Forza Horizon 6 – Test /Review

    So Leute, Forza ist fertig heruntergeladen. In Forza Horizon 6 geht das namensgebende Horizon Festival in seine sechste Runde und zieht Bleifüße und Autonarren diesmal nach Japan. Wie sich der neueste Ableger der Reihe spielt, welche Neuerungen es gibt und wie sich die japanische Open World präsentiert, haben wir uns bei Game2Gether genauer angeschaut.

    Story

    Die „Geschichte“ in Forza Horizon 6 ist rasch abgearbeitet. Als neuer Rookie wollen wir am berühmten Horizon Festival teilnehmen. Unterstützung erhalten wir dabei von Jordan und Mei, die uns in die japanische Racing-Szene einführen, uns an die Hand nehmen und die wichtigsten Mechaniken erklären.

    Der Story-Modus folgt dabei dem gleichen Grundschema wie seine Vorgänger. Wir müssen verschiedene Renn-Events abschließen und uns nach und nach neue Festival-Bändchen verdienen, die wiederum weitere Events freischalten. Unser Ziel: zur Legende aufzusteigen und auf Legend Island gegen die Besten der Besten anzutreten.

    Sowohl in der Hauptgeschichte als auch in den zahlreichen Nebengeschichten gibt es immer wieder kleine Cutscenes, die die Handlung vorantreiben. Tiefgründiges Storytelling sollte man jedoch nicht erwarten. Die Zwischensequenzen dienen lediglich als Aufhänger für die nächste Aufgabe hinter dem Steuer.

    Und das ist auch gut so, denn die Horizon-Serie behält damit ihren starken Fokus auf den Autos und dem Gameplay. Einziger Wermutstropfen in diesem Zusammenhang: Während unser Charakter im Vorgänger noch mitreden durfte, steht er nun stumm daneben, als wäre er nicht Teil des Gesagten. Das ist an sich kein großes Problem, für die Immersion wäre es jedoch schöner gewesen, diesen Aspekt beizubehalten – selbst wenn unser Charakter nur gelegentlich einen One-Liner von sich gegeben hätte.

    Von Mei erhalten wir unser erstes Auto.

    Gameplay

    Kommen wir jedoch zum Kernaspekt des Spiels – dem Gameplay. Doch bevor es losgeht, müssen wir zunächst einen Charakter erstellen. Dabei stehen uns verschiedene Individualisierungsoptionen zur Verfügung, darunter Geschlecht, Haar- und Hautfarbe sowie Kleidung. Die Möglichkeiten sind zwar recht rudimentär und nicht mit einem Charaktereditor aus einem Rollenspiel vergleichbar, dennoch gibt es einige Optionen im Sinne der Inklusion. So können wir unserem Rennfahrer auf Wunsch Prothesen oder Hörgeräte verpassen.

    Ist unser Charakter erstellt, kann es losgehen. Bereits kurz nach der Einleitungssequenz dürfen wir unser erstes Startauto auswählen.

    Insgesamt stehen den Spielern über 550 Fahrzeuge verschiedener Hersteller zur Verfügung. Neben echten Automarken haben es auch Fahrzeuge wie der Warthog zurück ins Spiel geschafft. Die Fahrzeuge sind in sieben Leistungsklassen eingeteilt (D, C, B, A, S1, S2 und R), wobei D die niedrigste und R die höchste Klasse darstellt. Die Klassen sind jedoch nicht fest vorgegeben, da Spieler die Möglichkeit haben, ihre Fahrzeuge durch verschiedene Tuning-Optionen aufzurüsten oder für bestimmte Events wie Drifting oder Offroad-Racing vorzubereiten.

    Im Tuning-Modus können wir nahezu jedes Teil unseres Fahrzeugs austauschen – vom Motor bis zur Bremse lässt sich alles an unsere Bedürfnisse anpassen. Das Tuning ist dabei sehr zugänglich gestaltet: Durch den Einbau neuer Teile verändert sich die Fahrzeugwertung, wodurch ein Wagen beispielsweise in die nächste Leistungsklasse aufsteigen oder entsprechend eine Klasse abrutschen kann. Wer noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann ein separates Tuning-Menü aufrufen und dort Einstellungen am Differential oder Reifendruck vornehmen, um wirklich das Maximum aus seiner Rennmaschine herauszuholen.

    Wir können zudem auch optische Anpassungen vornehmen, neben Spoilern, Front- und Heckschürzen, können wir unseren Boliden auch nach Bedarf lackieren und bekleben. Natürlich ist auch die Community bereits wieder in ihrer kreativen Hochphase und erstellt allerhand Designs. Von nachgebauten Klassikern über Itasha bis hin zu humorvollen Kreationen ist alles dabei.

    Nie war Rennen fahren schöner.

    Neue Events und Nebencontent

    Haben wir uns ans Steuer unseres Wunschfahrzeugs gesetzt und es nach unseren Vorstellungen angepasst, gilt es im nächsten Schritt, ein Event auszuwählen. Dabei stehen uns verschiedene Wettbewerbe offen, darunter Straßenrennen, Offroad-Events, Drag-Races und Driftveranstaltungen. Neu hinzu kommen die Touge-Battles.

    Touge ist das japanische Wort für Bergpass und bezeichnet hier Rennen auf eben jenen schmalen Passstraßen. Bekanntheit erlangte diese Art von Rennen in der Popkultur unter anderem durch Initial D, Need for Speed: Carbon oder Fast & Furious: Tokyo Drift. Auch in Horizon 6 rasen wir in spannenden 1-gegen-1-Duellen die Bergpässe hinunter.

    Neben den klassischen Rennen gibt es zahlreiche weitere Aktivitäten. Dazu gehören etwa entspannte Cruise-Events, bei denen wir die japanische Landschaft genießen können. Darüber hinaus erwarten uns verschiedene Sidestories, in denen wir beispielsweise einem Fotografen helfen, die perfekten Aufnahmen für ein Automagazin zu schießen. Alternativ können wir uns auch als Essenslieferant versuchen. Auch klassische Beschäftigungen wie Scheunenfunde oder das Zerstören von Maskottchen oder Schildern kehren zurück.

    Für jede abgeschlossene Veranstaltung erhalten wir Credits und Erfahrungspunkte. Das verdiente Geld können wir entweder in neue Fahrzeuge und deren Tuning investieren oder für zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten unserer Garage und unseres Charakters ausgeben.

    Für das Erreichen bestimmter Meilensteine oder Level warten außerdem Wheelspins und Super-Wheelspins auf uns, bei denen sich verschiedene Belohnungen wie Fahrzeuge, Credits, Kleidung oder Emotes gewinnen lassen.

    Haben wir genügend Events abgeschlossen, schalten wir spezielle Show-Events frei, bei denen wir um das nächste Festival-Bändchen fahren und unserem Ziel, Legend Island zu erreichen, einen Schritt näherkommen. Wie bereits in den Vorgängern sind diese Veranstaltungen abwechslungsreich und spektakulär inszeniert. So können wir unter anderem gegen einen gigantischen Mech antreten.

    Bei Raku Raku können wir uns als Lieferrant versuchen.

    Ton & Technik

    Forza Horizon 6 läuft auf einer überarbeiteten Version der ForzaTech-Engine und präsentiert sowohl seine Spielwelt als auch seine Fahrzeuge mit beeindruckender Detailverliebtheit. Die Spielwelt ist abwechslungsreich gestaltet und bietet alles von bunten Blumenfeldern über schneebedeckte Berggipfel bis hin zu dichten Wäldern und der Metropole Tokio als zentralem Schauplatz. Die wechselnden Jahreszeiten und dynamischen Wettereffekte setzen die Umgebung zusätzlich gekonnt in Szene. So besitzt es beispielsweise einen ganz besonderen Reiz, bei strömendem Regen durch die Straßen Tokios zu driften.

    Auch die Fahrzeuge sehen hervorragend aus. In unserem Test konnten wir Horizon 6 mit maximalen Einstellungen und aktivierten Raytracing-Optionen spielen. Besonders die Spiegelungen auf den Karosserien sorgten dabei immer wieder für beeindruckende Momente.

    Die Charaktermodelle wirken im Vergleich dazu etwas weniger aufwendig gestaltet. Zwar sehen sie keineswegs schlecht aus, erreichen aber nicht die Detailtiefe der Fahrzeuge. Das fällt allerdings kaum ins Gewicht, da man die Charaktere nur selten zu Gesicht bekommt – etwa bei Siegerehrungen oder in Zwischensequenzen.

    Die Spielwelt lädt zum Erkunden ein.

    Das Spiel ist in zehn Sprachen vertont, darunter Deutsch und Englisch, und bietet Textübersetzungen in insgesamt 23 Sprachen. Wir haben das Spiel mit englischer Sprachausgabe getestet und können sagen, dass die Vertonung durchweg hochwertig ausfällt, ohne dabei besonders hervorzustechen. Eine Ausnahme bilden die Radiomoderatoren, die uns während der Fahrten begleiten, unterhalten und mit Musik versorgen.

    Insgesamt stehen neun Radiosender zur Auswahl. Horizon Pulse, Horizon Bass Arena, Horizon Block Party, Horizon XS, Horizon Wave und Hospital Records kehren aus dem Vorgänger zurück. Ergänzt werden sie durch Horizon Opus mit neoklassischer Musik, Sub Pop Records mit Indie- und Alternative-Klängen sowie Gacha City Radio, das sich auf J-Pop, J-Rock und City Pop spezialisiert.

    Die PC-Systemanforderungen fallen insgesamt moderat aus. Allerdings benötigt Horizon 6 eine beträchtliche Menge Speicherplatz, und laut den Entwicklern wird die Installation auf einer SSD empfohlen. Wer durch die Straßen Japans rasen möchte, sollte daher folgende Voraussetzungen erfüllen:

    Minimale Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i5-8400, AMD Ryzen 5 1600
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1650, AMD Radeon RX 6500XT, Intel Arc A380
    • Speicherplatz: 167 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i5-12400F, AMD Ryzen 5 5600X
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce RTX 3060 Ti, AMD Radeon RX 6700 XT, Intel Arc A580
    • Speicherplatz: 167 GB verfügbarer Speicherplatz

    Getestet wurde das Spiel sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck. Auf beiden Plattformen läuft Forza Horizon 6 ausgesprochen rund. Während unseres Tests traten weder Bugs noch FPS-Einbrüche oder Abstürze auf.

    Auf dem Steam Deck erreicht Horizon 6 mit niedrigen Grafikeinstellungen stabile 40 bis 45 FPS und sorgt damit auch unterwegs für ein flüssiges Spielerlebnis. Entsprechend verfügt das Spiel bereits über eine offizielle Steam-Deck-Verifizierung.

    Wer seinen Wagen nicht selbst lackieren oder bekleben möchte, der kann aus unzähligen Designs der Community wählen.

    Fazit

    Mit Forza Horizon 6 bleibt Playground Games seiner Erfolgsformel treu und liefert erneut ein starkes Open-World-Rennspiel ab. Die Open World in Japan bietet eine abwechslungsreiche Kulisse für spannende Rennen, die neuen Touge-Battles fügen sich nahtlos ins Spielgeschehen ein und die gewohnt große Fahrzeugauswahl lädt zum Sammeln, Tunen und Ausprobieren ein. Die Story bleibt dabei zwar erneut eher Nebensache, erfüllt ihren Zweck als Rahmen für die zahlreichen Events jedoch vollkommen.

    Technisch präsentiert sich Horizon 6 auf einem hohen Niveau und überzeugt mit einer beeindruckenden Grafik, flüssiger Performance und einer stimmungsvollen Spielwelt. Kleinere Kritikpunkte wie die erneut recht simple Geschichte oder der stumme Hauptcharakter fallen angesichts des umfangreichen Gesamtpakets kaum ins Gewicht.

    Wer schon die Vorgänger mochte, wird auch mit Forza Horizon 6 viele Stunden Spaß haben. Für Rennspiel-Fans gehört der Ausflug nach Japan damit definitiv zu den Highlights des Jahres.

    Outbound ist seit dem 19. Mai 2026 für PC, Xbox Series S/X erhältlich. Ein Release auf der Playstation 5 soll noch in diesem Jahr erfolgen. Neugierig? Anbei haben wir auch den aktuellen Trailer für euch:

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    Mehr Informationen

    Bildquelle: Xbox Game Studios, Playground Games

    Wir bedanken uns bei den Xbox Game Studios und Playground Games für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.