Ion Fury – Test

    Ion Fury wirkt wie aus der Zeit gefallen. Wer sich auf diesen Shooter einlässt, der wird in die 90er Jahre zurück katapultiert. Ob Ion Fury die virtuelle Zeitreise wert ist, verraten wir Euch in unserem Test!

     

    Der Weg von Ion Fury war kein leichter. Ursprünglich sollte das Spiel Ion Maiden heißen, was der britischen Metalband Iron Maiden so gar nicht gefiel und die schließlich auch per Gerichtsentscheid Recht zugesprochen bekam. Also wurde der oldschool-Shooter kurzerhand in Ion Fury umgetauft. Bis zum finalen Release für PC vergingen dann allerdings noch 18 Monate, die das Game im early access verbrachte. Und jetzt, wiederum etliche Monate später, erscheint Ion Fury dann auch für Konsolen.

    Ion Fury ist im Kern eine Hommage an die 90er Jahre mit seinen legendären Shootern ala Duke Nukem 3D und Co. Angesiedelt in der fiktiven Stadt Neo DC sorgen wir als Corporal Shelly  Harrison, Rufname Bombshell, für Recht und Ordnung. Ihr Ruf eilt ihr voraus, die gilt als äußerst effektive Polizistin der GDF (Global Defense Force). Der wahnsinnige Dr. Heskel hat an Menschen experimentiert und sie mit modernster Waffentechnik gekreuzt. Herausgekommen sind dabei halbmenschliche Killermaschinen, denen so ziemlich jegliche Moralvorstellung abhanden gekommen ist. Und genau hier kommen wir bzw. Bombshell ins Spiel.

    Anhand solcher Spiele wie Ion Fury merkt man, wie stark sich Egoshooter in den letzten 10 bis 20 Jahren verändert haben. Natürlich, die grafische Darstellung ist eine völlig neue geworden, aber der Blick ins Gameplay ist der Moment, an dem man sich wie in einer kleinen Zeitreise vorkommt.

     

    Das Gameplay ist sehr direkt und total greifbar. Sammelt eine Waffe ein und ihr könnt sie nutzen. Ballert auf alles, was sich bewegt. Egal, ob ihr eine Shotgun gerade in den Händen haltet und sich das Ziel noch gut 50m entfernt bewegt – da wird schon ein Treffer drin sein. Tretet Mülleimer und Tonnen um, denn darin befinden sich oft Healthpotions. Apropos Gesundheit: Diese regeneriert sich natürlich nicht, sondern füllt sich nur mit dem Einsammeln entsprechender Items wieder auf. Für das Öffnen einer roten Tür benötigen wir eine rote Keycard, eine andere Farbe bringt uns für den Moment nicht weiter. Und ein Deckungssystem oder Sprints könnt ihr auch gleich wieder vergessen.

    Das Leveldesign ist ein wenig moderner gehalten, als es in den 90er Jahren üblich war. Oft spielen mehrere Ebenen eine Rolle, es gibt versteckt Wege und somit auch hier und da die Gelegenheit, dass sich ein Level auf alternativem Wege beenden lässt. Ansonsten sind die großen und abwechslungsreichen Level dann durchaus zeitgerecht. Man erforscht einen Teilabschnitt, erledigt alle Feinde, findet eine Keycard mit deren Hilfe man dann eine Tür zum nächsten Abschnitt öffnet.

    Die Waffenauswahl beginnt bei der klassischen Pistole. Unterwegs findet man dann immer bessere Schießeisen und so rüstet man sein Arsenal stetig weiter hoch. Für Abwechslung sorgt der alternative Feuermodus, den jeder Ballermann besitzt. Die Shotgun beispielsweise mutiert zum Granatenwerfer, während andere Waffen dann einfach nur mehr Wumms besitzen. Einzig für das Zielen in die Distanz gibt es keine passende Alternative, aber hier hilft, wie oben bereits erwähnt, nahezu auch jede sonstige Schusswaffe. Den Feind im Fadenkreuz erwischt auch die erste Pistole ganz hervorragend.

    Selbst obwohl die KI scheinbar ebenfalls in den 90ern steckengeblieben ist, ist Ion Fury ein durchaus forderndes Spiel.  Vielleicht oder gerade wegen solch altbackener Elemente wie das nicht-aufladen der Hitpoints. Aber auch so sorgen die zahlreichen und abwechslungsreichen Gegnertypen für einen ansprechenden Schweregrad. Garniert wird das ganze von einer Heldin, die ihrem männlichen Protagonisten Duke Nukem in puncto Coolness und derber Sprüche in absolut Nichts nachsteht. Passend zur knallharten Action ist die musikalische Untermalung im Electro-Style.

     

    Fazit

    Ion Fury in Nostalgie pur! Die originale Build-Engine bringt das goldene Zeitalter zurück auf moderne Konsolen und macht dabei eine richtig gute Figur. Zugegeben, Ion Fury macht wohl deutlich mehr Spaß, wenn man damals live dabei war und sich am Gamepad um etliche Jahre zurückkatapultiert fühlt. Das Spiel kombiniert klassische mit einigen wenigen modernen Shooter-Elementen und spielt sich wie Duke Nukem 3D mit weiblicher Hauptfigur. Für rund 20€ ein spaßiger Shooter mit Nostalgiefaktor.

    In diesem Sinne: Come get some!

     

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur