenden Sci-Fi-Welt. Wer Returnal mochte, wird Saros lieben. Gleichzeitig schafft es das Spiel, zugänglicher und fokussierter zu wirken, ohne seine Herausforderung zu verlieren. Saros gehört schon jetzt zu den stärksten Actionspielen auf PS5 und beweist erneut, dass Housemarque zu den besten Gameplay-Studios der Branche zählt.