Packt eure Taschen, wir unternehmen einen Roadtrip der besonderen Art! In Forever Ago begleiten wir Alfred auf eine ungewöhnliche Reise. Wir verraten euch, worum es geht, wie sich das narrative Abenteuer spielt und ob sich ein Kauf lohnt.
Story: Ein Trip in die Vergangenheit
Da die Story einen großen Teil von Forever Ago ausmacht, halten wir uns an dieser Stelle möglichst vage. Wir schlüpfen in die Rolle von Alfred, der nach einem Schicksalsschlag zu einer Reise aufbricht, um wieder zu sich selbst zu finden und in Erinnerungen zu schwelgen.
Dabei kann Alfred besondere Erlebnisse, Orte und Personen mit seiner Kamera festhalten und die Aufnahmen in seinem Journal sammeln. Unterwegs lernt unser älterer Protagonist verschiedene Figuren kennen, die ihm nicht nur auf seiner Reise helfen, sondern ihn mit ihren eigenen Geschichten auch dazu anregen, über sich selbst und sein Leben nachzudenken.

Die Geschichte lässt sich dabei vor allem mit einem Wort zusammenfassen: bittersüß. Die schönen Landschaften, Erinnerungen und Begegnungen werden immer wieder von jenem Ereignis überschattet, das der eigentliche Grund für Alfreds Reise ist.
Dabei erleben wir nicht nur die Geschichte in der Gegenwart, sondern können auch Teile von Alfreds Erinnerungen selbst spielen. So erfahren wir nach und nach, warum er gerade diese bestimmten Orte noch einmal besuchen möchte.
Die Geschichte ist dabei recht kompakt gehalten und lässt sich in gut acht Stunden durchspielen – inklusive aller Achievements.
Gameplay
Spielerisch erinnert Forever Ago ein wenig an Life is Strange oder die Spiele von Telltale, allerdings ohne die große Tragweite der eigenen Entscheidungen – es sei den euch ist die Wahl die richtigen Reise-Kekse besonders wichtig. Ähnlich wie Max in Life is Strange können wir mit unserer Kamera allerhand Gegenstände fotografieren und uns im Anschluss Alfreds Gedanken dazu anhören.
Auch beim Schwelgen in Erinnerungen kommt die Kamera zum Einsatz. An verschiedenen Stellen in der Spielwelt finden wir rote Blütenblätter, mit denen wir interagieren können. Diese gehören in der Regel zu kleinen Gruppen aus zwei bis drei Blütenhaufen. Haben wir alle gefunden können wir diese durch einen Schnappschuss in eine abspielende Erinnerung verwandeln. Dabei lernen wir mehr über die Hintergründe von Alfreds früherem Besuch dieses Ortes.

Abseits davon ist Alfreds Reise in verschiedene Stationen unterteilt, die sich wie eigenständige Kapitel spielen. Für jede Station gibt es eine kleine To-do-Liste, die wir abarbeiten müssen. Darüber hinaus können wir uns innerhalb der einzelnen Abschnitte frei bewegen und mit verschiedenen Gegenständen sowie Dokumenten interagieren. Zu den meisten Fundstücken teilt Alfred seine Gedanken mit uns, wodurch wir zusätzliche Einblicke erhalten.
Trotz dieser vermeintlich spielerischen Freiheit bleibt Forever Ago jedoch ein recht lineares Abenteuer, auf dessen Verlauf wir – von wenigen kleinen Ausnahmen abgesehen – keinen Einfluss nehmen können.
Ton & Technik
Neben seiner Geschichte glänzt Forever Ago vor allem mit einem hervorragenden Sprechercast. Dabei sei jedoch angemerkt, dass das Spiel zwar über deutsche Textübersetzungen verfügt, die Vertonung allerdings ausschließlich auf Englisch verfügbar ist. Diese ist durchweg hochwertig und schafft es, die Emotionen der Geschichte glaubhaft zu vermitteln.
Auch der Soundtrack von Clark Aboud trägt seinen Teil dazu bei. Mit seinen sanften Klängen werden sowohl die Spielwelt als auch die Geschichte passend in Szene gesetzt. Aboud war zuvor unter anderem für die Soundtracks von Slay the Spire und Kind Words verantwortlich.

Grafisch verpackt Forever Ago seine Geschichte in eine 3D-Optik mit illustrativem Charakter. Das Spiel brilliert mit warmen, ausdrucksstarken Farben und malerischen Umgebungen, die der Reise eine ganz eigene Atmosphäre verleihen. Demgegenüber stehen hingegen einige Erinnerungen, die sich mit Alfreds Schicksalsschlag befassen. Diese sind überwiegend dunkel und verzichten bis auf wenige Details auf starke Farben.
Technisch ist Forever Ago hingegen wenig fordernd. Wer Alfreds Reise auf dem PC miterleben möchte, sollte folgende Systemanforderungen erfüllen.
Mindestanforderungen
- Betriebssystem: Windows 10
- Prozessor: Intel Core i5-2300, AMD Phenom II X4 965
- Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
- Grafik: NVIDIA GeForce GTX 650Ti, AMD Radeon HD 6950, Intel Arc A310
- Speicherplatz: 8 GB verfügbarer Speicherplatz
Empfohlene Systemanforderungen
- Betriebssystem: Windows 11
- Prozessor: Intel Core i5-8400, AMD Ryzen 5 2600
- Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
- Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1060, AMD Radeon RX 590, Intel Arc A580
- Speicherplatz: 8 GB verfügbarer Speicherplatz
Getestet wurde das Spiel sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck. Auf beiden Plattformen läuft Forever Ago butterweich. Auf dem Steam Deck empfehlen wir entweder das mittlere Grafik-Preset mit 60 FPS oder das hohe Preset mit 45 FPS. Bugs, Abstürze oder andere technische Probleme konnten wir während unseres Durchlaufs nicht feststellen.

Fazit
Forever Ago ist ein narratives Abenteuer, das vor allem durch seine bittersüße Geschichte und die charmante Inszenierung überzeugt. Alfreds Reise ist dabei weniger ein klassischer Roadtrip als vielmehr eine persönliche Suche nach sich selbst, bei der wir nach und nach mehr über seine Vergangenheit erfahren. Die Begegnungen mit anderen Figuren, die ruhige musikalische Untermalung und die malerischen Landschaften sorgen dabei für eine durchweg stimmige Atmosphäre.
Spielerisch solltet ihr allerdings keine großen Überraschungen erwarten. Die Aufgaben sind überschaubar, die Erkundung bleibt trotz gewisser Freiheiten recht linear und unsere Einflussmöglichkeiten auf die Geschichte sind begrenzt. Wer auf komplexe Rätsel, anspruchsvolle Gameplay-Mechaniken oder weitreichende Entscheidungen hofft, dürfte daher eher enttäuscht werden.
Wer hingegen gerne in emotionale Geschichten eintaucht und sich für einige Stunden auf Alfreds Reise einlassen möchte, bekommt mit Forever Ago ein charmantes Abenteuer, das zum Nachdenken anregt und noch eine Weile im Gedächtnis bleibt. Packt also eure Taschen, lehnt euch zurück und lasst euch auf diesen besonderen Roadtrip ein.
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Wir bedanken uns bei Annapurna Interactive und Third Shift für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.

