Mit beeindruckend realistischen Tieren, neuen Aquarien und nahezu grenzenlosen Gestaltungsmöglichkeiten möchte Planet Zoo 2 die Herzen aller Zoofans erobern. Doch zwischen niedlichen Tierbabys und dem Traum vom perfekten Zoo warten auch einige Herausforderungen. Wie gut gelingt Frontier Developments der zweite Ausflug in die Welt der Zoosimulationen?
Willkommen zurück im Zoo!
Eigentlich klingt die Aufgabe ganz einfach: Ein paar Gehege bauen, niedliche Tiere einziehen lassen und dabei zusehen, wie sich die Besucher über den eigenen Traumzoo freuen. Doch wer schon einmal Planet Zoo gespielt hat, weiß, dass hinter einem erfolgreichen Zoo deutlich mehr steckt als ein paar Zäune und ein hübscher Eingang.
Mit Planet Zoo 2 schickt Entwickler Frontier Developments seine beliebte Zoosimulation in die nächste Runde. Seit dem 13. Oktober 2026 dürfen wir wieder Gehege planen, uns um das Wohl unserer Tiere kümmern und versuchen, aus einem kleinen Stück Land ein florierendes Zoo-Imperium zu erschaffen.
Dabei erweitert der Nachfolger das bekannte Konzept unter anderem um vollständig aquatische Tierarten, frei fliegende Vögel und weitläufige Naturschutzgebiete. Auch das Bau- und Managementsystem wurde überarbeitet.
Ich habe bereits rund 30 Stunden im ersten Planet Zoo verbracht und war deshalb besonders gespannt, wie sich der Nachfolger anfühlen würde. Mein erster Eindruck? Vertraut, stellenweise angenehmer und vor allem wunderschön anzusehen. Allerdings hat Frontier auch ein paar alte Eigenheiten mit in den neuen Zoo geschleppt.
Ich wollte doch nur die Tiere anschauen!
Fangen wir mit dem an, was für mich das absolute Highlight von Planet Zoo 2 ist: den Tieren.
Schon der Vorgänger konnte mit seinen detaillierten Tiermodellen überzeugen, doch der zweite Teil legt optisch noch einmal nach. Die Tiere sehen unglaublich realistisch aus, bewegen sich natürlich durch ihre Gehege und verleihen dem eigenen Zoo eine Atmosphäre, die man bei so mancher Aufbausimulation vermisst.
Es macht einfach Spaß, ihnen zuzusehen. Da vergisst man beinahe, dass man eigentlich noch Wege verlegen, Personal einstellen oder das nächste Gehege fertigstellen wollte.
Besonders schön finde ich, wie lebendig die Tierwelt wirkt. Die Tiere sind eben nicht nur hübsche Dekorationen, die gelegentlich durch ihre Gehege laufen. Ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der Simulation. Frontier hat unter anderem das Herdenverhalten und die Interaktion mit der Vegetation weiterentwickelt, wodurch die Tiere noch natürlicher wirken sollen.
Auch die Artenvielfalt kann sich sehen lassen. Neben bekannten Zootieren wie Löwen und Schimpansen ziehen nun erstmals vollständig aquatische Tierarten sowie frei fliegende Vögel in unsere Parks ein. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für die Gestaltung. Statt ausschließlich klassische Gehege zu errichten, können wir beispielsweise beeindruckende Aquarien oder individuelle Volieren gestalten.
Gerade die aquatischen Tiere waren tatsächlich einer der Gründe, weshalb ich mich besonders auf den Nachfolger gefreut habe. Schließlich hat ein riesiges Aquarium mitten im eigenen Zoo schon einen gewissen Reiz.
Blöd nur, wenn man erst einmal gar nicht an seine gewünschten Tiere herankommt. Aber dazu später mehr.
Glückliche Tiere, glücklicher Zoo?
Ein weiteres Feature, das mir positiv aufgefallen ist, betrifft die Forschung und das Wohlbefinden unserer Tiere.
Denn natürlich reicht es auch in Planet Zoo 2 nicht, einfach ein Tier in ein Gehege zu setzen und darauf zu hoffen, dass es schon irgendwie glücklich wird. Jede Tierart hat eigene Ansprüche an ihren Lebensraum. Dazu gehören beispielsweise ausreichend Platz, passende Vegetation, soziale Bedürfnisse und Möglichkeiten zur Beschäftigung.
Besonders interessant finde ich das Forschungssystem. Indem wir uns intensiver mit einzelnen Tierarten beschäftigen, schalten wir zusätzliche Erkenntnisse und Möglichkeiten frei, um ihre Bedürfnisse besser zu erfüllen. Das motiviert dazu, sich tatsächlich mit seinen Schützlingen auseinanderzusetzen, statt lediglich möglichst viele verschiedene Tiere zu sammeln.
Wer es schafft, für besonders hohe Zufriedenheit zu sorgen, wird zudem mit zusätzlichen Vorteilen belohnt.
Das gefällt mir persönlich ziemlich gut. Schließlich sollte das Wohl der Tiere in einer Zoosimulation nicht nur ein Wert sein, den man möglichst schnell auf Grün bringen möchte. Durch die Forschung entsteht zumindest ein zusätzlicher Anreiz, sich intensiver mit den einzelnen Arten zu beschäftigen und ihre Gehege nach und nach zu verbessern.
Gleichzeitig fügt sich das System gut in die übergeordnete Ausrichtung des Spiels ein, denn Naturschutz spielt im Nachfolger eine noch größere Rolle. Mit den neuen Wildlife Reserves, also weitläufigen Naturschutzgebieten, können wir unsere Arbeit über die Grenzen des eigenen Zoos hinaus erweitern. Hier geht es darum, geeignete Ökosysteme aufzubauen und Tiere unter bestimmten Voraussetzungen wieder in die Wildnis zu entlassen.
Das erweitert die klassische Zooformel um einen interessanten Gedanken: Wir kümmern uns nicht nur um Tiere innerhalb unserer Gehege, sondern beteiligen uns auch an ihrer langfristigen Erhaltung.
Vom kleinen Zoo zum großen Tier-Imperium
Beim Spielstart stehen uns verschiedene Modi zur Verfügung. Im Karriere-Modus führt uns Planet Zoo 2 durch unterschiedliche Aufgaben und Szenarien rund um den Zoo- und Naturschutz. Wer dagegen einfach ohne finanzielle Einschränkungen drauflosbauen möchte, kann sich im Sandbox-Modus austoben.
Ich habe mich allerdings dafür entschieden, den Karriere-Modus zunächst zu überspringen und direkt im Franchise-Modus loszulegen. Hier beginnen wir praktisch bei null und arbeiten uns Schritt für Schritt nach oben. Wir müssen unseren Zoo wirtschaftlich erfolgreich führen, neue Tierarten erschließen und durch Forschung sowie den Ausbau unseres Zoo-Netzwerks weitere Möglichkeiten freischalten.
Was mir dabei sofort aufgefallen ist: Es gibt wirklich verdammt viel freizuschalten. Anders als im Sandbox-Modus stehen uns nicht sämtliche Tiere von Beginn an zur Verfügung. Stattdessen müssen wir mit einem begrenzten Angebot starten und unser Franchise nach und nach weiterentwickeln.
Besonders relevant ist dabei das neue Fortschrittssystem, das mehrere Zoos und Naturschutzgebiete miteinander verbindet. Um höhere Stufen zu erreichen und weitere Tierarten freizuschalten, müssen wir verschiedene Einrichtungen aufbauen und entsprechende Bewertungen erzielen.
Grundsätzlich finde ich diesen Ansatz gar nicht schlecht. Er gibt dem Franchise-Modus eine klare Struktur und sorgt dafür, dass man sich seine Fortschritte tatsächlich erarbeiten muss. Wer langfristig spielen möchte, bekommt dadurch immer neue Ziele. Allerdings hat das System auch eine Kehrseite.
Ich wollte beispielsweise am liebsten direkt mit den neuen aquatischen Tieren durchstarten und meinen eigenen Unterwasserbereich gestalten. Daraus wurde erst einmal nichts. Stattdessen musste ich mich zunächst mit den verfügbaren Tierarten beschäftigen und meinen Zoo weiterentwickeln.
Ein bisschen schade ist das schon, insbesondere wenn man sich auf ganz bestimmte Neuerungen gefreut hat. Dazu kommt, dass der Fortschritt nicht ausschließlich an einen einzelnen Zoo gebunden ist. Wer alle Möglichkeiten ausschöpfen möchte, muss mehrere Zoos und Naturschutzgebiete aufbauen und entwickeln.
Das kann motivieren, nimmt einem aber gleichzeitig ein Stück Freiheit. Schließlich möchte vielleicht nicht jeder mehrere verschiedene Einrichtungen betreiben, sondern lieber einen einzigen riesigen Traumzoo erschaffen.
Für mich ist das bislang kein gravierender Kritikpunkt, sondern eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer langfristige Ziele und ein ausgeprägtes Fortschrittssystem mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Wer dagegen möglichst schnell seine eigenen Vorstellungen umsetzen möchte, ist im Sandbox-Modus vermutlich besser aufgehoben.
Ein Paradies für kreative Köpfe
Kommen wir zu einer weiteren großen Stärke von Planet Zoo 2: den Gestaltungsmöglichkeiten. Und davon gibt es wirklich jede Menge.
Ob aufwendig dekorierte Gehege, liebevoll angelegte Besucherbereiche oder ganze Themenwelten, mit den zahlreichen Bau- und Dekorationselementen lässt sich der eigene Zoo nahezu beliebig gestalten.
Neben vorgefertigten Blaupausen können wir Gebäude und Gehege weiterhin aus einzelnen Bauteilen zusammensetzen. Zusätzlich bieten neue Werkzeuge für Landschaftsgestaltung, Vegetation und Wege weitere Möglichkeiten, unsere Vorstellungen umzusetzen.
Besonders schön finde ich auch die Integration des Frontier Workshops. Bereits kurz nach Veröffentlichung gibt es zahlreiche Kreationen anderer Spieler, die man herunterladen und im eigenen Zoo verwenden kann.
Das ist vor allem für diejenigen praktisch, die zwar gerne einen wunderschönen Zoo hätten, aber nicht unbedingt mehrere Stunden damit verbringen möchten, jedes einzelne Gebäude selbst zu gestalten.
Gleichzeitig zeigt es, wie viel kreatives Potenzial in dem Spiel steckt. Wenn die Community schon jetzt so viele unterschiedliche Bauwerke erschafft, kann man sich gut vorstellen, was in den kommenden Monaten noch alles entstehen wird. Allerdings gibt es auch hier einen kleinen Haken.
Mein Kreis ist ein Oval. Danke auch.
So umfangreich das Bausystem auch ist, so gewöhnungsbedürftig kann seine Bedienung sein.
Wer den Vorgänger kennt, wird sich in Planet Zoo 2 grundsätzlich schnell zurechtfinden. Viele Mechaniken und Werkzeuge funktionieren ähnlich, auch wenn sich der Nachfolger für mich stellenweise etwas flüssiger und angenehmer anfühlt.
Trotzdem hatte ich immer wieder Momente, in denen ich mich gefragt habe, wo sich eine bestimmte Funktion eigentlich versteckt. Die Benutzeroberfläche ist umfangreich, teilweise aber auch ziemlich verschachtelt. Gerade wenn man nach einer konkreten Einstellung sucht, muss man sich erst einmal durch verschiedene Menüs arbeiten.
Ein schönes Beispiel dafür ist die Weggestaltung. Eigentlich wollte ich nur einen ordentlichen, kreisförmigen Weg anlegen. Klingt nicht besonders kompliziert, oder? Nun ja. Nach einigem Herumprobieren hatte ich zwar etwas gebaut, das entfernt an einen Kreis erinnerte, aber eigentlich eher ein Oval war. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Planet Zoo 2 hat tatsächlich ein eigenes Stempelwerkzeug, mit dem sich unter anderem perfekte Kreise erstellen lassen. Ja. Das Werkzeug, das mein gesamtes Problem gelöst hätte, war die ganze Zeit da. Ich habe es nur nicht gefunden.
Und genau das beschreibt mein größtes Problem mit der Bedienung eigentlich ziemlich gut. Planet Zoo 2 bietet unglaublich viele Möglichkeiten und teilweise sogar ziemlich praktische Komfortfunktionen. Allerdings sind diese nicht immer besonders offensichtlich platziert oder erklärt.
Natürlich gehört bei einer derart umfangreichen Aufbausimulation eine gewisse Einarbeitungszeit dazu. Und fairerweise hatte ich abseits solcher Kleinigkeiten keine größeren Schwierigkeiten mit dem Bausystem. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Frontier manche Funktionen intuitiver zugänglich macht. Denn es sollte eigentlich nicht nötig sein, erst eine kleine Expedition durch die Benutzeroberfläche zu unternehmen, nur um einen Kreis zu bauen.
Technisch bisher tierisch gut
Bei einer derart detailreichen Simulation stellt sich natürlich auch die Frage, wie gut das Ganze technisch funktioniert.
Immerhin müssen nicht nur zahlreiche Tiere mit individuellen Verhaltensweisen dargestellt werden. Auch Besucher, Mitarbeiter, aufwendig gestaltete Gebäude und verschiedene Managementsysteme wollen gleichzeitig berechnet werden. Zumindest während meiner bisherigen Spielzeit hatte ich diesbezüglich keinerlei Probleme.
Planet Zoo 2 lief bei mir durchgehend flüssig. Weder störende Ruckler noch Abstürze oder andere auffällige technische Schwierigkeiten sind mir begegnet. Das ist besonders erfreulich, da die grafische Präsentation eine der größten Stärken des Spiels ist.
Wie sich die Performance in wirklich großen Zoos mit hunderten Tieren, zahlreichen Besuchern und aufwendigen Bauwerken entwickelt, lässt sich daraus allerdings noch nicht abschließend beurteilen.
Ein Blick auf andere Tests zeigt außerdem, dass die Erfahrungen durchaus unterschiedlich ausfallen. Während einige Kritiker die technischen und spielerischen Verbesserungen loben, bemängeln andere unter anderem die umständlichen Menüs und das umfangreiche Mikromanagement. Zumindest mein bisheriger Eindruck fällt technisch aber ausgesprochen positiv aus.
Fazit: Ein wunderschöner Zoo mit ein paar Macken
Planet Zoo 2 macht vieles richtig, was schon seinen Vorgänger ausgezeichnet hat, und erweitert die bekannte Formel um einige spannende Neuerungen.
Allen voran sind es die Tiere, die mich sofort begeistert haben. Ihre realistische Darstellung, die liebevollen Animationen und die große Artenvielfalt sorgen dafür, dass ich mich am liebsten einfach zurücklehnen und meine Schützlinge beobachten möchte.
Auch die kreativen Möglichkeiten sind beeindruckend. Wer Spaß daran hat, Gebäude zu gestalten, Landschaften anzulegen und seinen eigenen Zoo bis ins kleinste Detail zu planen, bekommt hier eine riesige Spielwiese geboten. Besonders interessant finde ich außerdem das Fortschrittssystem im Franchise-Modus. Auch wenn ich anfangs etwas enttäuscht war, dass ich nicht direkt mit meinen gewünschten aquatischen Tieren loslegen konnte, gefällt mir die Idee, sich neue Möglichkeiten über mehrere Zoos hinweg zu erarbeiten.
Weniger begeistert bin ich dagegen von der teilweise umständlichen Bedienung. Dabei mangelt es dem Spiel keineswegs an praktischen Werkzeugen oder Funktionen. Vielmehr ist es die schiere Menge an Möglichkeiten, die gerade zu Beginn etwas überwältigend wirken kann. Manche Funktionen sind so gut versteckt, dass man sie möglicherweise erst entdeckt, nachdem man sich bereits umständlich eine eigene Lösung zusammengebastelt hat.
Eine komplette Neuerfindung ist Planet Zoo 2 definitiv nicht. Wer bereits den ersten Teil gespielt hat, wird sich hier sehr schnell heimisch fühlen. Der Nachfolger setzt vielmehr auf das bewährte Fundament und erweitert es um zusätzliche Inhalte, neue Systeme und eine noch beeindruckendere Tierwelt. Ob das allein einen Wechsel vom umfangreich ausgebauten Vorgänger rechtfertigt, hängt deshalb stark davon ab, wie wichtig einem die neuen Tierarten und Spielmechaniken sind.
Mein bisheriges Fazit fällt dennoch klar positiv aus: Planet Zoo 2 ist eine wunderschöne, umfangreiche Zoosimulation, die Tierfreunde und kreative Köpfe gleichermaßen begeistern kann. Man sollte nur etwas Geduld mitbringen, denn bis zum perfekten Zoo ist es manchmal ein ganz schön langer Weg. Und falls jemand ebenfalls verzweifelt versucht, einen perfekten Kreis zu bauen: Schaut euch das Stempelwerkzeug an. Gern geschehen.
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