Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered – Test / Review

    Werdet zur Ein-Mann-Armee und zieht in die Schlacht. Mit Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered kehrt ein PlayStation-2-Klassiker auf moderne Systeme zurück. Wir haben uns das Remaster genauer angeschaut und verraten euch, worum es in Dynasty Warriors 3 geht, wie es sich spielt und auf welche Neuerungen sich Spieler freuen können.

    Story: Die Zeit der drei Reiche

    Dynasty Warriors 3 greift wie auch die anderen Hauptserienteile die Inhalte des chinesischen Romans „Die Geschichte der Drei Reiche“ auf und verpackt diese in gewaltige Schlachten. Das Spiel startet mit dem Fall der Han-Dynastie und der Entstehung der drei Reiche, die alle um die Vorherrschaft im alten China kämpfen. Dabei setzt das Spiel auf einen Mix aus Historie und Fiktion, bei dem vor allem die berühmten Charaktere und Offiziere als übermenschliche Ein-Mann-Armeen dargestellt werden.

    Im Musou-Modus erleben wir die Geschichte aus der Perspektive eines solchen Charakters. Dabei steht uns zu Anfang ein kleiner Pool an Charakteren aus den drei Reichen Shu, Wu und Wei zur Verfügung. Insgesamt können wir 41 verschiedene Offiziere nach und nach freischalten. Ziluan, der Protagonist aus Dynasty Warriors: Origins, ist dabei ein Neuzugang im Remaster.

    Dadurch bietet das Spiel zugleich einen hohen Wiederspielwert. Denn auch wenn zentrale Plot-Punkte feststehen, unterscheidet sich etwa die Abfolge und Perspektive der verschiedenen Stages je nach gewähltem Charakter.

    Stürzt euch in den Kampf gegen unzählige Gegner

    Gameplay: Einer gegen Alle

    Dabei ist der Ablauf im Grunde immer gleich: In jeder Stage bekommen wir ein Ziel vorgegeben, das es zu erfüllen gilt. In den meisten Fällen müssen wir den gegnerischen Commander ausschalten. Also metzeln wir uns mit dem von uns gewählten Charakter durch die gegnerische Armee und treffen zwischendurch auf Offiziere, die im Gegensatz zum Rest der Truppen deutlich mehr einstecken können und über besondere Attacken verfügen.

    Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass unser eigener Commander am Leben bleibt und die Moral unserer Truppen nicht ins Wanken gerät. Das können wir sicherstellen, indem wir in jeder Stage bestimmte Events abschließen, die die Moral steigern.

    Im Kampf setzen wir in der Regel auf leichte und schwere Angriffe, wobei das Moveset vom gewählten Charakter und seiner Waffe abhängt. Gleichzeitig lädt sich durch das Besiegen der Gegner die Musou-Leiste auf. Ist diese vollgeladen, können wir mächtige Attacken entfesseln. Neben unseren Standardangriffen steht Spielern auch ein Bogen zur Verfügung, der ebenfalls über leichte und schwere Angriffe verfügt.

    Ist unser Leben gering können wir den „wahren“ Mosou Angriff entfesseln, der noch einmal mehr Schaden austeilt.

    Gegnerische Angriffe können wir hingegen abblocken oder per Knopfdruck ausweichen. In beiden Fällen gibt es eine „perfekte“ Variante, die wir durch gutes Timing auslösen können. Beim perfekten Ausweichen wird beispielsweise die Zeit kurz verlangsamt, was uns die Chance für einen Gegenangriff bietet.

    Die Kämpfe spielen sich unabhängig vom gewählten Charakter durchweg schnell und flüssig. Dabei kommt schnell das Gefühl auf, eine waschechte Power-Fantasy auszuleben, in der kaum etwas in der Lage ist, uns aufzuhalten. Auch die Missionsziele fühlen sich nie unnötig kompliziert oder zu schwierig an und lenken dadurch nicht vom eigentlichen Kampf-Gameplay ab. So bleibt der Fokus stets auf dem, was Dynasty Warriors am besten kann: uns möglichst große Gegnerhorden entgegenzuwerfen.

    Pferde, Waffen und Modi

    Wird es für unsere Offiziere doch einmal brenzlig, können wir im Remaster jetzt ein Pferd rufen, um das Schlachtfeld schnell überqueren zu können. Neben der erhöhten Geschwindigkeit können wir von dessen Rücken aus auch die Gegner angreifen. Aber Vorsicht: Wenn ihr getroffen werdet, werdet ihr vom Pferd geworfen.

    Darüber hinaus bietet das Spiel auch einige RPG-Elemente. Besiegen wir etwa Offiziere auf dem Schlachtfeld, können diese Waffen und andere Items fallen lassen. Mit diesen können wir unseren Charakter anschließend im Camp vor dem nächsten Kampf ausrüsten und so etwa Werte wie Lebensenergie, Verteidigung und Angriffskraft steigern.

    Vor einer jeden Mission können wir auf der Schlachtkarte unser vorgehen planen und Ziele einsehen.

    Ältere Waffen können anschließend auch mit neuen Waffen fusioniert werden, um Zusatzeffekte von einer Waffe auf eine andere zu übertragen und uns etwa Boni auf die Fernkampfverteidigung zu sichern.

    Wer nach dem Musou-Modus noch nicht genug von den Schlachten hat, kann sich im Free-Mode in die Schlachtfelder seiner Wahl stürzen oder im Challenge-Mode besondere Herausforderungen bestreiten.

    Wie auch schon im Original von 2002 können Spieler die Kämpfe außerdem gemeinsam im Offline-Splitscreen-Koop bestreiten. Das gilt sowohl für den Musou-Modus als auch für den Free-Mode.

    PvP-Fans haben hingegen die Möglichkeit, im Versus-Modus offline gegeneinander anzutreten. Hier stehen acht Stages zur Auswahl. Anders als etwa im Musou-Modus können die Charaktere hier jedoch nicht mit Items verbessert werden. Stattdessen sind die Waffen und Stats der Charaktere vorgegeben, um für faire Bedingungen zu sorgen.

    Technik

    Technisch hebt sich Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered jedoch am deutlichsten vom Original ab. Alle Charaktere und Stages wurden von Grund auf in der Unreal Engine 5 neu gebaut. Ob dichte Wälder oder Kämpfe auf einer Holzschiffflotte – alles sieht deutlich hochauflösender aus und glänzt mit neuen Effekten. Auch die Charaktere wirken optisch deutlich moderner. Allerdings sind die Animationen sowohl in den Cutscenes als auch im Kampf stellenweise etwas hölzern. Das stört im Getümmel jedoch oft nicht weiter.

    Das Ganze gilt jedoch nur, wenn man sich kaum bewegt. Befindet man sich etwa in Bewegung – ob zu Fuß oder zu Pferd – oder im Kampf scheint das Bild unscharf und krisselig zu werden. Ob hierfür eine bestimmte Einstellung verantwortlich ist, konnten wir nicht feststellen. Diese Unschärfe ist uns in allen Grafik Presets und beim Feintuning begegnet.

    Komfortfunktionen wie etwa höhere Auflösungen für Widescreen oder 4K-Monitore suchen wir ebenfalls vergeblich. Bei Dynasty Warriors 3 ist bei 1920 × 1080 Schluss.

    Eines der ersten zentralen Ereignisse die wir nachspielen können ist der Aufstand der gelben Turbane.

    Das Spiel ist in Englisch, Chinesisch (vereinfacht) und Japanisch vertont, eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht. Auch bei den Texten werden sich deutsche Spieler hier eingeschränkt sehen. Hier stehen nur Englisch, Chinesisch (traditionell und vereinfacht), Japanisch und Koreanisch zur Verfügung.

    Das ist schade, denn sowohl der neueste Teil Origins als auch etwa Dynasty Warriors 8 und 9 verfügen zumindest über deutsche Text-Übersetzungen. Ob diese noch nachgereicht werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

    Die Systemanforderungen sind moderat. Wer sich in die Schlachten der drei streitenden Reiche stürzen möchte, sollte auf dem PC Folgendes mitbringen:

    Mindestanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 11
    • Prozessor: Intel Core i7-8700, AMD Ryzen 7 2700X
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1060, AMD Radeon RX 5600XT, Intel Arc A380
    • Speicherplatz: 60 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 11
    • Prozessor: Intel Core i7-10700K, AMD Ryzen 7 3700X
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce RTX 3060, AMD Radeon RX 6700XT
    • Speicherplatz: 60 GB verfügbarer Speicherplatz
    Trotz höchster Einstellungen werden wir bei schnellen Bewegungen von Unschärfe geplagt.

    Fazit

    Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered bringt einen echten Klassiker zurück und verpasst ihm dabei eine umfangreiche optische Überarbeitung. Vor allem die Kämpfe machen auch heute noch jede Menge Spaß und vermitteln schnell das gewünschte Gefühl einer waschechten Power-Fantasy. Durch die zahlreichen freischaltbaren Charaktere, unterschiedlichen Stages und zusätzlichen Spielmodi gibt es zudem genug Gründe, immer wieder auf das Schlachtfeld zurückzukehren.

    Technisch wurde hingegen deutlich mehr verändert. Die komplett neu aufgebauten Charaktere und Umgebungen profitieren von der Unreal Engine 5 und lassen den mittlerweile über 20 Jahre alten Klassiker deutlich moderner aussehen. Ganz ohne Schwächen kommt das Remaster allerdings nicht aus. Die stellenweise hölzernen Animationen fallen gerade bei den moderneren Charaktermodellen auf. Die krisselige Unschärfe im Kampf und auch die fehlende deutsche Übersetzung fällt ebenfalls negativ ins Gewicht.

    Wer schon das Original geliebt hat, bekommt mit Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered eine umfangreiche Möglichkeit, noch einmal in die Schlachten der drei Reiche einzutauchen. Aber auch Neueinsteiger können hier einen guten ersten Eindruck davon bekommen, warum das Musou-Prinzip seit Jahren funktioniert.

    Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered erscheint am 1. Oktober 2026 für PC, PS5, XBOX Series S/X sowie die Nintendo Switch 2. Neugierig? Dann schaut euch hier den aktuellen Trailer an:

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    Mehr Informationen

    Wir bedanken uns bei Koei Tecmo für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.