Elden Ring: Tarnished Edition auf der Switch 2 im Test – Spät dran, aber erstaunlich gut unterwegs

    Malenia und Radahn von Elden Ring
    Quelle: press kit

    Elden Ring braucht 2026 eigentlich keine weiteren Lobeshymnen mehr. FromSoftwares Meisterwerk hat längst bewiesen, wie faszinierend seine offene Welt ist, und wie gelungen die Entscheidung war, uns nicht mit Questmarkern und Checklisten zu nerven. Erkundung in Elden Ring bedeutet deiner eigenen Neugier und deinem Entdeckungsdrang zu folgen.

    Auch die Vorstellung, die Zwischenlande unterwegs auf einem Handheld zu erkunden, ist längst keine Revolution mehr.

    Das Steam Deck machte Elden Ring praktisch seit dessen Veröffentlichung zum Handheld-Abenteuer. Und andere Windows-Handhelds haben diese Idee anschließend technisch immer weitergetrieben. Auf leistungsfähigen Geräten lässt sich FromSoftwares Rollenspiel mit höheren Grafikeinstellungen, variablen Framerates und teilweise deutlich mehr als 30 Bildern pro Sekunde spielen. Selbst das ältere ROG Ally X erreichte in Tests bei 1080p und mittleren Details rund 45 FPS, während aktuelle Geräte noch einmal mehr Leistungsreserven besitzen.

    Die spannende Frage der Tarnished Edition für Nintendo Switch 2 lautet deshalb nicht: Kann man Elden Ring endlich unterwegs spielen?

    Sondern: Braucht es diese Version überhaupt noch?

    Nach meinen ersten Stunden lautet meine Antwort: ja.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Die Zwischenlande passen erstaunlich gut auf die Switch 2

    Im direkten Vergleich mit leistungsstärkeren Handheld-PCs zeigt sich nämlich eine Qualität der Switch2-Version, die sich nicht in Teraflops messen lässt.

    Man startet das Spiel. Und spielt.

    Keine Windows-Oberfläche, keine TDP-Profile, kein Herumprobieren zwischen 720p, 900p und 1080p, keine Entscheidung, ob heute 17, 25 oder 30 Watt durch den Prozessor gejagt werden sollen. Die Tarnished Edition ist eine klassische Konsolenfassung, nur eben für die Hand.

    Gerade dadurch besitzt sie ihren eigenen Reiz.

    Technisch muss FromSoftwares Spiel des Jahres 2022 dafür sichtbar Federn lassen. Vegetation und Umgebungsdetails wurden reduziert, Texturen wirken weniger fein und insbesondere bei der Weitsicht fehlen jene Klarheit und Tiefe, die leistungsfähigere Systeme bieten.

    Doch auf dem 7,9 Zoll großen Display funktioniert dieser Handel insgesamt gut. Die Switch 2 besitzt ein 1080p-LCD mit VRR-Unterstützung; Elden Ring zielt selbst allerdings auf 30 FPS. Nintendo Life berichtet dabei von einer Darstellung um 1080p und einer überwiegend stabilen Framerate.

    Und auch meine bisherigen Erfahrungen im Handheld-Modus sind ausgesprochen positiv.

    Die Silhouetten gewaltiger Burgen, das goldene Leuchten des Erdenbaums und die verfallenen Ruinen Limgraves funktionieren weiterhin. Die Zwischenlande verlieren technisch zwar an Details, aber nichts von ihrer Atmosphäre.

     

    Starting Area von Elden Ring
    Quelle: Gameplay

     

    Switch 2 Tarnished Edition: Insgesamt gelungen aber das beste Handheld-Elden-Ring ist es nicht

    In Bezug auf die Grafikqualität muss man die Tarnished Edition allerdings richtig einordnen. Denn wer maximale Grafikqualität und Performance im mobilen Format sucht, findet bessere Alternativen. Die Switch 2 gewinnt den Vergleich der Handhelds also nicht über rohe Leistung, sondern über eine clevere Portierung.

    Und gerade das macht ihre Umsetzung interessant.

    Im Handheld-Modus lief Elden Ring während meiner bisherigen Sessions erstaunlich sauber. Das 30-FPS-Ziel ist natürlich weit von dem entfernt, was stärkere Windows-Handhelds unter günstigen Bedingungen erreichen können. Aber Konstanz kann wichtiger sein als die nackte Zahl an sich. Gerade ein FromSoftware-Spiel lebt vom Rhythmus. Angriff lesen. Ausweichen. Position korrigieren. Zuschlagen. Wieder Abstand gewinnen. Wenn dieser Rhythmus stimmt und flüssig läuft, kann man sich schnell mit 30 FPS arrangieren.

    Mehrere aktuelle Tests kommen zu einem ähnlichen Ergebnis und bescheinigen der finalen Switch-2-Version nach den problematischen frühen Präsentationen eine überraschend stabile Performance. Nintendo Life berichtet von überwiegend gehaltenen 30 FPS sowohl mobil als auch im Dock.

    Successfull fight against an enemy in Elden Ring
    Quelle: Gameplay

    Auf der großen Bühne werden die Narben sichtbar

    Sobald meine Switch 2 aber im Dock steckt, verändert sich das Bild. Auf einem Monitor und insbesondere über den Beamer treten die grafischen Kompromisse sehr viel deutlicher hervor. Reduzierte Details, geringere Sichtweite und das insgesamt weichere Bild lassen sich auf knapp acht Zoll ausgezeichnet kaschieren. Auf einer größeren Bilddiagonale nicht.

    Noch stärker bemerkbar machten sich bei mir allerdings spürbare Framerate-Einbrüche. Gerade in größeren Arealen oder Situationen mit vielen Effekten wirkte die Performance deutlich unruhiger als im Handheld-Modus. Und gerade bei Elden Ring ist das mehr als Pixelzählerei.

    Wenn ein Boss seine Angriffskette entfesselt und die nächste Ausweichrolle exakt sitzen muss, greift technische Ungenauigkeit unmittelbar ins Spielgefühl ein. Aber: Ich würde den TV-Modus keineswegs als unspielbar bezeichnen – nur eben nicht als die bevorzugte Art, diese Version zu erleben. Im direkten Vergleich mit den Fassungen für andere Konsolen oder einem Gaming-PC fällt mein Urteil deshalb klar aus: Die große Bühne steht der Switch 2 Tarnished Edition einfach weniger gut.

    Group of enemies in Elden Ring
    Quelle: Gameplay

    Zwischen Switch 2 und Handheld-PC liegt eine Philosophie

    Der eigentliche Vergleich mit Windows-Handhelds oder dem Steam Deck ist deshalb spannender als ein simples FPS-Duell.

    Gerade im Vergleich mit leistungsstärkeren Gaming-Handhelds zeigt sich, dass die Switch 2 einen etwas anderen Ansatz verfolgt. Geräte wie das ROG Xbox Ally X bieten deutlich mehr Möglichkeiten, Elden Ring an die eigenen Ansprüche anzupassen. Auflösung, Grafikdetails, Leistungsprofile oder Framerate-Limits lassen sich verändern und ermöglichen eine individuelle Balance aus Bildqualität, Performance und Akkulaufzeit.

    Die Switch 2 verzichtet weitgehend auf diese technische Flexibilität und setzt stattdessen auf die unkomplizierte Konsolenerfahrung: Spiel starten und loslegen. Das bietet weniger Spielraum für Optimierungen, verlangt dem Spieler dafür aber auch deutlich weniger Beschäftigung mit Einstellungen und Leistungsprofilen ab.

    Auf der Switch 2 drücke ich auf das Icon.

    Das Spiel startet.

    Und genau darin liegt eine Qualität, die in Benchmark-Tabellen gerne verloren geht.

    Eine kleine Einschränkung bleibt allerdings die Steuerung. Die Joy-Con 2 funktionieren ordentlich, bieten für mich aber nicht ganz die Feinfühligkeit eines ausgewachsenen Controllers. Bei normalen Gegnern spielt das kaum eine Rolle, in besonders hektischen Bosskämpfen können diese Nuancen jedoch stören.

    Tafelrundfeste in Elden Ring
    Quelle: Gameplay

    Tarnished Edition – dafür steckt alles drin

    Inhaltlich gibt es wenig zu beanstanden. Die am 28. August 2026 erschienene Tarnished Edition umfasst das Hauptspiel und die hervorragende Erweiterung Shadow of the Erdtree. Zusätzlich sind unter anderem die beiden neuen Startklassen Idus-Ritter und Schwerer Ritter, neue Ausrüstung sowie drei neue Designs für Sturmwind enthalten.

    Nintendo-Spieler bekommen damit nicht irgendeine verspätete Basisversion, sondern ein gewaltiges Gesamtpaket.

    Fazit – Nicht das beste portable Elden Ring. Aber ein verdammt gutes Switch 2-Elden-Ring.

    Die Tarnished Edition kann 2026 nicht mehr damit werben, Elden Ring in die Hosentasche zu bringen. Dafür kommt sie schlicht mehrere Jahre zu spät.

    Andere Handhelds haben längst bewiesen, dass die Zwischenlande mobil funktionieren und wer bereits einen solchen Handheld besitzt, bekommt mit der Switch-2-Version deshalb kaum einen zwingenden Grund zum erneuten Kauf.

    Und trotzdem funktioniert dieser Port erstaunlich gut.

    Denn die Switch 2 versucht gar nicht, der stärkste Gaming-Handheld zu sein. Sie nimmt FromSoftwares monumentale Welt, reduziert sie technisch dort, wo es notwendig ist, und macht daraus eine angenehm unkomplizierte Konsolenfassung für unterwegs.

    Im Handheld-Modus gehen diese Kompromisse für mich erstaunlich gut auf. Die Performance wirkt überwiegend homogen, viele grafische Einschnitte verschwinden auf dem kleineren Display und Elden Ring verliert kaum etwas von seiner Atmosphäre.

    Erst auf Monitor oder Beamer zerbricht diese Illusion. Dort werden reduzierte Details und Sichtweite sichtbar und die von mir beobachteten FPS-Schwankungen störender. Damit ist die Tarnished Edition vielleicht nicht das beste Elden Ring auf einem Handheld. Aber sie ist ein erstaunlich gutes Elden Ring auf einer Switch.

    Rastplatz in Elden Ring
    Quelle: Gameplay

    Infobox: Switch 2 Elden Ring – Tarnished Edition

    • Titel: Elden Ring: Tarnished Edition
    • Entwickler: FromSoftware
    • Publisher: Bandai Namco Entertainment
    • Genre: Open-World-Action-RPG / Soulslike
    • Plattform: Nintendo Switch 2
    • Release: 28. August 2026
    • Spielmodi: Singleplayer, Online-Koop und PvP
    • Spieler: 1 Spieler lokal, 1–6 Spieler online
    • USK: ab 16 Jahren
    • Download-Größe: ca. 41 GB
    • Enthalten: Elden Ring + Shadow of the Erdtree
    • Neue Inhalte: zwei neue Startklassen, vier neue Rüstungssets sowie zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten für Sturmwind
    • Spielmodi der Switch 2: Handheld-, Tisch- und TV-Modus
    • Crossplay: kein plattformübergreifendes Crossplay

     

    Andreas Danner
    Ich liebe Games seit die ersten Pentium Rechner das Licht der Welt erblickten. Ob Soulslikes, narrative RPGs oder Indie-Perlen mit neuen Perspektiven, mich faszinieren spannende Kompositionen aus Design, Gameplay und Story, auch in VR und KI-getriebenen Welten. Games sind für mich nicht nur Unterhaltung, sondern auch Kunst und Kultur.