R-Type Dimensions III – Test /Review

    TitelbildschIrm

    Es gibt Spiele, bei denen man nicht lange überlegen muss, ob sie ihre Herkunft verstanden haben. R-Type Dimensions III gehört dazu. Schon in den ersten Minuten ist klar, dass ININ Games, Tozai und die beteiligten Entwickler nicht einfach nur ein altes Spiel in eine neue technische Hülle gesteckt haben. Hier geht es um den puren Arcade Shooter, Atmosphäre, Timing, Musik, Gegnerdesign und dieses spezielle Gefühl, das R-Type seit Jahrzehnten ausmacht: Jeder Bildschirmabschnitt wirkt gefährlich, jede Bewegung muss sitzen, und trotzdem zieht einen das Spiel sofort wieder hinein.

    Wer R-Type nur aus der Arcade kennt, wird andere Erinnerungen haben als jemand, der damals vor dem Commodore 64 oder Amiga saß. Technisch waren diese Heimversionen natürlich weit weg vom Automaten, aber für viele Spieler waren genau diese Fassungen der erste Kontakt mit dem Bydo-Imperium. Sie hatten dieses langsame, bedrohliche Gefühl, die unverwechselbare Waffenlogik, die Force-Einheit als Schutz und Angriffswerkzeug und Musik, die sofort hängen blieb. R-Type Dimensions III ist keine Neuauflage der C64- oder Amiga-Versionen, das muss man sauber trennen. Inhaltlich knüpft es an R-Type III: The Third Lightning an. Aber die DNA, die viele von den frühen Heimcomputer-Versionen kennen, ist sofort wieder da.

    Offiziell beschreibt ININ Games das Spiel als vollständig neu gedachte, moderne Evolution der klassischen R-Type Arcade Shooter Ära. Jede Stage, jeder Boss und jedes Projektilmuster wurde mit neuer 3D-Grafik, verbesserten Animationen und detaillierteren Umgebungen neu aufgebaut, ohne die typische R-Type-Atmosphäre aufzugeben. Dazu kommen neue Spielmodi, Komfortfunktionen, lokaler Koop, anpassbare Steuerung und umschaltbare Grafik- und Soundvarianten. Genau das ist auch der Punkt, an dem R-Type Dimensions III besser funktioniert, als man bei solchen Projekten immer erwarten darf. Es sieht modern aus, aber es wirkt nicht beliebig modernisiert. (ININ Games)

    Daten & Fakten

    Titel: R-Type Dimensions III
    Genre: Horizontal-Shooter / Shoot ’em up
    Entwickler: KRITZELKRATZ 3000 / KK3
    Publisher: ININ Games / Tozai Games
    Getestete Fassung: Steam-Version
    Digitaler Release: offiziell 19. Mai 2026; Steam listet den 18. Mai 2026
    Digitale Plattformen: PC/Steam, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X|S
    Physische Standard-Versionen: Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation 5
    Special Editions: Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation 5, PC/Steam-Key
    Collector’s Editions: Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation 5, PC/Steam-Key
    Spieler: Einzelspieler und lokaler Koop für zwei Spieler
    Steuerung: Gamecontroller und Tastatur
    Besonderheiten: Umschaltbare 2D-/3D-Grafik während des Spiels, CRT-Modus, 3D Crazy Mode, lokaler Koop, anpassbare Steuerung, remasterter Soundtrack, klassische und moderne Präsentation, Dropbox/Jukebox mit Musik und Soundeffekten, Infinite Mode, Advanced Mode, neue Punkte- und Überlebensmechaniken
    Altersfreigabe: USK ab 12 Jahren
    Sprachen: Deutsch, Englisch, Japanisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Koreanisch, Chinesisch vereinfacht/traditionell je nach Plattformangabe. (Steam Store)

    Zwischen klassischer Härte und moderner Zugänglichkeit

    R-Type war nie ein Spiel, das einem viel schenkt. Das Original von 1987 und seine Nachfolger lebten von präzisem Leveldesign, fest einstudierbaren Gegnerwellen, harten Bossen und der ständigen Frage, ob man sein Force-Modul vorne, hinten oder frei fliegend einsetzen sollte. Diese Grundidee ist auch in R-Type Dimensions III erhalten geblieben. Das Spiel ist kein wilder Bullet-Hell-Shooter, der den Bildschirm nur mit Projektilen übergießt. Es bleibt eher dieses klassische, kontrollierte, manchmal fast taktische Shoot ’em up, bei dem man den nächsten Abschnitt lernen und verstehen muss.

    Gleichzeitig fühlt sich die getestete Steam-Version erstaunlich leichtgängig an. Das ist wichtig, weil R-Type nicht verzeiht, wenn die Steuerung schwammig wirkt. Das Schiff reagiert direkt, die Bewegung ist sauber, und die klassischen Waffen lassen sich schnell wieder einordnen. Wer R-Type kennt, findet sich sofort zurecht. Wer es nicht kennt, versteht nach kurzer Zeit, warum diese Serie so lange überlebt hat. Das Spiel wirkt nicht nostalgisch im schlechten Sinne, sondern konzentriert. Es hat eine klare Identität.

    Der Einstieg wird zusätzlich dadurch erleichtert, dass R-Type Dimensions III mehrere Spielweisen zulässt. Wer die klassische Härte will, bekommt sie. Wer sich erst einmal auf Grafik, Atmosphäre und Levelaufbau konzentrieren möchte, kann komfortablere Modi nutzen. Der Infinite Mode erlaubt einen zugänglicheren Ablauf, während der Advanced Mode die Herausforderung stärker anzieht. Das ist keine Verwässerung, sondern eine vernünftige Öffnung. Klassische Aracde Shooter a la R-Type-Spielen können brutal sein, und ein modernes Remake muss nicht so tun, als sei jeder Spieler sofort bereit für denselben Frust wie damals am Automaten oder vor dem alten Heimcomputer. (Steam Store)

    2D oder 3D? Der Wechsel funktioniert sogar mitten im Spiel

    Eine der stärksten Funktionen von R-Type Dimensions III ist nicht nur, dass man zwischen moderner 3D-Grafik und klassischer 2D-Ansicht wechseln kann. Entscheidend ist: Der Wechsel ist während des Spielens möglich. Man muss also nicht erst ins Menü, keinen Modus neu starten und keine Entscheidung für den kompletten Durchgang treffen. Ein Tastendruck genügt, und das Spiel springt von der modernen Präsentation in die klassische Ansicht – und wieder zurück.

    Das macht erstaunlich viel aus. In der klassischen Darstellung entsteht sofort dieses vertraute Arcade-Gefühl: links und rechts schwarze Balken, ein engeres Bild, klare Lesbarkeit, volle Konzentration auf Gegner, Schüsse und das eigene Schiff. Gerade wer R-Type von früher kennt, fühlt sich hier sofort zu Hause. Man spielt plötzlich wieder mehr mit dem Kopf im alten Rhythmus: Muster erkennen, Position halten, Force-Einheit richtig einsetzen, überleben.


    Bildunterschrift-Vorschlag: Der 2D-Modus mit seitlichen Balken wirkt sofort vertraut und dürfte gerade langjährige R-Type-Spieler direkt abholen.

    Die moderne Version geht dagegen deutlich weiter als nur „alte Grafik in neu“. Sie bietet eine perspektivische Ansicht mit intensiver Tiefenwirkung. Man fliegt nicht einfach flach von links nach rechts durch ein zweidimensionales Spielfeld, sondern scheinbar schräg in eine bedrohliche, räumliche Umgebung hinein. Hintergründe, Gegner und Effekte wirken dadurch viel plastischer. Das Spiel bekommt in dieser Ansicht fast etwas Sogartiges: Man bewegt sich nicht nur durch einen Level, man taucht in ihn ein. Zusätzlich lässt sich diese moderne Perspektive noch stärker betonen. Besonders interessant ist der sogenannte 3D Crazy Mode, der laut Optionsanzeige durch Drücken nach unten aktiviert werden kann. Das ist nicht unbedingt die nüchternste Art, R-Type zu spielen, aber genau deshalb macht es Spaß: Man kann mitten im Spiel zwischen präziser klassischer Darstellung und spektakulärer Tiefeninszenierung wechseln. Für Puristen bleibt der 2D-Modus da, für den modernen Schauwert die 3D-Ansicht – und wer möchte, dreht die Perspektive noch weiter auf.


    Die moderne Ansicht nutzt nicht nur 3D-Modelle, sondern erzeugt eine deutliche Raumwirkung. R-Type wirkt hier weniger wie ein flaches Seitwärts-Scrollen und mehr wie ein Flug in die Tiefe.

    Gerade der direkte Wechsel zwischen beiden Darstellungen sorgt für einen besonderen Reiz. Man kann eine Passage modern beginnen, mitten im Gefecht auf die klassische Ansicht umschalten, danach wieder zurück in die räumliche 3D-Version wechseln und vergleichen, wie unterschiedlich sich derselbe Abschnitt anfühlt. Das ist kein reiner Grafikfilter, sondern fast ein spielerischer Perspektivwechsel. Manchmal wirkt die Arcade 2D-Ansicht konzentrierter und klarer, manchmal entfaltet die moderne Perspektive einfach mehr Atmosphäre vor allem für Shooter.

    Besonders clever: Obwohl die moderne Darstellung den ganzen Bildschirm nutzt, bleibt das eigentliche Bewegungsgefühl erhalten. Das Schiff lässt sich nicht plötzlich über die komplette Breitbildfläche bewegen, sondern bleibt ungefähr in den bekannten Grenzen des klassischen Spielfelds. Dadurch wird das Leveldesign nicht verwässert. R-Type bleibt R-Type – nur mit der Möglichkeit, jederzeit zwischen alter Präzision und moderner Tiefenwirkung hin- und herzuschalten.

    Tastatur, Controller und direkte Sonderfunktionen


    Die PC-Fassung zeigt klar, dass R-Type Dimensions III nicht nur mit Gamecontroller, sondern auch klassisch per Tastatur spielbar ist – inklusive direktem 2D-/3D-Wechsel, CRT-Modus, Hyper Mode und separaten Tasten für Charge Shot, Rapid Fire und Force-Steuerung.

    Gerade auf dem PC zeigt sich angenehm deutlich, dass R-Type Dimensions III nicht nur auf Gamecontroller ausgelegt ist. Das Spiel lässt sich auch sehr klassisch per Tastatur steuern. In der Optionsübersicht werden Bewegung über WASD oder die Pfeiltasten, der 2D-/3D-Wechsel über I, der CRT-Modus über M, der Hyper Mode über N und die Pause über Esc angezeigt. Das passt gut zu einem Spiel, das zwar modern präsentiert wird, aber seine Arcade- und Heimcomputer-Wurzeln nicht versteckt. Wer früher am C64 oder Amiga mit Tastatur, Joystick oder Stick gespielt hat, bekommt hier nicht das Gefühl, in eine reine Konsolenbedienung gezwungen zu werden.

    Auch die wichtigen Spielaktionen liegen sauber getrennt. Die Force-Einheit kann gezielt an- und abgekoppelt werden, in der PC-Fassung laut Optionsanzeige etwa über U. Charge Shot liegt auf H beziehungsweise J, Rapid Fire auf K beziehungsweise L. Dadurch verflacht das Spiel nicht zu einem simplen Dauerfeuer-Shooter. Man lädt, feuert, koppelt die Force ab, holt sie zurück und entscheidet ständig neu, ob man defensiv oder offensiv spielt. Dazu kommt der Hyper Mode als eigene Funktion. Gerade diese Trennung der Aktionen sorgt dafür, dass sich R-Type Dimensions III trotz moderner Präsentation weiterhin wie R-Type anfühlt: kontrolliert, taktisch und nie völlig beliebig.

    Der zuschaltbare CRT-Modus rundet diese Bedienlogik schön ab. In der getesteten PC-Fassung ist er direkt erreichbar und muss nicht umständlich in einem Optionsmenü gesucht werden. Damit lässt sich die Darstellung noch stärker in Richtung klassischer Bildschirmwirkung schieben. Zusammen mit dem jederzeitigen Wechsel zwischen 2D und 3D entsteht eine schöne Spielerei, die mehr ist als bloßer Retro-Zuckerguss. Man kann R-Type Dimensions III sehr sauber modern spielen, aber ebenso bewusst auf eine ältere Bildschirmästhetik zurückschalten. Genau dieser ständige Wechsel zwischen damals und heute macht einen Teil des Reizes aus.

    Die Musik sitzt sofort

    Ein R-Type-Spiel steht und fällt nicht nur mit seinen Waffen oder Gegnern. Der Sound ist ein großer Teil der Wirkung. ININ hat bereits vorab betont, dass der Soundtrack für R-Type Dimensions III neu aufgenommen wurde, ohne die ursprünglichen Noten zu verändern. Das Ziel ist also nicht, die Musik neu zu interpretieren, bis sie kaum noch erkennbar ist, sondern sie mit moderner Produktion neu aufzubauen. Laut ININ wurde der komplette Soundtrack von Grund auf neu eingespielt; im offiziellen Behind-the-Scenes-Material wird unter anderem die Arbeit an „Toge Toge“ gezeigt. (YouTube)

    Im Spiel selbst funktioniert das sofort. Die Musik fängt einen direkt ein, ohne aufdringlich zu wirken. Genau das ist bei einem Shooter dieser Art wichtig. Sie darf den Druck erhöhen, sie darf den Spieler antreiben, aber sie darf das eigentliche Spielgeschehen nicht überdecken. In der getesteten Steam-Version ist das sehr gut getroffen. Der Sound wirkt moderner und voller, aber nicht so überproduziert, dass der Bezug zur alten Fassung verloren geht.

    Schön ist auch die Jukebox-Funktion, mit der sich der komplette Soundtrack sowie Soundeffekte auswählen und anhören läßt. In der getesteten Fassung umfasst diese Auswahl 18 Einträge aus Musikstücken und Effekten. Das ist genau die Art Zusatz, die bei einem Retro-orientierten Remake Sinn ergibt. Nicht als Museumsvitrine, sondern als praktischer Bonus für Spieler, die sich mit der Musik wirklich beschäftigen wollen.


    In der Jukebox lassen sich Musikstücke und Soundeffekte direkt im Spiel anwählen – ein schöner Bonus für alle, die den Soundtrack nicht nur nebenbei wahrnehmen.

    Alte Waffen, neue Wirkung

    R-Type Dimensions III bringt die bekannten Waffen und Mechaniken zurück, die man mit der Serie verbindet. Das beginnt natürlich bei der Force-Einheit, diesem Andockmodul, das zugleich Schild, Waffe und taktisches Werkzeug ist. Dazu kommen die typischen Waffenfarben, die Wave Cannon, Bits und die unterschiedlichen Force-Varianten, die schon R-Type III: The Third Lightning stärker von den Vorgängern abhoben.

    Das Entscheidende ist aber nicht die Liste der Waffen, sondern wie sie sich im Spiel anfühlen. R-Type Dimensions III schafft es, die bekannten Systeme vertraut wirken zu lassen und ihnen trotzdem eine frische Präsenz zu geben. Die Effekte sind deutlicher, die Animationen sauberer, die Trefferwirkung moderner. Trotzdem bleibt das Spiel lesbar. Das ist gerade bei einem Shooter wichtig, der vom Ausweichen, Positionieren und Timing lebt.

    Dazu kommt eine neue Ebene, die man am besten selbst ausprobiert. Nicht jede moderne Ergänzung muss man in einem Artikel komplett sezieren. Bei R-Type Dimensions III gibt es Momente, in denen man erst beim Spielen versteht, warum eine scheinbar kleine Änderung so gut funktioniert. Genau dort liegt eine der Stärken des Remakes: Es erklärt nicht alles durch große neue Systeme, sondern lässt die Mechanik im Spiel sprechen. Man merkt einfach, dass hier nicht nur optisch modernisiert wurde.


    Die Force-Einheit bleibt das Herz der Serie: Schild, Waffe und taktisches Werkzeug in einem.

    Koop: Zu zweit gegen Bydo

    Ein wichtiger Punkt ist der lokale Koop-Modus. R-Type Dimensions III kann alleine gespielt werden, bietet aber auch einen Zwei-Spieler-Modus auf demselben System. Offiziell spricht ININ von lokalem Koop mit neuen Punkte- und Überlebensmechaniken; Steam nennt Shared/Split Screen Co-op und Remote Play Together, Xbox listet lokalen Multiplayer für zwei Spieler. (Steam Store)

    Das passt erstaunlich gut zu R-Type, obwohl man die Serie traditionell oft als sehr konzentrierte Einzelspieler-Erfahrung wahrnimmt. Im Koop wird aus der präzisen Solo-Route eine andere Art von Chaos. Zwei Spieler bedeuten mehr Feuerkraft, aber auch mehr Bewegung, mehr Ablenkung und mehr Abstimmung. Gerade weil R-Type so stark über Positionierung funktioniert, ist Koop kein reiner Bonusmodus. Man muss sich absprechen, wer welchen Raum kontrolliert, wann man offensiv spielt und wann man lieber defensiv überlebt.

    Das ist besonders interessant für Spieler, die R-Type zwar kennen, aber nie wirklich tief eingestiegen sind. Zu zweit wird der Einstieg leichter, ohne dass das Spiel dadurch trivial wird. Wer dagegen schon Erfahrung mit klassischen Shoot ’em ups hat, bekommt eine neue Art, alte Muster zu lesen. Die Bydo-Armee wird dadurch nicht harmloser, aber die Auseinandersetzung fühlt sich anders an.

    Was bleibt vom alten R-Type?

    Die Frage ist bei jedem Remake gleich: Was bleibt wirklich übrig, wenn Technik und Präsentation erneuert werden? Bei R-Type Dimensions III bleibt vor allem das Tempo der Entscheidungen. Das Spiel zwingt einen weiterhin, vorauszudenken. Es reicht nicht, nur gut auszuweichen. Man muss wissen, wo die Force-Einheit sitzt, wann man sie abkoppelt, welche Waffe im aktuellen Abschnitt sinnvoll ist und wo der nächste Gegner auftaucht.

    Das ist genau der Unterschied zwischen R-Type und vielen anderen Shoot ’em ups. R-Type war immer weniger wild als manche Konkurrenten, aber oft strenger. Man spielt nicht nur mit Reflexen, sondern mit Erinnerung und Planung. R-Type Dimensions III versteht das. Die neue Grafik macht das Spiel nicht automatisch leichter. Sie macht es schöner, manchmal spektakulärer, aber die alte Struktur bleibt spürbar.

    Für Spieler, die mit den Heimcomputer-Versionen aufgewachsen sind, kann das sogar ein kleiner Realitätsabgleich sein. Man erinnert sich vielleicht an die Atmosphäre, die Musik, den Titelbildschirm, die Faszination der großen Gegner. Gleichzeitig merkt man heute, wie viel des Reizes aus dem ursprünglichen Design kam. R-Type war nicht nur schwer, weil alte Technik hart oder unfair war. R-Type war schwer, weil es genau so gebaut war.

    Die moderne Verpackung funktioniert

    Optisch ist  keine kleine HD-Kur. Die Umgebungen sind neu aufgebaut, Effekte und Animationen deutlich moderner, und die Gegner wirken in 3D plastischer, ohne ihre Silhouetten komplett zu verlieren. Das ist wichtig, weil R-Type-Designs sehr ikonisch sind. Der Bydo-Stil lebt von organisch-mechanischen Formen, von Gegnern, die nicht einfach nur Raumschiffe sind, sondern oft wie fremdartige, technische Albträume aussehen.

    Die neue Grafik verstärkt diesen Eindruck. In Bewegung sieht das Spiel sauber und wertig aus. Besonders im 3D-Modus bekommt das bekannte Design mehr räumliche Wirkung. Trotzdem ist der klassische Modus kein überflüssiger Bonus. Für manche Spieler wird er sogar die bevorzugte Ansicht sein, weil er näher an der alten Lesbarkeit liegt.

    Die Aufmachung insgesamt ist gelungen. Menüs, Präsentation, Soundauswahl, Grafikumschaltung, CRT-Modus, 3D Crazy Mode und die klare Trennung zwischen klassischem und modernem Modus wirken rund. Das ist kein Fall von „Hauptsache Remake draufschreiben“. R-Type Dimensions III wirkt wie ein Produkt, das verstanden hat, warum diese Serie noch immer einen Namen hat.

    Versionen und Veröffentlichungen

    Digital erscheint R-Type Dimensions III für PC/Steam, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation 5 und Xbox. Auf Xbox wird das Spiel für Xbox One und Xbox Series X|S gelistet. Der offizielle digitale Launch ist der 19. Mai 2026; Steam nennt den 18. Mai 2026. In Europa ist das kein echter Widerspruch, sondern sehr wahrscheinlich eine Frage der digitalen Freischaltung und Zeitzone. (Steam Store)

    Physisch ist die Lage etwas komplizierter. ININ hat bestätigt, dass die digitale Version pünktlich kommt, die physischen Standard- und Special-Editions aber auf den 11. August 2026 verschoben wurden. Vorbesteller physischer Fassungen können unter bestimmten Bedingungen einen digitalen Key anfordern und sogar ab dem 15. Mai spielen; bei Nintendo wird dafür eine Servicegebühr genannt, außer bei Collector’s-Edition-Kunden, für die ININ diese Gebühr übernimmt. Die Collector’s Edition wurde auf Winter beziehungsweise Q4 2026 verschoben, unter anderem wegen der Figur, die nun von Wētā Workshop gefertigt werden soll. (ININ Games)

    Für Sammler ist außerdem wichtig: Die Nintendo-Switch-2-Fassung soll laut ININ in Europa und den USA vollständig auf Cartridge erscheinen. Das betrifft die physische Switch-2-Produktion und ist ein wichtiger Punkt, weil physische Releases auf modernen Plattformen längst nicht mehr automatisch bedeuten, dass das komplette Spiel tatsächlich auf dem Datenträger liegt. ININ nennt allerdings auch einen Preisaufschlag von 10 Euro für Retail- und Special-Edition der Switch-2-Version. (ININ Games)

    Versionen im Überblick

    Version Plattform Veröffentlichung / Stand
    Digital Steam / PC Steam listet 18. Mai 2026
    Digital Nintendo Switch offizieller digitaler Launch 19. Mai 2026
    Digital Nintendo Switch 2 offizieller digitaler Launch 19. Mai 2026
    Digital PlayStation 5 PlayStation Store listet 18. Mai 2026
    Digital Xbox One / Xbox Series X S
    Physische Standard Edition Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PS5 laut ININ verschoben auf 11. August 2026
    Special Edition Switch, Switch 2, PS5, PC/Steam-Key laut ININ/Store 11. August 2026
    Collector’s Edition Switch, Switch 2, PS5, PC/Steam-Key Q4/Winter 2026

     

    Warum auch Nichtkenner reinschauen sollten

    Wer die alten R-Type-Versionen nicht kennt, sollte R-Type Dimensions III trotzdem spielen. Vielleicht sogar gerade deshalb. Viele Klassiker werden heute eher über ihren Ruf wahrgenommen als über ihre tatsächliche Spielmechanik. Man weiß, dass R-Type wichtig war, dass es schwer war, dass die Force-Einheit berühmt ist. Aber man versteht erst beim Spielen, warum das alles funktioniert.

    Fazit

    R-Type Dimensions III wirkt nach der getesteten Steam-Version wie ein sehr sorgfältig gebautes Aracde Remake mit Co-op Modus. Die Atmosphäre stimmt, die Musik sitzt, die Steuerung ist angenehm direkt, und die Umschaltung zwischen moderner 3D-Ansicht und klassischer 2D-Darstellung ist mehr als ein netter Bonus. Gerade die Möglichkeit, den klassischen Modus mit schwarzen Balken zu spielen, bringt erstaunlich viel vom alten Bildschirmgefühl zurück. Gleichzeitig nutzt die moderne Darstellung den ganzen Monitor, ohne das eigentliche Spielfeldgefühl kaputtzumachen.

    Dass man während des Spiels zwischen 2D und 3D wechseln kann, ist dabei einer der stärksten Punkte. Es macht einfach Spaß, mitten im Gefecht zwischen alter Klarheit und moderner Tiefenwirkung umzuschalten. Dazu kommen der CRT-Modus, der 3D Crazy Mode, die klassische Tastatursteuerung auf dem PC, die gute Controller-Unterstützung, die Jukebox in der Dropbox, der lokale Koop und die bekannten Waffenmechaniken. Das ergibt ein Gesamtpaket, das nicht nur technisch aktualisiert wurde, sondern tatsächlich verstanden hat, warum R-Type bis heute funktioniert.

    Natürlich bleibt R-Type R-Type. Wer hektische Daueraction ohne Lernkurve erwartet, wird hier nicht automatisch glücklich. Wer aber präzise Shooter mag, alte Arcade-Strukturen schätzt oder wissen will, warum diese Serie seit den 80ern nicht verschwunden ist, sollte diese Version gespielt haben.

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    Mehr Informationen

    Links / Quellen

    Offizielle ININ-Ankündigung: Plattformen, Features und Trailer. (ININ Games)
    ININ Pilot Briefing: Digitaler Launch, Verschiebung der physischen Fassungen, Early-Access-Key-Infos. (ININ Games)
    Steam-Seite: PC-Fassung, Features, Release-Angabe, Systemanforderungen, Sprachen. (Steam Store)
    Nintendo-Seite: Switch-2-Fassung, USK, Spieleranzahl, Beschreibung. (Nintendo of Europe SE)
    PlayStation Store: PS5-Fassung und Feature-Übersicht. (PlayStation Store)
    Xbox Store: Xbox-Fassung, Preis, USK, Xbox One / Series X|S. (Xbox.com)
    ININ-YouTube-Kanal: Trailer, Shorts und Soundtrack-Sneak-Peeks. (YouTube)

    Wir bedanken uns bei ININ Games für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens der Entwickler ist nicht erfolgt.

    Holger Weßling
    Leiderschaftlicher Retro-Fan seit 1983 und meinem ersten Commodore 64. War und bin wieder ein leidenschaftlicher Redakteur & Buchautor.