Crash Bandicoot 4: It’s about Time – Test

    Crash Bandicoot 4

    Crash Bandicoot 4: It’s about Time erschien vor wenigen Tagen für die Next-Gen Konsolen. Wir wollten natürlich wissen, ob das Spiel die neue Rechenpower ausnutzt und wie sich das Gesamtpaket schlägt. Und genau das erfahrt ihr hier bei uns im Test!

     

    Für diesen Test spielten wir Crash Bandicoot 4: It’s about Time auf Playstation 5

     

    Lange bevor die Naughty Dog Studios herausragende Erfolge mit Uncharted und The Last Of Us feierten, stand eine andere Spielserie im Fokus: Crash Bandicoot. Dem quirligen Beuteldachs ist zu verdanken, dass die Macher Mitte der 90er Jahre ihren ersten Durchbruch auf der Playstation 1 erzielten. Einige Teile später schaffte man mit dem Remake der Crash Bandicoot N. Sane Trilogy erneut einen riesen Erfolg, denn der Dreiteiler wanderte gut 10 Millionen Mal über die Ladentheke. Der neuste Ableger It’s about Time erschien bereits im Oktober 2020 für die alte Konsolengeneration, bevor es dann vor wenigen Tagen endlich den Drehsprung auf Playstation 5 und Xbox Series X/S gab.

     

    Worum geht es?

    Als direkter Nachfolger oben genannter Trilogie ist es wenig verwunderlich, dass die Story unmittelbar an die vorangegangenen Geschehnisse anknüpft. Die Schurken Dr. Neo Cortex, N. Tropi, N. Brio, N. Gin und Uka-Uka sitzen eigentlich im Dimensionsgefängniss fest, doch dem infernalen Quintett gelingt der Ausbruch. Dummerweise entstehen bei der Ausbruchsaktion auch gleich jede Menge Risse innerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums. Um wieder Ordnung in das entstandene Chaos zu bringen müssen Crash und seine Schwester Coco tief in die Trickkiste greifen, um die Finsterlinge erneut Dingfest zu machen. Dazu müssen sie gemeinsam die vier verlorenen Quantummasken finden.

     

    Tradition mit einem Hauch Moderne

    Gleich zu Beginn des Spiels steht man vor der Qual der Wahl: Wollt ihr lieber ins moderne Abenteuer hüpfen oder das Spiel in Retro erleben? Grafisch ändert sich bei der Auswahl nichts, nur hat man mit dieser Auswahl im Grund zwei unterschiedliche Schweregrade. In Modern verzeiht euch das Spiel Fehltritte, ihr habt keine Anzahl an Leben, sondern startet spätestens vom letzten Kontrollpunkt mitten im Level. Ein Counter erinnert euch daran, wie oft ihr Crash Bandicoot in den virtuellen Tod geschickt habt, ansonsten hagelt es keinerlei Strafen. Ganz anderes geht es da in Retro zu und Spieler:innen etwas älteren Semesters kennen die mitunter Barmherziglosigkeit der alten Äras. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Leben und sind diese aufgebraucht, dann heißt es Game Over. Was für heutige Verhältnisse schwer und überholt wirkt, war allerdings zu eben jener Zeit Gang und Gäbe.

    Im Grunde können und möchten wir an dieser Stelle aber ausnahmslos allen zur Wahl des Modernen Spielsystems raten. Gerade gegen Ende hin zieht der Schweregrad dann doch zusehends an und man kann mit unbegrenzten Versuchen das Abenteuer einfach besser genießen. Zudem bieten es diverse Level an, dass man hier und da auf kleine Erkundungstour geht. Leistet man sich dabei einen Fehler, dann ist es eben nicht ganz so dramatisch. Ferner gelingen in diesem Modus die Herausforderungen deutlich leichter, mit denen man neue Skins für Crash und Coco freispielt.

    Spielerisch bleibt Teil 4 der bisherigen Serie absolut treu. Ihr steuert den flinken Beuteldachs durch lineare Level in 2.5D, die manchmal auch in die seitliche Sicht wechseln. Unterwegs werden möglichst alle Wampafrüchte gesammelt, Kisten zerstört und natürlich Gegner per Sprung oder Drehattacke ausgeschaltet. Crash selbst zeigt dabei die herrlichsten Animationen, von lustigen Verrenkungen auf glatten Oberflächen bis hin zum Freudentaumel am Ende eines Levels.

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    Quer durch Zeit und Raum

    Die im Spielnamen erwähnte Zeit ist gleichzeitig der Oberbegriff für das Leveldesign. Mit Crash und Coco erleben wir eine spannende Reise quer durch verschiedene Zeiten und unterschiedlichste Orte. Zwischen Kreidezeit samt Dinosauriern, irgendwo im 18. Jahrhundert unter Piraten bis hin in die Zukunft ist so ziemlich alles dabei, was ihr euch vorstellen könnt. Neben diesen großartigen Settings kommen dann auch spielerisch passende Elemente dazu, die den Spielfluss wunderbar auflockern. Im Dschungel schwingen wir von Liane zu Liane, auf hoher See steuern wir ein flinkes Boot, während wir im nächsten Level Reißaus vor einem gefährlichen T-Rex nehmen. Langeweile kommt so bis zum Schluss keine auf. Apropos Schluss: Mit einem normalen Durchlauf seid ihr rund ein Dutzend Stunden beschäftigt. Wobei die Spieldauer enorm steigt, sofern ihr perfekte Level absolvieren wollt. Das wird mitunter sehr knackig, aber es winken dann eben auch die besten Belohnungen.

    Einen weiteren Spielkniff bringen die oben erwähnten Quantummasken mit sich. Zum Glück beschränkt sich deren Nutzung innerhalb von Crash Bandicoot 4: It’s about Time auf ein paar extra dafür vorgesehene Abschnitte, sonst wäre ihr Nutzen mitunter zu unübersichtlich. Per Tastendruck kann Crash die Zeit verlangsamen, die Dimension wechseln oder gleich die Schwerkraft komplett umkehren. An genau diesen Stellen ist Timing und Präzision einfach alles, denn die Rätsel sind teilweise sehr tricky und erfordern deutlich mehr Geschick als die normalen Level.

    Neben dem klassischen Einzelspieler-Modus gibt es noch zwei weitere Modi für den Multiplayer. leider verzichtete man auf einem waschechten 2-Spieler-Modus, bei dem man gemeinsam durch die Hauptstory flitzen kann. Dafür darf man dann im Hot-Seat-Modus den Controller an Mitspieler weitergeben, wobei ihr selbst bestimmt, wann das sein soll, also etwa bei einem Bildschirmtod. Der Modus Kampf ist deutlich unspektakulärer und bietet im Grund nur einen Wettkampfmodus, wer das Level in der schnellsten Zeit schafft. Wer auf Highscores steht, der wird hier wahrscheinlich den meisten Spaß haben.

    Technisch gesehen ist Crash Bandicoot 4: It’s about Time absolut genial. Egal, ob ihr in 4K oder nur 1080p spielt: Trotz der 60 Frames gibt es keinerlei Ruckler. Nie. Niemals. Tatsächlich lief das Spiel bei uns im Test von vorne bis hinten wie aus einem Guss. Neben dem verbesserten 3D Audio sind auch deutlich verkürzte Ladezeiten ein Thema. Konnte man auf der vergangenen Konsolengeneration noch eine Tasse Kaffee beim Laden trinken (OK, das ist etwas übertrieben), sind es auf der Playstation 5 nur wenige Sekunden, bis die nächste Runde beginnt. Obendrein macht das Spiel Gebrauch von den Features des neuen DualSense Controllers und lässt euch jede Aktion von Crash in den Fingern spüren.

    Bis zum 1. April ist Crash Bandicoot 4 im PSN reduziert, statt 69,99€ zahlt ihr nur 45,49€.
    Crash Bandicoot 4: It’s about Time im PSN

     

    Fazit

    Crash Bandicoot 4: It’s about Time ist ein großartiger Plattformer für die aktuelle Konsolengeneration, der irgendwo zwischen Modern und Tradition steckt. Jung wie alt fühlt sich sofort gefangen zwischen all den vorhandenen Welten und Zeiten. Ein typisches Nur-noch-eine-Runde-Spiel, mit dem so ziemlich jeder seinen Spaß haben dürfte, der etwas für Jump ’n Runs übrig hat. Technisch einwandfrei steht dem Vergnügen also nichts mehr im Wege. Beide Daumen hoch von uns!

     

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur