Cairn – Test / Review

    Cairn - Review zum neuenh Indie Kletterspiel

    Der Berg ruft! In Cairn wollen wir an der Seite von Aava hoch hinaus. Worum es in Cairn geht, ob es zu hoch hinaus möchte oder doch der Absturz droht, haben wir uns in der Redaktion von Game2Gether genauer angeschaut.

    Story

    In Cairn begleiten wir Aava, eine professionelle Bergsteigerin und Kletterin. Diese hat sich vorgenommen, gemeinsam mit ihrem kleinen Robo-Begleiter Climb-Bot den Mount Kami zu erklimmen. Dieser ist für seine harschen Wetterverhältnisse und gefährlichen Abhänge berüchtigt.

    Aavas genaue Beweggründe für diese gefährliche Reise offenbaren sich nach und nach im Laufe eures Runs, denn der kleine Climb-Bot dient nicht nur zur Absicherung in luftigen Höhen, sondern fungiert auch als Anrufbeantworter, der euch in regelmäßigen Abständen Nachrichten aus der Heimat vorspielt – etwa von eurem Agenten, der sich um ein Sponsoring für euch bemüht, oder von euren Freunden und eurer Familie, die euch über die neuesten Ereignisse aus der Heimat informieren.

    Aava hat ihren Blick stets nach oben gerichtet.

    Doch das ist noch lange nicht alles. Denn auf dem Berg lebte einst ein Volk, das einige Ruinen hinterlassen hat, die ihr ein wenig erkunden könnt. Hier findet ihr verschiedene Briefe, die Einblicke in das Leben der einstigen Bewohner offenbaren. Zudem begegnet ihr auf eurem Weg auch anderen Personen, wie weiteren Bergsteigern oder einer Frau, die in einer abgeschotteten Höhle gemeinsam mit einer Ziege lebt.

    Die Länge der Story ist schwer festzumachen, da dies unter anderem davon abhängt, welche Routen ihr auf dem Weg zur Spitze des Mount Kami einschlagt.

    Gameplay

    Neben den Story-Schnipseln steht bei Cairn jedoch das mitunter fordernde Klettern im Fokus. Denn um neue Höhen zu erreichen, müssen wir die Gliedmaßen unserer Protagonistin perfekt beherrschen. Diese werden nacheinander einzeln bewegt und müssen in Positionen gebracht werden, die euch einen guten Halt bieten.

    Die Gliedmaßen werden entweder vom Spiel der Reihe nach automatisch ausgewählt, können jedoch für bessere Präzision auch gezielt angesteuert werden. Wer Spiele wie etwa Manual Samuel gespielt hat, wird sich bei dieser Mechanik schnell zu Hause fühlen. Wir empfehlen das manuelle Auswählen an dieser Stelle auch besonders, da die automatische Auswahl uns nicht immer den Arm und/oder das Bein gegeben hat, welches wir gerade benötigten, was zu Frustmomenten führen kann.

    Ab und zu treffen wir auf andere Kletter-Enthusiasten.

    Wie genau das funktioniert, lernen wir zu Beginn des Spiels in einer kleinen Kletterhalle. Hier lernen wir auch, wie wir uns mit Haken an den Wänden absichern können. Tun wir dies nicht, kann es passieren, dass Aava den Halt verliert und in die Tiefe stürzt. Doch auch beim Anbringen der Haken ist Vorsicht geboten. Hier gibt es ein kleines Minigame, welches Timing erfordert. Vermasseln wir dies, schlägt Aava den Haken schief in den Berg. Dieser bietet uns zwar dann immer noch Halt, wird jedoch beim Rausziehen zerstört.

    Wenn es brenzlig wird, merken wir das daran, dass Aava anfängt, schwer zu atmen und zu wimmern. Außerdem wird das Bild grau und schwammig. Hier ist schnelles Handeln wichtig. Es gilt also, uns in letzter Sekunde in einen Haken einzuhängen oder rasch nach einer sicheren Kante zu greifen, um uns zu erholen.

    Im Falle, dass wir abstürzen oder gar abrutschen, kann sich Aava nicht nur verletzen, sondern auch die Bandagen an ihren Händen nutzen sich ab und sorgen dafür, dass sie sich an den scharfen Kanten des Mount Kami die Hände aufschneidet. Dies hat ebenfalls Auswirkungen auf ihre Ausdauer, weshalb die Bandagen im Biwak regelmäßig erneuert werden müssen.

    In regelmäßgen Abständen müssen wir Aavas wunden versorgen und die Bandagen erneuern.

    Das Biwak als Rückzugsort

    In gewissen Abständen treffen wir auf breitere Landstriche, die wir zu Fuß erkunden oder dazu nutzen können, unser Biwak aufzuschlagen. Hier können wir etwa bis zum Sonnenaufgang übernachten, uns Mahlzeiten kochen oder unsere Haken reparieren. Die Zutaten für unser Essen finden wir an unterschiedlichen Orten, wie etwa zerstörten Snackautomaten an Wanderrouten, in bärengesicherten Boxen oder in Form von Wildpflanzen und Beeren. Außerdem treffen wir immer wieder auf Wasserfälle oder kleine Teiche, an denen wir unsere Trinkflaschen auffüllen können. Wasser und Zutaten können wir dann zu verschiedenen Speisen und Getränken kombinieren. Auf unserer Reise können wir außerdem neue Rezepte finden. Die Mahlzeiten bringen neben einem vollen Bauch auch verschiedene Boni, wie etwa eine bessere Fokussierung. Regelmäßiges Essen und Trinken ist wichtig, da sich dies auf eure Ausdauer auswirkt. Zudem sollte man sicherstellen, dass man für die kälteren Regionen warme Rationen dabeihat.

    Unser Rucksack hat nur begrenzt Platz. Regelmäßiges Schütteln kann unter umständen helfen.

    Haken, Mahlzeiten und andere Gegenstände werden im Rucksack gelagert. Dieser hat jedoch keine maximale Item-Anzahl. Stattdessen werden die Items einfach hineingekippt und können entsprechend händisch ausgerichtet werden, um Platz zu schaffen. Wer auf Inventarmanagement keine Lust hat, kann auch einfach seinen Rucksack so lange schütteln, bis sich eine Lücke für das neue Item ergibt.

    In den Zwischenspots finden wir außerdem kleine Story-Elemente oder Dokumente, die uns die sicherste Route für den nächsten Abschnitt verraten. Per Tastendruck können wir dann herauszoomen und die Sicht umschalten. Die Routen werden anschließend mit Linien auf den Berg gezeichnet. Diese sind farblich kodiert, wobei Grün für die einfachste und Aava für die schwerste Route steht. Welche wir letztendlich wählen, liegt ganz bei uns. Wer alle Routen testen möchte, muss also mitunter mehrmals ran – sofern man nicht abstürzt. Cairn bietet somit auch einen gewissen Wiederspielwert.

    Ton & Technik

    Cairn präsentiert sich in einem schönen Cel-Shading-Look, bei dem vor allem die liebevoll gestalteten Landschaften glänzen.

    In puncto Ton zeigt sich Cairn eher minimalistisch. Das Spiel verzichtet auf bombastische Soundtracks und unterstreicht stattdessen die Idylle, aber auch die Einsamkeit unseres Ausflugs auf den Mount Kami. Das Spiel ist auf Englisch vertont, bietet jedoch Texte in insgesamt 11 Sprachen, darunter auch Deutsch.

    Mount Kami präsentiert sich sowohl bedrohlich als auch wunderschön.

    Das Spiel stellt keine hohen Anforderungen. Wer sich in neue Höhen wagen möchte, sollte auf dem PC folgende Voraussetzungen mitbringen:

    Minimale Systemanforderungen:

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i7-6700, AMD Ryzen 5 1500X
    • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1050Ti, AMD Radeon RX 570
    • Speicherplatz: 10 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderungen:

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i7-10700, AMD Ryzen 7 3700X
    • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce RTX 2060 Super, AMD Radeon RX 5700
    • Speicherplatz: 10 GB verfügbarer Speicherplatz

    Während unseres Tests sind keine nennenswerten Bugs aufgetreten. Zu Beginn hatten wir lediglich das Problem, dass sich eines der Tutorial-Fenster nicht schließen ließ, was jedoch durch ein Neuladen des Spielstands behoben werden konnte. Getestet wurde das Spiel sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck. Auch auf Valves Handheld liefert Cairn eine solide Performance ab und lässt sich bequem auf mittleren-Einstellungen bei 30 FPS spielen. Seitens Steam hat Cairn daher auch bereits eine entsprechende Verifizierung erhalten.

    Fazit

    Cairn verbindet forderndes Klettern mit einer ruhigen, atmosphärischen Inszenierung und erzählt seine Geschichte bewusst zurückhaltend. Die ungewöhnliche Steuerung der Gliedmaßen verlangt Eingewöhnung und Präzision, belohnt dafür aber mit einem intensiven und oft spannenden Klettergefühl. Unterstützt wird dies von einer stimmungsvollen Präsentation im Cel-Shading-Look und einem minimalistischen Sounddesign, das die Einsamkeit des Aufstiegs gekonnt einfängt. Kleine Frustmomente durch die Steuerung oder vereinzelte Ungenauigkeiten trüben den Gesamteindruck nur leicht. Wer Geduld mitbringt und Lust auf ein entschleunigtes, aber anspruchsvolles Abenteuer hat, findet in Cairn eine lohnenswerte Bergtour mit solidem Wiederspielwert.

    Cairn ist seit dem 29. Januar für PC und PS5 erhältlich. Neugierig? Anbei haben wir auch den aktuellen Trailer für euch:

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    Mehr Informationen

    Bildquellen: The Game Bakers

    Wir bedanken uns bei The Game Bakers für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.