Cralon – Test / Review

    Findet einen Weg aus der Finsternis. In Cralon verschlägt es uns in einen tiefen Minenschacht. Was Spieler dort erleben, wie sich der Titel spielt und ob sich ein Kauf lohnt, haben wir uns in der Redaktion von Game2Gether genauer angeschaut.

    Story: Hinab in die Tiefen

    Im Erstlingswerk der Pithead Studios schlüpfen wir in die Haut der namensgebenden Titelfigur. Cralon gilt als mutiger Held und macht sich zu Beginn der Geschichte auf die Jagd nach einem Dämon. Doch während des Aufeinandertreffens stürzt unser Held in einen tiefen Schacht.

    Genau hier beginnt unsere Geschichte, denn wir als Spieler haben nun die Aufgabe, einen Weg aus dem verwinkelten Höhlensystem zu finden. Während unserer Reise merken wir schnell, dass diese Finsternis weitaus mehr bereithält, als eine alte Mine. Auf unserem Abenteuer warten verschiedene Bewohner – gute wie böse – mit eigenen Geschichten und Schicksalen, unterschiedliche Biome und allerhand Herausforderungen.

    Der Story ist recht kurzweilig und kann in etwa 10 bis 15 Stunden durchgespielt werden, je nachdem, wie sehr man sich in optionalen Zielen verliert.

    Feral ist der erste „gute“ Gramler dem wir begegnen. Er gibt uns etwas Starthilfe und schickt uns auf unseren Weg hinauf.

    Gameplay

    Cralon präsentiert sich als klassischer Dungeon-Crawler mit Fokus auf Erkundung und Interaktion mit der Welt. Überall in den Ebenen des Schachtes sind nützliche Items, Rezepte und Ressourcen versteckt, die wir für unser Weiterkommen unbedingt benötigen. Diese finden wir unter anderem in Krügen, Eimern oder anderen Verstecken, weshalb es sich anbietet, wirklich mit jedem Objekt in der Welt zu interagieren. Aus verschiedenen gefundenen Ressourcen können wir dann an Werkbänken Items wie Bolzen für unsere Armbrust herstellen.

    Das hohe Erkundungs-Need kann für Rollenspielfans, die sich gerne akribisch mit ihrer Umgebung auseinandersetzen, ein Pluspunkt sein. Für Spieler mit einem kürzeren Geduldsfaden, kann die Suche nach Items eine gewisse Frustration erwecken. Hilfestellungen gibt es bei der Suche nicht. Stattdessen ab und an, ganz oldschool, ein Hinweis auf die grobe Richtung aus den Gesprächen der Begegnungen.

    Bei der Erkundung und Untersuchung der Welt, können wir auch ein paar kleine Easter Eggs finden.

    Doch Cralon ist bei weitem kein friedliches Erkundungs- und Sammelspiel, denn im Schacht lauern viele Gefahren – von einfachen Tieren wie Ratten oder Spinnen bis hin zu den Gramlern. Bei Letzteren handelt es sich um die Bewohner des Schachtes. Und während einige ein friedvolles Dasein pflegen, sind andere aggressiv und von einer dunklen Aura umgeben.

    Um den Gegnern zuzusetzen, hat unser Held neben der erwähnten Armbrust auch verschiedene Nahkampfwaffen wie Hammer oder Spitzhacke. Doch im Kampf ist Vorsicht geboten, denn neben unserer Lebensenergie müssen wir auch stets darauf achten, dass Cralon nicht der Mut verlässt. Dieser wird durch einen grünen Balken symbolisiert, welcher schrumpft, wenn wir uns an dunklen Orten befinden oder etwa den fiesen Gramlern zu nahekommen.

    Das Spiel weiß seine verwinkelten Gänge besonders düster und bedrohlich zu inszenieren.

    Sinkt unser Mutwert zu stark, stecken wir im Kampf nicht nur mehr Schaden ein, sondern teilen auch deutlich weniger aus und Kämpfe werden nahezu unmöglich. Um unseren Mut aufrechtzuerhalten oder wieder aufzuladen, müssen wir uns im Licht aufhalten. Die Mechanik ist ein interessanter Gedanke und fordernder, als ein alleiniger Lebensbalken. Jedoch führt häufigeres Aufladen zu einer Unterbrechung des eigentlichen Gameplays.

    Beim Kampfsystem gibt es leider einige Schwächen beim Trefferfeedback. Besonders im Nahkampf ist es nicht immer ersichtlich, wann ein Treffer tatsächlich zählt. Auch ist die Gegner KI nicht sehr clever und hat oft Schwierigkeiten uns zu folgen. Oftmals lassen sich Monster durch einfaches Umkreisen und Zuschlagen spielend leicht ausschalten.

    Abseits der Kämpfe können wir unter anderem mit den „guten“ Gramlern interagieren und Gespräche führen. Statt animierter Figuren gibt es hier Standbilder unserer Gesprächspartner. In den Dialogen erfahren wir neben kleinen Hinweisen auch mehr über die Hintergründe der Welt.

    Auf unserer Reise durchqueren wir unterschiedliche Biome, wie diesen unterirdischen Wald.

    Ton & Technik

    Beim Sprechercast haben die Pithead Studios mit Bodo Henkel eine waschechte Legende an Bord, was sich positiv bemerkbar macht. Henkel, der in der Gothic-Reihe dem Zauberer Xardas seine Stimme lieh, übernimmt die Rolle des Bösewichts Hargras. Der namensgebende Held wird hingegen von Entwickler Björn Pankratz gesprochen. Besonders unser Held gibt sich in den Dialogen oft sehr ruppig und sorgt hier und da für einige Schmunzler.

    Cralon ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar und bietet Textübersetzungen in insgesamt zehn Sprachen an.

    Wir finden auch kleinere Siedlungen in denen wir Handel treiben und mit den Bewohnern sprechen können.

    Nicht nur schön anzuhören, sondern auch anzusehen, ist die visuelle Präsentation. Jede Ebene des Minenschachtes kommt mit verschiedenen Biomen daher und ist stimmig inszeniert. Besonders in puncto Beleuchtung setzt das Game die finsteren, mutraubenden Gänge entsprechend in Szene. Was dem leider gegenübersteht, ist der Einsatz der immergleichen Assests. Durch die sich häufig wiederholenden Gegenstände in der Welt nutzen sich die sonst so schön gestalteten Level schnell ab.

    Die Systemanforderungen für den PC sind überschaubar. Wer Cralon dabei helfen möchte, sich aus dem dunklen Schacht zu befreien, sollte auf dem PC Folgendes mitbringen:

    Mindestanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i5-6500
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1060 oder vergleichbares
    • Speicherplatz: 8 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 11
    • Prozessor: Intel Core i5-5500
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafikkarte: NVIDIA GeForce RTX 4060
    • Speicherplatz: 8 GB verfügbarer Speicherplatz

    Getestet wurde das Spiel sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck. Während wir auf dem PC von Bugs, FPS-Einbrüchen oder Abstürzen verschont blieben, war die Erfahrung auf dem Steam Deck leider weniger erfreulich. Trotz mehrerer Versuche konnten wir Cralon auf dem Handheld nicht zum Laufen bringen und waren von Abstürzen geplagt. Steam-Deck-Besitzer sollten hier also auf weitere Patches warten.

    Mit den nötigen Ressourcen lassen sich verschiedene Items, wie etwa diese Armbrustbolzen, craften.

    Fazit

    Cralon tritt zum Teil in die Fußstapfen alter Dungeon-Crawler und kann vor allem mit seiner dichten Stimmung, gelungenen Beleuchtung und abwechslungsreichen Biomen überzeugen. Die Erkundung des Minenschachts motiviert trotz sich wiederholender Assets und auch der Sprechercast trägt zur Immersion bei. Spielerisch punktet der Titel mit klassischen Mechaniken, schwächelt jedoch beim Kampfsystem und der Gegner-KI.

    Während die PC-Version stabil läuft, gibt es auf dem Steam Deck noch deutliche Probleme. Die derzeitigen Schwächen werden hoffentlich mit zukünftigen Patches ausgebügelt, da das Zwei-Mann-Projekt der Pithead Studios durchaus Potenzial hat.

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    Mehr Informationen

    Bildquelle: Pithead Studio

    Wir bedanken uns bei Pithead Studio für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens der Entwickler ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.