Mario Strikers: Battle League Football Test

     

    Wer es nicht ganz so ernst nimmt mit den wichtigsten Regeln im Fußball, der sollte unbedingt einen Blick auf das frisch erschienene Mario Strikers: Battle League Football werfen. Warum der Party-Kick gerade im Multiplayer überzeugen kann, erfahrt ihr hier bei uns im Test!

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    Mittlerweile darf oder muss man froh sein, dass Nintendo vor einigen Jahren die Entwicklerschmiede Next Level Games aufgekauft und die Expertise sich zu eigen gemacht hat. Die ersten Zweifel ob der Sinnhaftigkeit eines solchen Deals wischte das großartige Luigi’s Mansion 3 (95 % bei uns im Test) schnell beiseite. Und nun gelang dem Team mit  Mario Strikers: Battle League Football ein ähnlicher Geniestreich, wenn auch ein thematisch völlig anderer. Womit die Ausbeute an qualitativ hochwertigen Videospielen des Studios für Switch somit bei glatten 100 % liegt. Das darf gerne so bleiben. 🙂

    Wer ein waschechtes und möglichst realistisches Fußballspiel sucht, der findet sein Glück wahlweise bei FIFA oder eFootball, ganz nach dem eigenen Gusto. Mario Strikers hat mit diesen Spielen nur das Grundwesen gemeinsam. Nämlich, den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Ebenso stehen hier eindeutig Spaßfaktor, Familientauglichkeit und das koordinierte Chaos im Vordergrund. Einige von uns und euch kennen noch den Vorgänger Mario Strikers: Charged Football, der seiner Zeit für Wii und Wii U erschien. Satte 15 Jahre ist das jetzt her, höchste Eisenbahn also für einen würdigen Nachfolger.

    Leider gibt es momentan nur 10 Figuren, Nintendo will aber nachliefern!

     

    Alles eine Frage des Charakters

    Kommen wir zum Start mal direkt zu einem der wenigen Kritikpunkte. Es gibt nämlich nur 10 wählbare Charaktere! Besonders unter dem Gesichtspunkt, dass ganze 8 davon auf dem Rasen stehen (vier Figuren pro Team), ist das schon eine ziemlich miese Auswahlmöglichkeit.

    Diesen Punkt können wir dahin gehend auch gleich schon wieder entschärfen: Nintendo hat sehr zeitnah bereits weitere Kickerinnen und Kicker angekündigt, die häppchenweise und kostenlos nachgeliefert werden. Ist das jetzt gut oder schlecht? Jetzt, mehr oder weniger beides. Und ganz uneigennützig ist es von Nintendo ebenfalls nicht, denn wie sonst hält man die Spielerschaft wohl möglichst lange bei Laune?

    Neben den bekannten Gesichtern wie Mario, Donkey Kong, Waluigi und Peach machen Toad und Yoshi eine kleine Ausnahme. Diese beiden Hobbykicker können gleich mehrfach in unterschiedlichen Farben auf dem Spielfeld vertreten sein, alle anderen sind fast unique. Völlig klar ist die Tatsache, dass jede Figur mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen unterwegs ist.

    Dafür wurde das Skill-System auf 5 Punkte verteilt: Kraft, Tempo, Schuss, Passen und Technik. Auf diese fünf Werte sind pro Figur 63 Punkte ganz individuell verteilt. Zusätzlich dazu dürfte ihr per Ausrüstungsgegenstände eure bevorzugten Werte um noch mal jeweils +2 Punkte pushen.

    Im Gegenzug für diesen Bonus muss man wiederum auch mit dem identischen Punktabzug auf einem anderen Wert rechnen – es bleibt immer bei exakt 63 Punkten. Maximal 4 Gegenstände dürft ihr anlegen, mehr geht nicht, weniger darf es allerdings schon sein. In der Summe sorgt dieses System für ein ziemlich gutes Balancing, sodass es niemals einen extrem starken Charakter auf dem Platz gibt.

     

    Blutgrätsche!

    Bekanntlich wird Fairness im Sport großgeschrieben – zumindest sollte sie das. Dieses Mantra könnt ihr für Mario Strikers: Battle League Football direkt ad acta legen. Tacklings sind das Zauberwort und glaubt uns, ihr werdet wenig zimperlich mit euren Gegnern umgehen – und die mit euch! Vorsicht ist jedoch geboten, denn ihr solltet immer nur den ballführenden Kicker umnieten. Grätscht ihr wahllos einfach alles über den Haufen, dann fallen für das gegnerische Team wertvolle Items vom Himmel.

    Diese sind in der jeweiligen Teamfarbe markiert, sind also für das andere Team völlig nutzlos. Hier und da tauchen auch bunte Boxen auf und diese sind dann tatsächlich auch für den oder die, die zuerst die Kiste berührt. Ihr findet die Mario-üblichen Items, die immer in Laufrichtung abgefeuert werden.

    Die Ausnahme ist der rote Schildkrötenpanzer, der zielsuchend den nächsten Gegner trifft. Der Stern ist unserer Meinung nach etwas übermächtig, da er den Spieler für kurze Zeit unverwundbar macht und in unseren Partien mit diesem Perk auch immer ein Tor resultierte. Außerdem hält das Spiel die Spannung per Stern künstlich hoch, in dem das Team, das nur ein Tor hinten liegt, spürbar oft einen Stern ergattern kann.

    Pass und Schuss

    Nervenkitzel gibt es mit dem Superschuss. Gelegentlich ploppt ein Strike-Ball auf dem Spielfeld auf und dann heißt es schnell sein! In einem Quicktime-Event könnt ihr diesen Schuss aufladen und so möglichst maximal steigern. Schafft ihr das, erzielt euer Schütze in jedem Fall ein Tor. Allerdings ist der Gegenspieler natürlich nicht untätig und versucht möglichst rasch den ballführenden Spieler zu grätschen. Ansonsten bleibt einem nur noch der Torwart als letzte Rettung und via Button-Smashing kann man die Wahrscheinlichkeit zur Abwehr steigern. Das ganze Prozedere dauert knapp 20 Sekunden, also viel Wirbel innerhalb dieses kurzen Zeitfensters.

    Ihr merkt schon: Haufenweise Tacklings, quietschbunte Spielfiguren, ein sammelbare Items… es geht ziemlich chaotisch auf dem Rasen zu. Und ja, gerade in den ersten Spielrunden kann man schon mal hier und da kurz die Übersicht verlieren. Aber zum einen bekommt man die schon innerhalb kurzer Zeit und zum anderen lassen sich Items und Hyperball auch deaktivieren. Ist euch das alles also zu viel und zu umtriebig, dann stellt diese Features im Menü einfach aus.

    Mario Striker Battle League Football Luigi
    Per Tackling gegen den Elektrozaun, Mario wird mal kurz durchgeschüttelt

     

    On- oder Offline? Beides!

    Ähnlich wie bei Smash Bros. stellt sich die Frage, ob man mit Mario Strikers: Battle League Football nur Spaß im Multiplayer hat, oder ob man auch als Solo-Spielerin, genauer gesagt -spieler gut unterhalten wird. Ihr erahnt es vielleicht bereits: Ja, natürlich wird man auch als Einzelspieler*in viel Spaß mit dem amüsanten Kick haben, aber über die lange Distanz steht der Multiplayer absolut im Fokus. Dabei ist es egal, ob ihr online zockt oder euch lokal auf der Couch tummelt. Früher oder später hat man die KI einfach satt und man möchte gegen menschliche Gegner antreten. #isso

    Wichtig zu wissen: Ihr könnt einfach so Mitspieler einladen und ohne, dass sie bisher auch nur eine Runde Mario Strikers gespielt haben, viel Spaß haben. Das Spiel hat eine ziemlich gute und schnelle Zugänglichkeit, sodass ihr alle essenziellen Moves zügig drauf habt. Mit wiederholten Runden kommen dann die Kniffe automatisch dazu, ihr weicht Tackles elegant aus und kommt auch deutlich besser mit den wichtigen Timings klar. Aber wie zuvor erwähnt, das kann alles, aber es muss eben nicht perfekt sitzen, um sich gepflegt die Bälle um die Ohren zu schießen.

    Im Grunde reichen dafür schon die beiden Buttons für Passen und Schießen. Dazu kommen noch flache und hohe Pässe, die bereits angesprochenen Tacklings und Ausweichmanöver, Sprints und natürlich der sinnvolle Umgang mit den Items. Tiefer in der Materie drin erkennt ihr dann, dass ein schmächtiger Toad keinen Bowser dieser Welt mit jeder noch so gezielten Grätsche von den Füßen holt. Was tun? Grätsche aufladen und dann könnt ihr selbst die dicken Brocken umpflügen. Solche und ähnliche Mechaniken haben selbst unerfahrene Spielerinnen und Spieler nach einigen wenigen Runden in Kopf.

    Saubere Technik

    Einzelspieler müssen sich zwar mit der KI begnügen, aber diese ist immerhin ganz gut gelungen und geht auch gerne mal wenig zimperlich mit euch um. Diverse Pokale könnt ihr in Playoffs gewinnen, wobei euch zum Start nur eine Handvoll offen stehen und ihr erst alle weiteren freispielen müsst. Und neben den obligatorischen Einzelpartien könnt ihr euer eigenes Team im Strikers Club kreieren. Team erstellt, Stadion, Logo und Outfit gewählt und auf gehts an die wöchentlichen Aufgaben. Für Online-Begeisterte stellen die Online-Ligen einen Höhepunkt dar. Gemeinsam könnt ihr gegen Mitspielerinnen und Mitspieler rund um den Globus antreten und fleißig Punkte sammeln. Hier gibt es sogar ein Ligen-System mit Auf- und Absteigern.

    Grafisch und technisch läuft alles wunderbar flüssig und stabil. Vor allem die Animationen sind richtig klasse! Jeder der zehn Figuren hat eigene Bewegungsabläufe, Torjubel und Spezialanimationen, sodass selbst ein wenig Charaktertiefe durchschimmert. Hier und da hatten wir Probleme mit den Online-Matches, diese liefen nicht immer zuverlässig und brachen teilweise ab. In Anbetracht der kurzen Zeit, die das Spiel auf dem Markt ist, gehen wir von einem baldigen Patch aus, der sich dieser Fehler annimmt.

     

    Mario Striker Switch Test

     

    Fazit zu Mario Strikers: Battle League Football:

    Auf der Suche nach einem neuen Partyspiel mit hohem Spaßfaktor, wird man bei Mario Strikers: Battle League Football einen Glückstreffer landen. Dank hoher Zugänglichkeit und der leichten Grundidee ist das Spiel für Jung und Alt gleichermaßen gut geeignet.

    Sportfreunde kommen mit diesem Kick auf der Switch ohnehin auf ihre Kosten, denn die FIFA-Version für Switch ist bekanntlich ziemlich gruselig. Also investiert lieber gleich in Mario Strikers euer Geld und ihr werdet nicht enttäuscht. Abzuwarten bleibt, ob der Funkick im Multiplayer den gleichen Dauer-Sog wie Smash Bros. und Mario Kart entfalten kann. Wünschenswert wäre es, denn Next Level Games hat mit diesem Spiel erneut hervorragende Arbeit abgeliefert!

    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur